Das Ninja Kommando

Der actiongeladene Kung Fu-Film von 1982 ist ein fantastisches Abenteuer, das man so schnell nicht vergessen wird. Die Geschichte passt richtig zum Film und geht mit sehr viel Action einher, was wirklich klasse umgesetzt wurde. Es gibt bei diesem Film absolut nichts zu meckern! Es ist ein Film in der Richtung Jackie Chan-Filme, aber trotzdem ganz eigen, mit Action, lustigen Momenten, einfach klasse, eine echt gute Geschichte, in der richtig Kung Fu-Action drin ist.

Kurzinhalt
Jay ist eigentlich ein totaler Taugenichts. Mit seinem Kumpel lebt er in den Tag hinein und kümmert sich um nichts, weder um eine Arbeit noch um wirkliche Hobbys. Das einzige, wo er richtig gut ist, ist Kung Fu. Aufgewachsen ist Jay bei seinem Onkel Li, der von China nach Japan geflohen ist. Jay hat nie erfahren, welches Geheimnis sich hinter dieser Flucht verbirgt, und es ist ihm auch ziemlich egal. Li arbeitete in einer Almhütte und wünschte sich nichts sehnlicher als ein ruhiges Leben. Doch er wollte auch immer ein Vater sein und hat sich deshalb dem damals noch kleinen Jungen Jay angenommen. Jay hatte schon früh den Wunsch, Kung Fu zu lernen. Unterstützt wurde er dabei von Charlie, eigentlich ein Junge, der sich aber dem weiblichen Geschlecht zugehörig fühlt. Charlie kommt aus einem guten Elternhaus (der Vater hat eine eigene Apotheke), ist manchmal ziemlich tolpatchig, aber sehr nett. Doch dann kommt der Ninja Jin-Wu, der Li töten will, weil dieser seinen Vater verraten haben soll, obwohl die beiden die besten Freunde waren. Li kann Jin-Wu davon überzeugen, dass die Wahrheit eine ganz andere ist, es gab nämlich eine Verschwörung mit einem anderen Meister aus dem Ninja-Orden, der beide Freunde verraten hatte. Warum der Vater des Ninjas gestorben ist, bleibt offen, aber es wird deutlich, dass Li ihn nicht getötet hat, sondern aus China geflohen ist, um die Ninjas zu vergessen. Jay setzt alles daran, sich gegen den Ninja zu wehren und seinen Onkel zu retten. Doch dann taucht auch noch eine dritte Partei auf, die Jay auf dem Kicker hat …

Konkrete Handlung
Man sieht als erstes, wie sich der Ninja fertig macht, seine Maske aufsetzt und seine Waffe anlegt, um eine Armee einiger Reiter zu töten. Er schleicht sich an die Soldaten heran und kann sie mit seinen geheimen Kampftechniken alle vernichten.
Als nächstes wird der Orden der Ninjas gezeigt, wo auf zwei Seiten je eine Reihe mit Ninja sitzen und in der Mitte der Meister der Ninja, der sie drauf hinweist, dass der blaue Schatten zurückgekehrt ist und den Orden vernichten möchte, es sind Regierungspersonen getötet worden.
Als nächstes wird Jay beim Training gezeigt. In einer Ecke sitzt Charlie, von dem ich bereits erzählt habe. Die beiden erinnern sich daran, dass gerade eine Feier stattfindet, zu der sie hingehen wollen. Jay empfiehlt aber, nicht die Treppen zu nehmen, sondern sich von Balkon zu Balkon zu schwenken und sich so abzuseilen. Charlie macht sich fast in die Hose, weil er sich nicht richtig abseilen kann und auch Angst hat. Auf dieser großen Feier setzen sich Charlie und Jay Masken auf, um nicht erkannt zu
werden. Man sieht eine große Show, wo ein verkleideter Teufel Götter umbringt.
Als nächstes sieht man Jay, der zu Onkel Li geht, der eine kleine Hütte mit einem Wasserrad hat. Jay geht auch hier nicht über den normalen Weg, sondern über dieses Wasserrad. Onkel Li sieht das und Jay fragt ihn, ob er denn schon ein richtiger Meister ist, was Li abstreitet.
Als nächstes sieht man wieder den Ninja, der mit seiner Frau spricht und die Frau hält ihm eine Karte hin und frag ihn, was das bedeutet. Der Ninja erklärt ihr, dass sie von China nach Japan fahren, um Onkel Li umzubringen.
Als nächstes sieht man wieder Jay und Charlie und Jay ist wieder beim Training und hat ein Heft in der Hand und es passieren danach so ein paar kleine Witzchen, wo Charlies Tollpatschigkeit zum Vorschein kommt, Jay sich über ihn lustig macht und Li am Ende sogar noch von Steinen getroffenwird.
Jay und Li sind gerade am Fluss, als der Ninja eintrifft. Er verkleidet sich und geht zu einer Kung-Fu-Führung, bei der auch Jay zuschaut. Erst ist der Schüler dran, dann kommt der große Kungfu-Meister. Schließlich kommt der verkleidete Ninja, der sich als gehörlos und stumm ausgibt. Es kommt zu einem Unfall, bei dem sich der Meister verletzt. Der Ninja, der sich ja verkleidet hat und so tut, als könnte er nichts hören, wird für schuldig befunden, was er nicht ist, aber er wird trotzdem zur Rechenschaft gezogen. Jay mischt sich ein und besiegt den Meister.
Als nächstes sieht man, wie der Ninja sich vorbereitet, um Onkel Li anzugreifen. Er sagt seiner Frau, dass sie noch bis zum Einbruch des Winters in Japan bleiben werden. Dann geht er zu der der Hütte des Onkels, greift diesen an, zerstört die Hütte und kann Onkel Li verletzen Li geht in sein Versteck, wo er seine Waffen und seinen Anzug lagert, mit dem er dem Ninja entgegentreten will. Der Ninja jedoch ahnt dies schon und legt sich auf die Lauer. Es kommt zum Kampf zwischen den beiden und Jay, der das beobachtet, greift ein. Er kann seinen Onkel zunächst retten und er verspricht ihm, ihn zu beschützen.
Ob er das schafft und warum es für Jay auch in anderer Hinsicht noch gefährlich wird, müsst Ihr Euch selbst anschauen.

Meine Meinung zum Film
Ich kenne diesen Film noch auf Videokassette und fand ihn damals schon lustig. Die Erzählung ist einfach toll und die Action passt wie der Deckel auf den Topf,
Diesen Film gibt es zur Zeit als DVD-Fassung – leider geschnitten, was sehr sehr schade ist, aber es gibt auch eine Blu-ray-Fassung und die ist ungeschnitten. Ich habe beide Fassungen im Schrank. Die neue Fassung habe ich erst vor kurzem gekauft, sie kostet 15 €, aber sie ist das Geld wert.

Update der Web App von youtube

Es gab ein kleines Update der YouTube Web-App, und zwar habt Ihr jetzt in Eurer Smartphone- bzw. Tablet-App eine Suche via Sprachassistenz, das heißt, Ihr braucht nicht mehr von Hand suchen. Wenn Ihr den Browser Eures Vertrauens öffnet (es funktioniert in jedem Browser) und auf www.youtube.com geht, findet Ihr den neuen Sprachknopf unter der regulären suche. Achtung: Wenn Ihr den Sprachknopf benutzt, dürft Ihr nicht auf einen Ton zum Sprechen warten! Ihr müsst sofort sprechen, sonst sagt Euch YouTube „Das habe ich nicht verstanden“.
Ansonsten ist die App super, vor allem, weil sie auf allen Geräten gleich aufgebaut ist. Etwas schade ist, dass man, wenn man ein Video mittendrin stoppt, wieder von vorne anfangen muss und sich die App die Wiedergabeposition nicht merkt, aber das ist eine kleine Sache, die man noch optimieren könnte. Ansonsten hat das Update aber wieder gute Features mitgeliefert.

