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Fitness zum Hören retten – Helft uns, ein wichtiges Sportangebot für blinde und sehbehinderte Menschen zu erhalten

Ein zweigeteiltes Manga-Bild zum Thema Barrierefreiheit im Sport.
Auf der linken Seite spielt eine junge blinde Frau mit dunklen Haaren dynamisch Torball auf einem Sportplatz im Freien. Sie trägt Sportkleidung und kniet leicht, um den Ball zu fangen. Ein Blindenführhund sitzt aufmerksam an ihrer Seite, und im Hintergrund sind weitere blinde Menschen zu sehen, die aktiv Sport treiben.
Auf der rechten Seite steht dieselbe junge Frau mit ihrem Blindenhund enttäuscht vor der Glasfront eines modernen Fitnessstudios. An der Tür hängt ein großes Schild mit der Aufschrift Achtung! Zutritt verboten für Personen mit Assistenzhunden oder Sehbeeinträchtigung. Durch die Fensterscheiben sieht man sehende Menschen an Fitnessgeräten trainieren, während der Blinden mit dem Blindenstock der Zutritt verwehrt bleibt.

Fitness zum Hören retten – Helft uns, ein wichtiges Sportangebot für blinde und sehbehinderte Menschen zu erhalten

Sport sollte kein Privileg sein. Sport sollte allen Menschen offenstehen – auch blinden und sehbehinderten Menschen.

Heute erreichte mich auf meinem Facebook-Account ein Aufruf von Layla Feßel-Quentin, einer der Mitgründerinnen von Bewegte Inklusion und des Projekts „Fitness zum Hören“. Gemeinsam mit ihrer Mutter Lydia Zoubek und weiteren Beteiligten hat sie ein Sportangebot aufgebaut, das sich ganz bewusst an blinde und sehbehinderte Menschen richtet.

Dieser Aufruf hat mich sofort beschäftigt. Denn hier geht es um viel mehr als um eine Fitness-App. Es geht um die Frage, ob blinde und sehbehinderte Menschen selbstverständlich Zugang zu Bewegung, Fitness und Sport haben können – ohne ständig vor neuen Barrieren zu stehen.

Und genau deshalb möchte ich diesen Aufruf weitergeben.

Denn das Sportangebot „Fitness zum Hören“ steht momentan vor einer schwierigen Situation. Die Förderung, mit der das Projekt aufgebaut werden konnte, ist ausgelaufen. Jetzt muss eine langfristig tragfähige Finanzierung gefunden werden. Nach Angaben der aktuellen Crowdfunding-Kampagne reicht das Geld nur noch bis Ende September. Wenn keine ausreichende Unterstützung gefunden wird, besteht die Gefahr, dass die App anschließend offline gehen muss.

Das darf nicht passieren.

Hier geht es direkt zur aktuellen Kampagne auf Startnext:

Fitness zum Hören auf Startnext unterstützen

Für viele Menschen ist Sport selbstverständlich – für blinde und sehbehinderte Menschen oft nicht

Für die meisten Menschen ist der Weg zum Sport relativ einfach. Man sucht sich ein Fitnessstudio, einen Sportverein oder einen Kurs aus, meldet sich an und beginnt mit dem Training.

Für blinde und sehbehinderte Menschen kann das ganz anders aussehen.

Fitnessstudios können schwer erreichbar sein. Sportvereine können an Orten liegen, die ohne entsprechende Infrastruktur nur schwer selbstständig erreichbar sind. Trainingsgeräte können mit Touchdisplays ausgestattet sein, die ohne visuelle Wahrnehmung kaum oder gar nicht bedienbar sind. Webseiten können nicht barrierefrei sein. Anmeldeverfahren können problematisch sein. Informationen können ausschließlich visuell vermittelt werden.

Und dann kommt noch ein ganz entscheidender Punkt hinzu: das Personal.

Was für eine sehende Person völlig selbstverständlich ist, funktioniert für einen blinden Menschen nicht automatisch.

Wenn eine Trainerin eine Übung einfach vormacht, hilft das einer blinden Person nicht weiter.

Wenn ein Trainer sagt: „Mach es genauso wie ich“, ist damit noch keine verständliche Anleitung gegeben.

Wenn ein Fitnessgerät ein Touchdisplay besitzt und alle wichtigen Informationen nur auf dem Bildschirm erscheinen, ist das Gerät möglicherweise technisch modern, aber für einen blinden Menschen trotzdem nicht selbstständig nutzbar.

Und wenn ein Online-Workout ausschließlich darauf ausgelegt ist, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen, was die Trainerin vormacht, werden blinde und sehbehinderte Menschen bereits bei der Konzeption ausgeschlossen.

Der Aktion Mensch zufolge umfasst Barrierefreiheit im Sport deshalb weit mehr als Rampen und Aufzüge. Auch kommunikative, organisatorische und soziale Barrieren können darüber entscheiden, ob Menschen an Sportangeboten teilnehmen können.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bezeichnet Barrierefreiheit ausdrücklich als Grundlage für Inklusion und weist darauf hin, dass gerade auch digitale Angebote und Informationen barrierefrei gestaltet werden müssen.

Barrierefreiheit beginnt deshalb nicht erst am Trainingsgerät.

Sie beginnt schon bei der Frage, ob ein Mensch das Angebot überhaupt finden, erreichen, verstehen und selbstständig nutzen kann.

