Sailor Moon – Die Mahō-Shōjo-Legende der Neunziger, die meine Kindheit prägte
Mondstein, nimm ihn in die Hand und spür die Kraft. Oh Sailor Moon.
Kaum ein Satz aus einem Anime der 1990er-Jahre dürfte bei einer ganzen Generation so schnell Erinnerungen auslösen wie die berühmten Verwandlungsworte von Sailor Moon. Die Geschichte um die tollpatschige Schülerin Bunny Tsukino, die eines Tages erfährt, dass sie als Sailor Moon gegen das Böse kämpfen soll, wurde zu einem der bekanntesten Beispiele des japanischen Mahō-Shōjo-Genres – also jener Magical-Girl-Gattung, in der junge Mädchen besondere Kräfte erhalten und zu Heldinnen werden.
Was zunächst wie eine Mischung aus Schulalltag, Liebesgeschichte, Comedy und Fantasy wirkt, entwickelte sich zu einem großen Anime-Universum mit fünf Staffeln und insgesamt 200 Episoden. Die Serie erzählt von Freundschaft, Liebe, Verantwortung, Verlust und Wiedergeburt, verbindet diese Themen aber gleichzeitig mit viel Humor und teilweise herrlich verrückten Geschichten aus dem Alltag.
Die Grundlage dafür schuf die japanische Manga-Zeichnerin Naoko Takeuchi. Ihr Manga Pretty Guardian Sailor Moon, im Original Bishōjo Senshi Sailor Moon, erschien ab 1991. Bereits 1992 startete die Anime-Serie beim japanischen Sender TV Asahi. Produziert wurde sie von Toei Animation.
Toei führt für die klassische Anime-Serie fünf Staffeln mit insgesamt 200 Episoden auf: Sailor Moon mit 46 Folgen, Sailor Moon R mit 43 Folgen, Sailor Moon S mit 38 Folgen, Sailor Moon SuperS mit 39 Folgen und Sailor Moon Sailor Stars mit 34 Folgen. Damit gehört Sailor Moon bis heute zu den großen Klassikern des internationalen Magical-Girl-Anime.
Die offizielle Übersicht von Toei Animation bestätigt außerdem die Einordnung als Mischung aus Abenteuer und Action, Magical Girl und Romance sowie die Gesamtzahl von 200 Episoden.
Offizielle Sailor-Moon-Übersicht von Toei Animation
Die Geschichte beginnt mit Bunny und Luna
Im Mittelpunkt steht Bunny Tsukino, im japanischen Original Usagi Tsukino. Bunny ist eine Schülerin, die nicht gerade für besondere Disziplin oder hervorragende schulische Leistungen bekannt ist. Sie ist tollpatschig, schnell am Weinen und lässt sich gerne ablenken. Gerade diese Eigenschaften machen sie aber zu einer ungewöhnlichen Heldin.
Eines Tages begegnet Bunny der schwarzen Katze Luna. Die Katze kann sprechen und eröffnet Bunny, dass sie auserwählt wurde, als Sailor Moon gegen das Böse zu kämpfen. Luna übergibt ihr einen magischen Gegenstand, mit dessen Hilfe Bunny sich in Sailor Moon verwandeln kann.
Damit beginnt eine Geschichte, in der Bunny nach und nach weitere Sailor-Kriegerinnen findet. Gemeinsam müssen sie gegen immer neue Gegner kämpfen und gleichzeitig versuchen, ihren ganz normalen Alltag als Schülerinnen zu bewältigen.
Die deutsche Premiere war nicht bei RTL II
Ein Detail wird heute häufig falsch erinnert: Die klassische Sailor-Moon-Serie startete in Deutschland nicht bei RTL II. Die deutsche Fernsehpremiere fand im ZDF statt.
Die erste Folge Der Glanz der Juwelen wurde am Freitag, dem 13. Oktober 1995, im ZDF ausgestrahlt. Zunächst lief die Serie freitags, später gab es auch Ausstrahlungen am Samstag. Die erste Staffel lief bis zum 7. September 1996.
Gerade deshalb ist die deutsche Ausstrahlungsgeschichte interessant. RTL II wurde später zu einem wichtigen Sender für Anime in Deutschland und Sailor Moon wurde dort ebenfalls bekannt und sehr häufig wiederholt. Die ursprüngliche deutsche TV-Premiere erfolgte aber beim ZDF.
Sendetermine von Sailor Moon im ZDF
Wie ich Sailor Moon entdeckt habe
Bei mir war es nicht so, dass ich von der allerersten Folge an regelmäßig vor dem Fernseher saß und genau wusste, was Sailor Moon überhaupt ist. Ich bin eher durch Zufall beim Herumschalten auf die Serie gestoßen.
