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BlindShell Classic 3

Manga-Comic-Strip: Blind-Phone & Modernes Smartphone
Dieser einseitige Manga-Comic ist in einem klaren, modernen Anime-Stil gezeichnet und besteht aus sechs Panels, die eine fortlaufende Geschichte erzählen. Die Handlung dreht sich um Anna, eine junge blinde Frau, und ihren Freund Ben. Anna hat blonde Haare und trägt einen blauen Blazer und eine Umhängetasche. Ben hat braune Haare und trägt einen grauen Kapuzenpullover. Der gesamte Text im Comic ist auf Deutsch.
Handlung und Panel-Beschreibung:
Panel 1 (oben links): Der Titel "BLIND-PHONE & MODERNES SMARTPHONE" steht über dem Panel. Anna und Ben gehen eine belebte Einkaufsstraße entlang. Anna hält einen weißen Blindenstock in der rechten Hand und ihr spezielles Telefon in der linken. Ben hält ein modernes Touchscreen-Smartphone.
Ben: "Wow, Anna, dein neues Telefon sieht echt anders aus!"
Anna: "Ja, Ben! Das ist mein Spezial-Smartphone für Blinde!"
Panel 2 (oben Mitte): Eine Nahaufnahme zeigt beide Telefone im Vergleich. Auf der linken Seite Bens modernes Touchscreen-Smartphone mit verschiedenen App-Symbolen (Instagram, Maps, E-Mail). Die Hand tippt mit einem "Tap"-Soundeffekt darauf. Auf der rechten Seite Annas spezielles "Blind-Phone", das robust aussieht und eine physische Tastenklaviatur hat. Das Display zeigt den Text "ANRUFEN...". Soundeffekte "Klick!" und "Klick!" sind zu sehen.
Panel 3 (oben rechts): Eine Nahaufnahme von Ben, der sein Smartphone benutzt. Er scrollt enthusiastisch auf dem Bildschirm.
Ben: "Auf meinem Wisch-Handy geht alles über Apps und Touch. Das ist schnell! Mails, Musik, Spiele, Fotos..."
Panel 4 (unten links): Eine Nahaufnahme von Anna, die lächelt. Sie drückt Tasten auf ihrem Blind-Phone. Die Tasten sind gut fühlbar. Eine gestrichelte Sprechblase deutet Sprachausgabe an.
Anna: "Meins hat Tasten! Ich fühle, wo was ist. Und es spricht zu mir!"
Sprachausgabe (aus dem Telefon): "VOICE [ANRUFE] [KONTAKTE] [NACHRICHTEN]..."
Panel 5 (unten Mitte): Anna sitzt in einem Bus, die Augen sind geschlossen, während sie Ohrhörer trägt und ihr Telefon benutzt. Sie drückt eine Taste auf dem Telefon. Der Soundeffekt "Klick!" wird angezeigt. Andere Fahrgäste sitzen im Hintergrund.
Anna: "Ich kann Nachrichten hören und anrufen, ohne zu sehen!"
Telefonstimme: "Neue Nachricht von Ben!"
Panel 6 (unten rechts): Anna und Ben sitzen zusammen an einem Tisch in einem gemütlichen Café und lachen. Anna hält ihr Blind-Phone, Ben seins.
Anna: "Es gibt mir Selbstständigkeit, Ben. Ich kann alles machen!"
Ben: "Wahnsinn! Das ist perfekt für dich!"

BlindShell Classic 3

Verfasst von Mevludin Useinoski

Dank eines Bekannten hatte ich die Gelegenheit, das BlindShell Classic 3 ausführlich kennenzulernen. Ich sollte das Telefon für ihn einrichten und konnte mich dadurch intensiv mit dem Gerät, seiner Bedienung und seinen Möglichkeiten beschäftigen. Dabei habe ich mir nicht nur angeschaut, wie sich das Telefon im Alltag bedienen lässt, sondern auch genauer darauf geachtet, wo die Stärken des Konzepts liegen und an welchen Stellen das Classic 3 seine Grenzen zeigt.

Das BlindShell Classic 3 ist ein ungewöhnliches Smartphone. Auf den ersten Blick erinnert es an die klassischen Tastenhandys, die man noch aus der Zeit kennt, als Nokia, Siemens und andere Hersteller den Mobilfunkmarkt mit Geräten dominierten, die vollständig über eine physische Tastatur bedient wurden. Gleichzeitig steckt im Inneren moderne Technik: Android-basierte Software, Internetzugang, WLAN, 4G, NFC, GPS, Kamera, KI-Funktionen und sogar die Möglichkeit, zusätzliche Anwendungen von Drittanbietern zu installieren.

Genau diese Kombination macht das Gerät interessant.

Denn für Menschen, die keinen Touchscreen bedienen können oder möchten und deshalb auf echte, ertastbare Tasten angewiesen sind, ist ein solches Telefon nach wie vor eine wichtige Alternative zu einem gewöhnlichen Smartphone. Das Classic 3 versucht, die einfache Bedienung eines klassischen Tastenhandys mit den Möglichkeiten eines modernen Smartphones zu verbinden.

Ich hatte bereits vor längerer Zeit Gelegenheit, das BlindShell Classic 2 zu benutzen. Deshalb war ich besonders gespannt, wie sich die dritte Generation entwickelt hat. Und genau hier wurde es für mich interessant: Das Classic 3 bringt zahlreiche Neuerungen mit, gleichzeitig gibt es aber Entscheidungen, die ich im Vergleich zum Vorgänger nicht ganz nachvollziehen kann.

Während der Einrichtung bin ich deshalb auf einige Dinge gestoßen, die mir sehr gut gefallen haben, aber auch auf Punkte, bei denen ich mich gefragt habe, warum BlindShell diesen Weg gewählt hat.

