öffentlichen Nahverkehrs zum 1. Januar 2022 – Umfrage des Deutschen Bahnkunden-Verband e. V.

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider sehr kurzfristig erreichte uns ein Aufruf des Deutschen Bahnkunden-Verband e. V. zur Beteiligung an einer Umfrage, die noch bis zum 15.1.2020 läuft.
Das Thema der Umfrage ist der barrierefreie Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zum 1. Januar 2022.

Der Deutsche Bahnkunden-Verband e. V. schreibt in seiner Pressemitteilung folgendes:
Vollständiger barrierefreier Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs zum 1. Januar 2022 – ist das zu schaffen?
Bahnkunden-Verband verlängert seine anonyme Umfrage bis 15.1.2020 und bittet um Weiterverbreitung des Umfrage-Links

Der 1. Januar 2022 ist der Tag der Wahrheit. Bis dahin muss im öffentlichen Personnnahverkehr (ÖPNV, also der kommunale Bus-, Straßenbahn- und U-Bahn-Verkehr) vollständig barrierefrei ausgebaut sein. Ausnahmen sind nur zulässig, wenn sie im Nahverkehrsplan benannt werden (Personenbeförderungsgesetz, § 8 Absatz 3, Satz 3).
Wir befürchten, dass dieses Datum überall in Deutschland „gerissen“ wird. Keine Kommune unternimmt aktuell die finanziellen und baulichen Anstrengungen zum Erreichen dieser Aufgabe. Auch die Vorbereitung der Nahverkehrspläne, insbesondere die Beteiligung der Verbände, scheint eher auf dem Papier zu stehen, als dass sie tatsächlich ernst genommen wird. Planfeststellungs- und Ausschreibungsverfahren sind in die Wege zu leiten, Wettbewerbe ggf. zu starten.
Deshalb bitten wir Sie um Mithilfe. Da niemand der Verantwortlichen eine ungefähre Vorstellung hat, wieviele Haltestellen betroffen sind, möchten wir eine Umfrage starten, die im Sinne der „Schwarmintelligenz“ Aufklärung und Überblick geben soll. Wir bitten Sie deshalb, an Ihre Mitglieder und Organisationen die Information zu unserer Umfrage zu versenden und so damit beizutragen, dass sie vielleicht nicht repräsentativ wird, aber dennoch eine Tendenz widerspiegelt.
Wir freuen uns auch über Ihr Interesse an einem inhaltlichen Austausch mit uns, inwieweit wir das Problem noch besser in die Öffentlichkeit transportieren können.

Die Umfrage ist erreichbar auf www.bahnkunden.de
clicken sie dann auf Aktuelles und im Anschluss auf Umfrage.
Der vollständige Link lautet
https://www.bahnkunden.de/aktuelles/umfrage-zum-vollstaendigen-barrierefreien-ausbau-des-oeffentlichen-personennahverkehrs

Pressekontakt:
Frank Böhnke, DBV-Bundesvorstand Länderaufgaben
Telefon 01 77 / 8 93 43 94
E-Mail buvo.mv@bahnkunden.de

Über den Deutschen Bahnkunden-Verband (DBV):
Der DBV ist Dachverband von derzeit 68 Organisationen in den mehr als 10.000 Einzelmitglieder organisiert sind. Als „Lobby der Bahnkunden“ versteht sich der Deutsche Bahnkunden-Verband. Dabei vertritt der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte Verein die Interessen von Kunden im Nah- und Fernverkehr und im Güterverkehr. Parteipolitisch neutral und unabhängig beschäftigen sich die ehrenamtlichen DBV-Mitglieder mit Themen wie Mobilität auf der Schiene, Infrastruktur, Finanzierung und barrierefreies Reisen. Eines der Ziele des Verbraucherschutzvereins ist die Verbesserung des Kundenservices. Spenden und Beiträge sind steuerlich absetzbar.
Der Bundesverband ist Mitglied im Europäischen Fahrgastverband EPF, der Allianz pro Schiene und der Klima-Allianz.

