Fußballspiele ohne Fans

Fußballspiele ohne Fans
Das war ja eine sehr außergewöhnliche Fußball-Bundesliga dieses Jahr. Geisterspiele ohne Fans. Eine komische Situation. Klar liegt das alles an Corona und es ist gut und wichtig, dass die Abstandsregelungen eingehalten werden. Aber es ist trotzdem seltsam, wenn man nur die Kommentatoren hört und die ganze Atmosphäre fehlt. Andererseits ist es spannend, die ganzen Ausrufe der Spieler und Trainer während des Spiels mal hören zu können, aber ich hoffe trotzdem, dass bald wieder Fans ins Stadion dürfen.

Das Spitzenspiel Bayern München gegen Borussia Dortmund

Es war ein wirklich spannendes und schönes Fußballspiel, was in der ersten Viertelstunde für Dortmund schon mit einem Tor hätte anfangen können, aber Bayern hatte das Glück auf seiner Seite und wurde nach der 15. Minute immer stärker. Es wurde ein wirklich super Fight. Beide Seiten haben sehr gut und sehr fair gespielt und es gab wenige gelbe Karten. Ein paar schwierige Aktionen gab es dennoch: Als der polnische Stürmer vom FC Bayern München auf dem Boden lag zum Beispiel. Die Bayern sind nach dieser Aktion sehr stark geworden und mit dieser Passgenauigkeit
konnten sie in der 43. Minute das eins zu null schießen. In der zweiten Halbzeit wurde Bayern zur Anfangszeit sehr sehr stark und hätte jederzeit ein zweites Tor
schießen können, aber auch die Dortmunder haben sehr gut gespielt, auch wenn sie sich erstmal sehr zurückgenommen haben. Es blieb dann bei einem Sieg für die Bayern, aber Dortmund hat seinen Heimvorteil schon auch genossen und war kein zu unterschätzender Gegner.

Zwischen dem Kampf ums Leben und einem großen Geschenk: Interview mit Franziska Liebhardt,

Paralympics-Siegerin im Kugelstoßen 2016 in Rio de Janeiro und Empfängerin einer neuen Spenderlunge 

Bei den Spielen in Rio 2016 feierte Franziska Liebhardt die Goldmedaille im Kugelstoßen, gewann zudem Silber im Weitsprung – mit Spenderlunge und Spenderniere. Neben einer halbseitigen Lähmung hat die 38-Jährige aufgrund einer Autoimmunerkrankung 2009 eine Lungentransplantation hinter sich gebracht, 2012 folgte eine neue Niere, 2016 dann der Triumph in Rio. Auf den Tag genau drei Jahre nach dem Paralympics-Gold gab es jedoch wieder eine Hiobsbotschaft: Liebhardt brauchte erneut eine neue Lunge. Wieder begann das quälende Warten auf ein Spenderorgan. Nach sieben ungewissen Monaten erhielt sie die erlösende Nachricht – und wurde erfolgreich operiert.
 

Kurz vor Ostern ging es ganz schnell. Wenige Tage vor deiner Lungentransplantation hattest du noch geäußert, dass du dir abgewöhnt hast, jeden Tag, jede Stunde auf einen Anruf zu warten. Dann klingelte plötzlich das Telefon. Du hast sieben Monate darauf gewartet. 

Ich wurde am 13. September 2019 wieder auf die Warteliste zur Transplantation gesetzt. Der 13. September ist für mich eigentlich ein sehr gutes Datum, 2016 bin ich an diesem Tag in Rio Paralympics-Siegerin geworden. Diesmal bedeutete es für mich den Beginn einer sehr schwierigen Zeit. Sieben Monate habe ich auf den Anruf gewartet. Das heißt sieben Monate jeden Tag und jede Nacht nicht zu wissen, ob das Telefon klingelt – und innerhalb von wenigen Stunden eine riesige Operation organisiert wird. Der Anruf kam in meinem Fall abends gegen 22.30 Uhr. Ich hatte einen Arzt am Telefon, der mir sagte, es gäbe möglicherweise ein passendes Organ. „Auf dem Papier“ sehe alles gut aus. Innerhalb von 30 Minuten kam der Krankenwagen und hat mich ins Transplantationszentrum nach Hannover gebracht, wo wir gegen 4 Uhr morgens angekommen sind. Man wird dann für die OP vorbereitet, rasiert und desinfiziert – obwohl zu dem Zeitpunkt noch gar nicht feststand, ob das Organ tatsächlich passt. Die Chirurgen aus dem Transplantationszentrum Hannover setzen sich in ein Flugzeug, fliegen zum Spender hin, sehen sich in meinem Fall die Lunge des Spenders von innen und außen an und entscheiden, ob diese Lunge verwendet werden kann. Die Chirurgen entnehmen das Organ dann auch direkt und fliegen damit zurück nach Hannover. Ich habe quasi auf dem Rückflug der Ärzte die Nachricht erhalten, dass das Organ akzeptiert ist und ich operiert werde. Ob die Lunge auch wirklich funktioniert, weiß man erst danach. 

Was waren deine ersten Gedanken und wie hast du in diesen Momenten gefühlt? 

