Bundesbeauftragter warnt vor Behindertenfeindlichkeit und Hassrede

Berlin. Anlässlich des morgigen (Montag, 27. Januar) Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus warnt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, vor Behindertenfeindlichkeit, Ableismus und Hassrede.

Der sogenannten Aktion T4 fielen über 70.000 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in Deutschland zum Opfer, den Krankenmorden in der Zeit des Nationalsozialismus europaweit über 200.000 Menschen. Darüber hinaus wurden ungefähr 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

„Menschen mit Behinderungen sind auch heute tagtäglich Diskriminierungen ausgesetzt. Es beginnt damit, dass das Wort „behindert“ als Beleidigung benutzt wird und endet im schlimmsten Fall mit Hassrede und tätlichen Angriffen. Nicht selten wird Menschen mit Behinderungen die Kompetenz oder sogar die Berechtigung zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben abgesprochen,“ so der Beauftragte.

„Der bittere Befund auch 75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus ist: Leider sind viele immer noch nicht frei davon, vermeintliche Minderheiten ungleich zu behandeln oder abzuwerten. Wir dürfen deswegen nicht den Fehler machen, bei Diskriminierungen oder auch Hassrede im Internet wegzuschauen, dies kleinzureden oder die Betroffenen zu vereinzeln. Denn das Prinzip ist immer das gleiche, unabhängig von Hautfarbe, Herkunft, Sexualität, Geschlecht, Alter, Religion oder Behinderung. Hassrede bereitet den Boden für schreckliche Taten. Es ist unser aller Verantwortung, dem aktiv, entschieden und mit Zivilcourage entgegenzutreten,“ so Jürgen Dusel.

Quelle: kobinet-nachrichten.org

Bitte unterstützen sie eine Onlineumfrage der Weltblindenunion zur Beschäftigungssituation blinder und sehbehinderter Menschen bis zum 14.2.2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

Der Beschäftigungsausschuss der Weltblindenunion (WBU) hat eine kurze Umfrage entwickelt, um die Beschäftigungsmuster von blinden und sehbehinderten Menschen sowie von Menschen im erwerbsfähigen Alter in der ganzen Welt zu ermitteln.

Die Umfrage kann in 20-25 Minuten ausgefüllt werden und ist in Englisch, Französisch und Spanisch verfügbar. Wenn Sie eine andere Sprache benötigen, müssen Sie möglicherweise ein Tool wie Google Translate verwenden.
Leider verfügt die WBU nicht über die Kapazität, in weitere Sprachen zu übersetzen, und wir entschuldigen uns für etwaige Unannehmlichkeiten, die dadurch entstehen können.
Die Ergebnisse werden auf der WBU Generalversammlung im Juni 2020 in Madrid bekannt gegeben.

Die WBU-Beschäftigungsumfrage ist eine vierteilige Befragung, bei der die Befragten nach der Skip-Logik durch die Fragen der Umfrage geführt werden, so dass sie nur Fragen beantworten, die sie betreffen. Der erste Teil (Demographie) wird von allen Befragten ausgefüllt. Abschnitt Zwei (Aktuelle Arbeitsstelle) wird nur von den derzeit beschäftigten Befragten ausgefüllt. Abschnitt Drei (früher angestellt, aber derzeit nicht erwerbstätig) wird nur von den Befragten ausgefüllt, die zwar Arbeitserfahrung haben, aber derzeit nicht arbeiten. Abschnitt Vier (nie gearbeitet) wird nur von den Befragten ausgefüllt, die keine Arbeitserfahrung haben.

Die WBU verwendet Survey Monkey, das sowohl mit Screen Readern als auch mit der Bildschirmvergrößerung als Online-Tool für die Umfrageausfüllung zugänglich ist. Die Befragten können über den unten eingefügten Link so oft wie nötig auf die WBU-Beschäftigungsumfrage zugreifen, um die Umfrage auszufüllen, bis sie „fertig“ wählen.

