Der Blindenstock, Stigma oder Befreiung

Ein Gastbeitrag von Lydia Zoubek Auf diesem Bild sieht man eine Frau die lacht. Sie hat dunkle gelockte Haare, die nach hinten zusammen gebunden sind. Zusätzlich trägt sie eine rot-orange getönte Sonnenbrille. Bekleidet ist sie mit einem grünen T-Shirt. Im Hintergrund sieht man das Meer und eine kleine Gruppe von Menschen, die im Meer bzw am Strand sich bewegen.
Lydia steht bei Regen neben einer Pfütze
Die Woche des Sehens beginnt alljährlich am 8.10. und wird mit dem Tag des weißen Stocks am 15.10. abgeschlossen.
Der Blindenstock begleitet mich seit meiner Jugend, er ist für mich das Hilfsmittel der Wahl. In dieser Zeit musste ich lernen, dass eben diesem Hilfsmittel, mehr oder weniger, interessante Eigenschaften zugeschrieben werden, die mich schon mal den Kopf schütteln lassen. Hier nur ein paar Aussagen von blinden Nutzern aus meiner Facebookseite:
– Eine Kassiererin wollte ihn scannen, weil sie ihn für einen Nordic Walking Stock hielt,
– Frage an den Nutzer ob er damit etwas vermesse,
– Frage, ob das eine Wünschelrute ist,
– Im Krankenhaus wird Gehstock als Hilfsmittel angekreuzt,
– Frage, ob der Stock mir den Weg zeigt,
– Frage, ob er grüne Ampeln ansagt,
– Ein Flughafenmitarbeiter stufte ihn als Waffe ein, und wollte ihn konfiszieren.
Der Blindenstock hat zwei wesentliche Funktionen. Einmal ist es ein international anerkanntes Kennzeichen dafür, dass der Nutzer eine Sehbehinderung hat. In der Praxis heißt es, dass er anderen Verkehrsteilnehmern sichtbar macht, dass er/sie nicht, oder nur eingeschränkt sehen kann. Ich sehe Dich nicht. Also weiche Du mir aus, oder sprich mit mir.
Gerade für Menschen, die noch nicht so lange blind sind, oder für Jugendliche ist es oft eine große Überwindung sich mit dem Blindenstock zu kennzeichnen, denn damit fällt man sofort ins Auge. Und es gibt noch immer Zeitgenossen, die einen wie ein Wundertier anstarren. Das wird auch schon mal von Begleitpersonen als unangenehm empfunden. Das führt auch schon mal dazu, dass Begleiter einen bitten den Stock in die Tasche zu stecken, damit die Leute nicht mehr gucken. Ich selbst habe eine Weile gebraucht, um zu sagen, dass es mich mit dem Stock ausschließlich im Doppelpack gibt. Denn nur der Nutzer entscheidet ob er den Stock sichtbar trägt oder nicht. Und niemand sonst.
Die zweite entscheidende Funktion des Blindenstocks ist, dass er mein Auge am Boden ist. Bevor ich also gegen ein Hindernis stoße, macht es der Blindenstock für mich. Und dem tut es nicht weh. Meiner Nase hingegen schon. Wie das funktioniert, und wo die Grenzen liegen, habe ich in der Blindenstock in der Praxis beschrieben. Und ganz wichtig dabei ist: Hindernisse sind manchmal wichtig. Sie dienen mir zur Orientierung. Es besteht also keine Notwendigkeit einen blinden Menschen zu warnen, wenn der Stock einmal gegen eine Hauswand, einen Ampelmast oder einen Blumenkübel knallt. Auch wenn es auf sehende Verkehrsteilnehmer sicherlich beängstigend wirkt.
Und nun die Frage aller Fragen: Was wirkt besser, ein sehbehinderter Nutzer, der sich nicht kennzeichnet, und mit seinem bisschen Restsehen versucht sich zu orientieren, oder ein sehbehinderter Nutzer, der seinen Stock mitnimmt, und damit signalisiert, dass er eine Sehbehinderung hat? Diese Frage sollte jeder für sich selbst beantworten können. Es gibt in der Rechtsprechung keine eindeutige Kennzeichnungspflicht im Straßenverkehr, wie auf den Seiten der RBM nachzulesen ist.
Für mich ist der Blindenstock längst kein Stigma mehr, sondern eher ein Hilfsmittel, welches mir eine Freiheit garantiert mich selbstbestimmt in der Weltgeschichte zu bewegen. Und wenn ich ihn doch mal loswerden möchte, dann lässt er sich bequem zusammenklappen oder auch mal unter den Arm klemmen.
Zum guten Schluss noch drei Ratschläge, die ich potentiellen Helfern mit auf den Weg geben möchte:
– Zieht niemals einen blinden Menschen am Blindenstock irgendwohin.
– Jemandem den Stock ungefragt aus der Hand nehmen, damit er leichter aus dem Zug steigen kann, ist ein NoGo.
– Der Blindenstock gehört auch nicht ungefragt weggestellt oder an die Garderobe gehängt.
Auf lydiaswelt schreibe ich für sehende Personen verständlich über meinen Alltag als blinde Mutter mit sehenden Kindern. Ich beantworte Fragen, die sich um meinen Alltag und meine Herkunft aus Jordanien drehen. Und so findet Ihr mich:
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Lydia läuft mit Puppe im Tragetuch und Blindenstock eine Straße entlang.