Ihr BBSB-Inform

BBSB-Inform wird Ihnen, wann immer Sie das wollen, am Telefon vorgelesen. Wählen Sie: 0871 7000 14000. Es gilt das für den benutzten Anschluss vereinbarte Verbindungsentgelt ohne Aufschlag.

Das Redaktionsteam können sie folgendermaßen erreichen:

– Mail: mailto:bbsb-inform@bbsb.org
– Judith Faltl: Telefon 0 89 – 68 52 58
– Christian Schöpplein: mailto:christian.schoepplein@bbsb.org

Änderungen im Busverkehr

Ab dem 7. Januar 2020 ergeben sich einige Änderungen im Busverkehr im Stadtgebiet von Lügde. Die wesentlichen Änderungen haben wir Ihnen nachfolgend zusammengefasst:
LINIE 732 (Lemgo – Blomberg – Schieder – Lügde – Bad Pyrmont)
Die Linie fährt künftig im Stundentakt und die Firma Phoenix Contact in Blomberg und Bad Pyrmont wird durch neue Haltestellen angebunden. Die Betriebszeiten werden erweitert und es ergeben sich schnellere Fahrtzeiten zwischen den Kernorten durch einen beschleunigten Linienweg.
Fahrplan Linie 732 [PDF: 105 kB]
LINIE 761 (Bad Pyrmont – Lügde – Rischenau)
Es werden mehr Fahrten in einem durchgehenden Stundentakt angeboten. Durch die Einführung eines Richtungsbandbetriebes wird auch eine Einbindung der kleinen Ortsteile ermöglicht. Bei den Fahrten der Linie 761 mit dem FLUKS-Bus können Haltestellen hinzugebucht werden, so dass in allen Ortsteilen der Stundentakt angeboten werden kann.
Fahrplan Linie 761 [PDF: 44 kB]
Infos zu weiteren Linien können Sie hier nachlesen: Verbesserungen im Busverkehr: 03.01.2020 LINIENBÜNDEL III IN LIPPE NEU GESCHNÜRT! (Pressemitteilung der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) mbH)
LINIE 763 (Bürgerbus Lügde)
Ab dem 08.01. wird der Bürgerbus Lügde sechs weitere neue Haltestellen anfahren. Im Stundentakt werden die ab Fahrplanwechsel 34 Haltestellen von Montag bis Freitag (dienstags und donnerstags erst ab Nachmittag) angefahren. Zu den sechs neuen Aus- und Zustiegsmöglichkeiten gehören:
• das Johanniter-Stift an der Kanalstraße,
• die Ostseite der Kilianstraße gegenüber vom Bahnhof,
• am ehemaligen Hotel-Restaurant „Zwei Linden“,
• am „Weinberg“ unterhalb der Schulzentrums,
• der Einmündungsbereich „Sonnenwinkel“ in die Straße „Zum Golfplatz“ und
• in der Gartenstraße.
An der Gesamtdauer von rund 50 Minuten für eine Linientour ändert sich trotz der zusätzlichen neuen Haltestellen nichts. Der Fahrpreis bleibt unverändert bei 1,60 Euro für eine Einzelfahrt.
Bürgerbus Lügde (Linie 763) Fahrplan [PDF: 9 kB]
Quelle ist von luegde.de

