„Vor einigen Jahren wurden vier Männer einer Spezialeinheit des Militärs wegen eines Verbrechens verurteilt, das sie nicht begangen hatten. Sie entflohen aus dem Hochsicherheitsgefängnis und tauchten in Los Angeles unter. Heute noch werden sie vom Militär gesucht, aber sie leben als Söldner und kämpfen für das Gute. Sie sind das A-Team.“
💥 Wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert: Das A-Team – Kultserie mit Tiefgang und Kontroversen
Das A-Team ist mehr als nur ein Kultphänomen der 80er Jahre. Es ist die Geschichte von vier genialen Außenseitern, die gegen ein ungerechtes System kämpfen. Erinnern Sie sich noch an dieses super Intro und die treibende Musik, die uns vier ungleiche Helden präsentierte, die immer zur Stelle waren, wenn man Hilfe brauchte? Fünf Staffeln lang fesselte uns die Serie um vier Ex-Elitesoldaten, die fälschlicherweise eines Kriegsverbrechens in Vietnam bezichtigt wurden und seitdem als „Söldner für das Gute“ auf der Flucht waren.
Die Helden, ihre Spezialfähigkeiten und die Kult-Fahrzeuge
Das A-Team funktioniert nur als Einheit, da jeder Held eine einzigartige und unverzichtbare Spezialfähigkeit mitbringt. Sie sind wild, verrückt und einzigartig, gerade weil sie mit ihren Charakteren nicht in die starre Soldaten-Rolle passten.
| Held | Darsteller | Charakter-Eigenschaften & Rolle | Spezialfähigkeit | Kult-Fahrzeug |
|---|---|---|---|---|
| Colonel John „Hannibal“ Smith | George Peppard | Der Genius und Anführer, Meister der Verkleidung, immer mit einer Zigarre zur Hand. | Taktik & Strategie | Keins (fährt oft den Van) |
| B.A. Baracus | Mr. T | Der grummelige Muskelberg mit panischer Flugangst und der Techniker, der alles repariert – der Mann für die physische Stärke. | Mechanik & Kampf | Der schwarze GMC Vandura Van mit rotem Streifen. |
| Captain H.M. „Murdock“ | Dwight Schultz | Der brillante, aber offiziell verrückte Pilot. Unberechenbar, loyal und ein Meister der Improvisation. | Flugkunst (trotz B.A.s Angst!) | Verschiedene Fluggeräte. |
| Lieutenant Templeton „Face“ Peck | Dirk Benedict | Der Charmeur und Beschaffungsspezialist, der alles besorgen kann. Er ist der Überzeugungstäter. | Betrug & Beschaffung | Seine weiße Chevrolet Corvette C4 mit rotem Streifen. |
Face’s weiße Corvette – das Modell Chevrolet Corvette C4 aus dem Baujahr 1984 – war sein persönliches Statussymbol.
Wussten Sie schon? Im Pilotfilm (Verschollen in Mexiko) wurde „Face“ noch von dem Schauspieler Tim Dunigan dargestellt! Die Produzenten und der Sender entschieden sich dann aber, dass Dunigan im Vergleich zu den Vietnam-Veteranen Peppard und Mr. T zu jung aussah. Die Rolle wurde umgehend mit dem charismatischeren Dirk Benedict neu besetzt.
Der Sonderstatus von Murdock
Im Gegensatz zu Hannibal, B.A. und Face ist Murdock offiziell nicht auf der Flucht! Er wurde nach dem Bankraub in Vietnam in eine psychiatrische Anstalt der Veterans Administration eingewiesen. Das bedeutet, er ist zwar militärisch immer noch gesucht, aber offiziell gilt er als unzurechnungsfähig und befindet sich in staatlicher Obhut. Das A-Team muss ihn daher vor jedem Einsatz aus der Anstalt herausholen – was durch die genialen Tricks von Face oder Hannibal oft auf spektakuläre Weise gelingt – und ihn am Ende wieder zurückbringen, wenn sie ihn nicht mehr brauchen. Dies erklärt, warum er der einzige ist, der nicht ständig von der Militärpolizei gejagt wird.