Genau darum soll es in diesem Erfahrungsbericht gehen.

Ein Tastenhandy mit moderner Technik

Das BlindShell Classic 3 möchte bewusst kein gewöhnliches Smartphone sein.

Es richtet sich vor allem an Menschen, die ein Gerät mit einer physischen Tastatur benötigen und sich mit einem klassischen Touchscreen-Smartphone nicht oder nur schwer zurechtfinden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gerät technisch altmodisch wäre.

Ganz im Gegenteil.

Im Inneren steckt wesentlich mehr Technik, als das klassische Äußere zunächst vermuten lässt. BlindShell gibt unter anderem 3 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher an. Davon stehen laut Hersteller rund 22 GB als Benutzerspeicher zur Verfügung. Zusätzlich kann eine microSD-Karte mit bis zu 128 GB eingesetzt werden.

Das Display ist 2,83 Zoll groß und besitzt eine Auflösung von 480 × 640 Pixeln. Das Telefon selbst ist 135,2 × 54,6 × 16,7 Millimeter groß und wiegt ohne Akku 100 Gramm. Dazu kommen 49 Gramm für den Akku.

Für ein Gerät dieser Bauform sind das durchaus interessante technische Daten.

Das Design erinnert an ein Nokia N95

Vom Format her erinnert mich das BlindShell Classic 3 stark an die alten Nokia-Telefone.

Wenn man das Gerät in der Hand hält, kommt dieses klassische Handygefühl wieder zurück.

Es ist ungefähr in der Größenordnung, die man von einem aufgeschobenen beziehungsweise klassischen Nokia-Gerät kennt. Oben befindet sich der Bildschirm, darunter die Bedien- und Navigationstasten und darunter wiederum die Nummerntastatur.

Gerade für Menschen, die früher lange mit Nokia-Handys gearbeitet haben, dürfte dieses Bedienkonzept sehr vertraut wirken.

Man braucht keine Wischbewegungen.

Man muss nicht auf einer glatten Glasoberfläche nach einem bestimmten Button suchen.

Stattdessen kann man die Tasten mit den Fingern ertasten.

Und genau darin liegt für mich die größte Stärke des Geräts.

Die Tasten und ihre Anordnung

Die klassische Nummerntastatur ist wie bei einem herkömmlichen Telefon aufgebaut:

1 – 2 – 3

4 – 5 – 6

7 – 8 – 9

* – 0 – #

Die 5 bildet dabei den wichtigen Orientierungspunkt in der Mitte.

Darüber befinden sich die Navigationstasten. Mit ihnen kann man sich durch die Menüs bewegen und beispielsweise nach oben, unten, links und rechts navigieren. Die mittlere Taste dient zur Auswahl beziehungsweise Bestätigung.

Hinzu kommen weitere Funktionstasten für Bestätigen, Zurück beziehungsweise Abbrechen und weitere Aufgaben.

Auch bei der Texteingabe kommt das klassische Prinzip zum Einsatz. Die Buchstaben sind wie früher auf den Zifferntasten verteilt. Wer beispielsweise auf der 2 mehrfach drückt, kann zwischen A, B und C wechseln.

Das ist für Menschen, die dieses System kennen, sehr intuitiv.

Für jemanden, der dagegen seit zehn oder fünfzehn Jahren ausschließlich eine virtuelle Smartphone-Tastatur verwendet, ist es zunächst eine echte Umstellung.

Lautstärketasten und Aktionstaste

An der Seite befinden sich die Lautstärketasten sowie eine zusätzliche Aktionstaste.

Diese Tasten sind ebenfalls ertastbar und lassen sich dadurch ohne Blick auf das Gerät bedienen.

Das ist gerade bei einem Telefon, dessen Bedienung stark auf Blindheit und Sehbehinderung ausgelegt ist, sehr wichtig.

Das Classic 3 besitzt außerdem eine SOS-Taste, die sich auf der Rückseite befindet.

Der Notfallknopf auf der Rückseite

Ein besonders wichtiges Detail befindet sich auf der Rückseite des Telefons.

Dort sitzt der SOS- beziehungsweise Notfallknopf.

Diese Taste kann mit einer Notfallfunktion beziehungsweise einem hinterlegten Kontakt verbunden werden. Im Notfall muss man dadurch nicht erst durch mehrere Menüs navigieren.

Das finde ich grundsätzlich sehr sinnvoll.

Gerade bei einem Telefon für blinde und sehbehinderte Menschen kann eine gut erreichbare physische Notfalltaste eine wichtige Funktion sein.

Man muss im Notfall nicht erst auf einem Touchscreen nach der richtigen Stelle suchen.

Man hat eine eigene Taste auf der Rückseite.

Auch das ist ein schönes Beispiel dafür, dass BlindShell nicht einfach ein normales Smartphone genommen und irgendwie mit einer Sprachausgabe versehen hat, sondern das gesamte Bedienkonzept auf eine andere Art der Nutzung auslegt.

Ein Telefon, das auch ohne Touchscreen funktioniert

Ein interessanter Punkt beim Classic 3 ist, dass zwar ein Touchscreen vorhanden ist, dieser aber nicht die Grundlage der normalen BlindShell-Bedienung darstellt.

Der Hersteller sieht den Touchscreen insbesondere für Drittanbieter-Apps vor. Die normale BlindShell-Oberfläche lässt sich weiterhin über die physischen Tasten bedienen.

Das ist für mich eine wichtige Unterscheidung.

Denn wer keinen Touchscreen bedienen kann, muss nicht plötzlich lernen, mit einer Glasoberfläche zu arbeiten.