Die Erfahrungen von Lydia Zoubek zeigen, wie groß diese Barrieren sein können

Eine der Mitgründerinnen von „Fitness zum Hören“ ist Lydia Zoubek. Sie kennt die Probleme nicht nur aus Gesprächen mit anderen Betroffenen, sondern aus eigener Erfahrung.

Lydia hat von Geburt an einen Sehrest von unter zwei Prozent.

Sie berichtet von Erfahrungen, die deutlich machen, wie schnell ein eigentlich ganz normaler Wunsch – nämlich Sport zu treiben – zu einer zusätzlichen Hürde werden kann.

In dem Aufruf zur Rettung von „Fitness zum Hören“ wird geschildert, dass Lydia nach einem Fitnesskurs von einer Trainerin gebeten wurde, nicht wiederzukommen. Die verbale Erklärung der Übungen sei zu aufwendig.

Auch bei einer Studioanmeldung erlebte sie eine problematische Situation: Sie sollte einen Vertrag unterschreiben, der sie unter bestimmten Umständen selbst für Schäden beziehungsweise Verletzungen verantwortlich gemacht hätte.

Über die Erfahrungen und die Entstehung des Projekts wurde unter anderem auch in der Frankfurter Rundschau berichtet.

Und auch der Weg zu einem Sportverein kann eine Barriere darstellen. In Lydias Fall lag ein Verein hinter einer stark befahrenen Straße, an der eine Blindenampel fehlte.

Damit wird sehr deutlich:

Die Barriere beginnt häufig lange vor dem eigentlichen Training.

Die Behinderung ist nicht immer das eigentliche Problem

Für viele Menschen mit Behinderung ist die Behinderung selbst nicht das größte Problem.

Das Problem sind die Barrieren.

Eine nicht zugängliche Internetseite.

Eine fehlende akustische Information.

Ein nicht bedienbares Touchdisplay.

Eine fehlende Orientierungsmöglichkeit.

Ein Sportverein, der nicht selbstständig erreichbar ist.

Eine Trainerin oder ein Trainer, die oder der nicht weiß, wie eine Übung ohne visuelle Demonstration erklärt werden kann.

Oder schlicht die Einstellung, dass ein Mensch mit Behinderung „zu viel Aufwand“ verursacht.

Genau diese Haltung müssen wir verändern.

Der DOSB verfolgt in seinem Strategiekonzept zur Inklusion ausdrücklich den Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“. Menschen mit Behinderungen sollen als Expertinnen und Experten in eigener Sache stärker in die Entwicklung und Umsetzung von Inklusion einbezogen werden. Zu den sieben Handlungsfeldern des DOSB gehören unter anderem Angebote, Qualifizierung, Barrierefreiheit und Zugänglichkeit, Kooperationen sowie Kommunikation und Beratung.

Mehr zum DOSB-Strategiekonzept „Nichts über uns ohne uns“

„Fitness zum Hören“ setzt genau an dieser Stelle an

Die Idee hinter „Fitness zum Hören“ ist einfach und gleichzeitig sehr wichtig:

Audio statt Bildschirm.

Die Übungen werden über Sprache erklärt. Dadurch müssen blinde und sehbehinderte Menschen nicht ständig auf einen Bildschirm schauen, um zu wissen, was als Nächstes zu tun ist.

Die offizielle Seite von Bewegte Inklusion beschreibt „Fitness zum Hören“ als vollständig auditives Fitnessangebot für blinde und sehbehinderte Menschen.

Die App bietet verschiedene Sportkategorien – vom klassischen Krafttraining über Yoga bis hin zu kurzen fünfminütigen Bewegungspausen und Entspannungseinheiten.

Hinzu kommen wöchentliche Online-Live-Kurse, in denen gemeinsam mit anderen trainiert werden kann. Erfahrene Trainerinnen und Trainer können die Ausführung begleiten, Fragen beantworten und die Gruppe motivieren.

Daneben gibt es On-Demand-Audiokurse, die pausiert und zurückgespult werden können.

Zu den genannten Bereichen gehören unter anderem:

  • Krafttraining
  • Dehnen
  • Koordination
  • Entspannung
  • Ausdauer
  • Yoga
  • kurze Bewegungspausen
  • weitere Fitness- und Trainingsangebote

Die App wird außerdem weiterentwickelt und verfügt inzwischen über zusammenhängende Audiokurse über mehrere Wochen mit einer Progressionslogik.

Alle Informationen zu „Fitness zum Hören“ auf der offiziellen Projektseite

Warum ein normales Fitnessvideo für blinde Menschen nicht automatisch funktioniert

Wir leben in einer Zeit, in der es unzählige Fitnessvideos gibt.

Auf YouTube, Instagram und anderen Plattformen findet man Training für praktisch jedes Fitnesslevel.

Doch ein Video ist in erster Linie ein visuelles Medium.

Die Trainerin macht eine Bewegung vor.

Der Trainer zeigt eine Körperhaltung.

Ein Pfeil zeigt auf eine bestimmte Körperregion.

Eine Einblendung erklärt eine Übung.

Eine Animation zeigt, wie eine Bewegung ausgeführt werden soll.

Für sehende Menschen ist das vollkommen selbstverständlich.

Für einen blinden Menschen reichen solche Informationen nicht aus.

Genau deshalb muss ein auditives Training anders aufgebaut werden.

Es muss erklären, wie man steht, wo sich die Füße befinden, wie die Arme bewegt werden, in welche Richtung der Körper geht und worauf bei der Ausführung zu achten ist.