Und genau das war das Interessante: Plötzlich lief da etwas, das ich so vorher nicht kannte. Ein Anime über Mädchen, die sich verwandeln, besondere Kräfte besitzen und gegen Monster kämpfen. Heute würde man ganz selbstverständlich sagen: Das ist ein Magical-Girl-Anime oder auf Japanisch Mahō Shōjo. Damals war diese Einordnung für mich aber überhaupt nicht wichtig.
Ich fand es einfach faszinierend. Sailor Moon war anders als viele andere Zeichentrickserien, die ich aus meiner Kindheit kannte. Die Serie konnte lustig sein, manchmal völlig überdreht und albern, aber im nächsten Moment auch traurig, emotional oder sogar richtig spannend.
Genau diese Mischung hat mich angesprochen. Es gab Geschichten aus dem ganz normalen Schulalltag, verrückte Nebenhandlungen und sogenannte Füllepisoden, aber gleichzeitig lief im Hintergrund die große Geschichte weiter.
Und je länger ich Sailor Moon gesehen habe, desto stärker wurde die Faszination. Die Serie begleitete mich dadurch ein Stück weit durch meine Kindheit und Jugend.
Bunny Tsukino, Usagi Tsukino und die deutsche Synchronisation
Ein weiterer interessanter Punkt ist der Name der Hauptfigur. Im deutschen Anime heißt sie Bunny Tsukino, während sie im japanischen Original Usagi Tsukino heißt. Der japanische Name ist also nicht Bunny.
Auch bei der deutschen Synchronisation gab es eine Besonderheit, die für viele Fans bis heute auffällig ist: Die Stimme von Bunny beziehungsweise Sailor Moon wurde nach der ersten Staffel ausgetauscht.
In der ersten Staffel sprach Sabine Bohlmann Bunny und Sailor Moon. Ab der zweiten Staffel übernahm Inez Günther diese Rolle.
Für mich persönlich ist Sabine Bohlmann bis heute die Stimme, die ich besonders mit der ersten Staffel verbinde. Sie hat für mich dieses manchmal nervige, kreischende, weinende und völlig überdrehte Wesen von Bunny perfekt getroffen. Genau dieses Verhalten gehört für mich zu der Figur.
Inez Günther ist ebenfalls eine gute Sailor-Moon-Sprecherin, aber für mich funktioniert die erste Stimme besser. Ich verbinde gerade mit Sabine Bohlmann dieses ursprüngliche Bunny-Gefühl aus den ersten Folgen.
Der Wechsel war auch keine völlig willkürliche Neubesetzung. Die erste Staffel wurde bei der Plaza Synchron GmbH in München bearbeitet. Die Staffeln 2 bis 5 entstanden anschließend bei der FFF Grupe GmbH in München-Unterhaching. Mit dem Wechsel der Produktionsbedingungen änderten sich entsprechend auch einige Sprecher.
Das betraf nicht nur Bunny. Auch bei anderen Figuren gab es im Verlauf der Serie einzelne Sprecherwechsel.
Deutsche Synchronkartei – Sailor Moon
Staffel 1: Sailor Moon
Die erste Staffel ist für viele Fans der Ausgangspunkt und für mich persönlich eine der wichtigsten Phasen der Serie. Bunny erfährt von Luna, dass sie eine Sailor-Kriegerin ist. Sie soll die Prinzessin und den Silberkristall finden und gleichzeitig die Erde vor dem Bösen beschützen.
Nach und nach kommen weitere Kriegerinnen hinzu. Dazu gehören Sailor Mercury beziehungsweise Ami Mizuno, Sailor Mars beziehungsweise Rei Hino, Sailor Jupiter beziehungsweise Makoto Kino und Sailor Venus beziehungsweise Minako Aino.
Jede dieser Figuren besitzt ihre eigenen Kräfte, ihre eigene Persönlichkeit und ihre eigenen Angriffe. Dadurch entsteht eine Gruppe, die trotz aller Unterschiede zusammenarbeiten muss.
Zu den wichtigsten Gegnern der ersten Staffel gehören Jedyte, Neflite, Zoisite und Kunzite. Hinter ihnen steht Königin Beryl, die versucht, die Macht des Dunklen Königreichs auszubauen.
Auch Tuxedo Mask spielt eine wichtige Rolle. Hinter der geheimnisvollen Maske steckt Mamoru Chiba. Er taucht immer wieder auf, hilft Sailor Moon und den anderen Kriegerinnen und wird zu einer wichtigen Figur für Bunny.