Man kann das Telefon weiterhin über die Tasten bedienen.

Damit bleibt das eigentliche Konzept des BlindShell erhalten.

Die Inbetriebnahme: Hier wird es zunächst schwierig

Bevor man sich allerdings mit all diesen Funktionen beschäftigen kann, muss man das Gerät erst einmal in Betrieb nehmen.

Und genau hier hatte ich bereits meine erste größere Überraschung.

Die hintere Abdeckung sitzt extrem fest.

Ich hatte wirklich Schwierigkeiten, sie zu öffnen.

Gerade wenn man blind oder stark sehbehindert ist und sich beim Öffnen vollständig auf den Tastsinn verlassen muss, ist das meiner Meinung nach nicht optimal gelöst.

An der rechten unteren Ecke befindet sich eine Einkerbung.

Dort muss man ansetzen und die Abdeckung vorsichtig nach hinten weghebeln.

Das erinnert tatsächlich ein wenig daran, einen Kronkorken zu öffnen.

Wenn man das erste Klicken hört, kann man sich entlang der Kanten weiterarbeiten und die übrigen Haltenasen lösen.

Aber bis zu diesem ersten Klick zu kommen, braucht meiner Meinung nach ziemlich viel Kraft.

Man hat fast Angst, dass man das Gehäuse beschädigt.

Und gerade bei einem Gerät, dessen Akku beziehungsweise SIM-Karte zugänglich sein soll, hätte ich mir hier eine angenehmere Lösung gewünscht.

SIM-Karte und Akku

Unter der Rückabdeckung befinden sich SIM-Kartenplatz und Akku.

Das Classic 3 unterstützt Dual-Micro-SIM.

Die SIM-Karte wird unter eine Führung geschoben. Dabei muss die abgeschrägte Ecke korrekt ausgerichtet werden.

Auch der Akku besitzt eine mechanische Führung und passt nur in einer bestimmten Position in die dafür vorgesehene Mulde.

Das ist grundsätzlich gut gelöst.

Wenn man einmal verstanden hat, wie die Teile eingesetzt werden, funktioniert es.

Die größte Schwierigkeit war für mich tatsächlich nicht SIM-Karte oder Akku, sondern die extrem fest sitzende Rückabdeckung.

Der Akku

Der Akku besitzt eine Kapazität von 3000 mAh. Für ein Gerät dieser Größe ist das ordentlich.

Besonders angenehm ist die Kombination aus USB-C und Ladestation.

Damit kann man das Gerät entweder klassisch über das Kabel laden oder einfach in die Ladeschale stellen.

Der Lieferumfang ist vorbildlich

Hier muss ich BlindShell ausdrücklich loben.

Das Zubehör, das sich in der Verpackung befindet, finde ich wirklich sehr gut zusammengestellt.

Zum Lieferumfang gehören:

  • das BlindShell Classic 3,
  • der Akku,
  • ein USB-C-Ladegerät,
  • ein USB-C-Kabel,
  • Kopfhörer,
  • eine Trageschlaufe
  • und eine Ladestation.

Das ist meiner Meinung nach ein vorbildlicher Lieferumfang.

Viele Hersteller liefern inzwischen nur noch das Telefon und ein Ladekabel.

Hier bekommt man dagegen mehrere Dinge, die im Alltag tatsächlich sinnvoll sind.

Die Trageschlaufe

Besonders gut gefällt mir die lange Trageschlaufe.

Sie kann am Telefon befestigt werden, sodass man das Gerät beispielsweise um den Hals tragen kann.

Für Menschen mit Sehbehinderung kann das sehr praktisch sein.

Man muss nicht ständig in einer Tasche nach dem Telefon suchen.

Man kann es einfach umhängen und hat es griffbereit.

Das ist zwar kein spektakuläres technisches Feature, aber genau solche kleinen Details machen im Alltag einen Unterschied.

Kopfhörer gehören ebenfalls dazu

Auch Kopfhörer befinden sich in der Verpackung.

Das ist ebenfalls praktisch.

Gerade bei einem Gerät, dessen Sprachausgabe eine so wichtige Rolle spielt, finde ich es gut, dass man nicht erst zusätzlich Kopfhörer kaufen muss.

Das Classic 3 besitzt außerdem eine klassische 3,5-Millimeter-Audiobuchse.

USB-C und Ladestation

Das Gerät wird über USB-C geladen.

Zusätzlich gibt es die bereits erwähnte Ladestation.

Und diese Ladestation gefällt mir ausgesprochen gut.

Man kann das Telefon dort einfach hineinstellen.

Das erinnert fast an ein klassisches Festnetztelefon, das nach dem Gespräch wieder auf seine Basisstation gelegt wird.

Gerade für Menschen, die Probleme damit haben, einen kleinen USB-Stecker exakt in eine Buchse einzuführen, ist das eine hervorragende Lösung.

Eine Tasche hätte den Lieferumfang perfekt gemacht

Wenn ich einen Wunsch beim Zubehör frei hätte, wäre es eine Handytasche beziehungsweise Gürteltasche.

Eine solche Tasche hätte ich mir direkt im Lieferumfang gewünscht.

Man könnte das Telefon dann beispielsweise am Gürtel befestigen und hätte es jederzeit griffbereit.

Natürlich kann man entsprechendes Zubehör separat kaufen.

Trotzdem finde ich es schade, dass eine solche Tasche nicht standardmäßig beiliegt.

Denn gerade bei einem Telefon, das sich so stark an Menschen richtet, die auf eine besonders praktische Bedienung angewiesen sind, wäre eine passende Tasche eine sinnvolle Ergänzung gewesen.