Mit der Schatzkarte unterwegs

Sehenswertes, Wandertipps und Radrouten auf einen Blick
Klicken für Bildvergrößerung
Carolin Nasse, Stephanie Pieren und Larissa Gräbner mit der neuen Schatzkarte
Was kann ich unternehmen? Wo kann ich übernachten und shoppen? Welche Radrouten und Wanderwege kann ich entdecken? Welche Sehenswürdigkeiten sollte ich mir auf keinen Fall entgehen lassen? – Die Schatzkarte von Lügde und Schieder-Schwalenberg beantwortet alle diese Fragen und ist somit der optimale Begleiter für einen Ausflug im lippischen Südosten. Dabei erklärt sich die Bezeichnung „Schatzkarte“ ganz von selbst, denn die Fülle und Einzigartigkeit der vielen Angebote zeigen, dass es im lippischen Südosten viele Schätze zu entdecken gibt.
Nachdem die erste Auflage vergriffen war, wurde nun eine neue Auflage der beliebten Karte gedruckt. Die großformatige Schatzkarte kann durch ihr handliches Format bequem in die Jacken- oder Handtasche gesteckt werden. Auf der einen Seite enthält sie eine große Übersichtskarte von Lügde und Schieder-Schwalenberg samt den umliegenden Ortsteile und Wälder. Auf der anderen Seiten sind zahlreiche Ausflugstipps dargestellt. Angefangen bei Gastronomiebetrieben bis hin zu den Sehenswürdigkeiten der Region wie der Papiermühle Plöger in Schieder und dem Emmerauenpark in Lügde.
Ab sofort ist die Schatzkarte in den Tourist-Informationen in Lügde und Schieder-Schwalenberg erhältlich. Dabei ist die Karte keineswegs nur für Urlauber gedacht. Auch heimische Wander- und Radfahrfreunde dürfen sich gerne kostenfrei eine Karte abholen und zukünftig bei ihren Ausflügen im Gepäck haben.
Erstellt wurde die Schatzkarte im Rahmen der Tourismuskooperation „blühend, brennend & bunt“ der Städte Lügde und Schieder-Schwalenberg. Die zuständigen Tourismusmitarbeiterinnen Stephanie Pieren (Schieder-Schwalenberg), Carolin Nasse (Lügde) und Larissa Gräbner (Lügde) freuen sich über die erfolgreiche Neuauflage. Aktuell planen die Kolleginnen die ersten Projekte für das Jahr 2020 und schon jetzt steht fest, dass die „Schatzkarte“ bei zahlreichen Marketingaktivitäten wie Messe- und Veranstaltungsbesuchen dabei sein wird. Und so sollen auch Gäste des NRW-Tags in Köln oder des Deutschen Wandertags am Edersee für einen Besuch in Südostlippe begeistert werden.
Quelle ist von luegde.de

Stadtwerke testen akustische Orientierungshilfe im Nahverkehr

Mittels App oder Handsender sollen Menschen mit Sehbehinderung künftig an Haltestellen zusätzliche Informationen abrufen können.
Veröffentlicht am 18. November 2019
Straßenbahn in Halle
(Foto: Shutterstock)
Menschen mit Sehbehinderung sollen an Haltestellen in Halle künftig akustische Informationen zum Nahverkehr anfordern können. Das entsprechende Projekt der Stadtwerke Halle befindet sich seit Mittwoch in einer Testphase, wie die Stadtwerke mitteilten. Zunächst seien drei Straßenbahnen mit der notwendigen Technik ausgerüstet worden.
Interessierte brauchen eine App oder Handsender. Die Nutzer sollen dann an der Haltestelle Linie und Ziel der einfahrenden Bahn angesagt bekommen, wenn sie die Informationen vorher angefordert haben. Eigenen Angaben zufolge ist es bundesweit das erste Projekt dieser Art.
Auch eine Ampel in der Stadt soll künftig mit der App oder den Handsendern kommunizieren. Nähert sich ein Nutzer mit der entsprechenden Technik, soll automatisch eine akustische Orientierungshilfe ertönen. Die Testphase ist bis Ende des Jahres geplant.
(RP/dpa)
rollingplanet.net

Tourismusregion Harz rüstet auf: Mehr Barrierefreiheit für Urlauber mit Behinderung