Samsung legt vor

Samsung hat heute Abend wieder neue Designs aus der Galaxy-Reihe veröffentlicht. Ich muss aber dazu einige Kritikpunkte loswerden.
Zum Beispiel hat das Samsung Ultra ein gebogenes Display, alle anderen haben keines, und bei diesem Gerät gibt es keine Speicherkarte mehr. Wenn Ihr also ein Gerät mit 512 GB haben wollt, müsst Ihr auf jeden Fall das große Gerät kaufen, obwohl das kleine Ultra vielleicht reichen würde. Ihr könnt bei Aldi Nord dann noch einen Stift für dieses Gerät kaufen, aber was es damit auf sich hat, fragt mich was leichteres, ich finde es ziemlich unnötig und der Stift lässt sich weder über eine Fernbedienung noch per Bluetooth steuern. Ansonsten finde ich, dass sich Samsung wieder mehr auf Apple zubewegt und das finde ich auch nicht gut. Es wird leider auch kein Ladegerät und kein Kopfhörer mehr mitgeliefert, Du hast also entweder das benötigte Zubehör daheim oder musst es Dir noch extra dazukaufen. Wenigstens hat das Ultra ein stärkeres Display als normal, aber die anderen Geräte haben nur noch eine HD Plus-Auflösung.
Nun zu den technischen Daten: Es gibt drei Geräte: Ein Samsung Galaxy 21, ein Samsung Galaxy 21 plus und ein Samsung Galaxy 23 Ultra. Alle Geräte sind mit 5 G ausgestattet. Das Ultra hat diesen Stift dabei. Die 108 Megapixel-Kamera aus dem letzten Jahr wurde in dieses Jahr übernommen. Das Ultra hat fünf Kameras mit Blitz auf der Rückseite, alle anderen haben vier Kameras mit Blitz. Der Akku ist ein bisschen gesteigert zur vorherigen Generation. Trotzdem hat mich diese Präsentation enttäuscht. Hoffentlich gibt es nächstes Mal wieder Verbesserungen!

Ein Mensch, der sich gern betätigen möchte, aber Steine in den Weg geworfen bekommt

Hallo Leute!
Es tut mir leid, aber ich muss mir mit diesem Artikel gerade einfach mal Luft verschaffen und möchte gleichzeitig mal wieder zu gegenseitiger Toleranz und Wertschätzung aufrufen.
Ich habe in den letzten zwei Tagen erfahren, dass eine Person meine Texte veröffentlicht und sie als ihre Texte ausgibt und ich bin ganz ehrlich, das macht mich echt traurig. Ich bin gerne aktiv und stelle auch gerne Beiträge von anderen auf dem Blog ein, aber man soll doch bitte den Autoren auch ihre Texte lassen. Was ist denn dabei, wenn man den Namen des Autors über oder unter den Text schreibt? Jeder sollte das Recht haben, seine Texte schreiben und veröffentlichen zu dürfen, wenn er das möchte. Warum Personen die Texte anderer bewusst stehlen und sie als ihre Texte ausgeben, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Vor allem geht der Angriff diesmal auch nicht nur gegen mich, sondern auch gegen Kerstin, die wirklich viel Mühe und Zeit investiert, um meine Texte zu korrigieren, die selber auch schreibt, die es aber überhaupt nicht schlimm findet, dass mir das Schreiben manchmal schwerfällt und mir trotzdem eine Chance gibt, indem sie mir hilft, damit ich über das erzählen kann, was mich bewegt.
Ich hoffe, dass andere Blogger, die diese Zeilen lesen, jetzt nicht an sich selbst zweifeln oder ihren Blog aufgeben, aber ich finde es erschreckend, was da gerade für Gerüchte die Runde machen. Wofür investiert man denn die Zeit, wenn am Ende sowas dabei rauskommt? Das Ding ist ja auch, dass zumindest in diesem Fall die Texte nur ein Bruchteil von einem großen Konstrukt ist, um mich und andere ins Abseits zu drängen. An dieser Stelle nochmal vielen Dank für alle dahingehenden Hinweise, denn nur mit dem Wissen kann ich darauf reagieren! Trotzdem sage ich ganz klar: Sowas ist nicht schön und letzendlich tut man sich selbst doch auch keinen Gefallen damit.
Liebe Leserinnen und Leser, ich danke Euch wirklich von Herzen für Euer Interesse und bitte auch weiterhin um Euer Vertrauen, dass ich ordnungsgemäß angebe, von wem ein Text geschrieben wurde. Der Blog soll offen sein und das auch bleiben, und Texte, von denen ich sage, das sie von mir sind, sind auch von mir, denn einfach Texte von anderen für sich reklamieren finde ich echt unfair gegenüber dem- bzw. denjenigen, die dafür Arbeit investieren. Gerade in Kreisen, in denen jeder ein Handicap hat, ist es doch schade, wenn man sich gegenseitig zu verdrängen oder auszugrenzen versucht oder Streit provoziert. Wir sitzen doch alle im gleichen Boot, lasst uns doch bitte respektvoll miteinander umgehen – ich meine, ist doch super, wenn Texte anderer Blogger vielleicht erfolgreicher sind als meine! Lasst uns einander mehr bestärken, anstatt unsere Texte und allgemein das, was wir tun, gegeneinander auszuspielen!
Vielen Dank für Eure Treue!
Euer Mevludin

Wenden Sie sich an das Google Disability Support-Team

Von Jeffrey Baake
Auf diesem Wege könnt Ihr alle eure Fragen in meheren Sprachen an das Google-Support-Team schreiben, Chatten usw. Hier erst mal der Link:
Hier geht es zum Kontaktformular.
Bitte lest euch die Datenschutzrichtlinien sorgfältig durch und wählt aus den entsprechenden Möglichkeiten des Kontakts mit dem Disability Support-Team aus.
Nun habe ich euch ein Beispiel verfasst, worauf Ihr beim einreichen eines Ticket achten müsst:
Hallo, Google.
Ich hoffe du und dein Team hattet ein Schönes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr verbracht?
Über die Feiertage habe ich leider 2 Fehler in den Google-Produkten festgestellt.
Fehler Nr. 1:
Technische Daten:
Google Pixel 5
Android 11 Sicherheitspatch Ebene 05.12.2020
Talkbackversion: 9.0.0.332399336
Gboard Version: 10.0.02.338070508-release-arm64-v8a
Seit längerer Zeit schon besteht das Problem, wenn ich Text diktiere, dass die Spracheingabe nicht richtig funktioniert. Wenn ich Z.b.: 3 oder mehr Sätze Spreche, wird einfach einiges an eingesprochenen Text willkürlich gelöscht. Dies Tritt auf, wenn ich in den Google Notizen schreibe oder auch in einer E-Mail. Auch habe ich das Problem, wenn ich ein YouTube Video dessen Beschreibung ich einsprechen möchte, dass einfach die Spracheingabe abgebrochen wird also nur ein Viertel geschrieben wird, was ich eingesprochen habe. Ich habe bereits folgende Dinge getestet: Den Cachees der betroffenen Apps geleert, die App-Daten der Apps gelöscht und ob das WLan-Signal bzw. das Mobile Internet-Signal gut ist. Auch liegt es nicht am verbrauchten Datenvolumen. Wenn ich mit Google Messaging eine SMS schreibe, funktioniert es hingegen sehr gut. Aber außerhalb der Messages-App scheint es große Spracheingabeprobleme zu geben. Leider kann ich das nicht mit ausgeschaltetem Talkback testen.
Fehler Nr. 2: mit dem Google Chromecast Google TV
Technische Daten:
Android Version: AndroidTV-Betriebsystem Version 10
Stand der Sicherheitsupdates 05.09.2020
Aktuelle Talkback Playstore-Version: 60108024
Folgenden Fehler habe ich beobachten können: Wenn ich in der App NPlayer Version: 1.7.7.7_191219
Mit Talkback in einer Liste mit mehr als 5 Einträgen mit der Fernbedienung des Google TVs navigiere, geht Talkback nur bis zum fünften Eintrag und geht nicht weiter. Leider gibt es in der abgespeckten Talkback-Version von Google TV keine Möglichkeit Listeneinträge automatisch weiter Scrollen zu lassen. Diese Funktion sollte wieder eingebaut werden. So wie es bei Talkback in Android für das Pixel der Fall ist.
Die NPlayer-Version gibt es hier.
Allerdings ist diese App kostenpflichtig. Leider weiß ich auch nicht, ob das Problem in anderen Anwendungen auf dem Google TV auftritt. Es ist mir bis jetzt nur bei dem NPlayer aufgefallen.
Nun hoffe ich, dass ich dir einige Informationen geben konnte.
Mit besten Grüßen Jeffrey
Bitte Scheut nicht den Support von Google anzuschreiben. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und kennen sich auch bestens aus. Ich schreibe schon seit ein ganzes Jahr mit dem netten Menschen und da wird sich wirklich um euer Anliegen gekümmert.