Technische Ausstattung

Wer sich die technischen Daten anschaut, stellt schnell fest, dass das Classic 3 wesentlich mehr kann, als sein klassisches Äußeres vermuten lässt.

Zum Einsatz kommen unter anderem:

  • 3 GB RAM,
  • 32 GB interner Speicher,
  • rund 22 GB Benutzerspeicher,
  • microSD bis 128 GB,
  • 13-Megapixel-Kamera,
  • 3000-mAh-Akku,
  • Dual-Micro-SIM,
  • USB-C,
  • 3,5-mm-Kopfhöreranschluss,
  • Bluetooth 4.2,
  • WLAN auf 2,4 und 5 GHz,
  • 4G/LTE,
  • VoLTE,
  • GPS,
  • Galileo,
  • BeiDou,
  • FM-Radio
  • und NFC.

Auch die Sensorenausstattung ist interessant.

Das Gerät verfügt unter anderem über Magnetometer, Barometer, Beschleunigungssensor und Gyroskop sowie Näherungs- und Lichtsensor.

Für ein klassisches Tastenhandy ist das schon eine beachtliche Ausstattung.

WLAN-Telefonie

Ein weiterer interessanter Punkt ist die WLAN-Telefonie.

BlindShell nennt ausdrücklich Wi-Fi Calling als Funktion des Classic 3.

Damit können Anrufe und SMS auch über ein WLAN-Netzwerk abgewickelt werden, sofern der jeweilige Mobilfunkanbieter diese Funktion unterstützt.

Das kann beispielsweise dort hilfreich sein, wo der Mobilfunkempfang schlecht ist, aber ein gutes WLAN zur Verfügung steht.

GPS und Standort

Das Classic 3 besitzt außerdem GPS.

Der Hersteller beschreibt eine Funktion, mit der man sich die eigenen GPS-Koordinaten und die nächstgelegene Adresse ausgeben lassen kann.

Gerade für Menschen, die sich unterwegs orientieren müssen, kann das eine sinnvolle Ergänzung sein.

NFC und Objektmarkierung

Auch NFC ist integriert.

BlindShell bietet damit unter anderem die Möglichkeit, NFC-Objektmarkierungen zu verwenden.

Das kann interessant sein, wenn man bestimmte Gegenstände markieren und später wieder identifizieren möchte.

Damit wird aus dem Telefon gleichzeitig ein kleines Hilfsmittel für den Alltag.

FM-Radio und Internetradio

Natürlich darf auch das klassische FM-Radio nicht fehlen.

Zusätzlich gibt es Internetradio.

Damit verbindet BlindShell wieder klassische Funktionen mit modernen Möglichkeiten.

Wer früher ein kleines Radio genutzt hat, bekommt diese Möglichkeit praktisch gleich mitgeliefert.

E-Mail, Internet und WhatsApp

Das Classic 3 besitzt eine E-Mail-Anwendung, einen Webbrowser und unterstützt auch WhatsApp.

Damit wird deutlich:

Das Classic 3 ist nicht nur ein Telefon zum Telefonieren.

Es soll tatsächlich ein Smartphone-Ersatz für Menschen sein, die mit herkömmlichen Touchscreen-Geräten Schwierigkeiten haben.

Und genau deshalb ist die Frage nach dem offenen Android-System für mich so wichtig.

Und dann kommt die Software

Bis zu diesem Punkt war mein Eindruck vom BlindShell Classic 3 eigentlich ziemlich gut.

Doch dann begann die Einrichtung der Software – und genau hier änderte sich mein Eindruck deutlich.

Denn obwohl das Gerät technisch auf Android basiert und viele moderne Funktionen besitzt, handelt es sich nicht um ein normales Android-Smartphone mit der Freiheit, die man von einem klassischen Google-Android-Gerät kennt.

Kein normaler Google Play Store

Das ist für mich einer der größten Kritikpunkte.

Wer ein normales Android-Smartphone besitzt, kennt den Ablauf:

Google Play Store öffnen.

App suchen.

Installieren.

Fertig.

Beim BlindShell Classic 3 ist das anders.

Der normale Google Play Store gehört nicht zur BlindShell-Oberfläche.

Stattdessen gibt es den eigenen BlindShell-App-Katalog und einen Bereich für Drittanbieter-Anwendungen.

Das ist gegenüber einem vollständig geschlossenen System durchaus ein Fortschritt.

Aber es ist eben nicht dasselbe wie ein normaler Google Play Store.

Und genau das finde ich schade.

Warum ich diese Entscheidung kritisch sehe

Ich hatte das BlindShell Classic 2 früher bereits in der Hand.

Und genau deshalb fällt mir der Unterschied besonders auf.

Beim Classic 2 hatte ich noch das Gefühl, näher an einem normalen Android-System zu sein und mehr Möglichkeiten zu haben.

Beim Classic 3 setzt BlindShell stärker auf seine eigene Umgebung.

Ich verstehe durchaus, warum.

Ein kontrolliertes System kann einfacher zu bedienen sein.

Es kann stabiler sein.

Und BlindShell kann besser sicherstellen, dass die eigene Oberfläche funktioniert.

Aber dafür verliert der Nutzer ein Stück Freiheit.

Und ich hätte mir gewünscht, dass man hier einen Mittelweg findet.

Drittanbieter-Apps

Der Drittanbieter-Bereich ist grundsätzlich eine gute Idee.

BlindShell ermöglicht dadurch die Installation zusätzlicher Anwendungen, die außerhalb der eigentlichen BlindShell-Umgebung liegen.

Allerdings weist der Hersteller selbst darauf hin, dass diese Apps nicht von BlindShell geprüft oder unterstützt werden und dass eine Anwendung möglicherweise nicht vollständig zugänglich oder sogar inkompatibel sein kann.