Norddeutschlands höchstes Gebirge empfiehlt sich dank Großprojekten als inklusives Reiseziel – davon profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer.
Veröffentlicht am 18. November 2019
Auch der Bahnhof Brocken bietet immer mehr Barrierefreiheit.
Auch der Bahnhof Brocken bietet immer mehr Barrierefreiheit. (Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)
Wanderwege für Rollstuhlfahrer, barrierefreie Ausstellungen und Hubwagen für einen leichten Zustieg in die Brockenbahn: Barrierefreies Reisen gewinnt im Harz an Bedeutung. „Das Thema ist seit langem wichtig für uns“, sagte die Sprecherin des Nationalparks Harz, Mandy Gebara, in Wernigerode. Bei Neu- und Umbauarbeiten werde darauf geachtet, dass alle Gäste und Mitarbeiter die Nationalparkhäuser und Besucherzentren gut nutzen könnten. So gebe es mittlerweile rollstuhlgerechte Büroräume, ausgewiesene Parkplätze und barrierefreie Sanitäranlagen. Auch bei Ausstellungen, Waldpfaden und Ausflugsorten in den höheren Lagen werde an Menschen mit Behinderungen oder Einschränkungen gedacht. Allerdings gebe es noch weiteren Handlungsbedarf.
In Deutschland lebten etwa zehn Millionen Menschen mit Behinderungen, sagte die Sprecherin des Harzer Tourismusverbands, Christin Wohlgemuth, in Goslar. „Ein Großteil der Betroffenen möchte auch die Chance erhalten, in den Urlaub zu fahren“, erklärte sie. Bei Projekten zum barrierefreien Reisen im Harz seien zahlreiche Ideen in den vergangenen Jahren entstanden und umgesetzt worden. Nicht nur Menschen mit Gehbehinderungen, sondern auch seheingeschränkte, gehörlose oder anderweitig beeinträchtigte Menschen wurden berücksichtigt.
Multimedia-Guide und Hubwägen
So wurde die im Oktober neu eröffnete Nationalparkausstellung im Brockenhaus auf dem höchsten Berg des Harzes für Menschen mit Behinderungen grundlegend verbessert, erklärte Mandy Gebara. Unter anderem wurde eine bisher nur über Treppen erreichbare Empore mit einem durchgängigen Rundweg für Rollstuhlfahrer ausgestattet.
Endlich auch für Rollstuhlfahrer zugänglich: Die Aussichtsplattform des Brockenhauses.
Endlich auch für Rollstuhlfahrer zugänglich: Die Aussichtsplattform des Brockenhauses. (Foto: Matthias Bein/dpa)
Viele Exponate in den drei Ausstellungsetagen würden nun über Audio-Module erklärt, hieß es.
„Im Multimediaguide sind zudem Audiotexte als Lesetexte verfügbar, Schriftgrößen und Kontrasteinstellungen können auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden“,
sagte Gebara. Um überhaupt zum Brockenhaus zu gelangen, können Rollstuhlfahrer in den schneefreien Monaten dank sogenannter Hubwagen in die Brockenbahn gelangen und auf die Kuppe fahren.
„Neben solchen Großprojekten sind wir aber auch stolz auf viele kleine Fortschritte“, sagte Gebara weiter. Es gebe mehr Rampen, behindertengerechte Toiletten, Leitsysteme für blinde und sehbehinderte Menschen, ein rollstuhlgerechtes Erlebnis-Kino und neue Ausschilderungen in den Waldgebieten.
Derzeit werde eine Ausstellung im Haus der Natur in der niedersächsischen Stadt Bad Harzburg bis zum kommenden Frühjahr erneuert. „Aktuell noch vorhandene Treppenstufen werden dann Geschichte sein“, so die Sprecherin. „Zudem setzen wir auf eine kontrastreiche Gestaltung, kurze Texte, viele Audioinhalte und das Mehrsinnesprinzip.“
Angebote werden angenommen
Da der Harz oft bergig und steil sei, bevorzugten viele Menschen mit Behinderungen die Fachwerkstädte mit ihren zahlreichen Kultur- und Freizeiteinrichtungen, erklärte Wohlgemuth. Auch in den beliebten Touristenorten werde auf Barrierefreiheit geachtet. Doch die Umstellung habe ihren Preis.
„Je nach Projekt reichen die Kosten von einigen Arbeitsstunden der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder Ehrenamtlichen bis hin zu fünfstelligen Summen bei größeren Bauvorhaben“,
betonte Gebara. Das Indoor-Spielehaus in Halberstadt etwa habe sich auf Besucher mit Handicap spezialisiert und viel Geld investiert, nannte Wohlgemuth als Beispiel. „Hierfür gab es auch Fördergelder in Höhe von 1,6 Millionen Euro vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr.“
Die barrierefreien Angebote sind den Angaben zufolge beliebt. „Die Resonanz ist gut und die Angebote werden angenommen“, sagte Gebara. So sei direkt zur Ausstellungseröffnung im Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus eine Besucherin mit Rollstuhl aus den Niederlanden mit ihrer Familie zu Gast gewesen. „Sie äußerten sich sehr begeistert“, so die Sprecherin. Auch die Harz-Information will weiter barrierefreie Vorhaben unterstützen. Denn: „Von Hotelpartnern aus dem niedersächsischen Harz wissen wir, dass die wenigen barrierefreien Zimmer immer stark nachgefragt sind.“
(RP/dpa)
rollingplanet.net