Meine E-Mail an Strato

Von Jeffrey Baake
Strato ist ein Unternehmen, was Webhosting und Speicherlösungen für Privat und Geschäftskunden anbietet. Ihr merkt wohl, welche großen Firmen sich nicht an die Standards für Barrierefreie Zugänglichkeit halten. Wo ist denn die Großartige Inklusion von der alle reden? So langsam glaube ich, was kann man als Blinder Mensch überhaut noch im Internet richtig machen? es wird immer schlimmer stad besser. Nun hier der Text an Strato.de:
Sehr geehrte Damen und Herren.
Mein Name ist Jeffrey Baake. Ich bin bei Ihnen seit fast 2 Jahren ein eigentlich zu friedender Kunde. Kundennummer: XXXX.
Ich wollte in meinem Nutzerkonto das Paket HiDrive S3 hinzu buchen. Leider werden die Häkchen, mit denen die Nutzungsbedingungen akzeptiert werden müssen von meinem Screenreader (Bildschirmleser NVDA) nicht angesagt. Ich kann daher die Nutzungsbedingungen nicht akzeptieren. Es währe für alle Menschen mit Seheinschränkungen zum großen Vorteil, wenn Ihre Web-Programmierer in Zukunft auf Barrierefreiheit achten würden. Wenn Sie weitere Informationen da zu benötigen oder Sie fragen haben, können Sie mir gerne schreiben. Auf Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen. Nun hoffe ich, dass Ihr Team und Sie gesund in das neue Jahr gerutscht sind.
Mit freundlichen Grüßen Jeffrey Baake