Es war ein Mischmasch aus Aufregung, Ängsten und Vorfreude. Als ich um 22.30 Uhr eine Nummer mit hannoverscher Vorwahl auf dem Display gesehen habe, war mir aber natürlich klar, dass das nur einen Grund haben kann. Ich habe die engsten Verwandten angerufen, ihnen von der frohen Mitteilung berichtet – und dann fährt man einfach los. Die Organisation der ersten Tage nach der Transplantation, in denen man noch zu nichts selbst in der Lage sein wird, hatte ich lange vorher erledigt. Wer ruft wen an, wer sagt welche Termine ab, wer kümmert sich um Alltagstermine, die ja nicht vorher abgesagt werden können, weil eben niemand weiß, wie lange man wartet. Eine Woche, drei Monate oder zwei Jahre. 

Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um für eine Organtransplantation in Frage zu
kommen?

Dazu gehört eine lange Liste an Voruntersuchungen und Tests, die einen als geeigneten Organempfänger deklarieren. Man wird quasi einmal auf links gedreht. Neben den rein körperlichen Faktoren und Vorerkrankungen spielen auch psychologische Dinge eine Rolle, bspw. wie gut sich ein Patient an Empfehlungen halten kann und will, wie ist die Unterstützung im sozialen Umfeld und die Möglichkeit, die Vorgänge zu verstehen und mitzutragen. Man muss den Ärzten beweisen, dass man bereit ist, diesen schwierigen Weg zu gehen, sich an die vorgegebenen Regeln zu halten, Kontrolltermine wahrzunehmen, Medikamente zuverlässig einzunehmen, sich an ärztliche Vorgaben zu halten. Man muss bereit sein, um sein Leben zu kämpfen und die Verantwortung für ein Spenderorgan zu übernehmen – es ist das größte Geschenk, welches einem ein anderer Mensch machen kann. Dazu müssen die Überlebenschancen mit einem neuen Organ auch mit Blick auf weitere Begleiterkrankungen auf längere Zeit gegeben sein. Hierzulande können wir es uns leider nicht leisten, jedem Menschen ein Organ zum Überleben zu geben, der es bräuchte. Eigentlich ein Skandal, aber leider Realität in Deutschland. Übrigens sind wir in Europa eines der Schlusslichter. 

Wie sieht dein Alltag nach der Transplantation aus? Wie können wir uns den Weg zurück und die ersten Schritte vorstellen? 

Der Alltag organtransplantierter Menschen ist mit einer hohen Anforderung an die eigene Disziplin verbunden. Medikamente müssen nach strenger Kontrolle zu genauen Uhrzeiten eingenommen werden, man muss lernen, sehr gut in seinen Körper hineinzuhorchen und auf alle Veränderungen schnell und konsequent reagieren. Man muss beim Essen verzichten, weil der Körper allgemein anfällig für Infektionen ist und Keime über alle möglichen Wege in den Körper gelangen können. Man übernimmt die Verantwortung für ein großes Geschenk. Vor allem spürt man Verantwortung gegenüber der Spenderfamilie, die in einer Stunde größter Trauer bis zu fünf anderen Familien ein neues Leben schenkt. Zudem denkt man auch an die anderen Menschen auf den Wartelisten, die sterben, weil nicht rechtzeitig ein Organ zur Verfügung steht. Da fühlt man wirklich große Demut. Ein Spenderorgan zu haben, bedeutet nicht, dass man anschließend gesund ist. Aber es bedeutet ein hohes Maß an Lebensqualität, für die so mancher vielleicht auch erstmal ein Gefühl entwickeln muss. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren mit meiner Erkrankung wahnsinnig viel Demut vor dem Leben entwickelt. Man beschwert sich nur noch selten über irgendwelche Kleinigkeiten. Denn man lernt in solchen Situationen, wie wichtig Leben ist. Nur Leben. Kein Geld, kein Haus, kein teures Auto. Morgens wachzuwerden, Luft zu bekommen, die Treppen steigen zu können – einfach Glück empfinden zu dürfen. 

Die ersten Schritte nach der großen Operation sind auch körperlich gesehen die ersten Schritte. Möglichst bald nach der Operation selbstständig, also ohne Beatmungsgerät, zu atmen. Das passiert optimalerweise in den ersten Tagen nach der OP. Sich im nächsten Schritt von Physiotherapeuten und Atemtherapeuten an die Bettkante hieven zu lassen, um den Kreislauf wieder in Gang zu kriegen. Ohne Medikamente zur Kreislaufunterstützung auszukommen. Kein fremdes Blut mehr zu brauchen. Es mit immer weniger Schmerzmittel auszuhalten. Und sich dann mit den vielen Medikamenten und Einschränkungen vertraut machen. Wieder selbstständig telefonieren und schreiben können. Wieder essen und schlucken können. Wieder alleine zur Toilette zu kommen, alleine zu duschen. Die banalsten Funktionen sind nach einer solche Operation zunächst weg. Für den Körper ist es eine Höchstleistung, sich innerhalb kürzester Zeit an ein neues, letztlich fremdes Organ zu gewöhnen und wieder in den normalen Tritt zu kommen. 

Motivieren und bekräftigen dich die Erinnerungen an deine sportlichen Erfolge, insbesondere bei den Paralympics in Rio 2016 bei deinem täglichen Kampf? 