Die Aktion Mensch beschreibt ebenfalls die Problematik herkömmlicher digitaler und ortsgebundener Sportangebote und fördert deshalb unter anderem innovative auditive Gesundheits- und Bewegungsangebote.

Das Projekt wurde gemeinsam mit blinden und sehbehinderten Menschen entwickelt

Ein besonders wichtiger Punkt ist für mich, dass „Fitness zum Hören“ nicht einfach ein Produkt ist, das irgendwo entwickelt und anschließend blinden Menschen präsentiert wurde.

Die Erfahrungen blinder und sehbehinderter Menschen sind ein zentraler Bestandteil des Projekts.

Die Geschichte von Bewegte Inklusion zeigt, wie aus persönlichen Erfahrungen von Lydia und der fachlichen Erfahrung ihrer Tochter Layla schließlich ein bundesweit ausgerichtetes digitales Angebot entstand.

Layla Feßel-Quentin bringt dabei unter anderem ihre Erfahrung aus Physiotherapie, Kursleitung und digitalen Fitness- und Gesundheitsangeboten ein.

Genau diese Verbindung ist wichtig:

Betroffenenwissen und Fachwissen gehören zusammen.

Menschen mit Behinderung sollten nicht erst am Ende gefragt werden, ob ein fertiges Produkt für sie funktioniert.

Sie sollten von Anfang an beteiligt werden.

Inklusion bedeutet nicht, dass spezielle Angebote verschwinden müssen

Manchmal wird bei Diskussionen über Inklusion die Frage gestellt:

Warum braucht es überhaupt spezielle Sportangebote für blinde und sehbehinderte Menschen?

Die Antwort ist einfach:

Weil inklusive und behinderungsspezifische Angebote kein Gegensatz sind.

Die UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 30, verlangt ausdrücklich sowohl die Förderung der Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an allgemeinen Sportangeboten als auch Möglichkeiten für behinderungsspezifische Sport- und Freizeitangebote.

Es geht also nicht darum, Menschen mit Behinderung von allgemeinen Angeboten fernzuhalten.

Im Gegenteil.

Wir brauchen allgemeine inklusive Sportangebote und spezialisierte Angebote.

Ein Mensch kann über ein spezielles barrierefreies Angebot überhaupt erst den Zugang zum Sport finden und später vielleicht ein anderes inklusives Angebot nutzen.

Oder er möchte dauerhaft ein spezialisiertes Angebot nutzen.

Auch das muss möglich sein.

Es gibt bereits viele Sportangebote für blinde und sehbehinderte Menschen

Und genau deshalb möchte ich auch ausdrücklich auf die vielen anderen Sportarten hinweisen, die bereits existieren.

Wir haben beispielsweise:

  • Blindenfußball
  • Goalball
  • Torball
  • Showdown beziehungsweise Tischball
  • Blindentennis beziehungsweise Tennis für blinde und sehbehinderte Menschen
  • Tandemfahren
  • Laufen
  • Schwimmen
  • Gymnastik
  • Klettern
  • Wandern
  • Schach
  • Kegeln
  • Schießen
  • Skat
  • Kampfsport und Selbstverteidigung
  • Bogenschießen
  • akustisches Dart
  • Paddeln
  • Drachenbootfahren
  • und weitere Sportarten.

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) gibt einen sehr guten Überblick über die große Bandbreite des Sports für blinde und sehbehinderte Menschen.

Dort werden unter anderem Blindenfußball, Kegeln, Klettern, Laufen, Schach, Schießen, Showdown, Skat, Tandemfahren, Tennis, Torball und Wandern vorgestellt. Der DBSV verweist darüber hinaus auf weitere Sportmöglichkeiten wie Bogenschießen, akustisches Dart, Paddeln, Drachenbootfahren und verschiedene andere Aktivitäten.

Blindenfußball zeigt eindrucksvoll, was möglich ist

Blindenfußball ist inzwischen eine der bekanntesten Sportarten für blinde und sehbehinderte Menschen.

Beim internationalen Blindenfußball treten blinde Spieler der Startklasse B1 an. In Deutschland können im Rahmen der Deutschen Blindenfußball-Bundesliga auch B2- und B3-Sportler als Feldspieler zugelassen sein. Feldspieler tragen dabei Augenbinden beziehungsweise entsprechende Augenabdeckungen. Der Torwart kann sehend oder sehbehindert sein.

Eine Besonderheit ist die akustische Kommunikation. Die Spieler müssen sich auf ihr Gehör verlassen. Der Ball erzeugt Geräusche und die Spieler rufen beispielsweise „Voy“, wenn sie sich dem Ball nähern.

Der DBSV erklärt die Regeln und Besonderheiten des Blindenfußballs ausführlich.

Blindenfußball zeigt damit sehr deutlich:

Blindheit bedeutet nicht, dass Sport unmöglich ist.

Sport muss lediglich entsprechend gestaltet werden.

Goalball – ein inklusiver Mannschaftssport mit Klingelball

Auch Goalball ist ein beeindruckendes Beispiel.

Goalball wurde ursprünglich für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt. Zwei Mannschaften versuchen, einen mit Klingeln ausgestatteten Ball in das gegnerische Tor zu werfen, während die gegnerische Mannschaft den Ball mit dem eigenen Körper abzuwehren versucht.

Alle Spieler tragen lichtundurchlässige Dunkelbrillen, sodass unterschiedliche Sehfähigkeiten ausgeglichen werden.