24.Dezember

Die Geschichte von dem kleinen naseweisen Mädchen
Die Geschichte von dem kleinen naseweisen Mädchen
Dem Mathildchen ward die Zeit bis zum Weihnachtsabend gar zu lang; es hatte nirgends mehr Ruhe und Rast, nur so lange die Tante erzählte, blieb es ruhig auf seinem Stühlchen sitzen. Wo eine Schublade oder eine Schranktüre aufgemacht wurde, hatte es blitzschnell den kleinen Blondkopf dazwischen und lauschend und horchend stand es hinter allen Stubentüren. Es knisterte und rumorte aber auch gar verführerisch im Hause herum und für die Nase gab es jeden Augenblick ein neues Bedenken. Bald roch es so süß und gewürzreich, dann wieder nach feuchtem Moos und Tannenharz, oder auch nach ausgeblasenen Wachskerzen. Mir einem Wort, das ganze Haus war erfüllt mit dem wunderbaren, unbeschreiblichen Weihnachtsgeruch, dem zu Liebe die Kinder sich gerne eine Stunde früher als gewöhnlich zu Bette schicken lassen und der ihnen den kleinen Kopf schon im Voraus ganz toll und wirblicht macht. So ging es auch dem Matildchen und jeden Augenblick musste es sich bald von der Mama, bald von der Tante zurufen lassen: „Den Kopf hinweg, oder das Christkindchen bläst dir die Augen aus!“
Endlich ward es Abend und sie saßen wieder bei der Tante, da fragte Matildchen: „Liebe Tante, wie ist denn das mit dem Christkindchen, bläst es den Kindern wirklich die Augen aus?“
„Ja, freilich“, sagte die Tante, „wenn sie neugierig sind und sich nicht warnen lassen, denn sie können ja lieb sein und warten bis es Zeit zum Gucken ist.“
„Tante“, antwortete Mathildchen kleinlaut, „ich war heute so ein ganz klein wenig neugierig und habe in Mama’s Schrank gesehen und – und – ich will aber jetzt nicht mehr hinsehen.“
„Das ist brav, und nun will ich Euch eine Geschichte erzählen, von einem kleinen Mädchen, das auch ein wenig naseweis war, aber nicht sehr viel, gerade so wie du, dem ist es sonderbar mit dem Christkindchen gegangen. Das Merkwürdigste an der Geschichte aber ist, dass das kleine Mädchen auch Mathildchen heißt. Nun, soll ich anfangen?“
„Ach ja, liebe Tante!“
„Ich habe Euch doch schon früher erzählt, dass der Nikolaus um die Weihnachtszeit des Abends ein großes Feuer auf der Böllsteinerhöhe anzündet. die Leute, die um den Odenwald herum wohnen, sehen das Feuer, das sich freilich vom Weiten nur wie ein großer Stern ausnimmt. Wenn sich nun die Kinder zu Bett legen, dann laufen sie noch vorher an das Fenster, heben den Vorhang auf, sehen hinauf nach dem Christkindfeuer und träumen dann die ganze Nacht von den schönen Sachen, die es ihnen bringen wird. Wer aber neugierig ist und zu lange hinschaut, der sieht auf einmal gar nichts mehr und wenn endlich die Mama ruft: „Geschwind, in’s Bett hinein!“ können sie es kaum noch finden. Am andern Morgen sehen sie zwar wieder, aber sie müssen doch noch sehr blinzeln und hüten sich wohl am andern Abend wieder in das Christkindfeuer zu gucken.
Der kleinen Mathilde aber, von der ich euch nun erzählen will, ist es noch sonderbarer ergangen. Sie war sehr geschickt und lieb und folgsam, nur ein klein wenig naseweis, und wenn sie des Abends ins Bett sollte, konnte man sie kaum von dem Fenster wegbringen, weil sie immer wieder das Christkindfeuer sehen wollte. Lag sie dann unter der warmen Decke, so dachte sie immer noch an das Feuer und stellte sich vor, wie schön es da oben auf der Höhe bei dem Christkind sein müsse.
Eines Abends nun schien ihr das Feuer viel größer und heller als gewöhnlich zu sein; es sah gar nicht mehr wie ein Stern, sonder wie der Mond, wenn er im Herbst ganz groß und feurig über dem Rand der Berge auftaucht. Mathildchen legte sich zu Bett, nachdem sie lange in das Feuer gesehen, aber sie konnte nicht einschlafen und dachte immer wieder daran, wie es jetzt wohl oben auf dem Böllstein aussehen möge. Sie hielt es nicht mehr aus, stand leise auf, zog ihr Strümpfe, Schuhe und Kleider wieder an und schlich sich unbemerkt hinaus vor die Türe, um das Feuer von da noch besser zu sehen. Ach, dachte sie auf einmal, wenn ich auf den kleinen Berg hinter unserm Garten ginge, da müsste es noch schöner sein! Sie fürchtete sich gar nicht, lief auf den kleinen Berg und sah sich recht satt an dem hellen Glanz – dann wollte sie wieder nach Hause und in ihr Bettchen. Aber – aber von dem langen Sehen waren ihr die Augen ganz wie geblendet geworden; statt in den Garten kam sie auf ein Feld, rannte dann über eine Wiese, und auf einmal lief sie, ohne nur recht zu wollen, in den dunklen dichten Wald hinein; sie hatten ihren Weg vollständig verloren und wusste gar nicht mehr, wo sie war. Von Angst getrieben, lief Mathildchen weiter und weiter, bis sie endlich ein kleines Licht durch die Bäume schimmern sah.
Ach, dachte das kleine Mädchen, wo ein Licht ist, müssen doch auch Menschen sein, die mir wieder den Weg nach Hause zeigen, ich will nur immer darauf zugehen!
Sie merkte in ihre Eile gar nicht, wie sie immer bergan lief, sondern freute sich nur, dass das Licht größer ward und ihr immer näher kam. Der Weg war steiler, und zuletzt musste es atemlos stehen bleiben, denn es konnte nicht mehr weiter. Nun schaute Mathildchen sich um, da blies ihm ein kalter Wind über die heiße Stirne und rings herum waren keine höheren Berge und keine Bäume mehr, du lieber Himmel – am Ende war gar das Kind bis hinauf auf die Böllsteinerhöhe gerannt. Dem Mathildchen zitterten die Knie vor Angst und Müdigkeit, aber es konnte doch nicht da stehen bleiben und so schlich es dann langsam weiter, von einem Baumstamm zum andern, hinter denen es sich versteckt hielt, bis es auf einmal wirklich am Rande des großen, freien Platzes stand, der den Böllstein bedeckt.
Aber, Kinder, was hat es da gesehen – das Matildchen vergaß Müdigkeit und Angst und Alles, es wusste gar nicht mehr, ob es schon im Himmel oder noch auf Erden war. Es starrte ganz verloren hinein in die Herrlichkeit, die sich da vor seinen Blicken ausbreitete. Denkt Euch Kinder, das war die Nacht, in der das Christkindchen Alles, was es das Jahr über zusammengeholt und mit den Engelchen gearbeitet hat, aufstellt und ausbreitet und dann auswählt, was es jedem von den kleinen und großen Leuten bringen will. Die Christbescherung für die ganze Welt stand hier auf einmal bei einander und nun könnt Ihr Euch denken, wie das glitzerte und flimmerte und wie Mathildchen ganz im Ernste glaubte, es sei blind geworden, so stach ihm all der Glanz in die Augen. nun wusste es auch, wovon der Wald so hell und warum das Feuer so groß erschienen war, denn die hohen Tannen und Fichten, welche um den freien Platz herum stehen, waren übersät mit brennenden Wachskerzen, so dass sie fast den Mond und die Sterne überstrahlten.
In der Mitte aber war das Schönste von Allem, da stand das liebe, goldige Christkindchen selber und überschaute seine Herrlichkeiten. Ein schneeweißes Kleid mit goldnen und silbernen Sternen bestickt, fiel ihm bis herab auf die Füße und seinen feinen Schleier hielt eine hohe Sternenkrone fest, unter der blickten die großen, blauen Augen so selig und gut hinauf in den Himmel und die Wangen glühten in so hellem Rosenlicht, dass man über diesem Anblick alles Übrige vergaß. Mathildchen konnte lange kein Auge von ihm wenden, aber als es nun endlich weiter um sich schaute, puh! da ward ihm wieder angst und bange.