Marburg: Trotz Mobilitätsdienst – Deutsche Bahn lässt Rollstuhlfahrerin Anna Mühlhause regelmäßig am Bahnsteig sitzen

7. November 2019 – 15:53 Uhr
Im Rollstuhl auf sich allein gestellt: Anna (21) beklagt mangelnde Barrierefreiheit

Anna Mühlhause ist 21 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl – von Kindesbeinen an. Bei der Geburt erlitt sie einen Sauerstoffmangel. Ihre Feinmotorik ist gestört, sie hat kein räumliches Denken und nur einen eingeschränkten Orientierungssinn. Trotzdem lebt Anna selbstständig, wohnt und studiert in Marburg. Alleine. Mit ihrer Behinderung hat sie in ihrem Wohnhaus und an der Uni im Alltag kaum Probleme – dafür bereitet ihr die Deutsche Bahn umso mehr Kopfzerbrechen. Zu oft, sagt sie, werde sie einfach am Bahnsteig sitzen gelassen. Obwohl sie zuvor Hilfe beantragt habe.
Rollstuhlfahrerin Anna Mühlhause: „Fünf von acht Mal stand kein Mobilitätsdienst am Bahnhof“

Das Problem: Anna fährt regelmäßig nach Hause, um ihre Familie zu besuchen. Auch das tut sie alleine. Damit die Reise mit dem Rollstuhl reibungslos klappt, ist Anna auf den sogenannten Mobilitätsdienst der Deutschen Bahn angewiesen – einen Service extra für Behinderte.

Das Prinzip: Wenn der Service gebucht wird, kommen Mitarbeiter mit einer speziellen Einstiegs-Rampe zum Bahnhof und sorgen dafür, dass Anna sicher aufs Gleis, in den Zug und wieder heraus kommt. Zumindest in der Theorie. Denn die Realität, sagt Anna, sehe anders aus: „Der Dienst ist alles andere als zuverlässig.“

„Ich bin jetzt acht Mal gefahren, hin und zurück, und davon stand fünf Mal kein Mobilitätsdienst am Bahnhof – obwohl er angemeldet war, obwohl ich die Zusage erhalten habe“, klagt Anna. Nicht an jedem Bahnhof sei es gleich schlimm, an manchen sei der Service sogar vorbildlich. Aber ausgerechnet an ihrem Heimat-Bahnhof in Marburg werde sie regelmäßig im Stich gelassen.

„Gerade, wenn ich an einem Sonntagabend wieder zurückkomme, kann ich pokern: Steht da jemand für mich? Und meistens steht da eben keiner.“ Dabei komme sie immer schon um 19.33 Uhr in Marburg an. „Das ist keine unchristliche Zeit, das sollte machbar sein.“
Anmeldung ist Pflicht: Spontanes Verreisen ist für Anna nicht möglich
Rollstuhlfahrerin Anna Mühlhause beklagt die Unzuverlässigkeit des DB-Mobilitätsdienstes
Inklusion? Von wegen! Rollstuhlfahrerin Anna Mühlhause (21) beklagt die Unzuverlässigkeit des DB-Mobilitätsdienstes.
Quelle ist von RTL

Scooter als Spielzeug gesehen und nicht als Verkehrsmittel

Eine Analyse von Stella Hombach
6-7 Minuten

Seit die Elektroroller auf dem Markt sind, kommt es immer wieder zu Unfällen. Zu oft werden die Scooter als Spielzeug gesehen und nicht als Verkehrsmittel.

