Comedy-Serien der Kindheit
Hallo liebe Freunde, Mitglieder und Bekannte unseres Netzwerks Cap4Free.
In einem früheren Beitrag haben wir über die Zeichentrickserien unserer Kindheit gesprochen. Heute geht es nicht um Zeichentrickhelden, sondern um die Comedy-Serien unserer Kindheit. Ich rede von der Cosby Show, Roseanne, Full House. Wo sind diese ganzen Serien geblieben, die man früher im Fernsehen geschaut hat? Es wird kaum noch etwas im Fernsehen gezeigt, und das ist sehr schade.
Ich kann mich erinnern: Am Nachmittag, wenn das Programm begann, hatte fast jeder Sender Comedy im Programm. Damals hatte jeder Sender irgendeine amerikanische Serie – und es gab eine Menge davon, sogar sonntags vormittags kamen sie. Eine Serie, die ich besonders in den Neunzigern geschätzt habe, ist King of Queens. In den ersten Staffeln hatte sie so viel Charme, so viel Witz, so viel schwarzen Humor – der leider in den späteren Staffeln etwas verloren ging, aber trotzdem immer noch lustig war.
Diese Thematik – also Doug, Carrie und Arthur – das war genial, das war einfach gut. Ich kann mich noch an eine Folge erinnern, in der Carrie wieder angefangen hat zu studieren, ein Hobby mit der Gitarre suchte und dann dieses Lied gemacht hat mit „Doug und Carrie, Doug und Carrie, Doug & Carrie, Arthur, Arthur“ oder so – das war genial. Aber die ersten Comedy-Serien waren nicht auf den privaten Sendern zu finden, sondern – wieder mal – im deutschen Fernsehen, also im Ersten oder Zweiten. Ich rede von ARD und ZDF.
Da fing das an – in der Woche, abends natürlich – und irgendwann kamen auch die privaten Sender dazu. Dann ging es richtig los. Die haben Serien eingekauft, und das war wirklich nicht ohne. Diese Serien waren verdammt gut. Ich mag ja sowieso diese amerikanischen Sitcoms, so nennt man sie, und davon gab es jede Menge.
Heutzutage? Wo sind diese tollen Sitcoms? Es gibt fast gar nichts mehr im deutschen Fernsehen. Ich kann mich erinnern, dass es bei ProSieben nachmittags losging – bis abends, bis 20:15 Uhr – und dann gab es Filme oder Shows. Da waren alle privaten Sender dabei. Eine sehr interessante Serie war auch What’s Up, Dad? mit dem Darsteller, der auch Major Payne gespielt hat. Es gab wirklich viele verdammt gute Serien, und sie werden einfach nicht mehr gezeigt.
Oder Full House mit den Olsen-Zwillingen – ja, ihr hört richtig: Beide Olsen-Zwillinge waren im Fokus, abwechselnd zu sehen. Das wusste kaum jemand, vor allem nicht in unserer blinden oder sehbehinderten Community. Oder wer hat Cliff Huxtable in der Cosby Show gesehen, wie er seiner Familie den Alltag erklärte? Und wenn sie nicht das taten, was er sagte, kam dieser legendäre Satz:
„Ich habe euch auf die Welt gebracht – und ich kann euch auch wieder runternehmen!“
Das war genial. Solche Serien – wo sind sie hin? Man kann sie nirgends mehr schauen. Es gibt einen kleinen Comedy-Block bei RTL NITRO, aber der bringt seit Jahren nichts Neues. Vielleicht um 19 Uhr mal etwas anderes, aber sonst ist es immer das gleiche Programm: M*A*S*H, Ein Käfig voller Helden, Alf, Hör mal, wer da hämmert, Alle unter einem Dach. Aber das ist doch nichts Neues! Und warum? Warum ist das so kurz? Es ist wirklich schade. Einige Serien oder viele Serien kann man nur noch auf Streamingdiensten schauen – aber auch da nicht alle. Und sich alle Serien von damals ins Haus zu holen, ist teuer – das wissen viele von euch.
Die Ursprünge: ARD und ZDF als Pioniere der Comedy im deutschen Fernsehen
Bereits in den 60er und 70er Jahren haben die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF amerikanische Sitcoms ins Programm genommen. Serien wie Bezaubernde Jeannie und Verliebt in eine Hexe liefen damals meist in den Abendstunden. ARD und ZDF waren Vorreiter und legten den Grundstein für die deutsche Begeisterung für US-Sitcoms.
In den 70ern gab es auch deutsche Comedy-Serien wie Ein Herz und eine Seele mit Ekel Alfred, die die Gesellschaft satirisch aufgriffen. Doch mit dem Start der privaten Sender in den 80ern wurde das Sitcom-Genre groß. RTL, Sat.1 und ProSieben bauten sich ihr Comedy-Programm auf und brachten eine Welle amerikanischer Serien ins deutsche Fernsehen.
Mehr Details zu den Serien und Schauspielern
Full House war nicht nur wegen der Olsen-Zwillinge beliebt, sondern auch wegen der warmherzigen Geschichten um Familie Tanner. Die Zwillinge Mary-Kate und Ashley spielten abwechselnd die kleine Michelle, was damals noch nicht jedem bekannt war.