Die Zeit rund um Rio und die Paralympics hat mich vor allem durch die erneute Wartezeit getragen. Weil der Sport einem vieles lehrt, was man auch im Kampf gegen eine schwere Erkrankung braucht. Positive Emotionen, unvergessliche Momente und Bilder, Bekanntschaften um die ganze Welt. All diese Dinge geben dir Kraft, wenn das Leben schwer wird. Und natürlich hilft es bei der Motivation auch ungemein, die eigene Kraft sozusagen schon einmal am eigenen Leib erfahren zu haben. Wenn man schon eine solche Transplantation hinter sich gebracht hat und selbst erlebt hat, dass man es wieder zurück in ein normales Leben schaffen kann, auch wenn andere einen längst abgeschrieben hatten, übersteht man Durststrecken einfach besser. Und Durststrecken gibt es und wird es auch zukünftig immer geben, wenn man schwer krank ist. Rio hat mir Erlebnisse und positive Bilder geschenkt, die mir niemals wieder jemand nehmen kann – egal, was immer kommen wird. Das ist ein großer emotionaler Schatz, den ich hüte und genieße!

Wissen die Ärzt*innen, Pfleger*innen sowie Zimmernachbarn, dass sie es mit einer Paralympics-Siegerin zu tun haben? 

Die Ärzte kennen mich bereits seit vielen Jahren und entsprechend auch meine Geschichte im Sport. Jetzt kam das ein bisschen wie eine Welle angerollt, die mich selbst überrascht hat. Ich hatte auf der Intensivstation gerade die Augen aufgeschlagen, da berichtete der Chirurg bei der Visite von Frau Liebhardt, der Kugelstoßerin. Und dann war das wie ein Lauffeuer. In der Klinik, der Medizinischen Hochschule Hannover, hängen auch in allen Fachabteilungen, die mich betreuen, Bilder von meinem Sieg in Rio, die ich mit Dankesworten versehen habe. Denn man muss ja mal ganz ehrlich sein: Ich war zwar damals diejenige, die in Rio im Ring gestanden und vor Ort Gold gewonnen hat. Doch in einer Lebenssituation wie meiner waren über Jahrzehnte hinweg so viele Menschen an diesen Erfolgen beteiligt, die aber natürlich nie im Rampenlicht auftauchen. Hätte es Pflegekräfte, Physiotherapeuten und Ärzte im Vorfeld nicht gegeben, die „einfach ihren Job gemacht haben“, hätte ich in Rio auch nicht gewinnen können. Mir würden heute viele wertvolle Lebenserfahrungen fehlen. Unter anderem einem sehr engagierten Intensivmediziner aus Hannover habe ich nach dem Erfolg in Rio geschrieben, dass diese Medaille auch seine Medaille sei, sie gehöre nicht mir allein. Er schrieb zurück: „Wahnsinn, mein größter sportlicher Erfolg im Leben bisher war die Ehrenurkunde bei den Bundesjugendspielen“. 

Was wird mit der neuen Lunge wieder möglich sein und was nicht? Wirst du auch wieder sportlich aktiv sein können? 

Das ist aktuell schwer zu sagen. Spenderlungen sind anfällig für Probleme und Komplikationen. Ich hoffe, wieder in ein normales Leben zurückkehren zu können. Arbeiten zu können, Freizeitsport zu machen, frei zu sein. Ich wäre dankbar für ein „ganz normales Leben“ ohne besonderen Schnickschnack. Befreit atmen zu können, wäre schon ausreichend. Meine großen sportlichen Erfolge habe ich gehabt, dieses Kapitel ist für mich abgeschlossen. Ich genieße jetzt die Erinnerungen daran. 

Welche Pläne hast du, wenn sowohl deine Gesundheit als auch die aufgehobenen Einschränkungen durch das Corona-Virus wieder mehr Aktivitäten und Freiheiten ermöglichen? 

Ich möchte mit meinem Handbike gerne eine Deutschlandrundfahrt machen und einfach die Zeit genießen. Urlaube machen, die neu gewonnene Lebenszeit genießen. Wieder Vorträge halten oder für den Behinderten- und Rehabilitationssportverband Nordrhein-Westfalen und den Deutschen Behindertensportverband moderieren. Ich hatte vor der erneuten Lungenerkrankung eine sehr aktive Lebensphase mit vielen Reisen und viel körperlicher Aktivität – da wieder hinzukommen, wäre der Traum. Mal sehen. Ich möchte liebgewonnenen Menschen aus dem Sport gerne verbunden bleiben, aber nicht mehr als aktive Sportlerin. Es gibt viele andere schöne Möglichkeiten. Wenn der DBS mich in Tokio in irgendeiner Form als Helferlein mitnehmen möchte, werde ich sicherlich nicht nein sagen. 

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Mehr Informationen zu den Athletinnen und Athleten des Team Deutschland Paralympics finden sie unter  www.teamdeutschland-paralympics.de

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Bildnachweis Siegerehrung Rio: Foto: Ralf Kuckuck / DBS
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„Nur als befristete und überbrückende Maßnahme“

Positionierung des Deutschen Behindertensportverbandes zum Online-Rehabilitationssport

Der Deutsche Behindertensportverband hält Online-Rehabilitationssport grundsätzlich für ungeeignet, spricht sich in der derzeitigen Situation jedoch für eine befristete und überbrückende Maßnahme aus. Schließlich stellen die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch für die Durchführung des ärztlich verordneten Rehabilitationssports eine Ausnahmesituation dar.  Diese erfordert von allen Beteiligten innovative Maßnahmen und lösungsorientierte Ansätze.
 