Besonders interessant ist, dass Tuxedo Mask zeitweise selbst unter dem Einfluss des Bösen steht und gegen Sailor Moon eingesetzt wird. Erst später kann diese Manipulation überwunden werden.
Die erste Staffel verbindet damit bereits viele Elemente, die Sailor Moon später ausmachen: Freundschaft, Liebe, Geheimnisse, Wiedergeburt, magische Kräfte, Humor und dramatische Kämpfe.
Die ersten Verwandlungen und die Entwicklung von Sailor Moons Kräften
Schon in der ersten Staffel beginnt die Entwicklung von Sailor Moons zahlreichen Verwandlungsgegenständen. Und genau das finde ich bis heute irgendwie lustig: Kaum hat Bunny sich an eine neue Fähigkeit gewöhnt, bekommt sie irgendwann den nächsten Gegenstand, den nächsten Broschenaufsatz, den nächsten Stab oder eine neue Kraft.
Am Anfang erhält sie von Luna den ersten Transformation Brooch, also ihre erste Verwandlungsbrosche. Damit verwandelt sie sich mit dem Zauberspruch Moon Prism Power, Make Up in Sailor Moon.
Daneben besitzt Bunny bereits früh einen weiteren wichtigen Gegenstand: den Disguise Pen, also den Verkleidungs- beziehungsweise Verwandlungsstift. Damit kann sie ihr Aussehen verändern und sich für bestimmte Situationen verkleiden.
Die anderen Sailor-Kriegerinnen besitzen ebenfalls ihre eigenen Verwandlungsstifte beziehungsweise Transformation Pens. Es sind also nicht einfach nur immer wieder neue Zauberstäbe, sondern die magischen Gegenstände entwickeln sich gemeinsam mit der Geschichte.
Später wird die erste Brosche weiterentwickelt. Der Silberkristall spielt dabei eine zentrale Rolle. Aus der Verbindung mit dem Silberkristall entsteht schließlich der Crystal Star.
Danach folgen weitere Verwandlungsgegenstände und stärkere Formen. Dazu gehören unter anderem der Cosmic Heart Compact, der Crisis Moon Compact und die späteren Super- und Eternal-Formen.
Auch die Angriffe werden im Laufe der Serie immer stärker. Aus den zunächst eher einfachen Angriffen entwickelt sich eine ganze Reihe spektakulärer Attacken, für die Sailor Moon immer wieder neue Kräfte und magische Gegenstände erhält.
Das ist eines der typischen Merkmale von Sailor Moon: Die Heldin bleibt nicht auf einer einzigen Stufe stehen. Mit jeder neuen Bedrohung wächst auch ihre Macht.
Die Inneren Sailor-Kriegerinnen
Sailor Mercury, Sailor Mars, Sailor Jupiter und Sailor Venus bilden zusammen mit Sailor Moon den Kern der ursprünglichen Gruppe.
Ami Mizuno wird zu Sailor Mercury. Sie ist intelligent, ruhig und technisch beziehungsweise wissenschaftlich interessiert. Ihre Kräfte stehen mit Wasser und Eis in Verbindung.
Rei Hino wird zu Sailor Mars. Sie ist temperamentvoller und gerät deshalb auch häufiger mit Bunny aneinander. Gleichzeitig besitzt sie spirituelle Fähigkeiten und eine enge Verbindung zu ihrer Familie und dem Schrein.
Makoto Kino wird zu Sailor Jupiter. Sie ist körperlich besonders stark und gleichzeitig sehr fürsorglich. Ihre Kräfte stehen unter anderem mit Donner und Pflanzen in Verbindung.
Minako Aino wird zu Sailor Venus. Sie war bereits vor Bunny als Sailor-Kriegerin aktiv und verfügt über viel Erfahrung. Gleichzeitig sorgt gerade ihre manchmal chaotische Art für humorvolle Momente.
Was mir an dieser Gruppe gefällt, ist, dass die Figuren nicht einfach austauschbare Kämpferinnen sind. Jede besitzt ihre eigene Persönlichkeit, ihre eigenen Probleme und ihre eigene Geschichte.
Sailor Moon R: Die Zukunft, Chibiusa und Black Lady
Mit Sailor Moon R verändert sich die Geschichte deutlich. Nachdem die erste große Bedrohung überwunden ist, tauchen neue Gegner auf und die Handlung führt die Figuren in eine Zukunftsperspektive.
Eine zentrale Rolle spielt Crystal Tokyo. In dieser Zukunft existiert ein neues Königreich, in dem Bunny und Mamoru eine wichtige Rolle spielen.