King of Queens mit Kevin James als Doug Heffernan und Leah Remini als Carrie war vor allem in den ersten Staffeln ein Publikumsliebling. Die charmanten Streitereien und der Alltag einer New Yorker Arbeiterfamilie sorgten für viele Lacher. Carrie hatte sogar eine Folge, in der sie ein selbstgemachtes Lied sang – „Daggy Daggy Daggy Ava Ava“ (die genaue Schreibweise variiert in Foren, aber der Klang ist unvergesslich). Dieses Lied ist bis heute ein Insiderwitz für Fans der Serie.
The Cosby Show mit Bill Cosby als Cliff Huxtable war eine der beliebtesten Familienserien der 80er und 90er Jahre, die einen starken Einfluss auf das Genre hatte. Der Satz „Ich habe euch auf die Welt gebracht – und ich kann euch auch wieder runternehmen!“ wurde legendär.
Andere Serien wie What’s Up, Dad? (korrekt geschrieben) mit Damon Wayans, bekannt aus Major Payne, zeigten die Bandbreite des amerikanischen Humors. Auch Hör mal, wer da hämmert mit Tim Allen wurde zur Kultserie.
Gesetzliche Rahmenbedingungen und Kosten für Streaming
Leider erschweren aktuelle Rundfunkstaatsverträge und Lizenzbedingungen den freien Zugang zu vielen Serien. Streamingdienste verlangen monatliche Abos, die bei 10 bis 18 Euro liegen, was nicht für jeden erschwinglich ist. Gerade für blinde Nutzer oder Menschen mit Behinderung ist das eine weitere Barriere, die oft übersehen wird.
Ich kann mich erinnern: Als ich sechs, sieben Jahre alt war – Bezaubernde Jeannie habe ich nie auf ARD oder ZDF gesehen, sondern auf Sat.1. Ich muss ehrlich sagen, ich kenne Bezaubernde Jeannie und Verliebt in eine Hexe eigentlich nur von den Privatsendern. Dass ARD und ZDF die Vorreiter gewesen sind, weiß ich nur, weil sie ja auch bei anderen Formaten, wie Zeichentrickserien, Vorreiter waren.
In Wahrheit war es tatsächlich so: Schon in den 1960er- und 1970er-Jahren haben ARD und ZDF begonnen, US-Comedy-Serien einzukaufen. Klassiker wie Bezaubernde Jeannie, Verliebt in eine Hexe und Familienbande liefen dort im Abendprogramm, bevor es überhaupt Privatfernsehen gab. Diese Sender legten also den Grundstein für das, was später die goldene Zeit der Sitcoms werden sollte.
ARD und ZDF hatten zu dieser Zeit ein starkes Unterhaltungsprofil, das sich auch an Familien richtete. In den 70ern liefen neben US-Serien auch deutsche Comedysendungen wie Nonstop Nonsens mit Dieter Hallervorden oder Ein Herz und eine Seele mit Ekel Alfred – die Urväter des deutschen Humors im Fernsehen.
Der Aufstieg der Privatsender – Die goldenen 80er und 90er
Ab den 1980ern – mit dem Start von RTL, Sat.1, ProSieben und später Kabel 1 – kam die Comedy richtig ins Rollen. Die Sender kauften massenweise amerikanische Serien ein, und so begann das, was man heute als goldene Ära der Sitcoms bezeichnet.
Auf RTL liefen vormittags, nach dem großen Zeichentrickblock, Serien wie Full House, Wer ist hier der Boss?, Hör mal, wer da hämmert, Eine schrecklich nette Familie, Alle unter einem Dach und Der Prinz von Bel-Air. Das war Fernsehen mit Herz, Witz und Familie. Diese Serien waren unser Alltag, unser Lachen nach der Schule.
Bei ProSieben gab es nachmittags Friends, King of Queens, Dharma & Greg, Frasier, Will & Grace und später Two and a Half Men. ProSieben wurde zum „Comedy-Sender“ schlechthin. Dort war jeden Nachmittag Sitcom-Zeit – bis taff und Galileo das Programm veränderten.
Ich muss ehrlich sagen: Als ProSieben den großen Comedy-Block abgeschaltet hat und dann ab 17 Uhr taff, Die Simpsons und Galileo begann, war das traurig. Da war der Zauber weg.
Persönliche Erinnerungen und deutsche Versuche
Ich mochte Hausmeister Krause – okay, aber ich musste nicht jeden Freitag schauen. Wenn ich zufällig dran dachte und es lief, hab ich eingeschaltet. Aber es war nicht so, dass ich es mir merken musste. Dagegen mochte ich den Schauspieler Tom Gerhardt in seinen Filmen lieber – aber das ist vielleicht ein Thema für einen anderen Beitrag.
Die deutschen Sitcoms wie Nikola, Ritas Welt oder Mein Leben & Ich waren nett, aber sie hatten selten diesen amerikanischen Charme. Es fehlte etwas – vielleicht das Timing, vielleicht die Lockerheit. Deutsche Serien wirkten oft gestellt, während amerikanische Sitcoms einfach lebten.