Ein Gastbeitrag von Lydia Zoubek Auf diesem Bild sieht man eine Frau die lacht. Sie hat dunkle gelockte Haare, die nach hinten zusammen gebunden sind. Zusätzlich trägt sie eine rot-orange getönte Sonnenbrille. Bekleidet ist sie mit einem grünen T-Shirt. Im Hintergrund sieht man das Meer und eine kleine Gruppe von Menschen, die im Meer bzw am Strand sich bewegen.
Lydia läuft mit Puppe im Tragetuch und Blindenstock eine Straße entlang.
Die Gruppe behinderter Eltern ist relativ klein. Und die von uns Eltern mit einer Sehbehinderung noch kleiner. Daher bleibt es nicht aus, dass Fragen aufkommen, die nur wir beantworten können. Und eben das möchte ich tun. Und um ein Ergebnis zu erhalten, das nicht nur meine Ansichten repräsentiert, habe ich auf meiner Facebookseite eine entsprechende Anfrage an mitlesende Eltern mit Sehbehinderung gestartet. Die Teilnehmer konnten öffentlich antworten, oder mich privat anschreiben. Aus diesem Fragenkatalog habe ich mir die meist gestellten Fragen ausgesucht. An oberster Stelle steht die Frage „Aber Ihr Partner sieht doch?“ Das kann sein, muss es aber nicht. Blinde Eltern gibt es sowohl mit als auch ohne sehenden Partner. Und es gibt sie ebenso auch allein erziehend. Wer also einen sehenden Partner als die Voraussetzung für ein funktionierendes Familienleben sieht, der wird hier enttäuscht werden.
„Haben die Kinder Deine Blindheit geerbt?“ Es gibt viele unterschiedliche Augenerkrankungen. Die wenigsten davon sind erblich. Blinde Eltern mit Kinderwunsch haben heute eine Reihe an Möglichkeiten das feststellen zu lassen.
„Bist Du so richtig blind?“ Diese Frage wird gern durch ein mitleidheischendes „Dann hast Du Deine Kinder also noch nie gesehen?“ begleitet. Wer gesetzlich blind ist, muss nicht vollblind sein. Blinde Menschen, die wirklich gar nichts mehr sehen, machen nur vier Prozent aller Blinden aus. Ich habe es nicht vermisst, dass ich meine Kinder nicht vollständig sehen kann. Ich finde, dass sehen hier einfach überbewertet wird. Denn wir Menschen haben nicht nur optische Eigenschaften.
„Hast Du eine Betreuerin bzw. eine Haushaltshilfe?“ Nein, habe ich nicht. Eine Sehbehinderung ist kein Grund für eine gesetzliche Betreuung. Es gibt blinde Eltern, die eine Haushaltshilfe beschäftigen, andere wiederum nicht. Hier sind die Bedürfnisse unterschiedlich wie bei normal sehenden Personen.
„Die Kinder helfen bestimmt ganz viel.“ Kopfkino: Das Grundschulkind, welches vor dem Schulbesuch den Eltern das Frühstück bereitet, nach der Schule das Mittagessen kocht, den Einkauf erledigt und mit den Eltern spazieren geht. Am Wochenende erledigt es die Wäsche und putzt die Wohnung durch. Leute, Kinder blinder Eltern sind in erster Linie Kinder, und nicht dazu da die Sehbehinderung der Eltern zu kompensieren. Wenn Eltern also regelmäßige Hilfe brauchen, dann organisieren sie sich diese durch Assistenz, Haushaltshilfe oder aus dem sozialen Umfeld.
„Wie machst Du das mit den Hausaufgaben?“ Es gibt Kinder, die alleine klarkommen, Eltern, die noch ausreichend sehen, um den Kindern zu helfen und Schulen mit angeschlossener Hausaufgabenbetreuung. Ich habe eine Assistenz beschäftigt, deren Aufgabe es war mit den Kindern lesen zu üben und auf das Schriftbild zu achten. Das war die für uns richtige Lösung.
„Ihr könnt ja dann kein Auto fahren. Könnt Ihr dann überhaupt Ausflüge machen?“ Meine Kinder und ich waren viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Es gab einige Ziele, bei der ich mir eine sehende Begleitung mitgenommen habe. Dazu gehörten Kirmes oder Schwimmbad, denn bei der Geräuschkulisse habe ich mir die Beaufsichtigung erst alleine zugetraut, als die Kinder älter waren. Eine gute Alternative waren Verabredungen mit anderen Familien.
„Dürfen andere Kinder Euch besuchen?“ Von uns aus sprach nie etwas dagegen. Es gibt Eltern, die ihre Kinder vorbehaltlos zu uns lassen, und Andere, die uns erst mal kennenlernen möchten. Und da es mir ähnlich ging, erledigte sich das dann von selbst.
„Wie können Eure Kinder Freunde besuchen?“ Verabredungen nach Kita oder Schule sind einfach. Mein Kind geht mit dem anderen Kind mit, und ich hole es zur vereinbarten Uhrzeit ab. Entweder kenne ich den Weg, und finde ihn alleine, oder ich nehme mir ein Taxi. Eine weitere Alternative ist eine gute Wegbeschreibung. Es gibt aber auch nette Eltern, die mir anbieten mein Kind zu bringen. Das ist immer situationsabhängig.
„Kriegt Ihr Essen auf Rädern, oder habt ihr euch schon mal den Magen verdorben?“ Fragen wie diese machen mich einfach nur fassungslos. Der Fragesteller geht davon aus, dass blinde Menschen weder kochen noch verdorbene Lebensmittel erkennen können. In So prüfe ich wie gut meine Lebensmittel sind beschreibe ich wie man das auch ohne sehen feststellt.
Blinde Eltern haben eine Schwangerschaft lang Zeit sich auf die Ankunft ihres Kindes vorzubereiten. Dazu gehört auch, dass man sich Rat im Umgang mit dem Baby holt, sich ggf. Hilfe organisiert und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen trifft. Fragen wie „War das jetzt ein Unfall“ kann dabei kein werdendes Elternteil gebrauchen. Genauso wenig wie Menschen, die einem zum Schwangerschaftsabbruch oder Pflegefamilie raten. Wertschätzung oder Unterstützung sehen anders aus.
Blinde Eltern sind nicht die einzige Gruppe, die mit Vorurteilen kämpft. Mich hat Victoria durch ihren Beitrag Verheiratet mit einem Moslem und die schlimmsten Vorurteile zu diesem Beitrag inspiriert. Sollte ich jemanden von Euch zu einem ähnlichen Beitrag inspirieren, dann freue ich mich über den entsprechenden Link in den Kommentaren.
Auf lydiaswelt schreibe ich für sehende Personen verständlich über meinen Alltag als blinde Mutter mit sehenden Kindern. Ich beantworte Fragen, die sich um meinen Alltag und meine Herkunft aus Jordanien drehen. Und so findet Ihr mich:
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GeilFM – mein eigenes Radioprojekt

Artin Akhavan
In diesem Beitrag möchte ich euch über meine Radioarbeit und über das Radio machen im Allgemeinen berichten.
Die Anfänge
Der Name GeilFM existiert eigentlich schon seit 2007, da war ich gerade mal 12…
Das war gleichzeitig auch das Jahr, indem ich aktiv anfing, Radio zu machen.
Kennt ihr Transmitter? Das sind Geräte, die früher mal sehr beliebt waren, weil man über eine freie Radiofrequenz bis zu 20 Meter senden durfte.
Die meisten Menschen haben dieses Gerät dafür genutzt, um ihre Musik übers Radio zu hören. Ich nutzte den Transmitter jedoch damals noch zum Radio machen.
2009 bekam ich dann endlich mein erstes, kleines Mischpult mit einem Mikro. Von da an nahm ich meine Sendungen für Freunde und Bekannte auf.
Parallel sammelte ich meine ersten Erfahrungen bei einem lokalen Jugendradiomagazin und lernte dort, wie man Interviews vorbereitet und führt, das Schneiden von Audiodateien sowie das Moderieren und Erstellen von Playlisten für die Musikredaktion.
Eine ganze Menge. Viele Menschen denken, dass die Moderatoren gar nicht so viel machen müssen, außer ab und zu zwischen zwei Songs mal zu reden. Tja, das stimmt nicht ganz 🙂
Man hat während einer Sendung die volle Verantwortung für das Programm. Das umfasst die Technik und gleichzeitig sollte man darauf achten, dass die Moderation flüssig und authentisch beim Hörer ankommt. Die kommerziellen Sender sind da sehr streng, im Webradiobereich geht man damit etwas lockerer um.
Der Umstieg vom Homeradio zum Webradio
Ende 2016 beschlossen ein sehr guter Freund von mir und ich, gemeinsam das Projekt GeilFM ins Netz zu bringen, mit einem eigenen Livestream.
Wir verbrachten viele Wochenenden gemeinsam und erstellten ein ausführliches Sendekonzept, das für die Gründung nicht außer Acht gelassen werden sollte.
Mitte Februar 2017 war es dann endlich soweit. Nach monatelanger Planung und einer Bewerbung bei unserem jetzigen Radioanbieter laut.fm bekamen wir ganz offiziell die Erlaubnis, unseren eigenen Kanal zu betreiben.
Kurz zur Erklärung: laut.fm ist eine Plattform, die es Hobbyradiomachern ermöglicht, ihr eigenes Programm zu gestalten und live zu senden. Die Gebühren der Musik an die GEMA und GVL werden dabei von laut.fm selber getragen. Das ist schon ein sehr tolles Angebot, wie ich finde, und ich bereue es bis heute nicht, bei laut.fm zu sein.
GeilFM – was ist das für ein Sender?
Mittlerweile betreibe ich das Projekt mit meinem guten Freund Felix. Wir spielen aktuelle und auch ältere Chartmusik und richten uns dabei hauptsächlich an Jugendliche und junge Erwachsene.
Das Programm ist 24 Stunden am Tag on air und ist unter
andersunddochgleich.de