Jedoch ist jede Form von Fernangebot des ärztlich verordneten Rehabilitationssports im Sinne des §64 SGB IX im Grundsatz ungeeignet: Neben den rein körperlichen Zielen – der Stärkung von Ausdauer, Kraft sowie der Verbesserung von Koordination und Flexibiltät – verfolgt der ärztlich verordnete Rehabilitationssport insbesondere das Ziel, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. „Ein wesentlicher Bestandteil ist das gemeinsame Üben in festen Gruppen, um gruppendynamische Effekte zu fördern, den Erfahrungsaustausch zwischen den Betroffenen zu unterstützen und damit den Selbsthilfecharakter der Leistung zu stärken“, betont DBS-Vize-Präsidentin Katrin Kunert. Die physische Präsenz und der unmittelbare Kontakt der Gruppe untereinander sowie mit den Übungsleiter*innen könne grundsätzlich nicht durch Fernangebote ersetzt werden.
 
Die bisher bekannten Systeme zum Online-Rehabilitationssport fokussieren stark auf den körperlichen Aspekt und bedienen eindimensional gymnastische Übungen im Sinne der Verbesserung von Kraft, Koordination und Flexibiltät. Der ärztlich verordnete Rehabilitationssport muss jedoch deutlich mehr leisten. Bei einer ganzheitlichen Betrachtung spielen insbesondere Sport- und Spielformen mit Interaktion in der Gruppe und die gemeinsame Freude an der Bewegung eine wichtige Rolle.
 
Darüber hinaus ist die Durchführung des ärztlich verordneten Rehabilitations­sports auch hinsichtlich weiterer Aspekte nicht in der erforderlichen Qualität durchführbar. So erscheint es bei einer Anzahl von bis zu 15 Personen auf einem Computer-Bildschirm schwierig, alle so im Blick zu behalten, dass eine ausreichende Korrektur möglich ist. Es fehlt darüber hinaus die Möglichkeit der taktilen Korrektur durch die Übungsleiter*innen. „Das Spüren einer durch die Übungsleiter geführten Bewegung ist bspw. nicht durch verbale Anleitung zu ersetzen“, sagt Katrin Kunert.
 
Die Teilnehmer*innen benötigen neben einem kompatiblem Endgerät zudem eine gewisse Technikkompetenz. Sofern dies nicht durch den zuständigen Rehabilitationsträger sichergestellt wird, steht das Angebot nur für einen begrenzten, u. U. privilegierten Personenkreis zur Verfügung. Damit verstärkt sich die ohnehin bestehende Ungleichheit zwischen verschiedenen sozialen Gruppen mit Blick auf die Gesundheit sowie die Gesundheitsförderung. „Dadurch besteht die Gefahr, dass finanzschwache und/oder nicht technikaffine Personen vom Online-Rehabilitationssport ausgeschlossen werden“, erklärt Kunert.
 
Neben den technischen und kognitiven Kompetenzen kommt der Online-Rehabilitationssport nur für eine bestimmte Gruppe überhaupt in Frage. Aufgrund der erhöhten Unfallgefahr müssen beispielsweise sturzgefährdete Personen von dem Angebot ausgeschlossen bleiben. Gleichzeitig haben nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) geschätzt ein Drittel der Seniorenheime ─ also dem Ort, an dem aufgrund der Zielgruppe viele Teilnehmer*innen wohnen ─ kein Internet.
 
„Gegenwärtig können keine verlässlichen Prognosen gemacht werden, ab wann der ärztlich verordnete Rehabilitationssport wieder wie gewohnt durchgeführt werden kann. Daher muss derzeit der Grundsatz gelten, dass es besser ist für einen Teil der Rehabilitationssportler*innen jetzt eine Lösung anzubieten als gar keine“, sagt Katrin Kunert. Sportärzt*innen warnen bereits vor den gesundheitlichen Folgen aufgrund eingestellter Sportangebote, die die Eindämmungsmaßnahmen mit sich bringen. Gerade für die Risikogruppe plädieren sie für eine Verlegung der Bewegungsangebote in das heimische Umfeld.
 
Die Zielgruppe des ärztlich verordneten Rehabilitationssports zählt in großen Teilen zu einer Risikogruppe (z. B. durch chronische Erkrankungen und/oder höheres Alter). Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass für diesen Personenkreis die derzeitigen Einschränkungen länger andauern können als für andere Personengruppen.
 
„Auch wenn der Online-Rehabilitationssport vom Grundsatz als ungeeignet zu betrachten ist, kann er eine befristete und überbrückende Maßnahme für eine bestimmte Zielgruppe sein“, betont DBS-Vize-Präsidentin Kunert. Für diese Rehasport-Teilnehmer*innen können die Einschränkungen und die erhöhten Risiken, die durch weiteren Bewegungsmangel entstehen, reduziert werden. Die Teilnehmer*innen können den ärztlich verordneten Rehabilitationssport mit ihren vertrauten Übungsleiter*innen durchführen, so dass die Kontinuität gewährleistet ist.
 