Es war der erste Sommer mit E-Tretrollern in Deutschland. Seit Mitte Juni sind sie in Deutschland zugelassen. Seither vergeht kaum eine Woche ohne Berichte über Unfälle. Wie neulich in Bonn, als ein junger Rollerfahrer mit einem Taxi zusammenstieß und mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus kam. Oder kürzlich in Frankfurt, als zwei Frauen auf ihrem Roller durch die Stadt fuhren und in einer Straßenbahnschiene hängen blieben. Beide stürzten und trugen Verletzungen davon. In Berlin fiel vor wenigen Tagen eine ältere Frau über einen herumliegenden E-Roller und kam mit schweren Armverletzungen ins Krankenhaus.

Sind das nur Einzelfälle oder sind die elektronischen Roller im Straßenverkehr ein übergr`çÙ\Èš\ÚZÛÏÈYH[Ûܝ\˜]YˆHš[™@n ist nicht einfach. Wie viele Unfälle es genau mit dem neuen Kleinfahrzeug gegeben hat, wird in der amtlichen Unfallstatistik bislang noch nicht erfasst. Dafür sind die E-Scooter noch zu neu. Die Bundesländer jedoch zählen die Unfälle. So gab es in Bayern zwischen dem 27. Juni 2019 und 31. August 2019 insgesamt 38 Verkehrsunfälle, an denen E-Scooter beteiligt waren, in Nordrhein-Westfahlen waren es in einem ähnlichen Zeitraum 54 Unfälle und in Berlin registrierte die Polizei in den ersten drei Monaten seit der Einführung 74 Unfälle mit davon 16 Schwer- und 43 Leichtverletzten.

Friedrich Jahn, Chefarzt der Unfallchirurgie der Evangelischen Elisabeth Klinik in Berlin, schätzt sogar, dass es in Wahrheit noch weit mehr sind. Denn seitdem die E-Scooter in der Hauptstadt auf den Straßen sind, hat er nahezu täglich mit Menschen zu tun, die sich dadurch verletzt haben. „Nur wird halt nicht jeder dieser Unfälle angezeigt“, sagt Jahn. Dass es bei E-Roller-Unfällen eine hohe Dunkelziffer gibt, bestätigt auch eine Analyse des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb). Um herauszufinden, wie aussagekräftig die Daten der Polizei sind, haben die Journalisten und Journalistinnen vom RBB in verschiedenen Berliner Krankenhäusern nachgefragt. Und obwohl ihnen nicht alle antworteten, kam am Ende eine deutlich höhere Zahl heraus: Vom 20. Juni bis 15. Juli 2019 meldete die Polizei 21 E-Scooter-Verkehrsunfälle mit vier Schwer- und 15 Leichtverletzten. Die Nachfragen bei den Kliniken ergaben hingegen mindestens 40 Verletzte ­also fast doppelt so viele.

Fünf Todesfälle in Paris in einem Jahr

All diese Zahlen nützen jedoch nichts, wenn man sie nicht ins Verhältnis setzt. Das rbb-Team hat die Rate der in Berlin gefahrenen Kilometer deshalb mit denen von Fahrrädern verglichen, und errechnet, mit welchem der Fahrzeuge mehr Unfälle passierten. Das Ergebnis: Pro gefahrenen Kilometer ist es tatsächlich rund sechsmal wahrscheinlicher, dass ein E-Scooter-Fahrer einen Unfall erleidet als ein Fahrradfahrer. Bei dieser Rechnung handelt es sich jedoch um eine Hochrechnung, die auch auf Schätzungen beruht ­und wie gesagt: Die Zahlen zu den E-Scooter-Unfällen gehen auseinander. Dazu darf man nicht vergessen, dass die Elektroroller in Deutschland gerade mal ein paar Monate auf dem Markt sind. Das heißt, die Menschen hierzulande müssen mitunter erst noch lernen, sie richtig zu bedienen.

Hier könnte ein Blick ins Ausland helfen, wo die elektrischen Roller meist schon länger Teil des Straßenverkehrs sind. Nur werden auch dort die Unfälle mit E-Scootern nicht statistisch separat erfasst, wie beispielsweise das Bundesministerium für Inneres in Österreich mitteilt. Laut der Tageszeitung Le Parisien, die sich auf offizielle französische Verkehrssicherheitsdaten bezieht, wurden im Jahr 2017 in Paris zwar 284 Menschen bei Unfällen mit den elektrischen Rollern verletzt und fünf getötet. Die Zahlen beziehen sich allerdings nicht nur auf Fahrten mit E-Scootern, sondern auch auf solche mit Rollschuhen. Zudem werden sie weder zur Anzahl der E-Scooter noch zu der von Fahrradunfällen in Vergleich gesetzt.