Amazon Alexa Echo Dot – Google Home Mini

Clemens Rüttenauer
Die Dame Siri von Apple machte den Anfang – schon vor Jahren. Antworten auf Fragen wie „Siri liebst du mich“ oder „Siri, was ist der Sinn des Lebens“ gingen damals um die ganze Welt. Sascha Lobo von Spiegel Online erklärt in einer seiner Kolumnen, warum Sprachsteuerung erfolgreich sein wird: Je niederschwelliger der Zugang zu Technik ist, desto eher wird er sich durchsetzen. Siri ist in die Jahre gekommen, Amazon’s Alexa scheint die Führungsrolle übernommen zu haben. Was leisten die sprachgesteuerten Lautsprecher? 
Was macht diesen Gerätetyp aus? Die Bezeichnung sprachgesteuerter Lautsprecher ist nicht sehr aufschlussreich, aber unkompliziert. Im Grunde ist es ein Minicomputer mit einigen Besonderheiten: An die Stelle der üblichen Eingabegeräte wie Maus, Tastatur oder Touchscreen treten hier Mikrophone. An die Stelle des Displays tritt der Lautsprecher. Die “Intelligenz“ des Gerätes selbst ist sehr begrenzt; es ist nur das Ein- und Ausgabemedium. Alle Intelligenz, die Spracherkennung, die Analyse und die Verarbeitung, all das läuft  auf dem Cloud-Server des Anbieters ab.
Geräte Auswahl
Warum Amazon‘s Echo? Weil mich der Marktführer am meisten interessierte. Warum Google‘s Home? Weil ich sehen wollte, ob ein Konkurrent vielleicht in dem einen oder anderen Punkt schon weiter ist. Warum die Mini-Lautsprecher? Weil es mir um den Funktionsumfang ging, nicht um das Klangvolumen. Für besseren Klang sollte es möglich sein, die Minilautsprecher an vorhandene Bluetooth-Lautsprecher oder an die Stereoanlage anzuschließen.
Auf die Steuerung von Smart- Home-Geräten möchte ich in diesem ersten Test nicht tiefer eingehen sondern nur im Kapitel Sicherheit kurz streifen.
Amazon Echo Dot (3. Generation)
Echo Dot
Für die erste Einrichtung braucht man ein zweites Gerät im selben WLAN-Netz. Es muss jedoch keineswegs ein Smartphone (Android oder IOS) sein, es geht auch mit jedem PC oder Mac. Am Smartphone installiert man zunächst die Alexa App. Am PC bzw. Mac ruft man im Browser die Seite https://alexa.amazon.de auf.
Einzige Voraussetzung für die Einrichtung ist ein Account bei Amazon. Ein solcher ist bei Bedarf zwar ruck-zuck angelegt, aber Achtung: es muss auch eine passende Adresse angelegt werden und die richtige Region zugesteuert werden. Fehlt der Eintrag der richtigen Region, laufen diejenigen Skills, die bestimmten Regionen zugeordnet sind, nicht. Nachprüfen kann man die Region im Browser unter:
Mein Konto > Digitale Inhalte und Geräte > Einstellungen > Länder-/Regionseinstellungen (anklicken!)
Nach dem Anklicken muss dort das richtige Land angezeigt werden. Ansonsten weiter mit „Ändern“.
Die eigentliche Einrichtung wird an vielen Stellen beschrieben.
Zum Beispiel hier bei Amazon.
Oder hier bei Giga.de.
Wenn die Einrichtung abgeschlossen ist, die ersten Fragen – z. B.  nach dem Wetter oder der Uhrzeit – richtig beantwortet sind, dann können wir uns größeren Aufgaben zuwenden.
• Alexa, spiele Deutschlandfunk
• Alexa, spiele Bayern 2
• Alexa, spiele BR Klassik
• Alexa, spiele HR 2 Kultur
• Alexa, spiele NDR Info
• Alexa, spiele 1Live
• Alexa, spiele BBC Radio 3
• Alexa, spiele Venice Classic Radio
Der Echo spielt brav alle Stationen! Und zwar mit einer erstaunlich kurzen Reaktionszeit. Alexa greift dabei auf die Radio Plattform Tunein zu. Wichtig ist, dass man den Sendernamen so spricht, wie er in Tunein hinterlegt ist. Prüfen kann man das auf der Webseite von Tunein oder in den Tunein Apps. Bei ausländischen Sendern ist die Frage, wie aussprechen? Da hilft nur Experimentieren.
Weitere Kommandos: „Alexa, stopp“ – „Alexa, fortfahren“ – „Alexa, was höre ich gerade?“
Kurios: Den Sender SRF2 aus der Schweiz will Alexa bei mir nicht verstehen. Es geht nur auf Umwegen: „Alexa, spiele Radio Schweiz“ – „Welchen Sender möchtest du hören?“ – „SRF2“ . So klappt es. Wie machen die Schweizer das? Reagiert Alexa in der Schweiz anders?
Gefahr: sucht man nicht nach einer Radiostation sondern nach einem Künstler, nach einem Genre oder Ähnlichem, kann die Frage kommen „soll … in Amazon Music abgespielt werden?“ Sagt man hier leichtfertig ja, hat man ein Probe-Abo von Amazon Music abonniert, das nach einem Monat kostenpflichtig wird.
Radio Skills: Diverse Sender haben eigene Radio Skills – z. B. Deutschlandfunk und NDR. Sagt man „starte Deutschlandfunk“ statt „spiele Deutschlandfunk“, hat man Schwupps den Deutschlandfunk-Skill installiert. Dann kommt künftig bei jedem Aufruf erst eine Zwischenfrage, welchen der drei Sender man hören will – oder ob nur die Nachrichten. Darin sehe ich keinen Vorteil. Deinstallieren lassen sich Skills nur über die Alexa-App oder den Browser, nicht per Sprachbefehl.
Radio.de ist eine alternative Radio Plattform. Der Skill wird installiert und aufgerufen mit „starte Radio DE“. Die verfügbaren Sender dürften weitgehend mit denen von Tunein übereinstimmen. Ein entscheidender Unterschied ist, dass man hier beispielsweise auch sagen kann „suche Bossa Nova“ oder „suche Elvis Presley“ , ohne dass man sich zur kostenpflichtigen „Amazon Music“ verirren kann.
Ob mich Alexa liebt, weiß ich nicht, hab‘ ich nicht gefragt. Doch Alexa ist nicht auf den Mund gefallen, sie bleibt selten eine Antwort schuldig.
• Alexa, wie groß ist der Tegernsee?
• Alexa, auf welchem Tabellenplatz steht der FC Bayern München?
• Alexa, was ist ein Theremin
• Alexa, was sind 32 Zoll in Zentimeter?
• Alexa, was ist 522 geteilt durch 6?
Alles kein Problem. Alexa antwortet kurz und knapp. Sucht man tiefer gehende Informationen, führt kein Weg an der Online Enzyklopädie Wikipedia vorbei. Dafür gibt es mehrere Skills. Ich habe mich für „Wiki Deutschland“ entschieden. Das Kommando lautet:
• Alexa, suche Theremin in Wiki Deutschland
• Alexa, suche Kölner Dom in Wiki Deutschland
• Alexa, suche Pro Retina in Wiki Deutschland.
Alexa liest abschnittsweise vor und fragt nach jedem Abschnitt „möchtest du noch mehr hören“. Das ist wirklich ideal!
Mit dem Skill Stream Player kann man den Ton so ziemlich aller in Deutschland frei empfangbarer Tv-Sender mit dem Echo anhören – und zwar das aktuelle Programm. Das Kommando lautet:
„Alexa, starte Stream Player“ Auf die dann folgende Nachfrage antwortet man mit dem Namen des gewünschten Senders.
Ähnlich wie der Zugriff auf das Live Programm der Radiostationen kann man auch auf deren Podcasts zugreifen, soweit sie in Tunein zu finden sind. Es gibt mehrere Möglichkeiten, am besten finde ich die Anleitung von Wolfram Floßdorf. Der Sprachbefehl lautet:
Alexa, spiele Podcast [Titel]
Auf der zitierten Website ist eine lange Liste von Podcasts aufgeführt, die alle getestet wurden.