Das Unrecht: Die komplette Fluchtursache
Worum ging es beim A-Team in seiner Ausführlichkeit?
Die Männer waren eine Elite-Spezialeinheit. Im Jahr 1972 erhielten sie von Colonel Morrison einen streng geheimen Auftrag: den Raub der Bank von Hanoi, um amerikanische Druckplatten für Dollarnoten zurückzuholen. Sie erfüllten den Auftrag heldenhaft. Das Problem: Der Vietnamkrieg war inoffiziell beendet, kurz bevor sie zurückkehrten. Ihr Auftraggeber wurde getötet. Da der Befehl nur mündlich erteilt wurde, gab es keine offiziellen Beweise für ihre Rechtfertigung. Ohne Papiere wurden die vier des Mordes an einem Offizier und des Bankraubes angeklagt und zu Unrecht verurteilt. Sie brachen aus und tauchten in Los Angeles unter.
Die Jagd: Die Armee-Verfolger
Das A-Team wurde ständig von der Militärpolizei (MP) gejagt.
- Colonel Lynch (William Lucking): Der ursprüngliche, aber eher glücklose Verfolger der ersten Staffel.
- Colonel Roderick Decker (Lance LeGault): Ab Staffel 2 der rigorose und militärisch korrekte Jäger. Er war dem A-Team deutlich gefährlicher und wurde meist von Captain Crane (Carl Franklin) begleitet.
- General Harlan „Bull“ Fulbright (Jack Ging): Ein weiterer Verfolger, der das Team später jagte.
Die Ironie: Das Team wird zwar von den Offizieren wie Lynch und Decker gejagt, aber nur selten kam in den actiongeladenen Kampfszenen wirklich jemand zu Schaden.
Interne Kontroversen und der Streit um Ruhm und Geld
Hinter der Kamera tobte der legendäre Streit zwischen George Peppard (Hannibal), dem etablierten Hollywood-Star, und Mr. T (B.A.), dem aufstrebenden Publikumsliebling aus Rocky III.
- Der Kern des Streits: Peppard, der sich als ernsthafter Schauspieler sah, konnte es nicht verkraften, dass Mr. T aufgrund seiner Popularität deutlich mehr Fanpost erhielt und höher bezahlt wurde. Peppard weigerte sich, direkt mit Mr. T zu sprechen und benutzte die Kollegen als Mittelsmänner.
- Die Vermittler: Dirk Benedict (Face) und Dwight Schultz (Murdock) mussten immer wieder die Wogen glätten und zwischen den beiden Alphatieren vermitteln. Es war eine schwere, verpflichtende Bürde. Benedict stand sogar Mr. T bei Gagenverhandlungen bei, was die Spannungen zwischen Peppard und ihm weiter verschärfte.
Frauen am Set: Kurz, unerwünscht und das Ende der Rollen
Die weiblichen Rollen wurden schnell aus der Serie geschrieben, was auf kontroverse Weise geschah.
- Amy Allen (Melinda Culea) und ihre Nachfolgerin Tawnia Baker (Marla Heasley) wurden aus der Show geschrieben. Melinda Culea soll versucht haben, für ihre Figur Amy Allen mehr Screenzeit und mehr Dialog zu fordern, da sie das Gefühl hatte, ihre Rolle sei zu klein und diene nur dazu, das A-Team zu beauftragen. Leider stieß dieses Anliegen bei den Produzenten und ihrem Co-Star George Peppard auf Ablehnung.
- Der harte Grund: George Peppard soll den Damen unmissverständlich mitgeteilt haben, dass diese Show eine „Show für Männer“ sei und Frauen keinen Platz hätten. Die beiden Damen wurden nach kurzer Zeit ersetzt oder ihre Rolle fiel weg, weil die männlichen Hauptdarsteller keine weibliche Konkurrenz duldeten und dies hart durchsetzten.
Ausführliche Fakten zu Kultobjekten
- Hannibal’s Zigarre: Colonel John „Hannibal“ Smith rauchte einen Zigarillo, den man fälschlicherweise oft als Zigarre bezeichnete. Dabei handelte es sich um die privaten Zigarren des Darstellers George Peppard selbst (mutmaßlich Villiger Braniff No. 3).