Gleichzeitig taucht Chibiusa auf. Sie kommt aus der Zukunft und trägt ein großes Geheimnis mit sich. Nach und nach wird klar, dass sie die Tochter von Bunny beziehungsweise Usagi und Mamoru ist.
Für Mamoru ist diese Entwicklung allerdings nicht einfach. Er hat Angst, Bunny könnte wegen ihm und der gemeinsamen Zukunft in Gefahr geraten. Deshalb kommt es zeitweise zu einer Trennung beziehungsweise Distanz zwischen den beiden, die aus seiner Sicht dem Schutz von Bunny dienen soll.
Später wird aus Chibiusa Black Lady. Ihre Verwandlung zeigt, wie stark sie durch die dunklen Kräfte beeinflusst worden ist.
Auch die Beziehung zwischen Bunny und Mamoru wird in dieser Staffel weiterentwickelt. Tuxedo Mask ist längst nicht mehr nur der geheimnisvolle Mann, der gelegentlich eine Rose in den Kampf wirft. Mamoru wird zu einem festen Bestandteil von Bunnys Leben und ihrer gemeinsamen Zukunft.
Sailor Moon S: Meine Lieblingsstaffel
Wenn ich eine Staffel auswählen müsste, wäre es für mich Sailor Moon S.
Diese dritte Staffel fühlt sich für mich besonders spannend, geheimnisvoll und erwachsener an. Mit Sailor Uranus und Sailor Neptune kommen zwei neue und sehr starke Kriegerinnen hinzu: Haruka Tenoh und Michiru Kaioh.
Haruka und Michiru unterscheiden sich deutlich von den bisherigen Inneren Sailor-Kriegerinnen. Sie verfolgen teilweise eigene Ziele und haben eine andere Vorstellung davon, was notwendig ist, um die Welt zu retten.
Hinzu kommt Sailor Pluto, Setsuna Meio. Sie ist die Wächterin von Raum und Zeit und besitzt dadurch eine besondere Stellung innerhalb der Sailor-Kriegerinnen. Ihr Schlüssel ist eng mit ihrer Aufgabe verbunden.
Im Mittelpunkt der Staffel stehen außerdem die drei Talismane und der Heilige Gral. Die Geschichte wird dadurch wesentlich mystischer und dramatischer.
Eine besonders wichtige Figur ist Hotaru Tomoe. Sie wirkt zunächst wie ein zurückhaltendes und kränkliches Mädchen, besitzt aber eine enorme Bedeutung für die Geschichte. Hinter ihrer Identität als Sailor Saturn steckt eine der mächtigsten und zugleich gefährlichsten Kräfte des Sailor-Moon-Universums.
Auch Hotarus Vater, Dr. Tomoe, spielt eine zentrale Rolle. Seine Forschungen und die Ereignisse rund um das Mugen-Gelände führen zu einer Bedrohung, die schließlich mit dem Schweigen beziehungsweise der völligen Zerstörung verbunden wird.
Gerade diese Mischung aus Freundschaft, geheimnisvollen Talismane, neuen Kriegerinnen, Hotarus Schicksal und der Frage, ob eine enorme Macht zum Guten oder zum Bösen eingesetzt werden kann, macht Sailor Moon S für mich zur stärksten Staffel.
Sailor Moon SuperS: Pegasus, Traumwelt und der Dead Moon Circus
In der vierten Staffel Sailor Moon SuperS rückt Chibiusa stärker in den Mittelpunkt. Die Geschichte spielt mit der Traumwelt und dem Wunsch nach einer besseren Zukunft.
Ein wichtiger Charakter ist Pegasus beziehungsweise Helios. Er steht mit Chibiusas Träumen und der Traumwelt in Verbindung.
Der zentrale Gegner ist der Dead Moon Circus. Dazu gehören unter anderem das Amazon Trio und später das Amazoness Quartet.
Die Staffel besitzt wieder deutlich mehr märchenhafte und teilweise humorvolle Elemente. Gleichzeitig beschäftigt sie sich mit Träumen, Erwachsenwerden und der Frage, welche Wünsche Menschen in ihrem Inneren tragen.
Für manche Fans wirkt SuperS deshalb anders als die dritte Staffel. Gerade diese Mischung aus Traumwelt, Zirkus, Chibiusa und Pegasus macht sie aber zu einem wichtigen Teil der klassischen Serie.
Sailor Moon Sailor Stars: Die letzte Staffel
Mit Sailor Moon Sailor Stars erreicht die klassische Anime-Serie ihren Höhepunkt und gleichzeitig ihr Ende.