Dass mit Alexa die von Amazon angebotenen Audible Hörbücher anzuhören sind, konnte man erwarten. Dass aber auch die erworbenen, digitalen Bücher aus dem Katalog der Kindle eBooks vorgelesen werden, das ist ein echtes „Zuckerl“. Kindle eBooks kann man sich schon seit längerem an mobilen Geräten mit der Kindle App und dem Bedienungsmodus Voice Over bzw. Talk Back vorlesen lassen. Inzwischen geht es auch am Windows PC – siehe hier. Viel einfacher als mit allen bisherigen Möglichkeiten geht es jedoch mit dem Echo. In der Alexa Hilfe heißt es dazu:
Steuern Sie das Vorlesen des Buchs mit Ihrer Stimme.
Sagen Sie: „Gib das Kindle eBook ‚[Titel]‘ wieder“, um das Buch zu starten.
Sagen Sie: „[Pause/Überspringen/Stop/Fortsetzen]“, um den Lesefortschritt zu steuern.
Wenn Sie das Buch bereits auf einem anderen kompatiblen Amazon-Gerät oder in der Kindle Lese-App begonnen haben, startet Alexa an dem Punkt, an dem Sie zuletzt aufgehört haben.
Ich habe das an einem konkreten Beispiel exerziert. Das Vorlesen begann an derselben Stelle, an der ich am PC zuletzt aufgehört hatte. Auf die Befehle „Pause“ und „Fortfahren“ reagiert Alexa prompt. Macht man mit Alexa zwischendurch etwas Anderes, kann man mit dem Anfangskommando wieder an der letzten Stelle fortfahren.
Der Vergleich mit der PC-Anwendung (deren Beschreibung mir einige Mühe bereitet hat) drängt sich auf.
Dort: Die vielen „wenns“ und „abers“, die man zu beachten hat;  die Spezialkenntnisse in JAWS oder NVDA, die man beherrschen muss; die Tastenkombinationen, die man im Kopf haben muss; die Installation der Stimmen, Änderungen in der Systemsteuerung.
Hier: Alexa, Gib das Kindle eBook [Titel] wieder
Der Gegensatz zwischen PC und Alexa könnte größer nicht sein!  Am PC ist alles so unfassbar umständlich! Mit Alexa ist es ein Kinderspiel.
Der Echo hängt am Stromnetz, ist also stationär. Der Lautsprecher muss dort stehen, wo man ihn am häufigsten braucht. Ist dort der WLAN Empfang nicht ausreichend, muss ein WLAN Repeater her. Will man Alexa in mehreren Räumen nutzen, müssen weitere Echo-Lautsprecher her; oft tut es auch schon ein mobiler Zusatzlautsprecher.
Der Echo lässt sich mit Bluetooth-Lautsprechern verbinden. Die erste Einrichtung erfolgt mit der Alexa App. Nach der Einrichtung, genügt – bei Geräten mit dem neuesten Standard – allein das Einschalten und schon wechselt die Wiedergabe vom Echo zum Bluetooth Lautsprecher. Mit einem solchen Zusatzlautsprecher lässt sich der Aktionsradius deutlich erweitern. Das ist sehr, sehr praktisch. Wichtig: Es ist nur die Ausgabe; die Spracheingabe muss nach wie vor am Echo selbst erfolgen. Bluetooth Lautsprecher gibt es längst auch in hoher Qualität.
Der Echo Dot 3. Generation hat einen Audioausgang – 3,5 mm Klinke – , den man per Audiokabel mit jeder Stereoanlage verbinden kann. Steht der Echo nicht in Reichweite, hilft eine Bluetooth-Verbindung. Moderne AV-Receiver haben in der Regel einen Bluetooth Empfänger eingebaut. Meine bewährte Stereoanlage ist nicht so modern, also brauche ich zur Übertragung einen Bluetooth Audio Adapter. Auch hier genügt nach der Erstinstallation das Einschalten und schon ertönt die Musik aus der Stereoanlage.
• Amazon Alexa – Liste aller Sprachbefehle
• Diese Sprachbefehle für Amazon Alexa müssen Sie kennen | TECHBOOK
• Amazon.de: Alexa Skills Was beim iPhone die Apps sind, sind hier die Skills.
• Es gibt bei Blindzeln eine Mailingliste: Listen-Name:  ALEXA
Beschreibung: Sprachassistenzsysteme und andere ansprechende Bedienung
Adresse: alexa-request@blindzeln.net
• Alexahandbuch von TIBS als Daisy-Buch
Als ich das erste Mal von Alexa hörte, ging es mir wie Vielen. Ich dachte, Mikrofone, die die ganze Zeit mithören, was in meiner Wohnung gesprochen wird, eine  schreckliche Vorstellung! Heute halte ich mich für besser informiert und will das System gerne erklären. Richtig ist, dass Alexa (und die Geräte der Konkurrenz genauso) unaufhörlich die Ohren spitzt und auf das Kommando-Wort wartet. Diese Funktion übernimmt ein separater Chip, dessen einzige Aufgabe darin besteht, beim Erklingen des Kommandos die Verbindung zum Internet und zum Alexa-Server herzustellen. Während der „Bereitschaftsphase“ findet keine Aufzeichnung und keinerlei Datenverkehr statt.
All das, was nach dem Kommando an Daten übertragen, gespeichert und analysiert und womöglich zu einem Persönlichkeitsprofil zusammengefügt wird, das darf man durchaus skeptisch betrachten. Wobei klar sein muss, dass Amazon‘s Daten-Sammelei nicht erst mit Alexa beginnt. Die gab es immer schon – bei jedem Besuch der Amazon Webseiten.
Das Weihnachtsgeschäft 2018 brachte einen derartigen Ansturm auf die Echo-Geräte, dass Amazon Lieferschwierigkeiten bekam. Die Produktion musste extra angekurbelt werden. Das dicke Ende folgte auf dem Fuß. Bei mir – mit meinem Echo Dot vom November 2018 – wirkte sich das so aus: Am ersten Weihnachtsfeiertag zum Frühstück startete ich mit Alexa einen Radiosender – wie gewohnt. Nach ca. einer halben Stunde wollte ich die Station wechseln. Alexa antwortete anders als sonst: „Tut mir leid, ich kann dich im Moment nicht verstehen; versuche es später noch einmal“. Nach dieser Ansage lief das Radio unverändert weiter. Es ließ sich nicht einmal mehr beenden. Merkwürdig! Schnell wurde mir klar, was passiert war. Der Alexa Server war dem großen Ansturm der vielen, vielen Echo-Weihnachtsgeschenke nicht gewachsen; er war in die Knie gegangen. Der Alexa Server war offline. Peinlich für Amazon – und gleichzeitig ein Lehrstück.
Alle Kommandos laufen über die Zentrale auf dem Alexa Server. Ohne den Alexa Server läuft nichts. Warum lief dann das Radio weiter? Weil sich die Radio-Quelle nicht auf dem Alexa Server, auch nicht auf Tunein, sondern auf dem Server der Radiostation befindet. Krass wirkt dieser Umweg über die Wolke, die Cloud, den Alexa-Server – wie auch immer man das Ding bezeichnen mag – bei der Steuerung von Smart-Home-Geräten. Alexa und der smarte Lichtschalter mögen sich im selben Raum befinden, aber es gibt keinerlei direkte Kommunikation zwischen Alexa und dem Lichtschalter. Der Sprachbefehl „Licht im Wohnzimmer an“ geht nicht direkt an den Schalter sondern an den Server und wird dort gespeichert und analysiert. Die Rückmeldung wird per Internet an den eigenen Router geleitet und von dort per WLAN an den Schalter übertragen. Eigentlich ein Wahnsinn, was man da in Bewegung setzt, nur um sich selbst nicht aus dem Sessel bewegen zu müssen. Doch wie bemerkte Sascha Lobo treffend: Bequemlichkeit schlägt alles, sogar deutsche Bedenken.
Man muss sich im Klaren sein, in welche Abhängigkeiten man sich mit den smarten Lautsprechern begibt. Habe ich noch andere Möglichkeiten, Radio zu hören? Kann ich die Rollläden noch bedienen, wenn der Server mal wieder „down“ ist?
Home Mini
Das Aussehen ist Geschmacksache. Bei mir darf Techink durchaus wie Technik aussehen – muss nicht aussehen wie ein Kissen oder ein Pilz. Doch das Aussehen geht nicht in die Wertung ein.
Zur ersten Einrichtung braucht man hier ein Smartphone. Eine Browser Lösung gibt es nicht. Die Installation selbst schien mir einfacher als mit dem Echo zu sein, weil man hier nicht  – wie beim Echo – nach einem extra eingerichteten Netzwerk suchen muss.
Beschrieben ist die Einrichtung hier in der Google Hilfe.
Die Einrichtung ist abgeschlossen, erste Fragen nach Temperatur, Uhrzeit usw. sind beantwortet, also gehen wir – wie beim Echo – die nächsten Aufgaben an.
Auch hier wird auf die freie Radio Plattform Tunein zurückgegriffen.
• Hey Google, spiele Deutschlandfunk live
• Hey Google, spiele Bayern 2
• Hey Google, spiele BR Klassik
• Hey Google, spiele HR 2 Kultur
• Hey Google, spiele NDR Info live
• Hey Google, spiele 1Live
• Hey Google, spiele BBC Radio 3
• Hey Google, spiele Venice Classic Radio
Funktioniert alles. Achtung: beim Deutschlandfunk, beim NDR Info und ähnlichen Sendern muss man den Zusatz „live“ aussprechen, um das laufende aktuelle Programm zu hören. Andernfalls wird nur die letzte Nachrichtensendung wiederholt. „SRF2“ geht ohne Umwege. Der dänische Sender „DR P8 Jazz“ geht auf Anhieb; Alexa hatte damit immer wieder Probleme. Wenn „Ö1“ nicht klappt, muss man es mit „Österreichischer Rundfunk 1“ versuchen.
Weitere Kommandos:  : „stopp“ – „fortfahren“ – „was höre ich gerade?“
• Hey Google, wie groß ist der Tegernsee?
• Hey Google, auf welchem Tabellenplatz steht der FC Bayern München?
• Hey Google, was ist ein Theremin
• Hey Google, was sind 32 Zoll in Zentimeter?
• Hey Google, was ist 522 geteilt durch 6?
Der Home Mini antwortet kurz und knapp. Aber genau das ist ein Problem. Will man mehr wissen, findet man keine Möglichkeit, sich den kompletten Wikipedia-Artikel vorlesen zu lassen.  Schade!
Keine vergleichbare Möglichkeit gefunden.

