Bericht zum Aktionstag für Menschen mit Behinderung – Cap4Free
Hallo liebe Freunde, Unterstützer und Mitglieder von Cap4Free,
Am Samstag, 26. April 2025, fand in Detmold der bedeutende Aktionstag für Menschen mit Behinderung im Kreis Lippe statt.
Dieser Tag, der jährlich rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai organisiert wird,
dient dazu, auf die Rechte und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen und Inklusion aktiv zu fördern.
Wir von Cap4Free, dem inklusiven Netzwerk, waren mit einem eigenen Informationsstand vertreten. Obwohl der Tag mit einigen Herausforderungen begann,
entwickelte er sich zu einer äußerst erfolgreichen und bereichernden Veranstaltung.
Herausforderungen und Unterstützung
Ursprünglich hatten wir geplant, gemeinsam mit unserem langjährigen Sportpartner, dem TuS Westfälische Eiche Lügde 1905 e. V.,
unsere Showdown-Platte zu präsentieren. Showdown ist eine Sportart, die speziell für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt wurde
und Ähnlichkeiten mit Tischtennis aufweist. Leider konnten wir dieses Vorhaben aufgrund organisatorischer Schwierigkeiten nicht umsetzen.
Unser Wunsch war es, gemeinsam mit dem TuS Lügde aktiv am Aktionstag teilzunehmen – doch durch größere Herausforderungen blieb uns schließlich
nur die Möglichkeit, mit einem reinen Infostand dabei zu sein. Das war zwar schade, aber wir haben das Beste daraus gemacht.
Ein besonderer Dank gilt an dieser Stelle
- dem REWE Markt Lügde, der uns mit einer großzügigen Spende unterstützt hat,
- den Freien Wählern Kreis Lippe, die uns sowohl ideell als auch praktisch zur Seite standen,
- sowie unserem sportlichen Partner, dem TuS Westfälische Eiche Lügde, der uns seit Langem unterstützt und dessen Einsatz wir sehr schätzen.
Engagement und Highlights am Stand
Ein ganz besonderes Highlight war der große Einsatz meines Neffen Alen Nedzoski. Er war nicht nur dabei – er war ein zentraler Bestandteil unseres Standes.
Mit bemerkenswerter Ruhe, Offenheit und Kompetenz stellte er den vielen neugierigen Besuchern zahlreiche Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen vor.
Alen demonstrierte unter anderem:
- den Umgang mit dem Langstock, den viele Kinder sogar selbst ausprobieren durften,
- Farberkennungsgeräte, mit denen man Farben über akustische Signale erfassen kann,
- sprechende Hilfsmittelgeräte wie sprechende Uhren und Thermometer,
- verschiedene Lupen und Sehhilfen, darunter elektronische Lesegeräte,
- und viele andere kleine Alltagshelfer.
Dabei war Alen nicht nur technisch versiert, sondern ging auch geduldig auf jede Frage ein. Besonders für Kinder war es faszinierend zu erleben,
wie man mit diesen Hilfsmitteln den Alltag besser bewältigen kann. Viele der Kinder hatten sichtlich Spaß dabei, mit den Geräten zu experimentieren,
die Knöpfe zu drücken, die Funktionen zu entdecken – und dabei aktiv aufgeklärt und sensibilisiert zu werden.
Ein Stand voller Leben – besser als beim Optiker!
Ein Besucher sagte voller Begeisterung: „Ihr seid besser ausgestattet als ein Optiker!“ Dieses Kompliment hat uns sehr gefreut,
denn wir hatten tatsächlich viele hochwertige Hilfsmittel dabei – und das kam besonders bei den Kindern und Familien sehr gut an.
Es war durchgehend viel los an unserem Stand. Viele Besucher – vor allem Kinder – nahmen sich Zeit, probierten Hilfsmittel aus,
setzten unsere Simulationsbrillen auf und nahmen diese sogar mit nach Hause. Auch Süßigkeiten und kleine Giveaways sorgten für leuchtende Augen.
Der Andrang war so groß, dass wir kaum Zeit zum Verschnaufen hatten. Aber genau das ist es, was solche Tage so wertvoll macht:
direkte Begegnung, echte Gespräche, gemeinsames Erleben. Die Inklusion wurde bei uns nicht nur thematisiert – sie wurde gelebt.
Kinderaktionen und inklusives Erleben
Ein besonderes Highlight für die jüngsten Besucher waren die Hörläufe, bei denen Kinder Strecken von 400 Metern und 800 Metern zurücklegten –
eine tolle Idee, um die Sinne zu schärfen und auf spielerische Weise Empathie und Verständnis zu wecken.
Im Anschluss kamen viele dieser Kinder neugierig zu uns und beschäftigten sich begeistert mit unseren Hilfsmitteln.
Auch unser kleiner Helfer Alen, selbst noch jugendlich, wurde zum Publikumsliebling.
Gerade weil er in seinem Alter mit viel Begeisterung und Engagement die Hilfsmittel präsentierte und den Kindern auf Augenhöhe erklärte,
wie sie funktionieren, fand er großen Anklang und weckte besonderes Interesse.
Großer Dank – und Ausblick auf das nächste Jahr
Ein großer Dank geht auch an die Selbsthilfegruppe von Cap4Free, die an diesem Tag aktiv und engagiert mitgewirkt hat.
Und natürlich nochmal ein besonders herzlicher Dank an Alen Nedzoski, meinen Neffen, der sich mutig und engagiert mitten ins Geschehen gestellt hat,
mit Kindern gearbeitet, Geräte bedient und erklärt, simuliert, aufgeklärt und vorgeführt hat – ein echtes Vorbild,
das unseren Stand bereichert und zum Erlebnis gemacht hat.
Wir hoffen sehr, dass wir im kommenden Jahr nicht nur wieder mit einem Stand, sondern zusätzlich auch mit der Showdown-Platte vertreten sein können –
damit der sportliche Aspekt noch stärker zur Geltung kommt.
Fazit: Inklusion ist möglich – wenn alle mitmachen
Dieser Tag hat uns wieder einmal gezeigt, dass Inklusion funktioniert, wenn sie von Herzen kommt.
Wir haben mit vielen Menschen gesprochen, Hilfsmittel erklärt, Berührungsängste abgebaut und vor allem Kindern einen spannenden,
lehrreichen und erlebnisreichen Tag geboten. Auch wenn es stressig war – es hat sich absolut gelohnt.
Wir von Cap4Free freuen uns, diesen besonderen Tag mit euch teilen zu dürfen und hoffen,
dass wir auch beim nächsten Aktionstag in Detmold wieder einen Platz bekommen – vielleicht ja sogar noch einen größeren,
damit noch mehr Menschen mit uns ins Gespräch kommen können.
Mit herzlichen Grüßen
Mevludin Useinoski
Cap4Free – Das inklusive Netzwerk