- Mr. T’s Gold: Das gesamte Gold um B.A.s Hals war echtes Gold und das private Vermögen von Mr. T persönlich.
- Murdock und die Metallkugel: Es gab eine Anekdote (in einer Fernsehdokumentation), dass Darsteller Dwight Schultz die Idee hatte, Murdock immer eine kleine **Metallkugel** als Trostobjekt zu geben, die er oft in den Händen hielt. Dies sollte seine **Verrücktheit** unterstreichen, die in der **ZDF-Fassung** so genial rüberkam.
Die Veränderung der Fünften Staffel und General Stockwell
Die fünfte Staffel veränderte das Konzept total und kostete die Serie ihren Charme.
- Der Stockwell-Deal: Das Team wurde am Anfang gefangen genommen und vom mysteriösen General Harlan „Stockwell“ (Robert Vaughn) rekrutiert. Stockwell bot die Begnadigung an, wenn sie verdeckte Aufträge erledigten.
- Frankie Santana: Frankie „Dishpan“ Santana (Eddie Velez), ein Pyrotechniker und Hollywood-Experte, kam als fünftes Mitglied hinzu. Er sollte die Verbindung zum General halten. Dies führte dazu, dass B.A.s Rolle als Techniker und Mann fürs Grobe verdünnt wurde.
Die Serie endete, ohne dass wirklich enthüllt wurde, ob das Team am Ende offiziell begnadigt wurde und seine Freiheit wiedererlangte.
Deutsche Kulturen, Intros und Synchronisation
Der Bereich der deutschen Ausstrahlung und Synchronisation ist für viele Fans besonders wichtig und muss ausführlich betrachtet werden:
- ZDF-Synchronisation: Das ZDF kaufte die ersten Staffeln der Reihe, strahlte sie aber nicht in der richtigen chronologischen Reihenfolge aus, sondern freitags im Programm. Diese erste ZDF-Fassung wird von vielen Fans als die bessere empfunden, da die Stimmen – insbesondere die von Murdock – sein verrücktes Element genialer und authentischer übermittelten. Man merkte in dieser Fassung einfach mehr, wie viel verrückter Murdock wirklich ist, und die Stimmen der anderen Darsteller passten besser zu dem einzigartigen Team, das sie darstellen sollten.
- RTL: Der Sender strahlte die Serie später samstags nachmittags nach dem großen Comedyblock und teilweise auch sonntags aus. RTL hat das Intro sogar verändert: Sie nahmen eine Sequenz aus der späteren fünften Staffel, schnitten den Anfang heraus und fügten andere Szenen ein. Das mochte manch ein Kind besser, aber das originale Intro mit seiner ikonischen Musik ist einfach cooler.
- RTL II: Nahm zwar das Original-Intro, schnitt aber den **gesprochenen Anfangssatz** komplett heraus, was das Verständnis der Prämisse nahm.
Easter Egg: Im Original-Intro ist eine Figur aus Kampfstern Galactica (Dirk Benedicts früherer Serie) zu sehen: Ein Zylon geht im Hintergrund an Face vorbei – eine kleine, coole Anspielung!
Fazit: Die Ikonen der Serie
Zwei Elemente sind in der gesamten Serie als die wichtigsten, unveränderlichen Ikonen in Erinnerung geblieben:
- Die Fahrzeuge: B.A.s schwarzer GMC Vandura Van mit rotem Streifen und Face’s weiße Corvette C4 mit rotem Streifen waren zentrale Bestandteile der visuellen Identität der Show und ein wichtiges Element der Handlung.
- Die Flugangst-Erklärung: Übrigens lieferte der Kinofilm von 2010 nachträglich eine coole Erklärung, woher B.A.s panische Flugangst stammte – ein Fakt, den viele Fans mochten!
Trotz aller Kontroversen und Wendungen bleibt die Serie ein Meisterwerk des Pop-Kulturs der 80er Jahre.
Und darum gilt bis heute der wichtigste Satz der Fernsehgeschichte:
Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!