„Für den DBS ist die Durchführung von Online-Rehabilitationssport ausschließlich aufgrund einer Ausnahme­situation und befristet auf die Dauer der behördlichen Einschränkungen zur Durchführung des ärztlich verordneten Rehabilitationssports denkbar“, stellt Katrin Kunert klar.

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Pressemitteilung- DBS fordert Verschiebung der Paralympics

Eine Entscheidung muss unverzüglich herbeigeführt werden“

Der Deutsche Behindertensportverband hat am heutigen Montag einen klaren Appell an das Internationale Paralympische Komitee (IPC) gestellt und die Verschiebung der Paralympischen Spiele gefordert. Zudem hat sich der Verband in einem offenen Brief an die Athlet*innen des Team Deutschland Paralympics gewandt.
 
„Nach der erneuten Zuspitzung der weltweiten Coronakrise sind wir der Auffassung, dass eine Verlegung der Paralympischen Spiele alternativlos ist. Eine Entscheidung hierzu muss unverzüglich herbeigeführt werden. Wir alle brauchen Planungssicherheit, sowohl unsere Athleten*innen als auch wir als Verband. Mit dieser Forderung einer schnellstmöglichen Entscheidung sind wir heute schriftlich an das IPC herangetreten. Durch die ungleichen Trainings- und Gesundheitsbedingungen der Nationen sowie fehlende Doping-Kontrollen kann jetzt schon nicht mehr von fairen Wettkämpfen gesprochen werden“, sagt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Dr. Karl Quade, Vizepräsident und Chef de Mission des Team Deutschland Paralympics, fügt dem hinzu: „Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Athlet*innen bleibt unsere oberste Priorität. Ihnen gegenüber haben wir eine Fürsorgepflicht. Dennoch werden wir bis zu einer endgültigen Entscheidung an unseren Vorbereitungen für die Paralympics in Tokio festhalten.“
 
Zuletzt forderten auch einige Athlet*innen des Team Deutschland Paralympics öffentlich eine Verlegung der Spiele, so auch Para Leichtathlet Niko Kappel: „Wir Sportler leiden darunter, dass Trainingszentren geschlossen wurden, dass Qualifikationen ausfallen. Die Unsicherheit ist riesig. Das IPC sollte dies jetzt erkennen. Es bringt nichts, die paralympischen Athlet*innen noch länger im Glauben zu lassen, die Spiele würden stattfinden. Es muss jetzt eine Entscheidung getroffen werden, damit sich auch die Paralympics-Sportler weltweit ihrer sozialen Verantwortung widmen können – frei vom Druck, den eigenen Traum einer erfolgreichen Paralympics-Teilnahme zu gefährden. Es gibt aktuell doch viel Wichtigeres als Sport. Ich bin für eine Verlegung der Paralympics wie selbstverständlich auch der Olympischen Spiele auf einen klar planbaren Termin, am besten ins Jahr 2021.“
 
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte am Sonntagabend mitgeteilt, eine Entscheidung über eine mögliche Verschiebung der Olympischen Spiele innerhalb der kommenden vier Wochen zu treffen, schloss aber gleichzeitig eine Komplett-Absage der Sommerspiele aus.
 

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DBS sagt alle Veranstaltungen bis Ende April ab

Absage durch Coronavirus: DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher hofft, dass durch konsequente Umsetzung der Vorsichtsmaßnahmen eine baldige Rückkehr zur Normalität möglich ist

Der Deutsche Behindertensportverband hat alle Veranstaltungen bis Ende April abgesagt. Dies betrifft sowohl sportliche Wettkämpfe wie Deutsche Meisterschaften als auch Trainingslager oder den Parlamentarischen Abend, der am 22. April in Berlin stattgefunden hätte. Zudem wurde nach dem für Ende März geplanten Bundesseniorensportfest bereits auch der für Anfang Juni datierte Jugend-Länder-Cup abgesagt. Eine aktuelle Übersicht gibt es auf der Homepage des DBS.
 
„Wir folgen selbstverständlich den Empfehlungen von Bund und Ländern zum Schutz der Sportlerinnen und Sportler sowie der Bevölkerung. Zugleich hoffen wir, dass die Vorsichtsmaßnahmen durch eine konsequente Umsetzung greifen, damit wir alle möglichst bald wieder zur Normalität zurückkehren können“, sagt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher. Vizepräsident Dr. Karl Quade fügt mit Blick auf den Leistungssport hinzu: „Die Athletinnen und Athleten sind in der Vorbereitung auf internationale Veranstaltungen unmittelbar davon betroffen und erleben in diesen Tagen erhebliche Einschränkungen im Trainingsalltag – nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Staaten weltweit.“ Allerdings müsse die aktuelle Situation ernst genommen und auch angenommen werden. „Das Zurückstehen und der Verzicht auf Trainingslager und Lehrgangsmaßnahmen ist ein Beitrag, um die Folgen der Corona-Pandemie hoffentlich zu mildern.“
 
Für die Teilnahme an internationalen Veranstaltungen, die nach dem 30. April geplant sind, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Mit Blick auf die nationalen Veranstaltungen des DBS prüfen Bundesgeschäftsstelle und die jeweilige Abteilung, ob diese möglicherweise nachgeholt werden können.
www.dbs-npc.de