Auf der Erde ganz dicht zu Christkindchens Füßen saß der Knecht Nikolaus, der war nicht so holdselig anzuschaun. Er war in seinen Pelzrock gehüllt, hatte die Pelzmütze fast bis an die Nase in’s Gesicht gezogen und auf seine Brust herab wallte nicht mehr wie früher ein schwarzer, sondern ein langer, weißer Bart. Neben dem hellen, freundlichen Christkindchen sah er noch dunkler und mürrischer aus als gewöhnlich. Er machte auch gerade jetzt ein besonders verdrießliches Gesicht und hatte neben sich wieder einen ganzen Berg von Ruten liegen. „Lass gut sein, Nikolaus“, sagte das Christkind mit seinem hellen, feinen Stimmchen, das noch viel süßer klang, als das silberne Schellchen, „wir haben jetzt Ruten genug.“
„Nein“, brummte Nikolaus mit einer Stimme, dass Mathildchen meinte, ein dumpfer Donner rolle über die Odenwaldberge hin, „ich muss noch eine vom Kräutchen Eigensinn machen; dort unten wohnt ein kleiner Junge, der heißt Georg und hat sie sehr nötig.“
Als Mathildchen hinter seinem Baum dies hörte, ging ihm fast der Atem aus, es hatte ja ein recht eigensinniges Brüderchen, das heißt Georg, und es seufzte zitternd: „Ach!“
Aber, o weh!“ trotz seiner Pelzkappe hat der Nikolaus die feinsten Ohren, er schaute auf und sah hinter dem Baum ein Stück von einem roten Röckchen hervorgucken und ein kleines vor Schreck fast weißes Näschen, das sich ängstlich an die Rinde drückte. Er ward vor Zorn ganz rot im Gesicht und rief mit einer fürchterlichen Stimme: „Was steckt denn da hinten? Hervor Du kleines, naseweises Ding, dass ich Dir die Rute gebe! Kannst Du nicht warten bis zu dem Wehnachtsabend und kommst da herauf, um uns auszuspionieren!“ Da blieb dem armen Mathildchen doch ganz gewiss gar nichts anders übrig, als laut zu schluchzen und zu weinen und das tat es denn auch recht herzhaft.
„Jetzt heulst Du uns auch noch die Ohren voll“, schrie der Nikolaus immer zorniger. Christkindchen aber hob seine kleine Hand auf, tippte damit dem Nikolaus auf die Schulter und sagte: „So schweige doch stille, Du alter Brummbär! Du hast das arme, kleine Mädchen ja so erschreckt, dass es gar nicht mehr sprechen kann.“
Dann schwebte es zu Mathildchen hin, das schluchzend den Baum umspannt hielt und sagte freundlich, ach! so freundlich: „Komm her, mein liebes Kind, fürchte dich nicht, sondern sage mir, wie Du so ganz allein da in der Nacht zu mir herauf kommst.“
Während es so sprach, schüttelte der Nikolaus zornig mit dem Kopf und band noch emsiger als zuvor an seinen Ruten, denn er ärgerte sich offenbar über das Christkind. Das ließ sich nicht irre machen, führte Mathildchen herein in den Kreis, streichelte ihr Haar ihr Haar und als diese endlich nicht mehr schluchzen musste, sondern wieder ordentlich sprechen konnte, sagte es: „Ach, liebes Christkind, sei mir nur nicht böse; ich wollte nicht auf den Böllstein, ich war nur in dem Walde verirrt, wusste gar nicht mehr wo ich war und lief immer dem Lichte nach, bis ich hier oben stand. Ich will auch gar nichts mehr hier ansehen, sondern gleich wieder nach Hause laufen, zeige mir den Weg.“
„Wie kommst du aber so spät und ganz allein in den Wald?“ fragte das Christkind weiter.
Da hing Mathildchen beschämt den Kopf auf die Schulter und sagte weinerlich: „Liebes Christkind, verzeihe mir, ich war wirklich ein wenig neugierig, darum lief ich aus meinem warmen Bett hinauf auf den kleinen Berg hinter unserm Garten, aber dann wollte ich wieder nach Hause und habe mich verirrt.“
„Es ist doch ein naseweises Ding!“ knurrte der Nikolaus, „des Nachts bleibt man in seinem Bett und läuft nicht heraus. Wie gern steckte ich mich in die Federn, wenn ich nicht für das Kindervolk die ganze Nacht arbeiten müsste.“
Mathildchen schmiegte sich zitternd an Christkindchen, das aber lachte nur wieder und sprach: „Er ist nicht so böse, als er sich stellt; fürchte dich nicht. Es war freilich recht unartig und naseweis von Dir, dass Du aus dem Bett gelaufen bist, aber nachher bist Du ohne Deine Schuld herauf gekommen, das weiß ich und weil du sonst ein braves, folgsames Kind bist, so will ich Dir verzeihen und Dir für die ausgestandene Angst meine schönen Sachen zeigen, und du magst Dir davon auswählen, was Dir gefällt!“
Damit fasste das Christkindlein Mathildchen bei der Hand, um es im Kreis herumzuführen. Als der Nikolaus sah, dass er nichts ausrichten konnte, wollte er wenigstens sein Späßchen haben. Er griff in seinen großen Sack, nahm eine Hand voll Nüsse und Äpfel heraus und – bums kollerte er sie dem Mathildchen zwischen die Füße, dass es vor Schrecken laut aufschrie und in eiligen Sätzen herüber und hinüber sprang. Dann bückte es sich schnell und sammelte die Nüsse und Äpfel in sein Schürzchen. Christkindchen freute sich über Mathildchens Sprünge und auch der Nikolaus lachte in seinen langen Bart hinein, es lautete aber so sonderbar, dass man wirklich nicht recht wusste, ob er zanke oder vergnügt sei.
Vergnügt gingen die Beiden weiter, wie soll ich es Euch aber beschreiben, was Mathildchen nun für Herrlichkeiten sah. Alle die himmelhohen Tannen und Fichten, die den freien Platz umstanden, waren von oben bis unten mit den schönsten Kinderspielsachen behängt. Da hingen Puppen in roten, grünen, blauen und weißen Kleidern, mit Federhüten auf dem Kopfe, unter denen blonde oder schwarze Locken herauskamen. Andere Puppen hatten offene, lange Haare fast wie der Struwwelpeter und warteten nur darauf, dass die kleinen, lieben Mädchen, zu denen sie kommen sollten, ihnen die Haare ringelten oder flechten würden. Diese hatten auch gar nichts weiter an als schneeweiße Hemdchen, aber sie standen in einem großen Kasten, in dem lag rings um sie herum ihre ganze Ausstattung. Da waren gestickte Unterröcke und Beinkleider, weiße Schlafhemden und zierliche Nachthäubchen, alle möglichen Kleider von Seide, Wolle und Musselin, dazu schöne Kragen, Mäntel, Schals, Hüte, Handschuhe, Stiefelchen und Sonnenschirme – man brauchte nur zuzugreifen. Es war ein Staat gerade wie für eine große Mama, oder eine erwachsenen Tante.
Für die kleinen Knaben war aber auch gesorgt, da hingen zahllose Wagen und Pferde, Kanonen und Bleisoldaten, Säbel, Trommeln und Flinten. Unten um die Bäume herum aber standen weiße Bettchen für die großen Puppen, schön eingerichtete Stuben für die kleinen prächtigen Puppenküchen mit glänzendem Geschirr von Porzellan, Kupfer und Blech. Daneben prangten Kaufläden und Festungen, Ställe für die Pferde, Schäfereien und Puppentheater – nein, die Augen tun Einem weh, wenn man nur daran denkt, wie musste es erst dem Mathildchen beim Sehen zu Mute werden!
Nachdem es sich da satt geguckt, führte es Christkindchen zu den Felsen, die zwischen den Bäumen liegen, da waren dann die niedrigsten auch wieder ganz mit Sachen für die kleinen Leute bedeckt. Da lagen Kleidchen und Hütchen, Hosen und Kittel aller Art, Mäntelchen und Kapuzen, Stiefel und Schuhe von allen Farben, am schönsten waren aber die von blauem lackiertem Leder, die das Christkind erst ganz neu von Paris hatte kommen lassen. Was aber dem Mathildchen fast am meisten in die Augen leuchtete, das war ein ganzer Berg von Bilderbüchern. Gott, wie schön! Alle unartigen und alle geschickten Kinder waren da in Menge abgebildet und ihre Geschichte stand in schönen Versen darunter gedruckt. Es bleibt jetzt von den Kindern gar nichts Böses mehr verborgen, die ganze Welt kann es lesen, wenn Elischen eigensinnig und Sophiechen zornig war, oder wenn der Louis die Schwester schlägt und der Fritz nichts lernen will. Wer als ungezogenes Kind in die Bilderbücher kommt, muss sich sehr schämen, aber wer als artiges darin steht, darf sich freuen, das merkt Euch wohl.