Das ist wichtig zu wissen.

Denn „App kann installiert werden“ bedeutet nicht automatisch:

„App funktioniert genauso wie auf einem normalen Android-Smartphone.“

Und genau das habe ich bei meinen eigenen Erfahrungen ebenfalls festgestellt.

Microsoft Outlook und Microsoft Edge

Bei Microsoft Outlook und Microsoft Edge hatte ich bei meinem Einrichtungsversuch Probleme.

Teilweise ließen sich Anwendungen installieren, waren anschließend aber nicht vernünftig nutzbar.

Das ist natürlich enttäuschend, wenn man von einem normalen Android-Smartphone kommt.

Denn dort erwartet man, dass eine Android-App nach erfolgreicher Installation auch entsprechend funktioniert.

Beim BlindShell Classic 3 muss man dagegen damit rechnen, dass einzelne Anwendungen Einschränkungen haben.

Das ist nicht unbedingt ein Fehler von BlindShell allein, denn Drittanbieter-Apps werden von ihren jeweiligen Entwicklern für andere Geräte und Android-Umgebungen entwickelt.

Aber für den Nutzer macht das am Ende keinen Unterschied.

Wenn eine wichtige App nicht funktioniert, funktioniert sie nicht.

PayPal

Auch PayPal ist ein gutes Beispiel.

Die normale App konnte ich nicht so nutzen, wie ich es von einem normalen Android-Smartphone gewohnt bin.

Als Alternative bleibt die Nutzung über den Browser.

Das funktioniert grundsätzlich, ist für mich aber keine gleichwertige Lösung.

Gerade bei einer Anwendung wie PayPal möchte man eine zuverlässig funktionierende App und nicht jedes Mal erst über eine Webseite gehen müssen.

Gmail und E-Mail

Auch die Anmeldung mit einer Gmail-Adresse bereitete mir bei meinem Einrichtungsversuch Schwierigkeiten.

Das fand ich ebenfalls schade.

Denn gerade E-Mail ist eine der Funktionen, die ein modernes Telefon für mich unbedingt beherrschen sollte.

BlindShell bietet zwar eine eigene E-Mail-Anwendung an, aber bei meinem konkreten Versuch war die Anmeldung mit einer Gmail-Adresse nicht so problemlos möglich, wie ich es erwartet hätte.

Auch hier gilt deshalb: Die tatsächliche Erfahrung kann je nach Konto, Anbieter und Softwarestand unterschiedlich sein.

Der Browser

Auch beim integrierten Browser hatte ich einen Punkt, der mir überhaupt nicht gefallen hat.

Beim Aufrufen bestimmter Internetadressen stürzte der Browser ab.

Das ist natürlich ärgerlich.

Gerade wenn man ein Gerät nutzt, das für viele Nutzer eine wichtige Möglichkeit zum Zugang zum Internet darstellt, sollte der Browser möglichst zuverlässig funktionieren.

Wenn eine Webseite aufgerufen wird und das Gerät plötzlich aussteigt, ist das keine angenehme Erfahrung.

Hier wünsche ich mir von BlindShell deutliche Verbesserungen bei der Stabilität.

Ein geschlossenes System – auch Rooting ist keine einfache Lösung

Wer jetzt vielleicht denkt: „Dann installiere ich den Google Play Store eben einfach nach“ oder „Dann entsperre ich das Gerät und installiere ein normales Android-System“, den muss ich leider enttäuschen.

Genau diese Frage habe ich mir während der Einrichtung ebenfalls gestellt. Deshalb habe ich mich genauer damit beschäftigt, ob sich die Einschränkungen des BlindShell Classic 3 auf diesem Weg umgehen lassen.

Das Problem ist: Das Classic 3 ist kein gewöhnliches Android-Smartphone, bei dem man einfach den Bootloader entsperrt, Root-Rechte aktiviert und anschließend nach Belieben das System verändert.

Die Softwareumgebung ist vom Hersteller bewusst stark eingeschränkt. Die entsprechenden Schnittstellen sind für den normalen Nutzer nicht offen. Die vorhandenen Sperren lassen sich nicht einfach über eine Einstellung deaktivieren.

Auch der Versuch, den Google Play Store nachträglich auf diesem Weg zu installieren, ist deshalb keine einfache Möglichkeit.

Das bedeutet: Wer sich ein BlindShell Classic 3 kauft und davon ausgeht, später selbst aus dem geschlossenen BlindShell-System ein vollständig offenes Android-Gerät machen zu können, sollte diese Erwartung nicht haben.

Das ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt, den man vor dem Kauf wissen sollte.

Denn technisch betrachtet steckt im Classic 3 durchaus moderne Android-Technik. Für den Nutzer ist diese Technik aber nicht mit den Freiheiten eines normalen Android-Smartphones gleichzusetzen.

BlindShell entscheidet sehr stark darüber, welche Teile des Systems zugänglich sind und welche Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Das System ist also bewusst abgeschottet.

Und genau hier liegt für mich der größte Unterschied zwischen dem BlindShell Classic 3 und einem normalen Android-Smartphone.

Auf einem gewöhnlichen Android-Gerät kann ich mir den Play Store, alternative App-Stores oder bestimmte Anwendungen installieren und habe – je nach Hersteller und Gerät – wesentlich mehr Möglichkeiten, das System an meine persönlichen Bedürfnisse anzupassen.

Beim BlindShell Classic 3 ist diese Freiheit deutlich eingeschränkt.