Eine wichtige Rolle spielen die Sailor Starlights. Dazu gehören Sailor Star Fighter beziehungsweise Seiya Kou, Sailor Star Maker beziehungsweise Taiki Kou und Sailor Star Healer beziehungsweise Yaten Kou.
In ihrer zivilen Identität treten die drei als männliche Popstars der Gruppe Three Lights auf. Gleichzeitig suchen sie nach ihrer Prinzessin Kakyuu.
Die Starlights bringen eine völlig neue Dynamik in die Geschichte. Ihre Identitäten und ihre Verbindung zur Musik machen die fünfte Staffel deutlich anders als die vorherigen Handlungsabschnitte.
Am Ende steht Sailor Galaxia als eine der mächtigsten Gegnerinnen der gesamten Serie. Die Geschichte wird zu einem großen Kampf um die Zukunft und das Schicksal der Galaxis.
Für Sailor Moon selbst ist diese Staffel ebenfalls der Höhepunkt ihrer Entwicklung. Sie erreicht ihre Eternal-Form und damit ihre letzte und mächtigste Verwandlungsstufe innerhalb der klassischen Anime-Serie.
Offizielle Toei-Angaben zu allen fünf Staffeln und den 200 Episoden
Von der ersten Brosche bis zu Eternal Sailor Moon
Wenn man die komplette Serie betrachtet, ist die Entwicklung von Sailor Moon auch eine Entwicklung ihrer magischen Gegenstände.
Am Anfang steht die erste Transformation Brooch mit Moon Prism Power, Make Up. Dazu kommt der Disguise Pen für Verkleidungen und bestimmte Identitätswechsel.
Später folgt der Crystal Star. Danach kommen unter anderem der Cosmic Heart Compact und der Crisis Moon Compact. Mit dem Heiligen Gral kann Sailor Moon ihre Super-Form erreichen.
In den späteren Staffeln entwickelt sich daraus Super Sailor Moon und schließlich Eternal Sailor Moon.
Auch bei den anderen Kriegerinnen verändern sich Verwandlungsgegenstände und Angriffe. Die Serie macht aus diesen Veränderungen einen festen Bestandteil ihrer Erzählweise.
Und genau deshalb muss ich manchmal schmunzeln: In jeder neuen Staffel scheint Bunny wieder einen neuen Gegenstand zu bekommen. Eine neue Brosche, einen neuen Stab, einen neuen Angriff oder gleich eine komplett neue Form. Gleichzeitig gehört genau diese Weiterentwicklung zum Charme der Serie.
Der Silberkristall
Eine zentrale Rolle im gesamten Sailor-Moon-Universum spielt der Silberkristall. Er ist nicht einfach nur ein weiterer magischer Gegenstand, sondern eine der wichtigsten Quellen der Macht der Heldinnen.
Seine Bedeutung reicht bis in die Vergangenheit zurück und verbindet die Geschichte von Sailor Moon mit Prinzessin Serenity, dem Mondkönigreich und der späteren Zukunft.
Auch die Verwandlungsgegenstände von Sailor Moon stehen immer wieder in Verbindung mit dem Silberkristall. Dadurch wird verständlich, warum ihre Kräfte im Laufe der Serie immer stärker werden.
Luna, Artemis und Diana
Ein Teil des besonderen Humors der Serie kommt für mich von den Katzen.
Luna begleitet Bunny von Anfang an. Sie ist häufig diejenige, die Bunny wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen muss. Bunny ist schließlich nicht gerade die ordentlichste und disziplinierteste Heldin.
Artemis ist der Begleiter von Sailor Venus und bildet zusammen mit Luna ein weiteres wichtiges Duo.
Später kommt Diana hinzu. Sie stammt aus der Zukunft und ist die Tochter von Luna und Artemis. Gerade Diana sorgt für weitere humorvolle und gleichzeitig niedliche Momente.
Die Katzen sind damit nicht nur Haustiere oder Nebenfiguren. Sie sind wichtige Begleiter der Sailor-Kriegerinnen und gehören fest zur Welt der Serie.
Humor, Füllepisoden und die große Geschichte
Was Sailor Moon für mich besonders macht, ist die Mischung aus Hauptgeschichte und einzelnen Alltagsepisoden.
Nicht jede Folge treibt die große Handlung entscheidend voran. Es gibt viele Geschichten, in denen Bunny und ihre Freundinnen zur Schule gehen, sich verlieben, sich streiten, irgendeinem seltsamen Monster begegnen oder in eine völlig verrückte Situation geraten.
Gerade diese Füllepisoden gehören für mich aber dazu. Sie geben den Figuren Persönlichkeit und lassen sie wie echte Charaktere wirken.