Nun wollte aber das Mathildchen auch sehen, was vielleicht seine Mama und sein Papa, die Tante, der Onkel und die Großeltern von dem Christkindchen bekämen. Da fehlte es dann auch nicht an den wunderschönsten Sachen. Für die großen Leute war Alles auf dem hohen Felsen ausgebreitet und gar oft musste Mathildchen sich auf die fußspitzen stellen, um die schönen Kleider, die Uhren und goldnen Bücher und herrlichen Bilder sehen zu können. auf einmal aber standen sie einer hohen Wand gegenüber, vor der man nicht mehr weiter konnte, die duftete ganz köstlich, nicht wie Rosen und Veilchen, aber für kleine Nasen noch viel süßer und herrlicher. Ja, was war denn das? Ei, Kinder, das war ein ganzes Gebirge von Lebkuchen, Anisgebackenes, Marzipan, verzuckerten Früchten, Schokoladenbonbons, Zuckerbrezeln usw. usw.
So viele gute Sachen hatte das Mathildchen noch nie in seinem Leben bei einander gesehen und es sperrte vor Erstaunen die Augen so ungeheuer weit auf, dass das Christkind laut darüber lachen musste.
Es nahm aus der süßen Wand von jeder Sorte ein Stückchen und legte es in Mathildchens Schürzchen, es waren aber so viele, dass sie kaum Platz darin fanden und gar mancher Apfel und manche Nuss rollten wieder heraus und blieben unbeachtet an der Erde liegen. Christkindchen aber freute sich, dass Mathildchen nicht gleich ohne Weiteres in das Marzipan oder den Lebkuchen hinein biss, sondern hübsch damit warten wollte, bis zu Hause.
„Jetzt komm‘, mein liebes Kind“, sagte es freundlich, „nun Du alle meine Herrlichkeiten gesehen, wähle Dir zum Christgeschenk davon aus, was Dir am besten gefällt.“ „Ach“, seufzte Mathildchen, „liebes Christkindchen, dort oben an dem Baum hängt eine Puppe mit blonden Locken, einem Strohhütchen mit einer Pfauenfeder, einer roten Bluse, roten Stiefelchen und einem schwarzen Gürtel, an dem eine kleine Ledertasche hängt. Diese Puppe gefällt mir am meisten von allen. Sie sieht mir so bekannt aus, als ob ich schon lange damit gespielt hätte, die möchte ich gar zu gerne haben.“
„Du sollst sie bekommen, mein Kind“, sagte Christkindchen, schüttelte seine Flügel ein wenig auseinander, flog hinauf und holte die Puppe, welche ganz oben an der Spitze hing, herunter.
„Und was nun noch?“
„Noch mehr?“ rief Mathildchen erfreut, „ach, dann gebe mir für meine Puppe auch ein Bettchen, in dem sie des Nachts neben meinem Bette schlafen kann, und eine Wärmflasche darin, damit mein Kind sich nicht erkältet.“
„Hier, mein Herz“, sagte Christkind und reichte Mathildchen eines von den schneeweißen Bettchen hin, in dem nicht allein eine Wärmflasche, sondern auch ein schönes langes Schlafkleid und ein weißes Nachthäubchen lag. Mathildchen war außer sich vor Freude; es drückte bald die Puppe und bald das Bett an sich, und hielt dabei sein volles Schürzchen fest, da sah es so drollig aus, dass selbst der Nikolaus ein freundlicheres Gesicht machte.
„Wie ist es denn mit Deinen Schuhen?“ sagte jetzt das Christkindchen, „ich meine die blauen, lackierten Schuhe da aus Paris, dürften im Sommer zu Deinem weißen Kleidchen recht niedlich aussehen, die wollen wir auf das Puppenbett legen, und eines dieser Bilderbücher wäre für die langen Winterabende, die noch nach Weihnachten kommen, auch nicht zu verachten, meinst Du nicht?“
„Christkind, liebes Christkind, du gibst mir zu viel, Du bist zu gut“, rief Mathildchen entzückt und file vor dem Christkindchen auf die Knie und sah es mit ganz verklärten Augen an. Aber Christkind hob es wieder auf, fuhr ihm mit seiner weißen Hand über die Locken und sprach sanft: „Du bist dankbar und bescheiden, meine Kleine, das ist mir lieb; bleibe nur so und damit Du es bleibst, darum sei fleißig und lerne etwas.
Nimm noch dieses Büchlein hier mit den schöngemalten Buchstaben, sieh jeden Tag hinein und wenn es wieder Weihnacht ist, dann musst du so gut lesen können, dass ich dir eines von den schönen Lesebücher schenken kann, die hier stehen. Weil man aber nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit den Händen fleißig sein muss, gebe ich Dir dies Arbeitskästchen, da sind Nadeln, ein Fingerhütchen und eine Schere drin, damit lerne hübsch nähen, und mit den vergoldeten Stricknadeln hier und dem Kringel Garn strickst Du bis zum nächsten Jahr für die kleine Schwester ein Paar Strümpfe. Willst Du fleißig und folgsam sein und Dir Mühe geben, Alles gut zu machen?“
Als das Christkind so sprach, liefen dem Mathildchen wieder wie vorhin dicke Tränen über die roten Wangen, aber nicht wie vorhin aus Angst, sondern vor Glück und Freude und es rief: „Herzliebes Christkind, ich verspreche Dir das ganze Jahr und immer brav und fleißig, folgsam und bescheiden zu sein, so dass Du und meine Eltern und alle Leute daheim ihre Freude an mir haben!“
„Nun, so geh‘ jetzt mein Kind“, sagte Christkindlein, indem es die Kleine auf die Stirne küsste, „die Sternlein werden blasser und der Mond ist schon lange schlafen gegangen. Eile Dich, damit du in Dein Bett kommst, sonst erschrickt Deine Mama, wenn sie Dich morgen früh nicht findet!“ Damit packte es dem Mathildchen seine Siebensachen zusammen, gab ihm Alles unter den Arm, ermahnte es die Schürze recht schön zuzuhalten und führte es auf den rechten Weg in den Wald.
Aber, du lieber Himmel – auf dem Christkindplatz war es so warm und schön, da hatte man nichts davon gemerkt, in dem Walde jedoch schneite es ganz jämmerlich. „Liebes Christkind“, rief Mathildchen und das Weinen war ihm wieder näher als das Lachen, „sieh nur, wie es schneit; bis ich nach Hause komme, sind meine schönen Sachen alle verdorben!“
„Das ist ärgerlich“, sagte das Christkind, „da schütteln die Engelein wieder mein Bett auf und jagen die Flocken durch den ganzen Wald. Aber ich will schon helfen, Nikolaus!“
„Weiß schon, was ich soll“, brummte der Alte, ging nach dem Felsen und holte einen gar hübschen, kleinen Regenschirm von rotem Zeug herbei, spannte ihn selber auf und reichte ihn dem erstaunten Mathildchen hin. „Den soll ich auch mitnehmen?“ sagte es schüchtern, aber seine Stimme zitterte vor Freude.
„Ja, nimm ihn nur, Naseweischen“, knurrte Nikolaus, „so ein Ding hast Du schon lange gebraucht und wenn Du jetzt nach Neujahr in die Schule gehst, wird es dir noch notweniger sein.“
„Danke, lieber Nikolaus, danke!“ rief Mathildchen freudig.
„Jetzt bin ich ein lieber Nikolaus, ja, so ist’s immer, wenn man den Leuten etwas schenkt“, schalt er hinter ihr drein, während sie schon mit eiligen Schritten den Berg hinab lief.
Am nächsten Morgen konnte das Mathildchen gar nicht aus dem Bett heraus. Die Mama hatte es wohl schon dreimal geweckt, der Bruder stand vor ihrem Bett und rief: „Langschläfer-Tilla!“ und die Lisette versicherte ein- über das andermal, dass sie jetzt Mathildchens Frühstücksmilch der Katze geben werde.
Endlich, endlich machte das faule Kind die Augen auf, rieb sich den Sandmann heraus und schaute verwundert in der Schlafstube umher. Die sah accurat aus, wie am Abend vorher, gar nichts Neues war darin zu erblicken.