Der Link zum Survey Monkey lautet:
Englisch:
https://www.surveymonkey.ca/r/8ZP2KW3
Französisch:
https://fr.surveymonkey.ca/r/8ZPVTDC
Spanisch:
https://es.surveymonkey.ca/r/8ZH585Z

Ihr BBSB-Inform

BBSB-Inform wird Ihnen, wann immer Sie das wollen, am Telefon vorgelesen. Wählen Sie: 0871 7000 14000. Es gilt das für den benutzten Anschluss vereinbarte Verbindungsentgelt ohne Aufschlag.

Das Redaktionsteam können sie folgendermaßen erreichen:

– Mail: mailto:bbsb-inform@bbsb.org
– Judith Faltl: Telefon 0 89 – 68 52 58
– Christian Schöpplein: mailto:christian.schoepplein@bbsb.org

Besuch in der Blindenwerkstatt Otto Weidt

Berlin. Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt erzählt von einem Berliner Kleinfabrikanten, der während des Zweiten Weltkriegs jüdische Arbeiterinnen und Arbeiter vor Verfolgung und Deportation schützte. Laura Mench hat das Museum am Hackeschen Markt besucht und berichtet darüber heute auf ihrer Webseite.

„In einem Museum wie diesem geht es nicht hauptsächlich um den Spaß an der Freude. Es ist ein Ort des Gedenkens, ein Ort der Aufklärung und der Mahnung“, schreibt Laura Mench. „Die Ausstellung ist vielfältig und zeigt von Fotos über handgefertigte Besen, bis hin zu Postkarten aus Theresienstadt alles, was man zu diesem Thema und von den Personen sehen muss, um ihre Geschichte und die Umstände zu verstehen.“

Es sei beachtlich, dass diese Ausstellung so barrierefrei ist und nicht einmal Eintritt kostet, findet die junge Frau: „Mir hat es gezeigt, dass Inklusion und Teilhabe nicht immer Geld kosten müssen. Sogar die Führung, die jeden Sonntag um 15:00 Uhr stattfindet ist kostenfrei.“

Link zur Webseite von Laura Mench „Projekt Leben“:
https://projektlebenaktiv.com/author/menchdaily/

Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt
Adresse: Rosenthaler Str. 39, 10178 Berlin
Telefon: 030 28599407

Quelle: kobinet-nachrichten.org

Soziale Medien sind nicht barrierefrei

Die Initiative „Barrierefrei Posten“ kämpft dafür, dass sich das ändert.
Von Sophie Aschenbrenner
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Foto: go2 / photocase.de; Bearbeitung: jetzt

Instagram ist für viele Menschen zur aktivistischen Plattform geworden. In ihren Storys teilen die Nutzerinnen und Nutzer Links zu Petitionen und machen auf Diskriminierungen aufmerksam. Aber was, wenn auch diese Posts diskriminierend sind? Nicht jeder und jede kann Bilder sehen und den Ton von Videos hören. Blinde und gehörlose Menschen können zwar mit technischen Hilfsmitteln Posts und Videos verstehen – doch dafür müssen die Inhalte einige Voraussetzungen erfüllen. Ist ein Bild zum Beispiel nicht beschrieben, kann keine Sprachausgabe der Welt seinen Inhalt erfassen und vorlesen.

Die Initiative „Barrierefrei Posten“ kämpft dafür, dass sich das ändert. Die Gruppe besteht zu gleichen Teilen aus Menschen mit und ohne Behinderung. Dazu gehören unter anderem die Aktivistin Natalie Dedreux, die taube Studierende Clara Belz und Heiko Kunert, Geschäftsführer des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. Seit fast zwölf Jahren ist der Blogger, der selbst blind ist, in den sozialen Medien aktiv.
„Viele Leute haben Angst, dass das alles viel zu aufwendig sei“

„Social Media hat enormes Potenzial für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung“, sagt Heiko Kunert gegenüber jetzt. „Wir können uns dort auf Augenhöhe mit Menschen ohne Behinderung austauschen. Ich kann mich dort ebenso informieren wie sehende Menschen das tun.“ Die einzige Voraussetzung ist dabei aber ausschlaggebend: Die Posts müssen eben barrierefrei sein – und das sind sie oft nicht. „Viele Leute sind für das Thema nicht sensibilisiert. Oder sie haben Angst, dass das alles viel zu aufwendig sei.“

