Vegane Braten-Alternativen für das Weihnachtsfest

Spätestens zum Festessen wird der Vorsatz, weniger Fleisch zu essen, gern
einmal über Bord geworfen. Denn wie soll das gehen, Weihnachtsgans ohne
Tier? So ganz Eins zu Eins lässt sich dieses klassische Weihnachtsessen
natürlich nicht in ein veganes Gericht umwandeln – muss es aber auch nicht.
Passende Alternativen gibt es genügend: Von Seitan- oder Sojabraten über mit
Gemüse gefüllte Pasteten bis hin zu einem leckeren Pilzstrudel ist so
einiges möglich in der fleischlosen Festtagsküche. Lass dich inspirieren von
diesen fünf Rezepten, die (zum größten Teil) mit regionalen, saisonalen und
rein pflanzlichen Zutaten auskommen!
Beim Ausprobieren der Rezepte war ich selbst erstaunt, wie preiswert
fleischlose Festtagsgerichte im Vergleich zu ganzen Gänsen oder Rinderfilets
sein können.

** 1. Pilzstrudel
Eines meiner Lieblingsgerichte ist ein schneller Strudel mit einer würzigen
Pilzfüllung. Er lässt sich dann auch hervorragend in der Tischmitte
platzieren und gemeinschaftlich anschneiden. Wer will die Keule … ähh … das
Randstück?

Für den Strudelteig brauchst du:
300 g Dinkelmehl (Typ 630)
2-3 EL Rapsöl oder Sonnenblumenöl
1 EL Apfelessig (den du auch selbst herstellen kannst)
150 ml lauwarmes Wasser
1 Prise Salz

Für die Pilzfüllung brauchst du:
800 g gemischte Pilze
2 Zwiebeln
½ rote Paprika
80 g Walnüsse
1 EL Pflanzenöl
Küchenkräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Majoran (hast du vielleicht noch
im Tiefkühlfach)
2 EL Mandelmus (erhältlich im Bioladen oder online, und auch leicht selbst
herzustellen)
250 ml Wasser
1 TL Paprikapulver
Salz, Pfeffer
2 EL Pflanzenmilch

Und so bereitest du den Pilzstrudel zu:
1. Mehl und eine Prise Salz in eine Schüssel geben und eine Mulde
formen.
2. Vorsichtig Öl, Essig und nach und nach das lauwarme Wasser
dazugeben. Mit den Händen einen glatten, elastischen Teig formen und etwa 30
Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.
3. Mandelmus und Wasser in einen Topf geben und verrühren. Bei
schwacher Hitze einige Minuten köcheln lassen, bis die Mandelsoße eindickt.
Mit Paprikapulver, Salz und Pfeffer abschmecken und beiseitestellen.
4. Pilze putzen und in Scheiben schneiden. Zwiebeln und Paprika in
kleine Würfel schneiden. Walnüsse grob hacken. Alles mit etwas Öl in einer
Pfanne anbraten, bis die Zwiebeln glasig sind. Kräuter dazugeben.
5. Ein Küchentuch mit etwas Mehl bestäuben und darauf den Teig
rechteckig ausrollen. Mit den Handrücken zu einem noch größeren Rechteck
ausziehen. Die Pilzmischung und die Mandelsoße darauf verteilen. Dabei an
allen Seiten einen etwa zwei Zentimeter breiten Rand frei lassen.
6. Erst an den kurzen Seiten einen drei bis vier Zentimeter breiten
Rand einschlagen und dann den Strudel mithilfe des Tuchs von der langen
Seite her aufrollen.
7. Auf ein gefettetes Backblech geben, mit der Pflanzenmilch
bestreichen und im vorgeheizten Backofen bei 200 °C für 30 bis 40 Minuten
backen. Fertig!

Tipp: Wenn die Pilze beim Anbraten viel Wasser lassen, gieße es ab und
verwende es noch weiter für die Zubereitung einer veganen Bratensoße.

** 2. Seitan-Rouladen mit Maronen-Salbei-Füllung
Dass selbst gemachte Rouladen auch hervorragend ganz ohne Fleisch auskommen,
zeigt dieses Rezept für Rouladen aus Seitan, mit einer cremigen, leicht
süß-sauren Füllung aus Esskastanien und sauren Gurken.