Wenn jede Episode ausschließlich aus großen Kämpfen und dramatischen Enthüllungen bestehen würde, würde ein wichtiger Teil des Sailor-Moon-Gefühls fehlen.
Die Serie konnte innerhalb weniger Minuten von einer albernen Alltagssituation zu einem emotionalen Moment wechseln. Genau diese Mischung aus Humor, Spannung und Traurigkeit gehört für mich zu den größten Stärken.
Manga und Sailor Moon Crystal
Die klassische Anime-Serie ist nicht einfach eine eins zu eins verfilmte Version des Mangas. Sie nimmt sich an vielen Stellen Freiheiten und erzählt zusätzliche Geschichten.
Das erklärt auch, warum es zahlreiche Füllepisoden gibt. Der Anime wurde parallel zur Manga-Veröffentlichung produziert und brauchte deshalb eigenes Material.
Später entstand mit Sailor Moon Crystal eine neue Anime-Adaption, die sich deutlich stärker am Manga von Naoko Takeuchi orientiert.
Genau das finde ich ebenfalls interessant. Die klassische Serie besitzt für mich einen ganz eigenen Charme, gerade wegen ihrer langen Geschichten und vielen zusätzlichen Episoden. Sailor Moon Crystal ist dagegen näher an der ursprünglichen Manga-Handlung.
Beide Varianten haben deshalb ihre Berechtigung. Für mich bleibt die klassische Serie aber diejenige, die mit meiner Kindheit und Jugend verbunden ist.
Die deutsche Synchronisation als Teil der Erinnerung
Wenn man eine Serie als Kind kennenlernt, gehören die deutschen Stimmen irgendwann genauso zur Erinnerung wie die Figuren selbst.
Bei Sailor Moon ist das besonders deutlich. Die erste Staffel wurde bei Plaza Synchron in München bearbeitet. Für die Staffeln 2 bis 5 wechselte die Produktion zur FFF Grupe GmbH in München-Unterhaching.
Sabine Bohlmann sprach Bunny beziehungsweise Sailor Moon in der ersten Staffel. Ab Staffel 2 übernahm Inez Günther die Rolle.
Für mich bleibt Sabine Bohlmann deshalb untrennbar mit dem ursprünglichen Bunny verbunden. Ihr Spiel passte für mich genau zu dieser tollpatschigen, ständig weinenden und gleichzeitig liebenswerten Figur.
Auch Luna, Tuxedo Mask und weitere Figuren hatten im Laufe der Serie teilweise unterschiedliche Sprecher. Dadurch kann man beim erneuten Anschauen manchmal sofort feststellen, aus welcher Phase der Serie eine Szene stammt.
Synchronkartei mit den deutschen Besetzungs- und Produktionsangaben
Sailor Moon und der Anime-Boom der Neunziger
Sailor Moon war nicht einfach nur irgendeine Zeichentrickserie. Zusammen mit anderen großen Anime-Produktionen trug die Serie wesentlich dazu bei, dass japanische Animation in Deutschland einem großen Publikum bekannt wurde.
Die Kombination aus fortlaufender Handlung, wiederkehrenden Figuren, Verwandlungen, Sammelcharakter der Kräfte und Gegenstände sowie einer großen Merchandising-Welt machte Sailor Moon zu einem Phänomen.
Die Serie wurde später bei verschiedenen deutschen Sendern wiederholt. Dadurch konnten immer wieder neue Generationen Bunny, Luna und die Sailor-Kriegerinnen kennenlernen.
Dass Toei die Serie heute weiterhin als international bedeutende Marke führt, zeigt, wie langlebig das Konzept ist. Die klassische Serie wurde in zahlreiche Länder verkauft und gehört noch immer zum internationalen Sailor-Moon-Katalog.
Sailor Moon heute im Streaming
Lange Zeit war es in Deutschland gar nicht so einfach, die komplette klassische Serie legal und bequem zu sehen. Das hat sich inzwischen deutlich verändert.
Animation Digital Network, kurz ADN, hat die komplette klassische Saga nach Deutschland gebracht. Dort sind alle fünf Staffeln mit insgesamt 200 Episoden verfügbar – sowohl in der japanischen Originalfassung mit Untertiteln als auch mit deutscher Synchronisation.
Damit kann man heute tatsächlich die komplette Reise von der ersten Folge bis zu Sailor Moon Sailor Stars am Stück erleben.
ADN – Sailor Moon kommt mit allen fünf Staffeln nach Deutschland
ADN – Sailor Moon Sailor Stars im Stream
ADN bietet seine Inhalte in HD an und unterstützt unter anderem Smartphone, Tablet, Browser und PlayStation 5. Je nach Verfügbarkeit stehen deutsche Synchronisationen zur Verfügung. Das Angebot ist werbefrei und unterstützt außerdem einen Offline-Modus.