Ich liebte Roseanne – das war echt, das war Familie. Und Alle unter einem Dach war ein Klassiker, besonders die Folgen mit Steve Urkel und seiner Verwandlung zu Stefan Urquelle. Ich hätte mir so sehr gewünscht, dass es eine neunte Staffel gegeben hätte, in der Laura und Steve heiraten. Leider kam sie nie.
Mehr Serien, mehr Erinnerungen
Es gab so viele tolle Serien: ALF – wer hat nicht mitgefiebert, als er am Ende gefangen wurde, kurz bevor seine Freunde ihn retten wollten? Oder Hör mal, wer da hämmert mit Tim Taylor und seinem berühmten Spruch: „Mehr Power!“ – das war pures Fernsehen. Eine schrecklich nette Familie brachte uns den frechen, sarkastischen Humor ins Wohnzimmer, den man so in Deutschland noch nicht kannte.
Dann gab es Wer ist hier der Boss?, Verheiratet mit Kindern, Eine starke Familie, Sabrina – total verhext!, Der Prinz von Bel-Air, Malcolm mittendrin und Dharma & Greg. Und auf Kabel 1 liefen Nachmittagsperlen wie What’s Up, Dad?, wo der Schauspieler von Major Payne (Damon Wayans) die Hauptrolle spielte – mit genau diesem unverkennbaren, leicht gemeinen Lachen.
Das Fernsehen damals war abwechslungsreich. Man konnte von 5 Uhr morgens bis spät in die Nacht Serien schauen: Zeichentrick, Sitcoms, Familienserien. Und heute? Heute läuft Reality-TV, Kochshows, Quizsendungen.
Ein wehmütiger Blick auf heute
Wenn ARD und ZDF weiterhin so gutes Fernsehen bringen würden wie früher, müssten wir vielleicht gar nicht über den Rundfunkbeitrag von 18 Euro diskutieren. Früher hatten sie Qualität – heute haben sie Quotenprobleme.
Ich weiß, dass viele aus unserer Community die öffentlich-rechtlichen Sender bevorzugen, weil sie barrierefreier sind und mehr Informationsangebote haben – aber das Herz vieler Kindheiten schlägt bei den alten Privatsendern.
Und wenn man ehrlich ist: Die Serien von damals – sie waren mehr als nur Fernsehen. Sie waren Familienzeit. Sie waren Lachen, Zusammenhalt und ein Stück Kindheit. Heute, wo das Fernsehen immer fragmentierter ist, fehlt genau das.
Ich hoffe wirklich, dass wieder mehr Sender auf Comedy setzen, auf Serien mit Herz und Witz. Es gibt so viele alte Schätze zu entdecken – und neue könnten es schaffen, an diese Tradition anzuknüpfen.
Und wer Lust hat, kann ja in unserer Unterhaltungsmedien-Gruppe oder im Forum vorbeischauen und erzählen, welche Serien ihr damals am liebsten geschaut habt.
Fazit
Wir alle erinnern uns an Alf, King of Queens, Roseanne, Full House, Alle unter einem Dach, Hör mal, wer da hämmert, Friends, Dharma & Greg und Der Prinz von Bel-Air. Diese Serien hatten Seele, Witz, Charaktere, an die man sich erinnert.
Heute, im Zeitalter von Streaming, ist vieles verfügbar, aber es fehlt das gemeinsame Erlebnis, das Lachen um 18 Uhr im Fernsehen, das jeder verstand. Vielleicht kommt es eines Tages zurück. Denn eines ist sicher: Lachen verbindet – damals wie heute.
Fazit: Wo bleibt die Comedy der Zukunft?
Es ist schade, dass das Fernsehen heute kaum noch neue Comedy-Serien im Stil unserer Kindheit produziert. Die alten Klassiker laufen zwar immer noch, aber neue Serien mit dem gleichen Charme und der gleichen Qualität? Fehlanzeige.
Dabei könnte Comedy ein großartiges Mittel sein, um Menschen zu verbinden, sie zum Lachen zu bringen und den Alltag aufzuhellen – gerade in einer inklusiven Gesellschaft.
Ich wünsche mir, dass die öffentlich-rechtlichen Sender und auch die Privaten mehr Mut zeigen und neue Comedy-Formate fördern, die wirklich alle Menschen erreichen – auch uns Blinde und Sehbehinderte, die wir heute oft auf Streamingdienste oder DVD-Boxen angewiesen sind.
Abschließend: Mein trauriger Blick
Und zum Schluss möchte ich sagen: Ja, ich vermisse diese Serien. Ich vermisse das Lachen, das Gefühl von Zusammenhalt und diese kleinen Momente, die das Leben leichter machen. Manchmal sitze ich da mit meinem traurigen Auge und denke: Wo sind sie hin, diese Zeiten?
„Ich wünsche mir diese Serien zurück – für uns alle, für die Gemeinschaft, für die Erinnerungen.“
Mit freundlichen Grüßen,
euer Mevludin Useinoski