Im US-amerikanischen Portland wurde die Einführung der E-Scooter im Jahr 2018 vom Portland Bureau of Transportation (PBOT) wissenschaftlich begleitet. Dabei wurde auch analysiert, wie gefährlich sie im Straßenverkehr sind. Doch selbst bei dieser umfassenden Studie bleibt der Vergleich ungenau: Zwar konnten die Studienautoren und -autorinnen ermitteln, dass Verletzungen mit E-Scootern (176) insgesamt seltener vorkamen als solche mit Fahrrädern (429). Nur wurde auch bei dieser Analyse nicht berücksichtigt, wie die Anzahl von E-Scootern und Fahrrädern im Verhältnis zueinandersteht und wie viel mit den jeweiligen Kleinfahrzeugen gefahren wurde.

E-Tretroller: Unfälle sind oft auf Alkohol zurückzuführen

Einfacher zu beantworten ist die Frage nach den Unfallursachen. Platz eins der Liste ist offenbar Alkohol: So handelte es sich bei 65 der 87 Strafermittlungsverfahren, die die Berliner Polizei bis zum 16. September 2019 gegen Nutzerinnen und Nutzer von E-Scootern einleitete, um Fälle wegen Trunkenheit. Denn was viele nicht wissen: Auch bei E-Scooter-Touren gilt die 0,5-Promille-Grenze. Dazu kamen Unachtsamkeit beim Fahren und eine unzulässige Gehwegnutzung. Das könnte unter anderem daran liegen, dass E-Scooter häufig von Touristen und Touristinnen oder zu sogenannten „Spaßfahrten“ ausgeliehen werden, also von Menschen, die die Kleinfahrtzeuge nur ausprobieren wollen, sagt Caroline von Stülpnagel vom Beratungsunternehmen civity.

Darauf deuten zumindest die bundesweiten Bewegungsdaten der E-Scooter hin, die sie und ihre Kollegen erhoben haben. Das Ergebnis: Benutzt werden die elektrischen Roller vor allem abends, am Wochenende sowie in der Nähe von Sehenswürdigkeiten. Und eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov bestätigt: Über die Hälfte (53 Prozent) der dort über 7.000 Befragten sieht in den Elektrorollern vor allem „ein Fortbewegungsmittel zum Vergnügen“. Das Problem dabei: „Wer E-Scooter nur zum Spaß oder Sightseeing nutzt, hat häufig keine Übung, achtet mehr aufs Brandenburger Tor als auf die Straße und ist dadurch unachtsam“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV).

Bei Touristen kommt hinzu, dass viele den Straßenverkehr hierzulande nicht kennen und mitunter sogar andere E-Scooter-Regeln gewohnt sind: Denn die Zulassungsvoraussetzungen sind national unterschiedlich, ebenso wie die Verkehrsregeln. Sind in Österreich beispielsweise E-Roller bis 25 km/h erlaubt, dürfen sie in Deutschland nur bis 20 km/h fahren. In den Niederlanden müssen die Fahrerinnen und Fahrer mindestens 16 Jahre alt sein, hierzulande reichen 14 Jahre und in Frankreich sind E-Scooter, wenn sie nicht schneller als 6 km/h fahren, sogar auf Bürgersteigen zugelassen ­wobei sich das demnächst ändern könnte. Aber auch viele Menschen, die in Deutschland leben, kennen sich mit den Verkehrsregeln für E-Scooter noch nicht richtig aus.
Sollte ein Führerschein für Scooterfahrer Pflicht seinBƒB•\œðéÚXÚ°ïˆYHšY[[ˆ[™°À¤lle ist auch, dass die Nutzerinnen und Nutzer die E-Roller unterschätzen. Das sagt nicht nur die Berliner Polizei, sondern ist auch die Beobachtung von UDV-Leiter Brockmann: „Fasst man die Lenkstange nicht mit beiden Händen an, kann man schnell die Kontrolle verlieren“, sagt er. Schwierig ist auf den Fahrzeugen auch, beim Abbiegen ein Handzeichen zu geben. Auch auf unebenen Grund geraten die Kleinfahrzeuge schnell ins Wanken. „Sobald man über Kanten, Kopfsteinpflaster oder Huckel fährt, ist der Fahrspaß vorbei“, urteilt die Stiftung Warentest. Teilweise wurden die Testerinnen und Tester so durchgeschüttelt, dass sie die Fahrt aus Sicherheitsbedenken abbrachen. Auch die Bremsen waren laut Stiftung Warentest mitunter schwierig zu bedienen. Dazu kommt, dass laut Schätzungen des Bundesverbands Elektrokleinstfahrzeuge etwa 200.000 illegale Geräte auf dem Markt sind, die häufig gar keine Haltestände haben.