Fürs Tokio-Ticket über die Schmerzgrenze hinaus

Paralympics-Qualifikation: Als letzte deutsche Mannschaft haben die Sitzvolleyballer die Chance, sich mit den Rückkehrern Heiko Wiesenthal und Jürgen Schrapp für die Spiele in Japan zu qualifizieren – Dafür muss beim Turnier in den USA der Sieg her

Die deutsche Sitzvolleyball-Nationalmannschaft kämpft vom 16. bis 21. März um die Teilnahme an den Paralympics. Das Qualifikationsturnier in Oklahoma (USA) ist die letzte Möglichkeit, um sich einen Startplatz bei den Spielen in Tokio zu sichern. Die deutsche Auswahl geht zuversichtlich ins Turnier. Cheftrainer Michael Merten kann personell aus dem Vollen schöpfen und freut sich über zwei Rückkehrer.
 
Die Ausgangslage ist klar: Um sich für die Paralympics in Tokio zu qualifizieren, muss beim Turnier in den USA der erste Platz her. Denn nur der Sieger erhält das letzte noch zu vergebene Ticket. Cheftrainer Merten sieht seine Mannschaft, die vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gefördert wird, nach mehreren Trainingslagern und verschiedenen Vorbereitungsturnieren für die bevorstehende Aufgabe gut gerüstet: „Alle Spieler sind soweit fit. Wir sind auf dem Level, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Bei der Mission Tokio freut sich Merten mit Heiko Wiesenthal und Jürgen Schrapp über zwei Rückkehrer, die mächtig Erfahrung mitbringen. Wiesenthal erlebte die Spiele zweimal, Schrapp war sogar schon fünfmal dabei – erstmals 1996 in Atlanta und zuletzt 2016 in Rio.
 
Bei der EM im vergangenen Jahr in Ungarn hat Deutschland die Paralympics-Qualifikation trotz Bronze knapp verpasst. Das Team feierte sieben von acht möglichen Siegen und musste sich im Halbfinale nur dem späteren Europameister Russland geschlagen geben. Die guten Leistungen machen Hoffnung für das alles entscheidende Turnier. Entsprechend ist Merten guter Dinge: „Es ist keine Mannschaft dabei, vor der wir uns verstecken müssen. Wenn wir selbst gut spielen, können wir jeden schlagen.“ Die Erwartungen mit Blick auf das Qualifikationsturnier bringt Merten auf den Punkt: „Unser Ziel ist das Ticket für Tokio. Die Ukraine, Kanada und Kasachstan“, zählt der Cheftrainer auf, „sind sicherlich unsere größten Konkurrenten”.
 
Heiko Wiesenthal: Comeback für die Paralympics
 
Einer, der dabei helfen soll, ist Rückkehrer Heiko Wiesenthal. „Heiko ist ein ganz starker und wichtiger Spieler für uns“, erklärt Merten die Bedeutung von Wiesenthal. Der Kapitän der deutschen Mannschaft war 2016 nach den Paralympics in Rio eigentlich schon zurückgetreten, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Seine ehemaligen Mannschaftskameraden hätten ihn jedoch längere Zeit überredet. Nachdem auch seine Frau grünes Licht gegeben hatte, stand seiner Rückkehr ins Nationalteam schließlich nichts mehr im Weg. „Es ist eine Ehre, für sein Land zu spielen“, sagt Wiesenthal und ergänzt: „Ich bin sehr stolz, immer wieder für Deutschland auflaufen zu dürfen und Erfolge zu feiern.“ 
 
Allerdings war es zu Beginn für den 45-Jährigen eine große Herausforderung, sich im Training wieder an das internationale Wettkampfniveau heranzuarbeiten. „Je älter man wird, desto schmerzhafter ist es“, erklärt der Sportler von der BSG Emmelshausen. Doch mit Ehrgeiz und Trainingsfleiß hat er sich wieder zurück zu alter Form gekämpft: „Die Paralympics sind schon eine besondere Motivation. Da geht man auch mal gerne über die Schmerzgrenze hinaus.“
 
Heiko Wiesenthal zählt zu den erfahrensten Spielern in der Mannschaft. Zwei Paralympics-Teilnahmen stehen in seiner Vita, darunter eine Bronze-Medaille bei den Spielen 2012 in London. Heute versucht der Koblenzer, mit seiner Erfahrung sowohl auf als auch neben dem Platz voranzugehen. „Wenn es hektisch wird, versuche ich das Spiel zu beruhigen. Oder eben, wenn nötig, Aggressivität hereinzubringen“, beschreibt Wiesenthal seine Rolle und fügt hinzu: „Außerdem kann ich den jungen Spielern etwas weitergeben.“ Entsprechend weiß der 45-Jährige, worauf es ankommt. „Der Schlüssel wird sein, dass wir uns als Team gut verstehen. Wenn man so lange zusammen ist und eine lange Reise hat, ist das nicht immer einfach. Unser größter Gegner sind wir wahrscheinlich selbst.“ 
 
Dass sich nur der Sieger für die Paralympics qualifiziert, macht die Situation nicht einfacher. Der Druck ist groß. „Manche Spieler werden damit sicherlich zu kämpfen haben. Wir erfahrenen Spieler versuchen daher, den anderen ein wenig den Druck zu nehmen.“ Der Routinier weiß: Für ein erfolgreiches Abschneiden ist es wichtig, möglichst mit einem Erfolgserlebnis in das Turnier zu starten. Auftaktgegner am 16. März ist Lettland. „Unsere Mannschaft hat großes Potenzial. Jetzt müssen wir es unbedingt auch abrufen“, sagt Wiesenthal und zeigt sich zuversichtlich: „In der Vergangenheit war es fast immer so, dass wir uns bei wichtigen Wettkämpfen gesteigert haben und gute Leistungen gezeigt haben“.
 