Insgesamt sei es für nicht sehende Menschen problematisch, dass die sozialen Medien immer visueller werden, sagt Heiko Kunert. Denn das grenze Menschen mit Sehbehinderung aus. „Wenn ich meine Twitter-Timeline durchscrolle, finde ich oft zehn Posts hintereinander mit Bildern, die nicht beschrieben sind. So bleiben mir die Witzchen oder die inhaltlichen Aussagen verborgen. Dann fühle ich mich tatsächlich ausgegrenzt und bin genervt“, erzählt Heiko Kunert. „Ich glaube, dass Barrierefreiheit in sozialen Medien noch zu wenig Beachtung findet“, meint auch Isabel Rink, Geschäftsführerin der Forschungsstelle Leichte Sprache an der Uni Hildesheim und ebenfalls Teil von „Barrierefrei Posten“.

Auf ihrem Instagram-Kanal teilt die Initiative viele Tipps für mehr Inklusion in den sozialen Medien:
Bilder

„Die Bildbeschreibungen auf Twitter, Instagram und Facebook kann wirklich jeder nutzen“, sagt Heiko Kunert. „Die Beschreibungen liest mir dann meine Sprachausgabe am Smartphone und am Computer vor. So weiß ich, was auf euren Fotos zu sehen ist.“ Das ist essentiell für die Teilhabe an dem, was auf Instagram, aber auch auf Twitter und Facebook passiert. Derzeit verwenden nur wenige Social-Media-Nutzende die Funktion auch wirklich. Zwar ändere sich langsam etwas, sagt Heiko, aber eben sehr langsam: „Gerade, wenn Leute oder Accounts von blinden Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, fangen einige damit an. Aber dennoch sind Bildbeschreibungen immer noch die ganz große Ausnahme.“

Um leichter erkennbar zu machen, dass ein Text eine Bildbeschreibung hat, gibt die Initiative folgenden Tipp: „Markiere deinen Tweet mit #B oder !B. So wissen auch sehende Nutzerinnen und Nutzer: Dein Tweet hat eine Bildbeschreibung.“
Videos

Auch Videos können relativ einfach barrierefreier werden. Zum einen hilft es, wirklich jedes Video zu untertiteln. So können gehörlose Menschen die Dialoge verfolgen, Sprachcomputer können blinden Menschen das Gesprochene vorlesen. Außerdem ist es möglich, eine sogenannte Audiodeskription zu erstellen. Dabei wird auf einem optionalen Tonkanal in den Dialogpausen das Wichtigste der rein visuellen Handlung beschrieben. „Das ist aber recht aufwendig und für Privataccounts schwer umzusetzen“, sagt Heiko. Er schlägt stattdessen vor, die wichtigsten rein visuellen Elemente entweder im Ton des Videos selbst zu beschreiben, oder im zugehörigen Text, zum Beispiel bei einem Instagram-Post.
Leichte Sprache

Insgesamt empfiehlt der Verein, in den sozialen Medien leichte Sprache zu verwenden. Bedeutet: Kurze Sätze mit acht bis zehn Wörtern und so wenig Fremdwörter wie möglich. Von leichter Sprache profitieren zum Beispiel Menschen, deren Lesefähigkeit wegen einer Behinderung eingeschränkt ist, Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen.