Informationen zum aktuellen ADN-Angebot
Sailor Moon auf DVD und Blu-ray
Auch für Sammler gibt es gute Nachrichten. Die klassische Serie wird erneut als Gesamtausgabe auf DVD und teilweise erstmals beziehungsweise erneut auf Blu-ray veröffentlicht.
Die aktuellen Veröffentlichungen werden von Crunchyroll beziehungsweise dem Crunchyroll-Vertrieb angeboten. Dabei erscheinen die Staffeln als Steelbook-Gesamtausgaben.
Die erste Staffel wird als DVD-Steelbook veröffentlicht. Für die zweite Staffel Sailor Moon R ist ebenfalls eine DVD-Steelbook-Gesamtausgabe vorgesehen.
Für die späteren Staffeln gibt es außerdem Blu-ray-Veröffentlichungen. Die dritte Staffel Sailor Moon S umfasst die Episoden 90 bis 127 und wird in remasterter HD-Qualität angeboten. Die vierte Staffel SuperS umfasst die Episoden 128 bis 166. Die fünfte Staffel Sailor Moon Stars enthält die Episoden 167 bis 200.
Die Veröffentlichungstermine können sich bei solchen Vorbesteller-Artikeln noch verändern. Deshalb sollte man für den aktuellen Stand direkt beim offiziellen Vertrieb nachsehen.
Aktueller Crunchyroll-Produktkatalog mit den Sailor-Moon-Veröffentlichungen
Sailor Moon Stars – 5. Staffel – DVD Steelbook
Damit gibt es heute wieder die Möglichkeit, die komplette klassische Serie nicht nur zu streamen, sondern sie auch physisch ins Regal zu stellen.
Warum Sailor Moon auch heute noch funktioniert
Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Start des japanischen Mangas und mehr als drei Jahrzehnte nach Beginn des klassischen Anime ist Sailor Moon noch immer bekannt.
Das liegt nicht nur an den Verwandlungen oder an den großen Kämpfen. Die Figuren sind der eigentliche Kern der Geschichte.
Bunny ist keine perfekte Heldin. Sie macht Fehler, ist faul, hat Angst, weint, beschwert sich und möchte manchmal am liebsten überhaupt nicht kämpfen. Trotzdem übernimmt sie Verantwortung.
Auch die anderen Figuren haben Schwächen und persönliche Geschichten. Freundschaft ist nicht einfach nur ein Schlagwort, sondern wird immer wieder auf die Probe gestellt.
Dazu kommen Liebe, Verlust, Hoffnung und die Frage, wie weit man gehen darf, um andere zu schützen.
Genau diese Mischung sorgt dafür, dass Sailor Moon mehr ist als eine reine Kinderserie.
Mein persönlicher Blick zurück
Wenn ich heute an Sailor Moon zurückdenke, erinnere ich mich nicht nur an die Kämpfe und Verwandlungen. Ich erinnere mich vor allem an das Gefühl, das die Serie damals vermittelt hat.
Ich fand es faszinierend, dass eine Serie über Mädchen und ihre besonderen Kräfte so viele unterschiedliche Themen miteinander verbinden konnte. Damals hätte ich das wahrscheinlich einfach als Mädchen-Anime bezeichnet. Heute weiß ich, dass der richtige Begriff Mahō Shōjo beziehungsweise Magical Girl ist.
Ich mag die Serie gerade wegen ihrer Mischung. Sie kann unglaublich lustig sein, dann wieder traurig und emotional werden und kurze Zeit später kommt schon wieder irgendeine völlig verrückte Geschichte.
Die erste Staffel hat für mich einen besonderen Zauber, weil damals alles neu war. Bunny, Luna, Tuxedo Mask, die ersten Sailor-Kriegerinnen, die ersten Verwandlungen und die ersten Gegner. Man wusste noch nicht, wohin sich die Geschichte entwickeln würde.
Meine Lieblingsstaffel bleibt trotzdem Sailor Moon S. Die neuen Kriegerinnen, die Talismane, der Heilige Gral, Sailor Pluto, Hotaru und die gesamte düstere Atmosphäre machen diese Staffel für mich besonders.
Und natürlich gehört für mich auch die erste deutsche Stimme von Bunny dazu. Wenn Sabine Bohlmann Bunny spricht, ist für mich sofort dieses ursprüngliche Sailor-Moon-Gefühl wieder da.
