ATP Finals in London: Federer bezwingt Djokovic und zieht ins Halbfinale ein

Im Duell mit Novak Djokovic sicherte sich der Schweizer, der nach einer Niederlage gegen Dominic Thiem in der ersten Partie schon vor dem Aus gestanden hatte, doch noch ein Halbfinal-Ticket bei den ATP Finals in London. Federer siegte mit 6:4, 6:3.
Federer spielte gegen Djokovic am Donnerstagabend (14.11.2019) von Beginn an sehr aggressiv und konnte sich vor allem auf seinen ersten Aufschlag verlassen. Im ersten Satz hatte Djokovic nicht eine einzige Breakchance. Federer hingegen profitierte bei einem Breakball von einem vergebenen Volleyschlag des Serben.
Federer macht mit Break den Sieg perfekt
Auch im zweiten Satz gelang dem Schweizer früh ein Break. Beim Stand von 5:3 machte Federer mit einem weiteren Break dann den Sieg perfekt. Für Federer war es der erste Sieg gegen Djokovic seit vier Jahren. „Das war eine tolle Atmosphäre, ein toller Gegner. Ich habe es von Beginn an genossen und wirklich gut gespielt“, sagte Federer.
Djokovic verpasste durch die Niederlage nicht nur den Halbfinaleinzug, sondern auch den Sprung auf den ersten Weltranglistenplatz. Um am Ende des Jahres an der Spitze der Weltrangliste zu stehen, hätte Djokovic das Turnier gewinnen müssen.
Dominic Thiem war schon vor seiner dritten Partie für das Halbfinale qualifiziert. In seiner abschließenden Vorrundenpartie gegen den Italiener Matteo Berrettini sparte der Österreicher Kräfte. Gegen Berrettini verlor er mit 6:7, 3:6. Die Partie hatte für den Ausgang der Gruppe B jedoch keinen Aussagewert mehr.
Berrettini holt sich Satz 1 im Tie-Break
Thiem war nach seinen Siegen gegen Federer und Djokovic in den ersten beiden Gruppenspielen bereits für die Vorschlussrunde qualifiziert. Berrettini hatte hingegen beide Spiele ohne einen Satzgewinn verloren. Das änderte der Italiener in einem zunächst ausgeglichenen Spiel, dessen erster Satz erst im Tie-Break entschieden wurde. Berrettini holte sich den Tie-Break mit 7:3 und zog danach im zweiten Satz früh mit einem Break davon.
Im Halbfinale könnten Thiem und Federer auf Alexander Zverev treffen. Der Deutsche spielt am Freitag gegen den Russen Daniil Medwedew um den Halbfinaleinzug. Außerdem kämpft der Spanier Rafael Nadal gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas.
sid, dpa | Stand: 14.11.2019, 22:33
Quelle ist von sportschau.de