Ich persönlich hätte mir deshalb gewünscht, dass BlindShell zumindest für technisch versierte Nutzer eine offizielle Möglichkeit anbietet, weitergehende Systemfunktionen freizuschalten. Man könnte beispielsweise einen offiziellen Entwicklermodus anbieten, über den erfahrene Nutzer selbst entscheiden können, wie weit sie das Gerät öffnen möchten.

Natürlich müsste BlindShell dann darauf hinweisen, dass dadurch die Stabilität oder der Support beeinträchtigt werden können.

Aber die Möglichkeit hätte ich interessant gefunden.

Denn gerade Menschen, die bereits lange mit Android arbeiten, möchten sich nicht unbedingt damit abfinden, dass bestimmte Anwendungen grundsätzlich nicht zur Verfügung stehen.

Für mich ist deshalb nicht nur der fehlende Google Play Store das Problem. Entscheidend ist vielmehr, dass das gesamte System so aufgebaut ist, dass der Nutzer diese Einschränkung nicht einfach selbst aufheben kann.

Und genau das sollte man wissen, bevor man sich für das Classic 3 entscheidet.

Texteingabe: Zurück zu den klassischen Nokia-Zeiten

Ein weiterer Punkt ist die Texteingabe.

Wer jahrelang eine virtuelle Smartphone-Tastatur benutzt hat, muss sich beim BlindShell Classic 3 wieder an die alte Methode gewöhnen.

Buchstaben liegen auf den Zahlentasten.

Mehrfach drücken.

Buchstaben auswählen.

Weiter.

Das funktioniert.

Aber es ist langsam.

Und besonders bei längeren Nachrichten merkt man den Unterschied.

Ein einziger falscher Buchstabe kann nerven

Stellen wir uns vor, man hat eine längere SMS geschrieben.

Der komplette Text ist fertig.

Dann stellt man fest, dass irgendwo ein Buchstabe falsch ist.

Bei einer modernen virtuellen Tastatur kann man relativ gezielt zu der entsprechenden Stelle gehen und den Fehler korrigieren.

Beim klassischen Tastenprinzip ist das deutlich umständlicher.

Man muss sich durch den Text bewegen und mit der alten Eingabemethode arbeiten.

Gerade wenn man vorher jahrelang eine virtuelle Tastatur verwendet hat, ist das eine deutliche Umstellung.

Und wenn man sehr lange Texte schreibt, kann es richtig nervig werden.

Kopieren und Einfügen

Hier hat BlindShell allerdings eine interessante Funktion integriert.

Das Schnellmenü bietet auch die Möglichkeit, Text zu kopieren und einzufügen.

Das ist gerade bei längeren Texten hilfreich.

Damit zeigt sich erneut, dass BlindShell versucht, klassische Bedienung und moderne Smartphone-Funktionen miteinander zu verbinden.

Die Diktierfunktion

Eine weitere Funktion, die ich mir genauer angesehen habe, ist die Spracheingabe.

Grundsätzlich ist sie für ein solches Gerät sehr sinnvoll.

Gerade weil die klassische Tastatureingabe relativ langsam sein kann, wäre eine schnelle und zuverlässige Diktierfunktion ideal.

Bei meinem Einrichtungsversuch empfand ich sie allerdings als zu träge.

Es dauert meiner Meinung nach zu lange, bis sie aktiviert wird.

Wer von einem modernen Smartphone gewohnt ist, dass die Spracheingabe nahezu unmittelbar startet, merkt diesen Unterschied deutlich.

Hier würde ich mir eine schnellere Reaktion wünschen.

Luna – der intelligente Assistent

Eine der großen Neuerungen des Classic 3 ist Luna.

Luna ist ein intelligenter Assistent, der verschiedene Aufgaben übernehmen kann.

Der Hersteller beschreibt Luna als Erweiterung des Classic 3, die Fragen beantworten und bei grundlegenden Funktionen des Telefons helfen kann.

Luna kann unter anderem beim Öffnen von Anwendungen helfen, Nachrichten verfassen, Kontakte anrufen, Wecker stellen oder Notizen erstellen.

Damit bringt BlindShell moderne KI-Funktionen auf ein Telefon, das äußerlich fast wie ein klassisches Tastenhandy aussieht.

Ich finde diese Kombination durchaus spannend.

Tandem

Auch Tandem ist eine interessante Funktion.

Die Anwendung richtet sich speziell an blinde Menschen und ihre Angehörigen beziehungsweise Vertrauenspersonen.

Sie ermöglicht Kommunikation und Fernunterstützung.

Damit kann eine Vertrauensperson bei bestimmten Aufgaben helfen, ohne physisch vor Ort sein zu müssen.

Gerade bei der Einrichtung oder bei komplizierteren Situationen kann das sehr hilfreich sein.

Observo

Auch Observo gehört zu den interessanten Funktionen des Classic 3.

Die Kamera wird dadurch zu einem zusätzlichen Hilfsmittel.

Je nach Funktion können beispielsweise Texte, Gegenstände, Farben oder Geldscheine erkannt werden.

Damit ist die Kamera nicht mehr nur dafür da, Fotos zu machen.

Sie kann im Alltag eines blinden oder sehbehinderten Menschen zusätzliche Informationen liefern.

Kamera und Taschenlampe

Das Gerät besitzt eine 13-Megapixel-Kamera und zusätzlich ein LED-Kameralicht beziehungsweise eine LED-Taschenlampe.

Damit stehen auch ganz klassische Smartphone-Funktionen zur Verfügung.

Interessant wird die Kamera allerdings vor allem in Verbindung mit den BlindShell-Funktionen wie Observo.

Bildschirmaufnahmen

Eine Funktion, die ich ebenfalls interessant finde, ist die Möglichkeit, Bildschirmaufnahmen anzufertigen.