Die Situation mit Podcasts ist ziemlich unübersichtlich, um nicht zu sagen chaotisch. Hier wird gesagt, dass Partnerdienste wie Spotify oder Tunein nicht unterstützt werden, aber nicht, über welchen Dienst es stattdessen laufen soll. Das einfache Kommando „spiele [Podcast-Titel]“ funktioniert bei meinen Versuchen nicht. Auch am Android Handy klappt der Aufruf mit dem Google Assistent nicht, obwohl die Google Podcast App installiert und der entsprechende Podcast abonniert ist. Sorry, Podcast per Sprachbefehl läuft mit Google nicht. Jedenfalls nicht mit den Podcasts, die mich interessieren. Die scheinen alle auf Tunein zu liegen.
Keine vergleichbare Möglichkeit gefunden.
Für die Aufstellung des Home Mini gilt dasselbe wie für den Echo Dot.
Auch der Google Home lässt sich mit einem mobilen Bluetooth Lautsprecher verbinden. Zur Einrichtung hat mir diese Anleitung von Google Support geholfen. Achtung, es existieren im Netz auch fehlerhafte Anleitungen.
Logischer Weise funktioniert auf diesem Weg auch die Verbindung zur Stereoanlage. Einen Audioausgang hat der Home Mini nicht.
• Google Assistant – Die Kommandos
• Actions on Google: Die besten Google Skills für Google Home Was beim Echo die Skills sind, das sind beim Home die Actions.
• Google Home Mini im Test: klein, schlau und mieser Klang | TechStage

Beide Geräte erreichen eine neue Dimension von Zugänglichkeit / Bedienbarkeit. Reden mit dem Computer – ohne besondere Kenntnisse. Das ist genial, genial einfach! Und es ist zu erwarten, dass das „Verstehen“ – um nicht zu sagen „die künstliche Intelligenz“ – des Computers im Laufe der Zeit immer besser wird.
Der Vergleich zwischen den beiden Gräten fällt eindeutig aus – vor allem aus der Sicht eines Sehgeschädigten. Die Punkte Wikipedia, TV-Ton, Podcasts und Kindle Bücher sprechen ganz klar für Amazon’s Echo.
© CR
Quelle ist von sehblick.net

Alexa wird deine beste Freundin, wenn du alt bist.