Zverev chancenlos gegen Tsitsipas – auch Krawietz/Mies verlieren

Alexander Zverev hat bei den ATP Finals in London einen ersten Dämpfer erhalten. Gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas verlor Zverev deutlich mit 3:6, 2:6. Damit verpasste er nach seinem Sieg im ersten Gruppenspiel gegen Rafael Nadal den vorzeitigen Halbfinaleinzug. Tsitsipas steht hingegen als Halbfinalist fest.
Erster Satz lange Zeit ausgeglichen
Nur 73 Minuten dauerte das einseitige Spiel gegen Tsitsipas. Für Zverev war es im fünften Duell gegen den Griechen bereits die vierte Niederlage. Bis zum Stand von 3:4 sah es im ersten Satz nach einem Spiel auf Augenhöhe aus. Zverev hatte zuvor sogar eine Breakchance vergeben, verlor dann jedoch sein Aufschlagspiel zum 3:5. Nach 38 Minuten ließ Zverev den Satzball zwar noch mit dem Hawk-Eye überprüfen, doch die Entscheidung war korrekt und der Durchgang mit 3:6 verloren.
Im zweiten Durchgang holte sich Tsitsipas direkt im ersten Aufschlagspiel das Break. In der Folge zog der Grieche auf 5:1 davon und brachte den Sieg sicher ins Ziel. Im abschließenden Vorrunden-Duell am Freitag gegen Daniil Medwedew hält Zverev allerdings alle Trümpfe in der Hand. Ein Sieg über den Russen würde Zverev die Qualifikation für die K.o.-Runde garantieren, selbst bei einer weiteren Niederlage ist dies theoretisch noch möglich. Tsitsipas steht dagegen bereits als Halbfinalist fest, hat jedoch mit seinem finalen Match gegen Nadal noch Einfluss auf den Ausgang der Gruppe „Andre Agassi“.
Auch Krawietz und Mies verlieren
Erster Dämpfer auch für das deutsche Tennis-Doppel Kevin Krawietz und Andreas Mies: Gegen die Australian Open-Gewinner Pierre-Hugues Herbert und Nicolas Mahut verloren die Deutschen mit 5:7, 6:7 (3:7). Gegen Mahut und Herbert, die im Januar bei den Australian Open triumphiert hatten und zusammen bereits alle vier Grand-Slam-Turniere gewonnen haben, begannen Krawietz und Mies zu zögerlich und lagen im ersten Satz früh mit einem Break zurück. Zwar schafften sie noch einmal den Ausgleich zum 5:5, der erste Satz ging dennoch nach 42 Minuten an die Gegner. In den zweiten Satz starteten Krawietz/Mies mit einem Break, hielten diese Führung bis in die Schlussphase und mussten dann doch in den Tiebreak. Nach 1:33 Stunden machten dort die Franzosen ihren Einzug ins Halbfinale perfekt.
Am Freitag fällt die Entscheidung gegen kolumbianisches Doppel
Das französische Doppel erreichte damit das Semifinale. Krawietz und Mies hatten zum Auftakt gegen das niederländisch-rumänische Duo Jean-Julien Rojer und Horia Tecau gewonnen und wären mit einem weiteren Sieg für das Halbfinale qualifiziert gewesen. Die Entscheidung über das Weiterkommen fällt am Freitag, wenn Krawietz/Mies auf die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah treffen.
Nadal schlägt Medwedew
Rafael Nadal hat im Einzelwettbewerb in einem spektakulären Spiel gegen Daniil Medwedew einen 1:5-Rückstand im dritten Satz noch gedreht. Durch den Sieg hat der Spanier vor dem abschließenden Spiel weiterhin die Chance, ins Halbfinale einzuziehen. Nadal stellte dabei mal wieder seinen außergewöhnlichen Kampfgeist unter Beweis. Trotz eines 1:5-Rückstandes im dritten Satz gewann er noch mit 6:7 (3:7), 6:3, 7:6 (7:4). Dabei wehrte er im dritten Satz einen Matchball ab.
Damit hat der Weltranglistenerste vor seinem abschließenden Gruppenspiel gegen den griechischen Jungstar Stefanos Tsitsipas am Freitag noch alle Chancen auf den Einzug in die K.o.-Phase. Das Elite-Turnier der acht Saisonbesten ist der einzige große Titel, der dem 19-maligen Grand-Slam-Sieger Nadal in seiner Sammlung noch fehlt.
Tiebreak im ersten Satz
Für Nadal war es der dritte Sieg im dritten Spiel gegen Medwedew. Im ersten Aufeinandertreffen seit dem US-Open-Endspiel, das Nadal Anfang September gegen Medwedew in fünf Sätzen für sich entschieden hatte, entwickelte sich zunächst ein absolut ausgeglichenes Duell. Im ersten Satz fiel die Entscheidung nach 53 Minuten erst im Tiebreak. Im zweiten Durchgang nutzte Nadal gleich im ersten Spiel die Chance zum Break zum 1:0 und glich nach 40 Minuten zum 1:1 nach Sätzen aus.
Der 23 Jahre alte Medwedew ist der erste russische Spieler bei den ATP Finals, seit Nikolai Dawidenko vor zehn Jahren das Turnier gewann. Der Senkrechtstarter dieser Saison stand bei seinen jüngsten sieben Turnieren sechs Mal im Finale und hat in dieser Saison mehr Endspiele erreicht als jeder andere Spieler auf der Tour (9). Im dritten Durchgang nahm er Nadal gleich zweimal das Aufschlagspiel ab, führte mit 5:1 und schien auf dem sicheren Weg zu seinem ersten Sieg gegen den Linkshänder aus Mallorca. Doch Nadal drehte das Match und ließ sich am Ende von den 17 000 Fans feiern.
sid/dpa | Stand: 13.11.2019, 22:55
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