Der Deutsche Behindertensportverband beschreibt Goalball als inklusiven Mannschaftssport für blinde und sehbehinderte Sportlerinnen und Sportler.

Torball – wenn das Gehör die Augen ersetzt

Auch Torball ist ein speziell für blinde und sehbehinderte Sportler entwickeltes Ballspiel.

Beim Torball wird mit einem hörbaren Ball gespielt. Die Spieler sind auf ihr Gehör angewiesen. Ein Ball mit integrierten Metallringen erzeugt Geräusche, sodass die Spieler seine Bewegung akustisch wahrnehmen können.

Der DBSV beschreibt Torball ausführlich und erklärt, wie das Gehör bei dieser Sportart die Orientierung unterstützt.

Showdown – Tischball beziehungsweise Blindentischtennis

Auch Showdown ist eine faszinierende Sportart.

Showdown wird häufig als Tischball oder Blindentischtennis bezeichnet. Zwei Spieler stehen sich an einer speziellen Tischplatte gegenüber. Der Ball erzeugt ein deutlich hörbares Geräusch und wird unter einer Mittelbande gespielt.

Die Spieler orientieren sich dabei wesentlich über ihr Gehör.

Der DBSV erklärt die Regeln von Showdown und stellt weitere Informationen zur Sportart zur Verfügung.

Tennis für blinde und sehbehinderte Menschen

Auch Tennis ist möglich.

Der DBSV weist ausdrücklich darauf hin, dass sehende, sehbehinderte und blinde Spielerinnen und Spieler Tennis spielen können.

Das zeigt einmal mehr, dass eine Sportart nicht automatisch unzugänglich wird, nur weil ein Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht oder nur eingeschränkt sehen kann.

Regeln, Materialien und Trainingsmethoden können angepasst werden, sodass Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen gemeinsam Sport treiben können.

Der DBSV führt Tennis und zahlreiche weitere Sportarten in seiner Übersicht auf.

Auch viele andere Sportarten sind möglich

Der DBSV zeigt mit seiner Sportübersicht, wie groß die Vielfalt tatsächlich ist.

Blinde und sehbehinderte Menschen können beispielsweise Tandem fahren, laufen, schwimmen, wandern, klettern, kegeln, Schach spielen, schießen, Skat spielen oder Selbstverteidigung trainieren.

Darüber hinaus werden unter anderem Bogenschießen, akustisches Dart, Paddeln und Drachenbootfahren vorgestellt.

In der DBSV-Broschüre „Fit auch mit Sehbehinderung“ werden sogar anspruchsvollere Sportarten beschrieben, darunter Reiten, Skifahren, Segeln, Klettern, Tandem-Gleitschirmfliegen und Wildwasserpaddeln.

DBSV-Broschüre „Fit auch mit Sehbehinderung“ als PDF

Das zeigt eindrucksvoll, wie falsch die Vorstellung ist, blinde Menschen könnten keinen Sport treiben.

Die Möglichkeiten sind da.

Was häufig fehlt, sind zugängliche Informationen, geeignete Rahmenbedingungen, geschultes Personal und die Bereitschaft, Barrieren abzubauen.

Der Deutsche Behindertensportverband zeigt ebenfalls die Vielfalt des Sports

Auch der Deutsche Behindertensportverband führt zahlreiche Sportarten auf, in denen blinde und sehbeeinträchtigte Athletinnen und Athleten aktiv sein können.

Dazu gehören unter anderem:

  • Para Schwimmen
  • Para Leichtathletik
  • Blindenfußball
  • Para Judo
  • Goalball
  • Para Rudern
  • Para Dressursport
  • Para Radsport
  • Para Triathlon
  • verschiedene Wintersportarten

Der Verband weist gleichzeitig darauf hin, dass nicht jede Sportart für jede Beeinträchtigungsart geöffnet ist. Das ist ein weiterer Grund dafür, warum eine vielfältige Sportlandschaft notwendig ist.

So wie jeder Mensch verschieden ist, muss auch das Sportangebot verschieden bleiben

Genau das ist für mich einer der wichtigsten Punkte.

Sport ist nicht für jeden Menschen dasselbe.

Der eine möchte Fußball spielen.

Die andere möchte Tennis spielen.

Jemand möchte Goalball ausprobieren.

Eine andere Person möchte Torball spielen.

Jemand möchte laufen.

Eine andere Person möchte schwimmen.

Jemand möchte Krafttraining machen.

Eine weitere Person möchte Yoga ausprobieren.

Manche möchten gemeinsam mit anderen trainieren.

Andere möchten lieber allein trainieren.

Manche möchten jeden Tag Sport machen.

Andere vielleicht nur einmal in der Woche.

Und manche Menschen möchten überhaupt keinen Sport machen.

Auch das ist völlig in Ordnung.

Sport ist kein Zwang.

Aber wenn jemand Sport machen möchte, dann muss er oder sie auch die Möglichkeit dazu bekommen.

Genau deshalb dürfen Sportangebote nicht immer weiter reduziert werden.

Wir brauchen mehr Möglichkeiten, nicht weniger.

Sport ist mehr als Bewegung

Sport bedeutet nicht nur Muskelaufbau oder Kalorienverbrauch.

Sport kann Gesundheit fördern.

Sport kann Beweglichkeit und Koordination verbessern.

Sport kann Kraft und Ausdauer stärken.

Sport kann Selbstvertrauen geben.

Sport kann soziale Kontakte schaffen.

Sport kann Gemeinschaft ermöglichen.