„Die Mama wird Alles in das gute Zimmer getragen haben“, dachte Mathildchen, dann rief es laut: „Lisette, gib mir einmal meine Schürze, die ist ganz voll mit guten Sachen; ich brauche heute Morgen kein Brot zu meiner Milch, ich esse von meinem Guts und dem Bruder gebe ich auch davon.“
„Was schwatzt das Kind?“ sagte die Lisette und sah ihre Madame ganz verwundert und lachend an.
„Du brauchst mich gar nicht auszulachen, Lisette“, rief Mathildchen eifrig, „ich war heute Nacht oben auf der Böllsteinerhöhe und habe das Christkind und den Nikolaus gesehen und die haben mir herrliche Sachen geschenkt, eine prächtige Puppe und blaue Schuhe und einen roten Regenschirm und eine ganze Schürze voll Konfekt – Mama, wo hast Du denn Alles hingetan?“ Das war ein Erstaunen – die Lisette schlug die Hände über den Kopf zusammen, der Bruder schrie: „Will auch gute Sachen und Regenschirm!“ Die Mutter aber nahm ihr Mathildchen auf den Schoß und sagte lachend: „Du dummes, kleines Mädchen! glaubst Du denn, die Mama würde ihr Mathildchen in der Nacht auf die Böllsteinerhöhe laufen lassen, ohne etwas davon zu merken? Du hast die ganze Nacht hier süß und sanft neben mir geschlafen, nur viel zu fest, denn der Papa ist schon längst ausgefahren zu den kranken Leuten und konnte Dir nur im Schlaf ein Küsschen geben.“
„Wie, Mama?“ rief Mathildchen und schluchzte laut, „ich habe keine Puppe und keinen Regenschirm und kein ABC Buch?“
„Nein, mein Herz, das hast Du nur geträumt, aber, aber, wenn du noch zweimal geschlafen hast, dann ist Weihnachten, dann kommt das liebe Christkind von seiner Höhe herunter zu uns und vielleicht bring es Dir dann etwas von den schönen Sachen, die Du im Traume gesehen.“
„Ach, liebe Mama, sage ihm, dass es mir Alles bringt, was es mir schon heute Nacht geschenkt – es war gar zu schön!“
„Wir wollen sehen, mein Kind!“
Zwei ganze Tage lang musste das Mathildchen noch warten und während dieser Zeit war es fast mäuschenstill und machte nicht halb so viel Lärm als sonst, denn es musste immer an das Christkind und dessen Herrlichkeiten denken. Sollte das alles wirklich nur ein Traum gewesen sein? Es hatte doch einmal irgendwo ganz deutlich die Puppe mit der roten Bluse und auch das schneeweiße Bettchen gesehen, nur wusste es jetzt nicht mehr recht, ob droben auf der Höhe oder in Mama’s Schrank.
Aber nur Geduld – endlich musste ja Alles kommen! Die Federn aus Christkindleins Bettchen lagen fast fußhoch, die goldnen Sterne flimmerten darüber hin, da schlug die große Glocke auf dem Kirchturm fünfmal: bum! bum! bum! bum! bum! Mathildchen und ihre Geschwisterchen saßen im Wohnzimmer und wagten kaum zu atmen. Es raschelte bald an dieser, bald an jener Türe so geheimnisvoll, und endlich war die ganze Familie versammelt, der Papa, die Mama, der Onkel, die Tante, die Kathrine und die Lisette.
Noch einen Augenblick – da hörte man ein silberhelles Glöckchen klingen, die Saaltür flog auf, ach! da war Mathildchens Traum zur Wirklichkeit geworden!
Vor ihm stand ein Christbaum fast so hoch als die Fichten auf der Böllsteinerhöhe, der war vollgesät mit Lichtern, goldnen Äpfeln und Nüssen, Marzipan, silbernen Kränzen und bunten Glaskugeln. Auf der einen Seite des Baumes stand der Nikolaus, ganz so wie ihn Mathildchen im Träume gesehen, mit dem Pelzrock, der Pelzmütze und einer großen Rute in der Hand, nur machte er ein freundlicheres Gesicht als damals, denn am Weihnachtsabend, wo Alles vergnügt und lustig ist, kann er mit dem besten Willen auch nicht verdrießlich bleiben. auf der andern Seite des Baumes aber stand das liebe, goldige Christkind, und mochte den Kindern auch noch ein wenig bange sein vor dem Nikolaus, so verging ihnen schnell alle Furcht, wenn sie in sein freundliches Gesicht und seine guten, blauen Augen schauten. „Ach, liebes Christkind, bin ich denn wirklich nicht bei Dir gewesen?“ rief Mathildchen, „gerade so wie jetzt bist Du mir doch erschienen!“
Da lächelte Christkind, legte den Finger auf den Mund, schüttelte seine Flügel auseinander und – weg waren sie Beide! Die Kinder standen da und starrten die leere Stelle an, wo sie gestanden.
„Sie sind zum Fenster hinaus, Kinder“, sagte die Mama, „Papa, mache wieder zu ,es kommt viel zu kalt herein!“
Der Vater schloss das Fenster und die Kinder fingen jetzt laut zu jubeln an. Da stand ja wahrhaftig Alles beieinander, was Mathildchen im Traum geschenkt bekam – die Puppe, das Bett, die blauen Schuhe, das ABC – Buch, das Arbeitskästchen, das Strickzeug, der rote Regenschirm, nichts fehlte und am wenigsten die guten Bissen, die ihm Christkindchen in die Schürze gesteckt. „Papa, Mama“, rief es entzückt, „es ist Alles da! Gewiss habe ich unterwegs beim Heimlaufen die schönen Sachen verloren und Ihr habt sie wiedergefunden!“
„Richtig“, sagte die Mama, „so wird es sein. Alles kommt zur rechten Zeit – aber nur nicht mehr, wenn es wieder Weihnacht wird, ein naseweises Mädelchen sein.“ –
Das wirkliche Mathildchen seufzte tief auf, nachdem die Tante geendet und sagte: „Die Christbescherung auf der Böllsteinerhöhe möchte ich aber doch auch einmal sehen.“ „Geh'“, antwortete die Tante, „Du bist ein kleiner Angsthase und würdest Dich gar nicht getrauen in die Nähe des Nikolauses zu gehen. Ich glaube fast, heute Abend kommt er hierher.“
Husch, saßen Georg und Mathildchen auf der Tante Schoß, weil sie sich da sicherer glaubten, und sie hatte wirklich recht. Es rasselte an der Tür und schlug mit einer Rute daran , man hörte es ganz deutlich. Dann ging die Türe ein wenig auf und der Nikolaus rief mit seiner brummigen Stimme herein: „Sind hier die Kinder geschickt?“ und zugleich rollte er eine ganze Ladung von Äpfeln und Nüssen in’s Zimmer.
Georg und Mathildchen nahmen die Tante fest um den Hals, die aber sagte: „Die Kinder sind recht lieb und brav, Nikolaus.“
„Dann sollen sie hierher kommen und mir ein Händchen geben und mir einen Vers aufsagen!“
Die Tante stand auf, die Kinder drückten sich immer noch scheu an sie, gingen aber doch mit bis zur Türe. „Nun, Mathildchen“, sagte die Tante, „gib jetzt dem Nikolaus schön eine Hand und sage den Christkindvers, den ich Dich gelehrt.“
Mathildchen streckte zitternd ihre Hand durch die Türspalte, da strich ihr der Nikolaus mit der Rute darüber, dass sie schreiend wieder zurückfuhr.
„Tut nichts“, rief die Tante lachend, „sage nun Deinen Vers“, und Mathildchen begann:
„Liebes Christkind, lass mich sein
Stets wie Du so fromm und rein,
Und lass mich so gerne schenken,
Und so treu für andere denken,
Wie Du es tust weit und breit
In der goldnen Weihnachtszeit!“
„Schön“, brummte Nikolaus durch den Türspalt, „strecke jetzt noch einmal die Hand heraus!“
Mathildchen gehorchte und jetzt berührte statt der Rute etwas Weiches ihre Hand und als sie dieselbe herein zog, hielt sie ein großes Lebkuchenherz fest.
„Will auch“, rief Georg, „kann aber keinen Vers sagen!“
„Das sollst du auch nicht, sei aber nur nicht mehr eigensinnig, sonst gibt’s !“ so brummte es wieder durch die Türe.
Georg streckte nun auch die Hand hinaus, die erst ein bisschen mit der Rute gestreichelt wurde, aber dann ein großes Stück Anisgebackenes bekam.
„Gute Nacht! jetzt gehe ich wieder fort“, rief der Nikolaus noch herein, dann hörte man ihn mit seinen schweren Pelzstiefeln forttappen; im Hof gab es aber noch ein großes Geschrei, denn da hatte er der Lisette, die ihn necken wollte, tüchtig die Rute gezeigt. –
„Jetzt aber schnell ins Bett, Kinder“, rief die Tante, „es ist die höchste Zeit!“