Über das Schnellmenü können Screenshots erstellt und sogar Bildschirmaufnahmen gestartet werden.

BlindShell gibt an, dass eine Bildschirmaufnahme bis zu eine Stunde dauern kann. Video und Audio werden dabei als separate Dateien gespeichert.

Das ist für ein so stark spezialisiertes Gerät durchaus bemerkenswert.

Farbschemata für sehbehinderte Nutzer

Für sehbehinderte Menschen interessant sind außerdem die verschiedenen Farbkombinationen.

BlindShell bietet zahlreiche Farbschemata an, sodass sich die Darstellung stärker an unterschiedliche Sehbedürfnisse anpassen lässt.

Damit kann das Gerät nicht nur über Sprache, sondern auch über eine kontrastreiche Darstellung besser zugänglich gemacht werden.

Datensicherung auf der SD-Karte

Interessant finde ich auch die Möglichkeit zur lokalen Datensicherung.

BlindShell nennt ausdrücklich die Sicherung wichtiger Informationen wie Kontakte und Nachrichten auf der SD-Karte.

Das ist eine Funktion, die man nicht unterschätzen sollte.

Denn gerade Kontakte und Nachrichten können für den Nutzer sehr wichtig sein.

Lieblings-Apps per Tastendruck

Das Classic 3 bietet außerdem einen Schnellzugriff auf Lieblings-Apps.

Damit kann man häufig benötigte Anwendungen direkt über eine Taste erreichen.

Das ist genau die Art von Funktion, die bei einem Tastenhandy sinnvoll ist.

Man möchte nicht jedes Mal durch mehrere Menüs navigieren.

Spiele, Kalender, Wetter und weitere Funktionen

Das Gerät bietet außerdem zahlreiche weitere Anwendungen.

Dazu gehören unter anderem Kalender, Wecker, Timer, Notizen, Wettervorhersage, Spiele, Kontakte, Kurzwahl, FM- und Internetradio, Musikplayer, Lese-App, Lupe, GPS-Standort und weitere Werkzeuge.

Damit kann das Gerät im Alltag tatsächlich viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen.

Sprachsteuerung

Neben der klassischen Bedienung über die Tastatur spielt Sprache eine große Rolle.

Das ist auch logisch.

Wenn ein Gerät speziell für blinde Menschen entwickelt wurde, sollte möglichst viel über Sprache steuerbar beziehungsweise rückmeldbar sein.

BlindShell stellt dafür umfangreiche Audioanleitungen bereit, die Schritt für Schritt durch die Bedienung des Classic 3 führen.

Das finde ich ebenfalls positiv.

Die Software ist gleichzeitig Stärke und Schwäche

Und genau hier komme ich wieder zu meinem größten Kritikpunkt.

Das BlindShell Classic 3 hat unglaublich viele Funktionen.

Aber je mehr Funktionen man anbietet, desto wichtiger wird die Frage:

Wie viel Kontrolle bekommt der Nutzer selbst?

Und hier hätte ich mir mehr Offenheit gewünscht.

Denn ich hätte gerne die Wahl gehabt.

Ein einfacher Modus für Nutzer, die es unkompliziert möchten.

Und ein fortgeschrittener Modus für Menschen, die mehr technische Möglichkeiten brauchen.

Das wäre für mich die ideale Lösung gewesen.

Mein persönlicher Vergleich mit dem Classic 2

Der Classic 2 ist für meine Bewertung wichtig.

Ich hatte ihn bereits früher in den Händen und fand ihn damals vollkommen okay.

Beim Classic 3 ist vieles moderner geworden.

Luna ist neu.

Tandem ist neu.

Observo ist dabei.

Es gibt zusätzliche Drittanbieter-Apps.

Die Hardware ist deutlich moderner.

Technisch ist das Classic 3 ein ziemlich umfangreiches Gerät.

Trotzdem fehlt mir etwas.

Und zwar die Offenheit, die ich beim Vorgänger beziehungsweise in meiner damaligen Erfahrung mit dem Classic 2 geschätzt habe.

Deshalb bleibe ich bei meinem persönlichen Eindruck:

BlindShell hat das Classic 3 an vielen Stellen verbessert – an anderen Stellen aber meiner Meinung nach auch verschlimmbessert.

Für wen ist das BlindShell Classic 3 geeignet?

Ich würde das Classic 3 vor allem Menschen empfehlen, die wirklich ein Telefon mit physischen Tasten benötigen.

Wer keinen Touchscreen bedienen kann oder möchte, bekommt hier eine moderne Alternative.

Wer ein einfaches, stark zugängliches Gerät möchte, findet viele Funktionen, die speziell für diese Zielgruppe entwickelt wurden.

Wer dagegen möglichst viele Apps aus dem normalen Android-Ökosystem benötigt, sollte vorher genau prüfen, ob seine Anwendungen unterstützt werden.

Denn das Classic 3 ist eben kein gewöhnliches Android-Smartphone.

Für wen ist es weniger geeignet?

Wenn jemand sehr viele Apps aus dem normalen Android-Ökosystem verwendet, könnte das Classic 3 schnell an Grenzen stoßen.

Wer unbedingt den Google Play Store benötigt, sollte sich ebenfalls vor dem Kauf informieren.

Und wer sehr lange Texte schreibt und dabei eine moderne virtuelle Tastatur gewohnt ist, sollte sich darauf einstellen, dass die klassische Eingabe zunächst deutlich langsamer sein kann.

Wie könnte ein zukünftiges BlindShell aussehen?

Bei aller Kritik am Classic 3 stellt sich für mich aber auch eine ganz andere Frage: Muss ein Tasten-Smartphone eigentlich dauerhaft so klein bleiben?