Sport kann helfen, Stress abzubauen.

Sport kann Menschen zusammenbringen.

Der DOSB beschreibt Sport als wichtigen Motor für Begegnung, Mobilität, körperliches und psychisches Wohlbefinden sowie Selbstbewusstsein.

Auch die Aktion Mensch nennt Gesundheit, Gemeinschaft, Selbstvertrauen und den Abbau von Berührungsängsten als wichtige Gründe für inklusiven Sport.

Sport ist ein Teil gesellschaftlicher Teilhabe

Sport ist deshalb nicht nur eine Freizeitbeschäftigung.

Sport ist auch gesellschaftliche Teilhabe.

Menschen lernen andere Menschen kennen.

Sie erleben gemeinsame Erfolge.

Sie werden Teil einer Mannschaft oder einer Trainingsgruppe.

Sie können Freundschaften schließen.

Sie können Selbstvertrauen entwickeln.

Und sie können erleben, dass ihre Behinderung nicht im Mittelpunkt steht.

Genau deshalb ist der Zugang zu Sport ein wichtiges Inklusionsthema.

Der DOSB stellt ausdrücklich heraus, dass Menschen mit und ohne Behinderung selbstbestimmt, gleichberechtigt und gleichwertig am Sport teilnehmen sollen.

Die UN-Behindertenrechtskonvention macht Sport zur Frage der gleichberechtigten Teilhabe

Das Thema ist auch international rechtlich verankert.

Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention befasst sich ausdrücklich mit der Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an kulturellem Leben, Erholung, Freizeit und Sport.

Die Vertragsstaaten sollen die Teilnahme von Menschen mit Behinderungen an allgemeinen Sportangeboten fördern. Gleichzeitig sollen Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit erhalten, behinderungsspezifische Sport- und Freizeitangebote zu organisieren, zu entwickeln und daran teilzunehmen.

Außerdem sollen Menschen mit Behinderungen Zugang zu Sportstätten und den entsprechenden Angeboten erhalten.

Artikel 30 der UN-Behindertenrechtskonvention – Sport und Freizeit

Damit wird deutlich: Es geht nicht um ein freiwilliges Extra.

Es geht um gleichberechtigte Teilhabe.

Inklusion und spezielle Angebote gehören zusammen

Deshalb halte ich es für falsch, inklusive und spezielle Sportangebote gegeneinander auszuspielen.

Wir brauchen beides.

Ein inklusives Fitnessstudio ist gut.

Ein Sportverein, in dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam trainieren, ist gut.

Eine inklusive Sportveranstaltung ist gut.

Aber wenn ein Mensch aufgrund seiner Sehbehinderung in einem allgemeinen Angebot trotzdem keine geeignete Möglichkeit findet, muss es weitere Lösungen geben.

Ein spezialisiertes Angebot ist deshalb kein Gegensatz zur Inklusion.

Es kann ein wichtiger Baustein der Inklusion sein.

Auch die Inklusionsstrategie des DOSB macht deutlich, dass sowohl gemeinsame Sportangebote als auch Barrierefreiheit, Qualifizierung und zugängliche Strukturen weiter ausgebaut werden müssen.

Barrierefreiheit muss von Anfang an mitgedacht werden

Wenn wir über Barrierefreiheit sprechen, denken viele Menschen zunächst an Rollstuhlrampen.

Natürlich sind Rampen und Aufzüge wichtig.

Aber für blinde und sehbehinderte Menschen gibt es andere Barrieren.

Dazu gehören beispielsweise:

  • nicht zugängliche Webseiten,
  • nicht barrierefreie Apps,
  • nicht bedienbare Touchscreens,
  • fehlende akustische Informationen,
  • fehlende Orientierungsmöglichkeiten,
  • mangelnde Kontraste für Menschen mit Restsehvermögen,
  • fehlende taktile Orientierung,
  • nicht geschultes Personal,
  • fehlende Informationen über barrierefreie Zugänge,
  • schlecht erreichbare Sportstätten,
  • fehlende Begleit- oder Unterstützungsangebote und
  • Trainingsanweisungen, die ausschließlich visuell funktionieren.

Der DOSB erläutert die verschiedenen Dimensionen der Barrierefreiheit im Sport und weist unter anderem auf digitale Barrierefreiheit, Orientierung und zugängliche Informationen hin.

Das bedeutet:

Barrierefreiheit ist nicht nur eine Rampe.

Barrierefreiheit bedeutet, dass ein Mensch ein Angebot tatsächlich nutzen kann.

Auch digitale Barrierefreiheit gehört heute zum Sport

Sport findet längst nicht mehr ausschließlich auf dem Sportplatz statt.

Fitness-Apps, Onlinekurse, Trainingsvideos, digitale Trainingspläne, Smartwatches und andere digitale Angebote spielen eine immer größere Rolle.

Wenn diese Angebote nicht barrierefrei sind, entstehen neue digitale Barrieren.

Gerade für blinde und sehbehinderte Menschen ist es deshalb wichtig, dass Informationen nicht ausschließlich visuell vermittelt werden.

Die digitale Ausrichtung von „Bewegte Inklusion“ setzt genau hier an: Audio statt Bildschirm.

Das kann nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen interessant sein. Auch sehende Menschen können davon profitieren, beim Training nicht ständig auf einen Bildschirm schauen zu müssen.