Nach den Spielen in London sollte für ihn eigentlich schon Schluss sein. „Aus Spaß habe ich damals schon das Lied New York, Rio, Tokio umgedichtet in London, Rio, Tokio“, berichtet Wiesenthal schmunzelnd und ergänzt: „In London und Rio war ich dabei, jetzt fehlt also noch Tokio”. Dass es nun Wirklichkeit werden könnte, hätte er damals nicht für möglich gehalten. Mit guten Leistungen könnte Heiko Wiesenthal selbst dazu beitragen – und sich einen neuen Traum erfüllen.
 
Die Spiele können im Livestream verfolgt werden. 
 
Text: Marcel Wienands
 

Das deutsche Aufgebot im Überblick: 

Dominik Albrecht (32 / Bocholt / TSV Bayer 04 Leverkusen), Stefan Hähnlein (30 / Berlin / TSV Bayer 04 Leverkusen), Torben Schiewe (35 / Celle / MTV Eintracht Celle), Alexander Schiffler (38 / Dresden / Dresdner SC), Lukas Schiwy (25 / Grevenbroich / TSV Bayer 04 Leverkusen), Jürgen Schrapp (45 / Illertissen / TSV Bayer 04 Leverkusen), Dominik Seitz (36 / Starnberg / BSV Ludwigshafen), Mathis Tigler (24 / Dinslaken / TSV Bayer 04 Leverkusen), Francis Tonleu (42 / Akonolinga (Kamerun) / BSG Emmelshausen), Martin Vogel (48 / Sao Paulo (Brasilien) / TG Nürtingen), Heiko Wiesenthal (45 / Mayen / BSG Emmelshausen).
 

Die deutschen Vorrundenspiele:

16. März: Deutschland – Lettland
17. März: Deutschland – Ukraine
18. März: Deutschland – Kroatien

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Thomas Müller, der Wichtigestuer des FC Bayern

Sein erstes Fußballspiel für die Profi-Mannschaft des FC Bayern absolviert
Thomas Müller am 15. August 2008. In der 80. Minute wechselt ihn – und jetzt
Obacht – Trainer Jürgen Klinsmann für Miroslav Klose ein. Es ist ein
unauffälliger Auftritt von Müller, anders als nun beim Wiedersehen.

Gegen einen Mann wie Thomas Müller würde sich Jürgen Klinsmann ganz sicher
nicht wehren. Denn ein Mann wie Thomas Müller würde mit einem mächtigen
Donnerhall alle sportlichen Sehnsüchte des Hertha-Trainers erfüllen. Er
würde den Fußball-Glamour nach Berlin bringen, den der „big city club“ für
seine „big city club“-Visionen dringend benötigt.

Er wäre ein Mann aus dem obersten Transferregal, aus dem sich die Berliner
nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst nun bedienen möchten. Und er
wäre die perfekte Antwort auf das Gesuch des Trainers nach einer enormen
Hilfe – sein ehemaliger Assistent Joachim Löw sieht das eventuell ein wenig
anders – für die lahmende Offensive. Dieses hatte Klinsmann am Tag nach der
0:4-Klatsche gegen den FC Bayern abgesetzt. Die Klatsche hatte ausgerechnet
Müller eingeleitet.

Müller und Klinsmann, das ist ohnehin eine besondere Beziehung. Denn
tatsächlich war es der 55-Jährige, der den Offensivspieler einst in München
zu den Profis holte und ihn am 15. August 2008, beim 2:2 am 1. Spieltag
gegen den Hamburger SV, in der 80. Minute einwechselte. Für Stürmer Miroslav
Klose, der damals schlechtester Spieler beim FC Bayern war. Der „kicker“
verpasste ihm eine glatte Fünf. Damit war er aber immerhin noch eine halbe
Note besser als Hamburgs Rechtsverteidiger Jérôme Boateng (!).

Thomas Müller beim FC Bayern wieder wichtig
Müller wurde nicht bewertet. Seine Spielzeit reichte schlicht nicht aus. Und
auch sonst war das Debüt des 18-Jährigen den Kollegen nicht eine Zeile der
Erwähnung wert. Es ging vielmehr um den Stotterstart der Münchner.

Von solchen Diskussionen ist Klinsmann in Berlin befreit. Eine knappe
Niederlage zum Debüt gegen Borussia Dortmund, danach acht Punkte aus vier
Ligaspielen und nun halt die Klatsche gegen den FC Bayern (kann mal
passieren) – das ist auf jeden Fall mal solide. Was indes nicht mit dem
eigenen, mittelfristigen Anspruch übereinkommt. Sei’s drum. Müller dagegen
kommt seinen eigenen Ansprüchen derzeit sehr nah.