Für etwa acht kleine Rouladen brauchst du:
125 g Glutenmehl (heißt auch Seitan-Fix oder Seitan-Basis)
1 EL Gewürzpulver (zum Beispiel Zwiebel, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander,
Chili, Ingwer, Kurkuma, Muskatnuss, Pfeffer)
1 TL Salz
150 ml Wasser
50 ml Sojasauce (erhältlich im Bioladen oder online)

Und für die Füllung:
100 g Maronen, vorgegart (erhältlich im Bioladen oder online)
1-2 Knoblauchzehen
½ Bund Petersilie
5-10 Blätter Salbei (hast du vielleicht noch im Tiefkühlfach)
1 EL Zitronensaft
1 EL Hefeflocken (erhältlich im Bioladen oder online)
Salz, Pfeffer
bei Bedarf etwas Wasser
2-3 saure Gurken (die du auch selbst einlegen kannst)
½ kleine rote Zwiebel

Bereite die Rouladen wie folgt zu:
1. Glutenmehl, Gewürzpulver und Salz mischen. Wasser dazugeben, kneten
und den fertigen Seitanteig zehn Minuten ruhen lassen.
2. Den Teig in acht gleichgroße Teile teilen und jeweils zu einem
steakgroßen Fladen ausrollen, entweder zwischen zwei Lagen Backpapier oder
mit einem Antihaft-Teigroller aus Edelstahl.
3. Einen Topf mit Wasser und der Sojasauce zum Kochen bringen und die
Teigfladen hineingeben. Fünf Minuten kochen lassen.
4. Auf einem Geschirrtuch abtropfen und abkühlen lassen.
5. In der Zwischenzeit kannst du die Füllung zubereiten. Dafür die
vorgegarten Maronen und alle Gewürze und Kräuter in einem Mixer zu einer
glatten Masse verarbeiten. Bei Bedarf etwas Wasser hinzugeben.
6. Zwiebel und Gurken in längliche Streifen schneiden. Je einen
Teelöffel der Maronenmasse auf die ausgekühlten Rouladen streichen, mit
einem Streifen Gurke und etwas Zwiebel belegen und einrollen. Mit Küchengarn
oder Rouladennadeln verschließen.

** 3. Sellerieschnitzel
Eine knusprige Panade und darunter ein zarter Bissen, das ist der Traum
eines jeden Fleischessers! Doch mindestens genauso köstlich geht das
Panieren auch mit großen, etwa 0,5 Zentimeter dicken Gemüsescheiben.
Sellerieschnitzel sind meine liebste Variante, aber auch Süßkartoffel- oder
Auberginenscheiben lassen sich hervorragend panieren. Knollensellerie und
Süßkartoffeln dafür am besten etwa fünf Minuten im kochenden Wasser
vorgaren.

So gelingt dir die perfekte vegane Panade:
1. Etwa 100 Milliliter Pflanzenmilch, einen Esslöffel Mehl und einen
Esslöffel Sojamehl auf einem flachen Teller zu einem flüssigen Teig
verrühren. Nach Belieben Kräuter oder Zitronenschale dazugeben.
2. Auf einen weiteren flachen Teller Semmelbrösel geben.
3. Die Gemüsescheiben erst mit Gewürzen einreiben (zum Beispiel Salz,
Pfeffer und Paprikapulver), dann in Mehl wenden und abklopfen, danach durch
den Sojamehlteig ziehen und zum Schluss noch von allen Seiten mit
Semmelbröseln bedecken, ohne die Panade anzudrücken.
4. In heißem Bratöl von beiden Seiten knusprig braun braten. Auf einem
Geschirrtuch abtropfen lassen. Alternativ lassen sich die Gemüseschnitzel
auch bei 180 °C im Backofen in etwa 20 Minuten zubereiten.

Tipp: Für eine noch krossere Panade kannst du im Mixer zermahlene
Haferflocken anstatt Paniermehl nehmen. Das gibt die gewisse Kernigkeit.

** 4. Veggie-Buletten
Frikadellen lassen sich auf verschiedene Arten rein vegan zubereiten und
vervollständigen so jeden alternativen Festtagstisch. Probiere die
Zubereitung mit Haferflocken, mit Kidneybohnen oder auch mit Tofu einfach
aus!

5. Würziger Seitanbraten
Eine inzwischen sehr bekannte und vielseitige Fleischalternative ist Seitan.
Dabei handelt es sich um gekochten, gedämpften oder gebratenen Würzteig aus
reinem Gluten, den du auch ganz leicht selber machen kannst – entweder durch
Auswaschen von Weizenmehl oder aus Glutenmehl, das als Seitan-Fix im
Bioladen oder online erhältlich ist.

Für die Herstellung eines “falschen Hackbratens” aus Seitan gehst du wie
folgt vor:
1. 250 Gramm Seitanmehl mit reichlich trockenen Gewürzen (besonders
lecker: Umami-Würze) und einer kleingeschnittenen Knoblauchzehe mischen.
2. 200 Milliliter Gemüsebrühe mit 50 Milliliter Sojasauce mischen und
langsam zum Seitanmehl geben. Mit den Händen zu einem glatten Teig
verarbeiten.
3. Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C 40-50 Minuten lang backen. Dabei
in regelmäßigen Abständen reichlich mit Öl bestreichen, damit die Kruste
nicht zu hart wird.

Quelle: smarticular