Die offizielle Projektseite beschreibt beispielsweise, dass auch sehende Nutzerinnen und Nutzer Audiofitness für sich entdecken, weil sie beim Sport weniger Bildschirmzeit haben möchten.

Mehr über die Entwicklung von Bewegte Inklusion und „Fitness zum Hören“

Die Förderung durch Aktion Mensch war für den Aufbau entscheidend

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Rolle der Aktion Mensch.

„Fitness zum Hören“ war ursprünglich ein von der Aktion Mensch gefördertes Projekt. Diese Förderung hat den Aufbau des Angebots ermöglicht.

Die Aktion Mensch fördert grundsätzlich zahlreiche Projekte, die Barrieren abbauen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Auch im Sport unterstützt die Aktion Mensch Projekte für mehr Inklusion.

Auf ihrer Themenseite zum inklusiven Sport beschreibt die Organisation Sport ausdrücklich als wichtigen Bereich für Begegnung und Teilhabe.

Aktion Mensch: Inklusion im Sport

Die Aktion Mensch zeigt außerdem auf, dass inklusive Sportangebote noch längst keine Selbstverständlichkeit sind und dass Vereine, Verbände und Sportstätten weiterhin Unterstützung benötigen.

Auch die Förderung von „Fitness zum Hören“ passt in diesen größeren Zusammenhang: Es geht darum, neue und barrierearme Wege zu schaffen, damit Menschen mit Behinderungen Sport treiben können.

Aus „Fitness zum Hören“ sind weitere Ideen entstanden

Das Projekt ist inzwischen sogar über die ursprüngliche Fitness-App hinausgewachsen.

Bewegte Inklusion arbeitet unter anderem an digitalen Präventionsangeboten für blinde und sehbehinderte Menschen.

Ein entsprechendes Projekt ist „Prävention zum Hören“. Dabei handelt es sich um einen digitalen Präventionskurs, der sich auf Bewegung und Gesundheitsförderung konzentriert.

Die Aktion Mensch beschreibt dieses Folgeprojekt und seine Förderung ausführlich.

Auch die offizielle Seite von Bewegte Inklusion informiert über den Präventionskurs und dessen Ablauf.

Das zeigt, dass aus der ursprünglichen Idee inzwischen weitere Angebote entstehen können.

Und genau deshalb wäre es besonders schade, wenn die Grundlage dieses Projekts jetzt wegfallen würde.

Warum darf ein solches Projekt nicht einfach nach der Förderung verschwinden?

Eine Förderung kann der Startpunkt eines Projekts sein.

Sie ermöglicht Personal, Technik, Entwicklung, Inhalte, Erprobung und Öffentlichkeitsarbeit.

Aber nach dem Ende einer Förderung muss ein Projekt häufig erst eine nachhaltige Finanzierungsstruktur aufbauen.

Genau an diesem Punkt befindet sich „Fitness zum Hören“.

Nach Angaben der aktuellen Kampagne werden kurzfristig rund 10.000 Euro pro Monat benötigt. Auf der Kampagnenseite wird als erstes Etappenziel ein Betrag von 10.760 Euro genannt. Zunächst soll die Finanzierung für den Oktober gesichert werden. Danach sollen weitere Etappenziele für die folgenden Monate aufgebaut werden.

Aktuelle Zahlen und Finanzierungsziele auf Startnext

Das langfristige Ziel ist dabei nicht, für immer auf Crowdfunding angewiesen zu sein.

Vielmehr soll mit der Unterstützung Zeit gewonnen werden, damit das Projekt selbsttragender werden kann.

Wie kann das Projekt langfristig finanziert werden?

Die Initiatorinnen nennen verschiedene Möglichkeiten.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Mitgliedschaften in der App,
  • regelmäßige und planbare Einnahmen,
  • Unternehmenskooperationen,
  • Corporate-Social-Responsibility-Kooperationen,
  • Angebote im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement,
  • Sensibilisierungs- und Fitnessevents,
  • App-Zugänge für Unternehmen,
  • Online-Livekurse,
  • Unternehmensspenden,
  • fachliche Unterstützung und
  • die Weiterverbreitung des Projekts.

Das Prinzip dahinter ist sinnvoll: Je mehr regelmäßige Einnahmen über Mitgliedschaften und Kooperationen erzielt werden können, desto weniger muss anschließend über Crowdfunding finanziert werden.

Die Kampagne beschreibt beispielsweise, dass zusätzliche Mitgliedschaften oder Unternehmenskooperationen den Finanzierungsbedarf der nächsten Etappe reduzieren können.

Auch Unternehmen können helfen

Gerade Unternehmen sollten sich dieses Projekt genauer ansehen.

Inklusion ist nicht nur Aufgabe von Sportvereinen oder Behindertenverbänden.

Unternehmen können ebenfalls einen wichtigen Beitrag leisten.

Eine Zusammenarbeit kann beispielsweise über Corporate Social Responsibility oder Betriebliches Gesundheitsmanagement erfolgen.

Unternehmen könnten App-Zugänge finanzieren, Livekurse anbieten, Sensibilisierungsveranstaltungen unterstützen oder das Projekt durch eine Spende fördern.

Damit würde nicht einfach irgendein Fitnessangebot unterstützt.

Es würde ein Projekt unterstützt, das eine konkrete gesellschaftliche Barriere abbaut.

Wir dürfen Sportangebote nicht gegeneinander ausspielen

Wenn jetzt jemand sagt:

„Aber es gibt doch schon Blindenfußball, Goalball, Torball, Tennis und andere Sportarten.“

Dann lautet meine Antwort:

Ja – und das ist gut so.