Lange Wörter wie zum Beispiel „Fahrgastrechteformular“ können auch mit einem sogenannten Mediopunkt getrennt und so übersichtlicher gestaltet werden: „Fahr•gast•rechte•formular“ steht dann da. Problematisch kann für nicht sehende Menschen auch gegenderte Sprache sein. Die Sprachausgabe liest zum Beispiel „Mitarbeiter*innen“ so vor: „Mitarbeiter Stern innen“. Ein Dilemma für diejenigen, die niemanden ausschließen wollen? „Ich selbst habe mich daran gewöhnt und finde das keine Barriere im eigentlichen Sinne. Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband empfiehlt trotzdem, wenn möglich lieber Formulierungen wie ,Mitarbeitende‘ zu verwenden“, sagt Heiko.
Neue Texte
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Wenn Youtuber in „Youtube-Rente“ gehen
„Wenn eine Person einen Namen lernen kann, kann sie auch ein Pronomen lernen“
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Insgesamt, sagt Isabel Rink von der Forschungsstelle Leichte Sprache, sollte man sich der eigenen Zielgruppe immer bewusst sein. Nutzt man einen Kanal privat und kennt die Community, die die eigenen Inhalte wahrnimmt? Oder ist man nicht als Privatperson unterwegs und muss sich deshalb besondere Gedanken darüber machen, was und wie man postet? Wichtig sei es „Barrierefrei Posten“, nicht belehrend zu kommunizieren, sondern gemeinsam mit den Userinnen und Usern zu lernen, betont Laura Schwengber, Ideengeberin der Initiative: „Wir wissen nicht alles, aber wir arbeiten daran.“ Wichtig sei es ihnen, gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern zu lernen – und so die sozialen Medien Stück für Stück inklusiver zu machen.
Quelle ist von https://www.jetzt.de/digital/barrierefrei-posten-in-den-sozialen-medien

Radiobeitrag blickt auf Bahntour der Reisegruppe Niemand zurück

Köln. Zum 25jährigen Bestehen des Benachteiligungsverbots für behinderte Menschen im Grundgesetz hat die Reisegruppe Niemand im November letzten Jahres eine 76stündige Bahntour mit dem Regionalverkehr der Bahn durch Deutschland durchgeführt. Am 8. Januar blickt Andrea Eberl ab 20:04 Uhr im Bürgerfunk bei RadioKoeln im Freien Lokalrundfunk Köln (FLOK) in einer Sendung des Vereins Blinde und Kunst auf die Bahntour zurück. Sie sprach mit dem blinden Passagier der Tour Markus Ertl.

„Andrea Eberl hat die Reisegruppe Niemand mit Ihrem Blindenführhund Enny das Stück von Düsseldorf nach Hannover begleitet. Dabei hat Andrea auch die Zeit genutzt und unseren ‚blinden Passagier‘ und 2. Vorsitzenden des Ungehindert e.V., Markus Ertl, interviewd. In dem Radiobeitrag geht es deshalb auch um uns , die Reisegruppe Niemand und das Projekt ‚Nahverkehr inklusive‘. Bei diesem Reiseprojekt von Ungehindert e.V. machten sich im November 2019 Menschen mit verschiedenen Behinderungen auf den Weg, um von Berlin, durch alle Landeshauptstädte, nach Berlin zu reisen, und das in Rekordzeit. Andrea berichtet in Ihrem Beitrag von unseren Zielen, deren wegen wir uns am 12.11.2019 auf den Weg machten. Es geht um die Rekordzeit von 76 Stunden 8 Minuten und 45 Sekunden und auch, warum wir am 15.11.2019 nach unserer Ankunft am Berliner Hauptbahnhof noch weiter zum Bundespräsidialamt marschiert sind. Aber hört gerne selbst rein!“, heißt es auf der Facebookseite der Reisegruppe Niemand zur Ankündigung der Sendung.

Radio Köln kann innerhalb Kölns im Radio und im WWW über den LiveStream (Webradio Radio Köln) und die App des Senders, sowie über die App TuneIn empfangen werden. Gestaltung der Sendung Andrea Eberl, Technik Raphael Netolitzky.

Quelle: kobinet-nachrichten.org

Wie wär’s mit einem Ehrenamt?