Um das Fahren mit E-Scootern sicherer zu machen, wäre Brockmann deshalb dafür, dass nur Menschen die elektronischen Roller benutzen dürfen, die mindestens eine Mofa-Prüfbescheinigung haben. Eine Vorgabe, für die sich auch die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ausgesprochen hat. Die Behörde sollte vor der offiziellen Einführung der E-Scooter untersuchen, welche Voraussetzung die Kleinfahrzeuge erfüllen müssen, um sicher zu sein. Der Gesetzgeber hat die Empfehlung jedoch ignoriert, ebenso wie die zur Helmpflicht. Auf die Frage nach dem Warum, heißt es beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI): Egal, ob Radfahrende oder Fahrer und Fahrerinnen von Elektrokleinstfahrzeugen, beim Thema Helmpflicht setze das BMVI „auf Freiwilligkeit und Eigenverantwortung“. Dabei bestätigt eine Studie des Austin Public Health Department aus den USA: Nahezu die Hälfte der Verletzungen, wegen denen E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer in Austin ins Krankenhaus kamen, waren solche des Kopfes.

„Dass das BMVI die Helmpflicht nicht einführte, liegt vielleicht an der Umsetzbarkeit“, sagt Unfallforscher Brockmann: „Denn bislang werden E-Scooter vor allem spontan ausgeliehen ­und bei ihren Leihfahrzeugen können die Unternehmen den Schutzhelm schwer anbringen.“ Das heißt: Die Interessen der Verleiher wiegen offenbar mehr als die Sicherheit der Fahrerinnen und Fahrer.

Doch auch Brockmann ist es wichtig, zu betonen: „Um ernsthafte Schlüsse zu ziehen, welches Verletzungsrisiko E-Scooter haben, ist es einfach zu früh.“ Was auch daran liegt, dass der Markt sich überhaupt erst entwickelt: Gab es Anfang Juli in Berlin an die 4.800 E-Scooter zum Verleih, sind es laut Schätzungen des Bundesverbands Elektrokleinstfahrzeuge mittlerweile gut 10.000. Das Angebot hat sich damit mehr als verdoppelt. Brockmann plädiert daher dafür, mit weiteren Schritten abzuwarten, bis ausreichend Daten vorliegen. 2020 werden die Roller in die amtliche Unfallstatistik aufgenommen. Dann wird das BMVI auch seinen ersten Zwischenbericht vorlegen. Schon jetzt ist aber klar: Wer sicher Scooter fahren will, sollte nüchtern sein und einen Helm tragen.

Mit Grüßen aus Hamburg
Peter

Peter Woltersdorf
Barrierefreies Bauen

Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V.
Älteste Selbsthilfeorganisation der Blinden und Sehbehinderten Auerbachstraße 7
14193 Berlin

Tel.: +49 (0)30 / 895-88-138
Mobil: +49 (0)178 / 1874-736
Fax.: +49 (0)30 / 895-88-99
eFax.: +49 (0)30 / 895-88-438
Sekr.: +49 (0)30 / 895-88-0
Mail: mailto:peter.woltersdorf@absv.de
Net: http://www.absv.de
Manuela Myszka, Peter Brass
Geschäftsführer: Manfred Scharbach