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Diebstahl beim Inklusionsfest

Diebstahl beim Inklusionsfest

An ihrem Stand vor der Christuskirche werden dem Netzwerk „Cap4Free“ Lupe und Brille gestohlen. Nun ermittelt die Polizei.

Detmold. Es sollte ein Tag werden, an dem Inklusion, Miteinander und gegenseitige Hilfe gefeiert werden. Geendet hat das Inklusionsfest am Samstag, 25. April, zumindest für „Cap4Free – Das inklusive Netzwerk“ aus Lügde mit einem hohen Sachschaden und einer Anzeige. Denn: Während des Festes, das rund um den Kaiser-Wilhelm-Platz mit vielen Initiativen stattfand, kamen dem Netzwerk unter anderem zwei hochwertige Hilfsmittel für sehbehinderte Menschen abhanden. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls.

Mevludin Useinoski, 43 Jahre, hat das Netzwerk, das sich für die Unterstützung, Beratung und Vernetzung von Menschen mit Behinderung einsetzt, 2015 gegründet. Er war am Samstag selbst am Stand auf dem Vorplatz der Christuskirche. Einer seiner Kollegen bemerkte am Ende des Tages, dass eine Lupenbrille, eine Handlupe sowie eine schwarze Käppi mit Logo fehlten. „Wir durchsuchten alles, aber die Sachen waren weg.“

Auch Nachfragen bei Kirche und Fundbüro hätten keinen Erfolg gebracht. Der Schaden liege insgesamt fast im vierstelligen Bereich, die Gegenstände seien dem Netzwerk als Langzeitleihgabe vom Hersteller übergeben worden. Im Moment sei in Prüfung, ob der Schaden über seine Versicherung abgedeckt werden könne, berichtet Useinoski. Die Firma habe ihm zwar versichert, er brauche sich keine Sorgen zu machen. Fest steht aber auch: Die finanziellen Mittel, den Schaden zu ersetzen, haben Useinoski und sein Netzwerk nicht.

Viel schlimmer wiege zudem, dass Lupe und Brille nun bei Beratungen, Infoveranstaltungen und in der direkten Unterstützung von blinden und sehbehinderten Menschen fehlten, erläutert Useinoski, der selbst an einer Sehbehinderung leidet. Die Objekte vergrößerten deutlich stärker als herkömmliche Lupen und halfen beim Lesen. Einmal im Monat hat er sie etwa im Einsatz, wenn er in Lügde zum Beratungstermin lädt. Aber auch auf Messen oder Aktionstagen zeigt er sie – wie in Detmold.

Die Menschen sollten die Hilfsmittel vor Ort kennenlernen, alles durfte ausprobiert werden. „Umso erschütternder ist es für mich persönlich, dass ausgerechnet bei einer Veranstaltung, die für Menschen mit Behinderung gedacht ist, genau diese Hilfsmittel verschwunden sind.“ Seit gut einer Woche fehlten die Hilfsmittel nun. „Termine, bei denen wir Betroffenen die Sehhilfen zeigen wollten, können seitdem nur eingeschränkt stattfinden. Menschen, die auf Beratung und praktische Vorführungen angewiesen sind, können wir diese Unterstützung momentan nicht wie gewohnt anbieten.“ Für viele möge es nur eine Lupe oder eine Brille sein. „Für uns und die Betroffenen, denen wir helfen, sind es entscheidende Werkzeuge für mehr Selbstständigkeit im Alltag.“

Genau deshalb hoffe er auch, dass die Gegenstände ihren Weg zurück zum Netzwerk fänden. Er wolle an Ehrlichkeit, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein appellieren. „Es geht nicht um Schuld, nicht um Konsequenzen“, sagt Useinoski. Sondern darum, die Hilfsmittel zurückzubekommen.

Wer am 25. April zwischen 9 und 15 Uhr etwas beobachtet hat, kann sich bei der Polizei unter Tel. (05231) 6090 oder bei Mevludin Useinoski an info@cap4free.de melden.