Autor Ottmar Miles-Paul
Symbol Fragezeichen
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Foto: ht
Bonn (kobinet) „Wie wär’s mit einem Ehrenamt?“ Mit dieser Frage wartet die Aktion Mensch in ihrem ersten Newsletter in diesem Jahr auf. „Das neue Jahr liegt voller Möglichkeiten vor dir und du hast Lust, dich für andere zu engagieren? Schau doch mal in unsere Datenbank, dort findest du Verbände und Projekte ganz in deiner Nähe“, heißt es in dem Bericht der Aktion Mensch.
„Mehr als 31 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Möglichkeiten dazu gibt es viele: Im Kindergarten vorlesen, ein inklusives Umweltprojekt für Jugendliche mit und ohne Behinderung starten, beim Sanitätsdienst oder der Freiwilligenfeuerwehr mit anpacken oder ältere Menschen bei Behördengängen begleiten. Hier findest du das passende Ehrenamt für dich“, heißt es auf der Internetseite „Finde dein Ehrenamt“ der Aktion Mensch.
Link zu weiteren Infos und zur Suche nach Möglichkeiten zum Mitmachen
Quelle ist von kobinet-nachrichten.org

Demokratie braucht Inklusion: Hamburg illuminiert Fernsehturm

Zum internationalen Tag der Menschen mit Behinderung setzt die Hansestadt ein Zeichen.
Veröffentlicht am 2. Dezember 2019
Hamburger Fernsehturm wird mit dem Schriftzug „Demokratie braucht Inklusion“ angestrahlt.
(Foto: Axel Heimken/dpa)
„Demokratie braucht Inklusion“: Mit diesem Satz ist der Hamburger Fernsehturm am Samstag illuminiert worden. Anlass der Aktion ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen am Dienstag (3. Dezember). Dann soll ab Einbruch der Dunkelheit ebenfalls dieser Satz auf dem Fernsehturm zu lesen sein.
In Kooperation mit dem Lichtkünstler Ingo Bracke nimmt der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Jürgen Dusel, den Tag zum Anlass, auf die Belange von Menschen mit Behinderungen und ihre Rechte hinzuweisen. Im Zentrum steht dabei das Motto seiner Amtszeit, „Demokratie braucht Inklusion“. Unterstützt wird die Aktion von der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit.
(RP/dpa)
rollingplanet.net

„Ein Mensch mit Behinderung hat es brutal schwer im Winter“

Der thüringische Landesbehindertenbeauftragte Leibinger sieht auch Kommunen in der Pflicht.
Veröffentlicht am 2. Dezember 2019
Rollstuhlfahrer auf verschneitem Bürgersteig
(Foto: Shutterstock)
Wenn Gehwege im Winter mit Schnee zugeschoben werden, ist das ärgerlich für Fußgänger. Ein großes Hindernis ist es für Blinde oder Menschen im Rollstuhl, kritisiert Thüringens Behindertenbeauftragter.
Der Landesbehindertenbeauftragte Joachim Leibiger fordert beim Schneeräumen im Winter mehr Rücksicht auf Menschen mit Handicap. „Ein Mensch mit Behinderung hat es brutal schwer im Winter“, sagte Leibiger der Deutschen Presse-Agentur. So würden zwar die Straßen vom Winterdienst in der Regel von Eis und Schnee geräumt. Häufig lande der Schnee dann aber auf dem Gehweg.
„Jemand, der im Rollstuhl sitzt, hat dann oft keine Chance mehr, diesen Gehweg zu benutzen.“
Auch Blinde benötigten etwa Bordsteinkanten zur Orientierung. Im Winter seien diese aber häufig zugeschüttet. „Da habe ich dann Null-Orientierung“, so Leibiger, der seit seiner Geburt sehbehindert ist und im Jahr 2000 vollblind wurde. Am Dienstag (3. Dezember) wird der internationale Tag der Menschen mit Behinderung begangen.
Sowohl Grundstückseigentümer als auch Kommunen müssten sich dieser Probleme beim Räumen von Schnee und Eis bewusst sein, sagte der Beauftragte. Zwar sei die Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren sensibler geworden. „Das hat sich zum Positiven entwickelt.“ Es bleibe aber noch immer viel zu tun.
Problematisch ist die Situation nach Leibigers Einschätzung vor allem außerhalb der Zentren größerer Städte. Dort würden sogenannte Aufmerksamkeitsfelder an Bus- und Straßenbahnhaltestellen, die Blinden bei der Orientierung helfen, oft schnee- und eisfrei gehalten. In den Randgebieten der Kommunen sei dies aber häufig nicht mehr so, erst recht nicht im ländlichen Raum. Eine Rolle spiele dabei auch die Personalfluktuation bei den Kommunen oder den mit dem Winterdienst beauftragten Unternehmen. Es sei sinnvoll, das wechselnde Personal zu besonderen Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung zu schulen.
Leibiger erneuerte seine Forderung nach einer Landesfachstelle für Barrierefreiheit. Nur so sei es möglich, im großen Maßstab dafür zu sorgen, dass öffentliche Einrichtung und Plätze für Menschen mit Behinderung zugänglicher würden als bislang. Für diese Aufgabe sei zusätzliches Personal notwendig.
(RP/dpa)
rollingplanet.net