Er spielt viel. Er spielt gut. Und er ist unter Hansi Flick wieder einer,
der die wichtigen Dinge tut. Zwar hat Müller bislang „nur“ drei Tore in der
Liga geschossen, dafür aber zwölf vorbereitet. Seit Beginn der detaillierten
Datenerfassung in der Saison 2004/05 war das noch keinem Fußballer zu so
einem frühen Zeitpunkt der Saison gelungen. Ein schöner Rekord. Und dennoch
ist es so: „Am meisten Spaß machen schon die eigenen Tore, deshalb war es
ein schöner Tag für mich, für die Mannschaft.“

„… da war ich gerade beim Abschlussball“
Und ein spezieller? „Das habe ich auf dem Platz kurz ausgeblendet, aber mich
trotzdem gefreut“, erzählte Müller und kam fortan ganz locker ins Plaudern.
„Ich habe Jürgen Klinsmann vor dem Spiel getroffen, das war schon etwas
Besonderes. Ich habe noch den Anruf auf dem Anrufbeantworter im Ohr, als er
mich vor der Saison 2008/09 angerufen und zum Trainingslager der Profis
eingeladen hat. Da war ich gerade beim Abschlussball vom Gymnasium, deswegen
ist das schon eine besondere Beziehung, auch wenn wir nicht lange
zusammengearbeitet haben. Aber Jürgen Klinsmann ist schon eine Nummer im
deutschen Fußball.“

Das gilt freilich ebenso für Müller. Durch den ersten Treffer der Bayern in
der Rückrunde wurde er zum Beispiel zum ersten Spieler, der seit 2009 in
allen zwölf Kalenderjahren getroffen hat. Wie Klinsmann ist auch er
Weltmeister. Hinzu kommen unzählige Titel mit dem FC Bayern. Unter anderem
acht deutsche Meisterschaften. Und die neunte soll folgen. Noch in dieser
Saison.

Diese müssen sich die Münchner aus ungewohnter Rolle, als Verfolger von RB
Leipzig nämlich, erarbeiten. Es ist aber offenbar eine Rolle, mit der sich
Müller und dessen Teamkollegen nach einer turbulenten Hinserie mit der
Entlassung von Coach Niko Kovac mehr und mehr gut anfreunden können. „Wir
waren unter Druck und dieses Gefühl gibt uns Selbstvertrauen für die
nächsten Aufgaben.“ Die überübernächste in der Liga heißt: RB Leipzig.

Quelle: Sport.de

VAR wird öfter eingesetzt als in der letzten Saison

Die Zahl der Interventionen durch den Video-Assistenten in der
Fußball-Bundesliga weist nach wie vor eine steigende Tendenz auf.

Dies ist das Ergebnis einer Analyse des Deutschen Fußball-Bundes, die
Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich am Dienstag im Rahmen des
Workshops „Schiedsrichter schulen Sportjournalisten“ im Deutschen
Fußballmuseum in Dortmund präsentierte.

Demnach griff der VAR in der noch laufenden Spielzeit (18. Spieltag) im
deutschen Oberhaus 61-mal in das Spiel ein (0,4 pro Spiel). Nach Abschluss
der vergangenen Saison lag der Wert bei 111 (0,36), in der
Premieren-Spielzeit des VAR 2017/18 waren es 88 (0,29) Unterbrechungen
gewesen.

Von den 61 Eingriffen in dieser Saison stufte der DFB 57 als korrekte
Interventionen ein, in der 1. Bundesliga seien somit 53 Fehlentscheidungen
verhindert worden.

Die Dauer der Interventionen erhöhte sich von durchschnittlich 57 Sekunden
(Saison 2017/18) zunächst auf 61 (18/19) Sekunden, in der laufenden Saison
liegt sie bei 79 Sekunden im Durchschnitt. „Das Ziel ist es, die Dauer
wieder auf unter eine Minute zu drücken“, sagte Fröhlich.

Quelle: Sport.de

RTL überträgt alle vier deutschen EM-Vorbereitungsspiele

RTL wird alle vier Länderspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in
der Vorbereitung auf die Europameisterschaft übertragen. Dies gab der Sender
am Mittwoch bekannt.

Betroffen sind die hochkarätigen Tests gegen Spanien am 26. März in Madrid
und am 31. März gegen Italien in Nürnberg sowie die Partien gegen die
Schweiz in Basel am 31. Mai und gegen einen noch zu benennenden Gegner am 8.
Juni in Sinsheim.

RTL gab an, bezüglich der beiden Länderspiele im März eine Einigung mit der
Europäischen Fußball-Union sowie den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern
ARD und ZDF erzielt zu haben. Im Gegenzug verzichtet RTL im Herbst auf die
Übertragung zweier Länderspiele.

Die paneuropäische EM-Endrunde beginnt am 12. Juni. Deutschland trifft in
seiner Gruppe in München auf Weltmeister Frankreich (16. Juni),
Titelverteidiger Portugal (20. Juni) und einen noch zu ermittelnden Gegner
(24. Juni).

Das Finale steigt am 12. Juli im Londoner Wembley-Stadion. Sämtliche
EM-Spiele werden von ARD oder ZDF übertragen.

Quelle: Sport.de