Aber gerade deshalb sollten wir noch mehr Möglichkeiten schaffen.

Ein vorhandenes Angebot ist kein Grund dafür, ein anderes Angebot abzuschaffen.

Wenn ein Mensch Blindenfußball liebt, soll er Blindenfußball spielen.

Wenn jemand Goalball liebt, soll er Goalball spielen.

Wenn jemand Tennis spielen möchte, soll er Tennis spielen.

Wenn jemand Torball oder Showdown ausprobieren möchte, soll er das tun.

Wenn jemand laufen, schwimmen, wandern oder Tandem fahren möchte, soll er dafür Möglichkeiten finden.

Und wenn jemand zu Hause mit einer auditiven Fitness-App trainieren möchte, dann sollte auch das möglich sein.

Die Sportlandschaft muss vielfältig bleiben.

Sport darf kein Zwang sein – aber Sport muss möglich sein

Mir ist dabei wichtig, auch das klarzustellen:

Sport ist kein Zwang.

Nicht jeder Mensch möchte Sport treiben.

Nicht jeder Mensch möchte regelmäßig trainieren.

Nicht jeder Mensch hat die gleichen körperlichen Voraussetzungen.

Und das ist völlig in Ordnung.

Aber wer Sport machen möchte, sollte auch die Möglichkeit dazu bekommen.

Der eine macht sehr viel Sport.

Der andere nur wenig.

Der eine möchte Mannschaftssport.

Der andere trainiert lieber alleine.

Der eine möchte draußen Sport treiben.

Der andere möchte zu Hause trainieren.

So wie jeder Mensch verschieden ist, muss auch das Sportangebot verschieden bleiben.

Inklusive Sportangebote können viele Menschen zusammenbringen

Natürlich wäre es wünschenswert, dass noch viel mehr Sportangebote von Anfang an inklusiv gestaltet werden.

Menschen mit und ohne Behinderung können gemeinsam Sport treiben.

Das kann Vorurteile abbauen und Begegnungen schaffen.

Der DOSB beschreibt genau diesen Ansatz: Bewegung, Spiel und Sport eignen sich besonders gut, um das gegenseitige Kennenlernen und das gemeinsame Handeln von Menschen mit und ohne Behinderung zu fördern.

DOSB: Umsetzung der Inklusion im und durch Sport

Auch der Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen betont in seinen Leitlinien, dass Inklusion selbstbestimmte, gleichberechtigte und gleichwertige Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen soll. Gleichzeitig schließt Inklusion ausdrücklich behinderungsspezifische Wahlmöglichkeiten nicht aus.

Inklusion funktioniert nur, wenn Betroffene beteiligt werden

Ein weiterer Punkt ist mir besonders wichtig:

Wir dürfen nicht über Menschen mit Behinderung entscheiden, ohne sie einzubeziehen.

Menschen mit Behinderung wissen selbst am besten, wo Barrieren entstehen.

Der Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ ist deshalb nicht nur ein schöner Satz.

Er sollte Grundlage der praktischen Arbeit sein.

Der DOSB hat diesen Grundsatz in seiner Inklusionsstrategie ausdrücklich aufgegriffen und fordert eine stärkere Einbeziehung der Expertise von Menschen mit Behinderungen.

Mehr zum Grundsatz „Nichts über uns ohne uns“ beim DOSB

Was können wir jetzt konkret tun?

Die wichtigste Frage ist jetzt:

Wie können wir helfen?

Es gibt mehrere Möglichkeiten.

Erstens: Wer finanziell helfen kann, kann die Crowdfunding-Kampagne unterstützen.

Zweitens: Wer selbst die App nutzen möchte, kann sich über eine Mitgliedschaft informieren.

Drittens: Wer keine finanzielle Möglichkeit hat, kann den Beitrag teilen.

Viertens: Wer Unternehmen kennt, kann diese auf das Projekt aufmerksam machen.

Fünftens: Sportvereine und Verbände können über Kooperationen nachdenken.

Sechstens: Menschen mit Fachwissen aus Sport, Physiotherapie, Technik, Barrierefreiheit, Kommunikation oder Unternehmenskooperationen können sich einbringen.

Siebtens: Jeder kann anderen Menschen von „Fitness zum Hören“ erzählen.

Die Kampagne selbst bittet ausdrücklich darum, das Projekt weiterzuverbreiten.

Hier geht es direkt zur Startnext-Kampagne

Auch wir von Cap4Free wollen unseren Teil beitragen

Auch wir vom Cap4Free – Das inklusive Netzwerk wollen unser Bestes tun, um dieses Projekt zu unterstützen und bekannter zu machen.

Wir möchten auf dieses Angebot aufmerksam machen.

Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen davon erfahren.

Und wir möchten dazu beitragen, dass ein Projekt, das für blinde und sehbehinderte Menschen einen konkreten Nutzen bietet, nicht einfach verschwindet.

Wir können nicht alleine die Finanzierung eines solchen Projekts sichern.

Aber wir können unsere Möglichkeiten nutzen.

Wir können darüber berichten.

Wir können die Kampagne weitergeben.

Wir können Menschen darauf aufmerksam machen.

Und vielleicht erreicht dieser Beitrag genau den Menschen, der helfen kann.

Vielleicht erreicht er ein Unternehmen.

Vielleicht einen Sportverein.

Vielleicht einen Verband.

Vielleicht eine Stiftung.