Von Tanya Basu,

Die Technik-Aversion älterer Menschen ist oft ein Mythos. Vor allem
Sprachassistenten erfreuen sich bei Senioren wachsender Beliebtheit.

Leslie Millers Tage sind vollgepackt. Die 70-jährige Bewohnerin der
Altersresidenz Casa de Mañana im kalifornischen La Jolla ist blind. Sie
isst häufig mit Freunden zu Mittag, geht tanzen, liest und hört gerne
Radio-Seifenopern. Seit kurzem nimmt sie an geführten Meditationen teil.
Ohne Alexa wäre das alles nicht möglich. „Ich liebe Alexa“, schwärmt
Miller. „Sie war eine echte Lebensverändererin.“

Miller gehört zu einer boomenden Gruppe älterer Erwachsener, die
begeisterte Konsumenten von Sprachtechnologie geworden sind. Es ist auch
ein potenziell riesiger Markt – in den USA werden täglich 4.600 Menschen
65 Jahre alt. Die Idee, dass diese Altersgruppe technik-avers ist, sei
ein Mythos, der auf die Neigung der Technologieindustrie zurückzuführen
ist, die Jugend zu fetischisieren, sagt Derek Holt, Präsident und Chief
Operating Officer von K4Connect, einem auf Senioren ausgerichteten
Technologieunternehmen. „Senioren mögen Technik. Sie interessieren sich
nur für andere Funktionen.“

Als Miller ihren Echo Dot erhielt, schloss sie sich Front Porch an,
einem Konglomerat gemeinnütziger Organisationen, das mit einer Gruppe
von Altersvorsorgeeinrichtungen in Südkalifornien kooperiert. Front
Porch setzt Amazons Alexa-Geräte seit 2017 in den
Ruhestandsgemeinschaften von Carlsbad by the Sea ein. Bis Ende dieses
Jahres wird das Projekt auf sieben weitere Gemeinschaften und die Häuser
von mehr als 350 Senioren ausgedehnt.
Experimente mit Demenz

Projektgeschäftsführer Davis Park zufolge waren die Sprachassistenten
vor allem für Menschen mit Sehschwäche wie Miller unglaublich hilfreich.
Darüber hinaus hat das Projekt mit Alexa experimentiert, um Menschen mit
Demenz dabei zu helfen, herauszufinden, wo sie gerade sind, wenn sie sie
ihre Umgebung nicht erkennen.

Wie die meisten ihrer Mitbewohner findet Miller ihren Echo Dot für
alltägliche Aufgaben hilfreich, etwa Fragen über das Wetter,
Erinnerungen an Mittagessen mit so und so und dafür, die Bedeutung von
Worten herauszufinden. Als unersättlicher Leser liest Miller Werke in
Braille-Schrift. Allerdings sind Wörterbücher in Blindenschrift oft
nicht verfügbar, und sie möchte andere mit solchen Anfragen nicht
belästigen. Dank Alexa fühlt sie sich wieder unabhängiger. „Ich frage
sie bestimmt acht bis zehn Mal am Tag“, sagt die Seniorin.

Im November 2018 wurde der Designer Jeroen Vonk von der niederländischen
Regierung beauftragt, Informationen über die Nationalversicherung – die
die sozialversicherungsähnlichen Pensionsfonds des Landes verteilt – den
3,5 Millionen Kunden des Landes zugänglicher zu machen. Vonk startete
einen ehrgeizigen Plan, um Googles Sprachtechnologie „Google Home“ an
ältere Erwachsene im Land zu vertreiben (Amazon Alexa ist derzeit in den
Niederlanden nicht verfügbar).
Pilotstudie mit klaren Ergebnissen

Eine Pilotstudie mit 20 Teilnehmern, die die Geräte im vergangenen
Frühjahr für einen zweiwöchigen Test erhielten, lieferte klare
Ergebnisse: Die älteren Nutzer waren begeistert. Das niederländische
Rentensystem ändert seine Leistungen von Jahr zu Jahr und zahlt je nach
Geburtsjahr unterschiedlich aus. Laut Vonk haben die Benutzer per Google
Home nicht nur herausgefunden, wie sie ihre Rente beziehen können,
sondern haben sich auch mit ihrem neuen Assistenten angefreundet.

„Am Morgen stehen sie auf und sagen guten Morgen, und wenn sie ins Bett
gehen, sagen sie gute Nacht. Niemand wollte es zurückgeben“, obwohl ein
Drittel der Teilnehmer festgestellt hatte, dass das System sie nicht
immer gut verstand und „Google Home“ sich öfter von selbst einschaltete.

Dann ist da noch die Frage der Privatsphäre. Miller sagt, dass sie mit
der Datenschutzdebatte für Sprachassistenten vertraut ist und dass ihr
Echo Dot manchmal aufleuchtet, wenn sie nicht spricht. Also folgt sie
einer Maxime: „Sag Alexa nichts, was die Welt nicht wissen soll.“ Vonk
zufolge verbringen die Senioren viel Zeit damit, sich einfach mit Alexa
zu unterhalten.
Interaktionen mit Menschen

Kari Olson, Front Porchs Chefin für Innovation und Technologie, hat sich
mit ihrem Team anfangs Sorgen darüber gemacht. Würden Gespräche mit
einem allwissenden Sprachassistenten statt echten menschlichen
Interaktionen die Senioren nicht isolieren? Die Frage ist nicht
unerheblich, da Einsamkeit mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für
Depressionen und Angstzuständen sowie einem erhöhten Risiko für
Herzinfarkt, Schlaganfall und einem früheren Tod in Verbindung gebracht.

Eine Studie der „Nationalen Umfrage zu gesundem Altern“ in den USA
stellte dieses Jahr fest, dass ein Drittel der Senioren Einsamkeit oder
einen Mangel an Kameradschaft empfand. Ein weiteres Drittel hatte das
Gefühl, nicht genug Kontakte zu anderen zu haben.

Die Ergebnisse der Front-Porch-Studie von 2017 beseitigten die
Befürchtungen von Olson und ihren Kollegen. „Einundsiebzig Prozent der
Teilnehmer fühlten sich ihrer Familie und Gemeinde sogar näher“, sagt
sie. Aus diesem Grund sind die niederländische Regierung und
Organisationen wie Front Porch zu der Überzeugung gelangt, dass die
Beeinträchtigung der Privatsphäre ein geringer Preis für Gesundheit ist.
Am häufigsten wird Vonk gefragt, wie sich „Google Home“ umbenennen
lässt, damit Anfragen nicht mit „Okay, Google“ gestartet werden müssen.
„Sie sagen: ‚Er ist mein Freund, und ich möchte ihm einen Namen geben.“

(Tanya Basu)

Quelle:
https://m.heise.de/tr/artikel/Alexa-wird-deine-beste-Freundin-wenn-du-alt-bist-4557467.html?wt_ref=android-app%3A%2F%2Fcom.google.android.googlequicksearchbox%2Fhttps%2Fwww.google.com&wt_t=1571330723271