Inklusionstage: Mehr Barrierefreiheit unabdingbar

Veröffentlicht am 11.11.2019 – 04:00 von Autor Ottmar Miles-Paul
Foto: Aktion Mensch
Berlin (kobinet) Für den Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, ist für ein echtes alltägliches Miteinander mehr Barrierefreiheit unabdingbar. Das schreibt der Minister in der Einladung zu den Inklusionstagen, die heute und morgen im Berlin Congress Center (bcc) stattfinden und zum Teil auch im Live-Stream übertragen werden. Seit 2013 führt das Ministerium die Inklusionstage durch, um den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren auf dem Weg zur Inklusion zu fördern. Dieses Jahr stehen die Themen Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus im Mittelpunkt der Diskussionen und Foren. Zum Abschluss der diesjährigen Inklusionstage wird Hubertus Heil neben einer Abschlussrede auch den Bundesteilhabepreis verleihen, der neu eingeführt wird.
„Für ein echtes alltägliches Miteinander ist mehr Barrierefreiheit unabdingbar – im Alltag und in den Köpfen. Auch deshalb habe ich zum Beispiel die ‚InitiativeSozialraumInklusiv – ISI‘ gestartet. Zudem werden wir im Rahmen der diesjährigen Inklusionstage erstmalig den Bundesteilhabepreis für vorbildliche Beispiele eines inklusiven Sozialraums verleihen. Im Zentrum der diesjährigen Inklusionstage stehen die Themen ‚Kultur, Freizeit, Sport und Tourismus‘ – also alles, was das Leben schöner und bunter macht, aber mangels Barrierefreiheit noch immer nicht allen gleichermaßen möglich ist. Wie wir das ändern können, darum soll es dieses Jahr gehen. Wie stets bieten wir auf den Inklusionstagen vielfältige Möglichkeiten für gemeinsames Diskutieren, Voneinanderlernen, Sichvernetzen. Rund 500 Gäste werden sich im großen Plenum sowie in kleineren Foren zu Herausforderungen und Guten Beispielen austauschen. Ziel ist es, gemeinsam Ideen und Wege hin zu einer inklusiven Gesellschaft zu finden“, schrieb Hubertus Heil in der Einladung zu den diesjährigen Inklusionstagen.
Teile der Inklusionstage werden per Live-Streaming übertragen auf: www.gemeinsam-einfach-machen.de. Zudem kann man den Inklusionstagen auch auf #inklusionstage in den sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, Instagram) folgen und input geben.
Quelle: ist von https://kobinet-nachrichten.org/2019/11/11/inklusionstage-mehr-barrierefreiheit-unabdingbar/

Die Politikerin Corinna Rüffer (Bündnis 90/GAL) veröffentlicht auf ihrer Internetseite einen

Artikel, in dem es um das inklusive Wohnen geht und fordert, dass dieses nicht eingeschränkt werden dürfe. Sie schreibt auf ihrer Internetseite (Zitat) „Menschen mit Behinderungen haben das Recht zu bestimmen, wo und mit wem sie leben möchten – in diesem Punkt ist die UN-Behindertenrechtskonvention eindeutig.
https://www.eu-schwerbehinderung.eu/index.php/recht/1539-beitrag-20191103-01