Vielleicht eine Person aus dem Sportbereich.

Vielleicht eine blinde oder sehbehinderte Person, die bisher noch nichts von „Fitness zum Hören“ wusste.

Und vielleicht erreicht er genau jemanden, der die entscheidende Verbindung herstellen kann.

Wir brauchen nicht weniger Sportangebote – wir brauchen mehr

Das ist für mich die wichtigste Botschaft.

Wir dürfen nicht zulassen, dass ein Angebot verschwindet, nur weil es bereits andere Angebote gibt.

Wir sollten nicht sagen:

„Es gibt doch schon Sport für blinde Menschen.“

Natürlich gibt es Sport.

Aber die Frage ist:

Gibt es genügend unterschiedliche Möglichkeiten für unterschiedliche Menschen?

Die Antwort darauf lautet eindeutig: Wir brauchen weiterhin mehr Möglichkeiten.

Der DOSB betont ebenfalls, dass mehr Menschen mit Behinderungen Sport treiben können sollen und dass Sportangebote barrierefrei und zugänglich gestaltet werden müssen.

Wenn ein Angebot Menschen hilft, darf es nicht einfach verschwinden

Genau deshalb dürfen wir nicht einfach zuschauen.

Wenn ein Angebot Menschen hilft, Sport zu treiben, die bisher vor erheblichen Barrieren standen, dann sollten wir froh sein, dass es dieses Angebot gibt.

Wenn ein solches Projekt nach einer Förderphase vor finanziellen Schwierigkeiten steht, sollte die Gesellschaft darüber sprechen, wie solche Projekte langfristig gesichert werden können.

Es geht nicht darum, jedes Projekt für immer staatlich zu finanzieren.

Es geht darum, erfolgreichen Projekten die Chance zu geben, nachhaltige Strukturen aufzubauen.

Genau diese Zeit braucht „Fitness zum Hören“ jetzt.

Fazit: Fitness sollte kein Privileg sein

Am Ende geht es bei „Fitness zum Hören“ um sehr viel mehr als um eine App.

Es geht um Zugang.

Es geht um Selbstbestimmung.

Es geht um Bewegung.

Es geht um Gesundheit.

Es geht um Gemeinschaft.

Es geht um digitale Barrierefreiheit.

Und es geht um die Frage, ob blinde und sehbehinderte Menschen selbstverständlich am Sport teilnehmen können.

Wir haben heute bereits viele großartige Sportangebote.

Blindenfußball.

Goalball.

Torball.

Showdown.

Tennis.

Tandemfahren.

Laufen.

Schwimmen.

Gymnastik.

Klettern.

Wandern.

Schach.

Kegeln.

Schießen.

Selbstverteidigung.

Bogenschießen.

Akustisches Dart.

Drachenbootfahren.

Paddeln.

Und noch vieles mehr.

Diese Vielfalt ist großartig.

Aber gerade deshalb dürfen wir nicht anfangen, Möglichkeiten wieder abzubauen.

Wenn ein neues Angebot entsteht, das Menschen erreicht, die mit klassischen Sportangeboten Schwierigkeiten haben, dann sollten wir froh sein.

Wenn dieses Angebot nach einer erfolgreichen Förderphase vor dem Aus steht, sollten wir nicht einfach wegsehen.

Wir sollten gemeinsam überlegen, wie es weitergehen kann.

So wie jeder Mensch verschieden ist, muss auch das Sportangebot verschieden bleiben.

Nicht jeder möchte Fußball spielen.

Nicht jeder möchte Tennis spielen.

Nicht jeder möchte Goalball spielen.

Nicht jeder möchte in einem Fitnessstudio trainieren.

Nicht jeder möchte in einem Verein trainieren.

Nicht jeder möchte überhaupt Sport machen.

Aber jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden.

Das ist Teilhabe.

Sport darf kein Privileg sein.

Barrierefreiheit darf kein Luxus sein.

Inklusion darf nicht nur auf dem Papier stattfinden.

Und ein Projekt, das Menschen einen neuen Zugang zu Bewegung ermöglicht, sollte nicht einfach verschwinden, nur weil eine Förderphase endet.

Die Aktion Mensch hat mit ihrer Förderung dazu beigetragen, dass „Fitness zum Hören“ aufgebaut werden konnte. Jetzt braucht das Projekt Unterstützung, um eine langfristige und nachhaltige Perspektive aufzubauen.

Deshalb unser Appell:

Unterstützt „Fitness zum Hören“.

Teilt die Kampagne.

Sprecht darüber.

Macht Unternehmen darauf aufmerksam.

Macht Sportvereine und Verbände darauf aufmerksam.

Erzählt blinden und sehbehinderten Menschen davon.

Unterstützt das Projekt, wenn ihr könnt.

Denn manchmal beginnt Veränderung mit einem einzigen Beitrag.

Manchmal mit einer einzigen Weiterleitung.

Manchmal mit einem Kontakt.

Und manchmal mit einem Menschen, der sagt:

Dieses Angebot ist wichtig. Wir dürfen es nicht verschwinden lassen.

Genau dafür möchten wir uns einsetzen.

Für mehr Sportangebote.

Für mehr Barrierefreiheit.

Für mehr Selbstbestimmung.

Für mehr Inklusion.

Und vor allem:

Damit blinde und sehbehinderte Menschen nicht ausgeschlossen werden, sondern selbstverständlich dazugehören können.

Fitness sollte kein Privileg sein.

Sport muss für alle da sein.

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