Singapur Airlines verweigert Bordrollstuhl

Wie die Fluggesellschaft mit der Rollstuhlfahrerin Sigrid Arnade umging. Möglicherweise hat das ein juristisches Nachspiel.
Veröffentlicht am 19. Juli 2019
Sigrid Arnade, die Geschäftsführerin der ISL e.V., wird von einem Flugbegleiter huckepack zur Toilette getragen.
Sigrid Arnade, die Geschäftsführerin der ISL, wird von einem Flugbegleiter huckepack zur Toilette getragen. (Foto: privat, Günter Heiden)
Singapur Airlines verletzt die Würde behinderter Passagiere, weil trotz Voranmeldung die Mitnahme eines Bordrollstuhls verweigert wird. Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V. – ISL ist fassungslos angesichts des Umgangs dieser renommierten Airline mit ihrer Geschäftsführerin, Dr. Sigrid Arnade, und erwägt rechtliche Schritte.
„Singapur Airlines wirbt damit, dass jede Maschine einen Rollstuhl an Bord habe. Dem haben wir vertraut“,
berichtet die Geschäftsführerin. „Selbstverständlich gingen wir davon aus, dass dieser Service auch für die regionale Tochter SilkAir gilt, denn von der SilkAir-Website wird man sofort auf die Seite von Singapur Airlines mit den Serviceangeboten geleitet.“
Bedarf im Vorfeld angemeldet
Zwei Wochen vor ihrem Flug nach Australien meldete Arnade ihre Bedarfe an, unter anderem die Notwendigkeit eines Bordrollstuhls, was sie für eine reine Formsache hielt. Dann folgte das böse Erwachen: Auf der Teilstrecke von Singapur nach Cairns, die von SilkAir bedient wird, sei kein Bordrollstuhl vorhanden, hieß es. „Die reine Flugzeit beträgt mehr als sechs Stunden,“ erläutert Arnade.
„Vom Toilettenbesuch vorher bis zum Toilettenbesuch hinterher kann man locker mit acht Stunden rechnen. Wie soll das gehen?“
Sie telefonierte und schrieb Mails, aber man antwortete, die Maschine sei zu klein. „Lächerlich“, kommentiert die Geschäftsführerin angesichts einer Boeing 737-800 für über 160 Personen, wobei ein zusammengeklappter Rollstuhl nicht größer als eine mittlere Reisetasche sei.
Sie war immer noch guter Dinge und ging davon aus, die Angelegenheit ließe sich spätestens in Singapur regeln. Da hatte sie aber die Rechnung ohne SilkAir gemacht: Sie diskutierte zwar mit dem Manager so lange, dass der Flug letztlich eine halbe Stunde Verspätung hatte, erreichte aber nichts. Das einzige, was der Manager anbot, sei die Umbuchung auf einen späteren Singapur Airlines-Flug gewesen, wodurch aber die ganze Reiseplanung hinfällig geworden wäre.
Bordpersonal musste helfen
Die Flugbegleiter*innen seien behilflich, hieß es, ohne dass erklärt werden konnte, wie die rund 12 Meter vom Sitz zur Toilette zu überwinden seien. Letztlich war es der freundliche Flugbegleiter Benjamin Travis, der die Geschäftsführerin huckepack mit einiger Absturzgefahr zur Toilette und zurücktrug.
„Ich hatte Glück, so einen sympathischen Helfer zu haben,“
kommentiert Arnade.
„Grundsätzlich verstößt es aber gegen meine Würde, mich von fremden Männern tragen und von fremden Passagieren dabei begaffen lassen zu müssen, und gegen die Würde des Kabinenpersonals verstößt es auch.“
„Nach der UN-Behindertenrechtskonvention, die auch Singapur im Juli 2013 ratifiziert hat, ist es eine Diskriminierung, angemessene Vorkehrungen, wie einen Bordrollstuhl, nicht vorzuhalten,“ erklärt Arnade und hofft, so etwas zu erreichen. In ihrem Urlaub, der jetzt beginnen soll, wird sie sich aber erst einmal damit beschäftigen müssen, für den Rückflug einen Bordrollstuhl zu organisieren.
(RP/PM)
rollingplanet.net

Die deutschen Spieler Felix Rogge (v.l.n.r.), Michael Feistle und Oliver Hörauf. (Foto:

Jens Büttner/dpa)
Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft der Männer hat bei der Heim-EM in Rostock den Titel geholt. Die Mannschaft des Deutschen Behindertensportverbandes setzte sich am Sonntag im Finale gegen die Ukraine mit 6:2 (4:1) durch. Im Halbfinale hatten die Gastgeber überraschend Paralympics-Sieger und Titelverteidiger Litauen mit 4:3 bezwungen.
Für Deutschland ist dies das erste EM-Gold überhaupt nach drei zweiten und zwei dritten Rängen bei vorangegangenen kontinentalen Titelkämpfen. Das Team von Herren-Cheftrainer Johannes Günther ist als WM-Zweiter bereits für die Paralympics 2020 in Tokio qualifiziert.
Damen ebenfalls erfolgreich
Für eine noch größere Überraschung sorgten die deutschen Damen, die sich zuvor mit einem 8:2 (4:0) gegen Großbritannien Bronze gesichert hatten. Nach einer Vorbereitung mit vielen Rückschlägen war zuvor der Klassenverbleib im A-Pool als Ziel herausgegeben worden, am Ende wurde es die erste Medaille seit dem EM-Titel 2005.
Goalball ist die beliebteste Ballsportart für Menschen mit Sehbehinderung und bereits seit 1976 paralympisch. Ziel ist es, einen 1.250 Gramm schweren Klingelball ins gegnerische Tor zu werfen.
(RP/dpa)
rollingplanet.net

Wer schult zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung?

REHADAT bietet eine neutrale Übersicht aller Bildungsanbieter – jetzt im neuen Layout mit verbesserter Suchfunktion.
Veröffentlicht am 14. Oktober 2019
Screenshot von www.rehadat-seminaranbieter.de
(Screenshot: REHADAT)
Wer sich eine neutrale Übersicht über Bildungs- und Qualifizierungsanbieter im Bereich der beruflichen Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen verschaffen will, findet diese im Portal REHADAT-Seminaranbieter – ab heute im neuen Layout, mit verbesserter Struktur, erweiterten Inhalten und einer intuitiveren Suche.
Das Portal bietet aktuell rund 300 Profile namhafter Seminarveranstalter mit Bezug zur beruflichen Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Die Anbieterprofile enthalten Kontaktangaben, Infos zu Themen und Zielgruppen sowie Links zum jeweiligen Seminarangebot.
Für eine schnelle und zielgerichtete Recherche sind die Anbieter nach folgenden Themen sortiert: Arbeit & Beschäftigung, Aus- & Weiterbildung, Barrierefreiheit & Hilfsmittel Behinderung & Erkrankung, Rehabilitation sowie Recht. Alternativ dazu gibt es eine alphabetische Anbietersuche.
Das Portal bietet außerdem eine Übersicht aktueller Webinare und Live-Online-Schulungen, mit denen Nutzerinnen und Nutzer ihr Wissen bequem von jedem beliebigen Ort aus vertiefen können.
Das Portal richtet sich an Fachkräfte aus Unternehmen und Verbänden, Interessenvertretungen und Betroffene. Seminaranbieter können sich im Anbieterbereich mit einem eigenen Profil im Portal eintragen lassen.
„Mit dem Portal REHADAT-Seminaranbieter tragen wir zu einer besseren Orientierung in der vielfältigen Weiterbildungslandschaft in Deutschland bei und unterstützen bei der Suche nach passenden Angeboten“
so Projektleiterin Petra Winkelmann.
Hier können Sie das Portal aufrufen: www.rehadat-seminaranbieter.de
Kontakt: Anja Brockhagen, Tel. 0221 / 4981-845, E-Mail: brockhagen@iwkoeln.de
Über REHADAT
REHADAT ist das zentrale unabhängige Informationsangebot zur beruflichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung. Die Informationen richten sich an Betroffene und alle, die sich für ihre berufliche Teilhabe einsetzen. Alle Angebote sind barrierefrei und kostenlos zugänglich.
REHADAT ist ein Projekt des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln e.V., gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) aus dem Ausgleichsfonds.
(RP/PM)
rollingplanet.net