Auch die vielen neuen Gegenstände finde ich heute noch amüsant. Bunny bekommt im Laufe der Serie immer wieder neue Broschen, Stäbe und Kräfte. Kaum denkt man, jetzt hat sie endlich ihre endgültige Ausrüstung, kommt schon wieder die nächste Entwicklung.
Den ersten Moon Stick beziehungsweise das erste Mondzepter mag ich dabei besonders. Es gehört für mich zu dieser ursprünglichen Phase der Serie und hat deshalb einen ganz eigenen Erinnerungswert.
Und natürlich dürfen Luna und Artemis nicht fehlen. Die beiden Katzen gehören für mich genauso zu Sailor Moon wie Bunny selbst. Später kommt Diana dazu, wodurch die Katzen-Familie noch einmal eine ganz eigene Geschichte bekommt.
Wenn ich heute die klassische Serie wiedersehe, merke ich außerdem, dass gerade die Füllepisoden einen großen Teil des nostalgischen Gefühls ausmachen. Man muss nicht immer nur die große Handlung verfolgen. Man kann einfach eine Folge anschauen und sich wieder in diese Welt hineinversetzen.
Eine Serie, die Kindheit und Gegenwart verbindet
Sailor Moon ist für mich deshalb nicht einfach nur ein Anime aus den Neunzigern. Die Serie ist ein Stück Kindheit und Jugend.
Damals war es für mich etwas Neues und Besonderes, heute kann ich die Serie mit einem anderen Blick betrachten. Ich sehe inzwischen die Entwicklung des Magical-Girl-Genres, die Unterschiede zwischen Manga und Anime, die Veränderungen der Synchronisation und die technischen und erzählerischen Entwicklungen über fünf Staffeln hinweg.
Gleichzeitig bleibt das ursprüngliche Gefühl bestehen.
Genau das ist wahrscheinlich die größte Stärke eines Klassikers: Man kann älter werden, aber bestimmte Serien schaffen es trotzdem, einen für einen Moment wieder in die eigene Kindheit zurückzubringen.
Sailor Moon gehört für mich eindeutig dazu.
Fazit
Sailor Moon ist eine der großen Mahō-Shōjo-Legenden der Neunziger. Aus einem Manga von Naoko Takeuchi entstand eine Anime-Serie, die weltweit Millionen Menschen erreichte und das Magical-Girl-Genre nachhaltig prägte.
Die klassische Serie erzählt über 200 Episoden hinweg die Geschichte von Bunny beziehungsweise Usagi und ihren Freundinnen. Von der ersten Begegnung mit Luna über das Dunkle Königreich, die Zukunft von Crystal Tokyo, Chibiusa, die Ereignisse von Sailor Moon S, Pegasus und die Traumwelt bis hin zu den Sailor Starlights und Sailor Galaxia entwickelt sich die Geschichte immer weiter.
Dabei verändert sich auch Sailor Moon selbst. Aus der tollpatschigen Schülerin, die zunächst kaum weiß, was sie eigentlich tun soll, wird eine immer stärkere Kriegerin. Ihre Verwandlungsbroschen, Stäbe, Kristalle und Angriffe werden immer mächtiger, bis sie schließlich als Eternal Sailor Moon ihre höchste Form erreicht.
Für mich bleibt aber gerade die erste Phase etwas Besonderes. Die erste Brosche, der erste Mondstab, Luna, Tuxedo Mask, die ersten Sailor-Kriegerinnen und die damalige deutsche Stimme von Sabine Bohlmann gehören zu den Erinnerungen, die ich mit meiner Kindheit verbinde.
Und genau deshalb funktioniert Sailor Moon auch heute noch. Die Serie hat Humor, Spannung, Freundschaft, Liebe, Trauer, Fantasy und Action. Sie kann albern sein und gleichzeitig ernst werden. Sie kann eine völlig verrückte Füllepisode erzählen und kurz danach eine Geschichte bringen, die emotional richtig unter die Haut geht.
Wer Sailor Moon nur als eine alte Zeichentrickserie aus den Neunzigern betrachtet, unterschätzt deshalb, was diese Serie eigentlich geschafft hat.
Sie hat nicht nur einen Anime-Boom mitgeprägt. Sie hat Figuren geschaffen, die bis heute wiedererkannt werden, eine ganze Generation begleitet und gezeigt, dass eine Heldin nicht perfekt sein muss, um stark zu sein.
Und wenn irgendwann wieder die Worte Mondstein, nimm ihn in die Hand und spür die Kraft erklingen, ist man vielleicht für einen kurzen Moment wieder dort, wo alles angefangen hat: bei Bunny, Luna und einer der größten Anime-Erinnerungen der Neunziger.