22.Dezember

Brad Schmidt und das fehlende Geschenk
Es war einmal ein nicht mehr ganz junger Mann, sagen wir mal so knapp über Mitte 30, der alles kannte, nur keine Selbstzweifel. Da er aber wusste, dass es – vor allem bei den Frauen – gut ankommt, sich selbst gelegentlich infrage zu stellen, täuschte er zuweilen vor, ein an den großen Menschheitsfragen – Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Wer wird deutscher Meister? – verzweifelnder Softie zu sein, der nicht mehr weiß, ob das, was er tut, auch das Richtige sei. Aber nach jeder Prüfung seiner selbst, kam er immer wieder zu dem Schluss, dass er ein ganz toller Hecht sein muss – so perfekt, wie er war. Blendend aussehend, hyperintelligent, voller Witz und Esprit. Kurzum, der nicht mehr ganz so junge Mann hielt sich im Kern für eine Mischung aus Brad Pitt, Sir Ralf Dahrendorf und Harald Schmidt. Und der Einfachheit halber soll er im Folgenden daher auch Sir Brad Schmidt genannt werden oder noch besser: nur Brad Schmidt. Wer braucht heute noch Adel?
Nun kam aber der 16. Dezember, und Brad Schmidt stürzte in eine Krise. Entsetzt musste er, der sonst immer alles wusste – und dabei auch noch gut aussah –, an diesem Tag feststellen, dass es nur noch acht Tage bis Weihnachen waren und er noch nicht den blassesten Schimmer hatte, was er seiner Freundin schenken sollte. „Oh Gott, oh Gott”, dachte sich da Brad Schmidt. Warum muss gerade mir das passieren? Wo ich doch so schlau bin. Und so kreativ. Und dabei auch noch so gut aussehe. Drehen vielleicht meine Gene durch? Bin ich jetzt nicht mehr Brad Schmidt, sondern Ralf Pitt? Seh’ so aus wie Dahrendorf und bin so schlau wie Brad?
Brad Schmidt war so verzweifelt, dass er nicht mehr wusste, was er tat, und ohne Sinn und Ziel sein Altpapier durchstöberte, Und siehe, da erschien ihm die Fachzeitschrift ”Wirtschaftswoche”. In ihrer Ausgabe vom 30. November. „Fürchte Dich nicht”, sagte die Wirtschaftswoche. ”Denn es gibt jetzt Geschenke im Internet.
Unter www.youSmile.de findest Du die richtige Idee.“ Wie froh und glücklich der Brad da plötzlich war. Froh, dass irgendjemand die „Wiwo“ in seiner Yuppiebude vergessen hatte. Und glücklich, das er, wenn er schon keine eigene Idee hatte, bald eine fremde finden würde, die sich wunderbar als eigene verschenken ließe. „Ach”, sagte sich Brad Schmidt. „Wie gut, dass es doch das Internet gibt. Gäbe es es nicht, ich müsste es erfinden.”
Also setzte sich Brad Schmidt an seinen Computer und klickte sich auf die Seite, die ihn lächeln ließ. www.youSmile.de. Dort erschien alsbald das Ersehnte: ein „Ideenfinder”. Hier musste Brad zunächst ausfüllen, wer beschenkt werden soll, wie alt die zu Beschenkende ist, zu welchem Anlass geschenkt wird und wie viel er denn so auszugeben gedenke. Doch da kam Brad nun schon ins Trudeln. Wie hatte seine Freundin doch noch gesagt. „Ach Schatz, eigentlich ist es mir ja egal, was du mir schenkst. Hauptsache, es ist teuer und ein Brillant Die Kategorie „0-50 Mark” fiel also schon mal flach. Obwohl sich dahinter so schöne Sachen wie das Mousepad „Culto” mit den schwimmenden Herzen für 24,90 Mark verbarg oder der Fotorahmen „Hugo Trio” für 39,90 Mark. Auch die zweite Kategorie (50-1100 Mark) schien Brad Schmidt nicht angemessen, hatte er seine Freundin doch erst kürzlich, zu ihrem Geburtstag, mit jenem Duschvorhang mit dem idyllischen Alte-Frau-mit-Messer-in-der-Hand-Motiv aus „Psycho” überrascht, der nun für 79 Mark im Internet angeboten wurde. Na ja, ehrlich gesagt, kam das Geschenk damals schon nicht richtig an. Und auch zu Weihnachten dürfte die Begeisterung darüber begrenzt sein. Zwei Duschvorhänge machen halt noch keinen Brillanten.

21.Dezember

Knecht Rubrecht
Von drauß vom Walde komm‘ ich her;
Ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!
Allüberall auf den Tannenspitzen
Sah ich goldene Lichtlein sitzen;
Und droben aus dem Himmelstor
Sah mit großen Augen das Christkind hervor,
Und wie ich so strolcht‘ durch den finstern Tann,
Da rief’s mich mit heller Stimme an:
„Knecht Ruprecht“, rief es, „alter Gesell,
Hebe die Beine und spute dich schnell!
Die Kerzen fangen zu brennen an,
Das Himmelstor ist aufgetan,
Alt‘ und Junge sollen nun
Von der Jagd des Lebens ruhn;
Und morgen flieg‘ ich hinab zur Erden,
Denn es soll wieder Weihnachten werden!“
Ich sprach: „O lieber Herre Christ,
Meine Reise fast zu Ende ist;
Ich soll nur noch in diese Stadt,
Wo’s eitel gute Kinder hat.“ –
„Hast denn das Säcklein auch bei dir?“
Ich sprach: „Das Säcklein, das ist hier;
Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern
Essen fromme Kinder gern.“ –
„Hast denn die Rute auch bei dir?“
Ich sprach: „Die Rute, die ist hier;
Doch für die Kinder nur, die schlechten,
Die trifft sie auf den Teil, den rechten.“
Christkindlein sprach: „So ist es recht;
So geh mit Gott, mein treuer Knecht!“
Von drauß vom Walde komm‘ ich her;
Ich muß euch sagen, es weihnachtet sehr!
Nun sprecht, wie ich’s hierinnen find‘!
Sind’s gute Kind, sind’s böse Kind?
Fröhliche Weihnacht überall!
„Fröhliche Weihnacht überall!“
tönet durch die Lüfte froher Schall.
Weihnachtston, Weihnachtsbaum,
Weihnachtsduft in jedem Raum!
„Fröhliche Weihnacht überall,“
tönet durch die Lüfte froher Schall.
Darum alle
stimmet in den Jubelton,
denn es kommt das Licht der Welt
von des Vaters Thron.
„Fröhliche Weihnacht überall“…
Licht auf dunklem Wege,
unser Licht bist du;
denn du führst, die dir vertrau’n,
ein zu sel’ger Ruh’.
„Fröhliche Weihnacht überall“…
Was wir ander’n taten,
sei getan für dich,
daß bekennen jeder muß,
Christkind kam für mich.

20.Dezember

Weihnachtsbrief
Liebe Mitarbeiter,
wie schon in den Vorjahren wollen wir auch in diesem Jahr das anstrengende Geschäftsjahr mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier im Frühstücksraum beenden.
Da es im letzten Jahr einige etwas unerfreuliche Zwischenfälle gab, möchte die Geschäftsleitung im Vorfeld auf gewisse Spielregeln hinweisen, um die besinnliche Feier auch im rechten Rahmen ablaufen zu lassen.
1. Wenn möglich sollten die Mitarbeiter den besagten Raum noch aus eigener Kraft erreichen, und nicht im alkoholisierten Zustand von Kollegen hereingetragen werden. Eine Vorfeier ab den frühen Morgenstunden sollte möglichst vermieden werden.
2. Es wird nicht gern gesehen, wenn sich Mitarbeiter mit ihrem Stuhl direkt an das kalte Buffet setzen. Jeder sollte mit seinem gefüllten Teller einen Platz an den Tischen aufsuchen! Auch die Begründung *Sonst frißt mir der Meier die ganzen Melonenschiffchen weg* kann nicht akzeptiert werden.
3. Schnaps, Wein und Sekt sollte auch zu vorgerückter Stunde *nicht* direkt aus der Flasche getrunken werden. Besonders wenn man noch Reste der genossenen Mahlzeit im Mund hat. Der Hinweis *Alkohol desinfiziert* beseitigt nicht bei allen Mitarbeiten das Mißtrauen gegen Speisereste in den angetrunkenen Flaschen.
4. Wer im letzten Jahr den bereitgestellten Glühwein gegen eine Mischung aus Hagebuttentee und Super-Bleifrei ausgetauscht hat, wird darum gebeten diesen Scherz nicht noch einmal zu wiederholen. Sicherlich ist uns allen noch in Erinnerung was passierte, als Kollege Moosbacher sich nach dem dritten Glas eine Zigarette anzündete.
5. Sollte jemand nach Genuß der angebotenen Speisen und Getränke von einer gewissen Unpäßlichkeit befallen werden, so wird darum gebeten die dafür vorgesehen Örtlichkeiten aufzusuchen. Der Chef war im letzten Jahr über den unerwarteten Inhalt seines Aktenkoffers nicht sehr begeistert.
6. Wenn Weihnachtslieder gesungen werden, sollten die Originaltexte gewählt werden. Einige unserer Auszubildenden sind noch minderjährig und könnten durch einige Textpassagen irritiert werden.
In diesem Zusammenhang möchten wir nochmals daran erinnern, das einige der männlichen Kollegen sich noch nicht zur Blutuntersuchung zwecks Feststellung der Vaterschaft gemeldet haben. Unsere im Mutterschaftsurlaub befindliche Mitarbeiterin Frl. Kluge meint, es bestände ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der letztjährigen Weihnachtsfeier und der Geburt ihrer Tochter Sylvia im September dieses Jahres.
Wenn wir uns alle gemeinsam an diese wenigen Verhaltensmaßregeln halten, sollte unsere Weihnachtsfeier wieder ein großer Erfolg werden.
MfG
Die Geschäftsleitung