Handicap International lädt zum Humanitären Kongress in Berlin

Am 17. und 18. Oktober diskutieren Experten über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise.
Veröffentlicht am 14. Oktober 2019
Diskussion mit simultaner Übersetzung in Gebärdensprache auf dem Humanitären Kongress 2018.
Diskussion mit simultaner Übersetzung in Gebärdensprache auf dem Humanitären Kongress 2018. (Foto: HCB)
Die Mitarbeiter/-innen der Hilfsorganisation Handicap International (Mitglied der internationalen Organisation Humanity & Inclusion) erleben und beobachten die sich stetig verschlimmernden Auswirkungen des Klimawandels in ihrer täglichen Arbeit vor Ort. Die Folgen der Klimakrise für Menschen mit Behinderungen sind dabei viel zu wenig bekannt. Humanitäre Akteure stehen noch am Anfang, Inklusion und Klimaveränderungen gedanklich zu verknüpfen. Unsere Erfahrung zeigt jedoch, dass durch Teilhabe und Partizipation die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels auf Menschen mit Behinderungen verbessert und ihnen der Zugang zu humanitärer Hilfe erleichtert werden kann.
HI auf dem Humanitären Kongress
Am 17. und 18. Oktober diskutieren zahlreiche Expert/-innen aus Theorie und Praxis mit über 850 Teilnehmenden zu aktuellen humanitären Herausforderungen der Klimakrise beim Humanitären Kongress Berlin, in der Urania Berlin. Handicap International e.V. (HI) wird die humanitären Auswirkungen des Klimawandels auf Menschen mit Behinderungen thematisieren und mit anderen Expert/-innen darüber diskutieren, wie wir dazu beitragen können, den Schutz und die Teilhabe der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Außerdem unterstützt HI durch das Projekt „Phase 2 – Leave no one behind!“ den Kongress darin, angemessene Vorkehrungen zur Barrierefreiheit zu treffen. So werden beispielsweise am ersten Kongresstag Untertitel im online Livestream zur Verfügung gestellt, um Menschen mit Hörbeeinträchtigungen eine (Online)-Teilnahme zu ermöglichen.
Leave no one behind
Das vom Auswärtigen Amt geförderte Projekt Phase 2 – Leave no one behind ist ein Kapazitätsaufbauprojekt für deutsche, humanitäre Akteure und ihre lokalen Partner im Feld. Das Projekt setzt sich dafür ein, Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe zu verankern. Es wird gemeinsam mit der Christoffel-Blindenmission und dem Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum implementiert.
Mehr Informationen zum Projekt „Phase 2 – Leave no one behind!“ finden Sie hier.
Erfahrungsaustausch
Der Humanitäre Kongress Berlin ist eine internationale Plattform für den Austausch von Informationen, Erfahrungen und Ideen zwischen Expert/-innen aus Theorie und Praxis im Bereich der humanitären Hilfe. Der Kongress findet jährlich statt und wird organisiert von Ärzte ohne Grenzen e.V., Ärzte der Welt, Deutsches Rotes Kreuz und der Ärztekammer Berlin, offizieller Partner ist dieses Jahr Greenpeace e.V.
Mehr Informationen zum Humanitären Kongress Berlin finden Sie hier. Eine Anmeldung vor Ort ist möglich. Die Urania Berlin ist barrierefrei.
Über Handicap International
Handicap International ist eine unabhängige gemeinnützige Organisation. Sie unterstützt weltweit Menschen mit Behinderung und andere besonders schutzbedürftige Menschen, um deren Lebensbedingungen zu verbessern. HI hilft bei Armut und sozialer Ausgrenzung, bei Konflikten und Katastrophen. Die Grundpfeiler ihrer Arbeit sind Menschlichkeit und Inklusion. Auf völkerrechtlicher Ebene kämpft die Organisation gegen die Missachtung der Menschenrechte, den Gebrauch von Landminen und Streubomben sowie Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung.
Handicap International hat die internationale Koalition gegen Streubomben CMC mitgegründet, gehört bis heute zu ihren aktivsten Mitgliedsorganisationen und repräsentiert die Kampagne in Deutschland. HI ist außerdem eines der sechs Gründungsmitglieder der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), die 1997 den Friedensnobelpreis erhalten hat. Handicap International Deutschland ist Mitglied der internationalen Organisation Humanity & Inclusion (ehem. Handicap International), die die Umsetzung der Programmarbeit verantwortet.
(RP/PM)
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Vollzeitrente für teilweise erwerbsgeminderten Arbeitnehmer?

Ein psychisch erkrankter Bauzeichner konnte nicht mehr in Vollzeit arbeiten und meldete den Bedarf bei der Rentenversicherung. Wie das Gericht entschied.
Veröffentlicht am 18. Oktober 2019
Akten bei Gericht
(Foto: Johannes Eisele/dpa)
Wenn ein Arbeitnehmer nur noch reduziert arbeitsfähig ist und gleichzeitig keine Aussicht auf eine entsprechende Teilzeitarbeit besteht, hat er Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung. Die Rentenversicherung könne bei einem ruhenden Arbeitsverhältnis zudem nicht von dem Arbeitnehmer erwarten,  dass er bei seinem Arbeitgeber eine Reduzierung der Arbeitszeit beantragt. Das entschied das Hessische Landessozialgericht in einem am Mittwoch bekanntgewordenen Urteil. (AZ L 5 R 226/18)
In dem zu entscheidenden Fall konnte ein Bauzeichner im öffentlichen Dienst wegen einer psychischen Erkrankung nur zwischen drei und unter sechs Stunden täglich arbeiten. Aufgrund einer tarifvertraglichen Regelung ruhte des Arbeitsverhältnis. Der Versicherte beantragte eine Rente wegen Erwerbsminderung, bei seinem Arbeitgeber beantragte er jedoch nicht die Reduzierung der Arbeitszeit. Die Rentenversicherung gewährte ihm deshalb nur eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung mit der Begründung, er müsse bei seinem Arbeitgeber den Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit durchsetzen.
Weil der Arbeitgeber aber keine entsprechende Teilzeitstelle anbieten konnte, gaben die Richter dem Bauzeichner Recht: Er könne praktisch nicht damit rechnen, eine „leidensgerechte“ Teilzeitstelle zu finden, wodurch ihm der Arbeitsmarkt verschlossen sei. Nicht verschlossen sei der Arbeitsmarkt hingegen, wenn der Versicherte tatsächlich eine Arbeitsstelle habe und daraus Arbeitsentgelt beziehe.
(RP/dpa)
rollingplanet.net