Die Technik ist inzwischen so weit, dass man meiner Meinung nach auch einmal über ein völlig anderes Konzept nachdenken könnte.

Die Geräte werden immer dünner und die Displays immer größer. Warum also nicht ein BlindShell mit einem großen, gut ablesbaren 6,3- oder vielleicht sogar 6,9-Zoll-Display anbieten?

Die wichtigsten Navigationstasten und die notwendigen Bedienelemente könnten dabei weiterhin physisch vorhanden sein. Die klassische Nummerntastatur könnte beispielsweise als abnehmbare oder magnetisch befestigte Tastatur umgesetzt werden.

Wer sie benötigt, steckt sie an das Gerät und hat sein gewohntes Tastenhandy.

Wer dagegen einen größeren Bildschirm und eine andere Bedienung bevorzugt, nimmt die Tastatur ab und nutzt das Gerät mit dem großen Display.

Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und verschiedene Tastaturmodule anbieten: eine klassische BlindShell-Nummerntastatur für Menschen, die genau diese Bedienung benötigen, oder eine andere physische Tastatur für Nutzer, die beispielsweise eine größere Buchstabeneingabe bevorzugen.

Das hätte für mich einen großen Vorteil: Man müsste sich nicht mehr zwischen einem kleinen Tastenhandy und einem großen Smartphone entscheiden.

Man hätte ein Gerät, das sich an unterschiedliche Bedürfnisse anpassen lässt.

Natürlich müsste BlindShell dafür das gesamte Gehäuse- und Bedienkonzept neu entwickeln. Auch Stabilität, Wasserschutz, Magnetverbindung und die zuverlässige Übertragung der Tasteneingaben müssten entsprechend gelöst werden.

Aber technisch finde ich die Idee durchaus spannend.

Vielleicht wäre genau das eine interessante Richtung für eine zukünftige Generation: ein großes Smartphone-Display und gleichzeitig eine echte, physische und abnehmbare Tastatur für diejenigen, die sie brauchen.

Damit könnte BlindShell seine ursprüngliche Stärke – die Bedienung ohne klassischen Touchscreen – beibehalten und gleichzeitig Menschen ansprechen, die sich einen deutlich größeren Bildschirm wünschen.

Das wäre für mich persönlich ein BlindShell, das ich mir für die Zukunft sehr gut vorstellen könnte.

Mein Fazit

Das BlindShell Classic 3 ist für mich ein interessantes Telefon mit einem ungewöhnlichen Konzept.

Es verbindet klassische Bedienung mit moderner Technik.

Es besitzt echte Tasten, eine Sprachausgabe, einen Touchscreen für bestimmte Anwendungen, 4G, WLAN, Bluetooth, NFC, GPS, Kamera, KI-Funktionen und zahlreiche speziell entwickelte Anwendungen.

Dazu kommen Funktionen wie Luna, Tandem und Observo.

Auch der Lieferumfang ist für mich vorbildlich.

Telefon, Akku, Ladegerät, Kabel, Kopfhörer, Trageschlaufe und Ladestation sind bereits dabei.

Gerade die Ladestation und die Trageschlaufe gefallen mir sehr gut.

Eine Handytasche beziehungsweise Gürteltasche hätte ich mir zusätzlich gewünscht.

Die Rückabdeckung ist dagegen für mich ein klarer Kritikpunkt.

Sie sitzt extrem fest und macht die erste Inbetriebnahme unnötig schwierig.

Auch die klassische Texteingabe ist gewöhnungsbedürftig.

Die Diktierfunktion könnte schneller reagieren.

Der integrierte Browser hatte bei meinem Einrichtungsversuch Probleme und stürzte beim Aufrufen bestimmter Internetadressen ab.

Bei Microsoft Outlook, Microsoft Edge und PayPal hatte ich ebenfalls Einschränkungen beziehungsweise Probleme bei der Nutzung.

Und dann bleibt der große Punkt:

Der normale Google Play Store fehlt.

Zwar gibt es inzwischen einen eigenen BlindShell-App-Katalog und zusätzlich Drittanbieter-Apps. Das ist ein großer Fortschritt und erweitert die Möglichkeiten des Geräts. Trotzdem ersetzt das nicht die Freiheit eines normalen Android-Smartphones.

Gerade deshalb sollte man sich vor dem Kauf genau überlegen, was man von einem solchen Telefon erwartet.

Für mich ist das BlindShell Classic 3 kein schlechtes Gerät – ganz im Gegenteil.

Es ist technisch interessant, gut durchdacht und für seine eigentliche Zielgruppe in vielen Punkten sehr gut geeignet.

Aber ich finde es schade, dass BlindShell die technischen Möglichkeiten nicht mit einer größeren Offenheit des Systems verbindet.

Das BlindShell Classic 3 zeigt, dass ein modernes Smartphone nicht zwangsläufig einen Touchscreen als wichtigste Bedienmethode benötigt. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie schwierig der Spagat zwischen einfacher, zugänglicher Bedienung und einem möglichst offenen Smartphone-System ist.

Und genau an diesem Spagat wird sich für mich entscheiden, wie gut BlindShell die nächste Generation seines Tasten-Smartphones entwickeln kann.

Vielleicht ist die Zukunft dabei gar nicht das immer kleinere Tastenhandy.

Vielleicht ist die Zukunft ein großes Smartphone mit einem hervorragenden Display, einer modernen und offenen Software und einer echten, abnehmbaren physischen Tastatur, die man genau dann anbringen kann, wenn man sie benötigt.

Das wäre für mich die konsequente Weiterentwicklung der Idee, die hinter dem BlindShell Classic 3 steckt.