Aprilhasen

Heute ist wieder Oma-Tag, weil Lisa Perhans Mama bis zum Abend arbeitet. Dieses Mal darf sie ihre beste Freundin, Pilar Hanse, nach der Schule in das alte Haus am Stadtrand mitbringen. Nun sitzen sie am Küchentisch und bemalen eifrig Ostereier, während im Ofen köstliche Hasen aus Hefeteig backen. 
„Ich mag den April, das ist der frechste Monat im ganzen Jahr.“ Lisa malt einen Fußball im Tor und daneben eine Sonnenblume. Die restliche Fläche füllt sie grasgrün aus. 
„Klar, der macht ja auch, was er will“, nickt Pilar und blickt aus dem Fenster. „Blödes Gewitter. Ich will raus zu den Aprilhasen!“ Energisch pinselt sie einen dicken Hasen auf ihr Ei und verpasst ihm ein buntgestreiftes Fell. „Aprilhasen?“ Lisa und Oma sehen sich verständnislos an. „Ja! So wie dieser.“ Mehr sagt Pilar nicht dazu.
„Dein Wunsch ist mir Befehl, kleine Menschin“, brummt Lisa so tief sie nur kann und prustet los. Als hätte es der April gehört, ziehen die Wolken sogleich weiter und machen der Sonne Platz. Die Mädchen schlüpfen in ihre Gummistiefel und stürmen hinaus über den Kiesweg zur großen Wiese. Großmama lächelt ihren Schützlingen nachsichtig hinterher. 
„Wie sehen denn echte Aprilhasen aus?“ fragt Lisa, während sie von Pfütze zu Pfütze springt, dass es nur so spritzt. „Regenbogenbunt natürlich!“ Pilar ist überzeugt, dass es so sein muss. 
„Hast du sie schon mal gesehen?“ 
„Nö, sie verstecken sich einfach perfekt.“ 
„Hm. Wo bekommen sie denn ihre Farbe her?“ Lisa runzelt die Stirn. Pilar zuckt mit den Achseln. 
„Na, vielleicht beklecksen sie sich beim Ostereieranmalen.“ „Glaub ich nicht. Ist mir zu langweilig als Erklärung!“ Lisa schüttelt den Kopf. „Da, sieh nur, ein Regenbogen! Wenn die Hasen genau an der Stelle stehen, wo er die Erde berührt, dann werden sie bunt! So ist es ganz bestimmt!“ Lisa strahlt und ist mächtig stolz auf ihren Einfall. „Das ist dort bei der alten Weide am Teich! Los, wer als Erste ankommt, kriegt nachher einen Schokohasen!“
Sie rennen und lachen, stolpern und prusten, dass zwei Feldhasen erschrocken Haken schlagen und fliehen. „Die zählen nicht, die sind braun!“ 
Doch der Regenbogen ist verschwunden, als die Mädchen atemlos und mit hochroten Wangen gleichzeitig den Baum erreichen. „So ein Mist.“ „Okay, wir suchen unter den Büschen rund um den Teich.“ 
Dumpfes Grollen und vereinzelte dicke Regentropfen lassen die Freundinnen wenig später aufmerken. „Schon wieder! Jetzt aber schnell zurück!“ Gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Gewitterschauer treffen sie bei Oma ein. Erleichtert empfängt sie die Mädchen. „Ihr habt sicherlich Appetit auf Kakao und Gebäck!“
„Uih – das sind ja Aprilhasen!“ Mit Riesenkulleraugen bewundern Lisa und Pilar die duftenden gebackenen Osterhasen, die Oma in der Zwischenzeit mit Regenbogenstreifen aus Zuckerguss überzogen hat.
„Weil wir die echten nicht finden konnten, bekommen wir diese zum Trost!“ 
„Mmmh – sind die gut!“ 
Während die beiden mit vollen Backen schmausen, stellt Großmama still schmunzelnd eine Schachtel mit der Aufschrift „Scrabble“ auf den Tisch. Erstaunt hören Lisa und Pilar zu kauen auf und beobachten neugierig, wie Oma zweimal A-P-R-I-L-H-A-S-E-N aus dem Buchstabenbeutel herausnimmt und sie durchmischt. Dann formt sie daraus LISA PERHAN und PILAR HANSE. 
„Ich habe Besuch von zwei echten Aprilhasen“, zwinkert sie den Mädchen vergnügt zu. 
Und weil es draußen immer noch grummelt, tummeln sich die Aprilhasen in Omas Haus und reisen nach PARIS, PISA und sogar bis zum NIL, wo sie neue Freunde finden. 
Erratet ihr deren Namen? 

Wie aus dem kleinen Angsthäschen ein Muthase wurde

Vor gar nicht allzu langer Zeit brachte Mama Hase im Frühling fünf Hasenbabys auf die Welt. Es waren drei Hasenjungen und zwei Hasenmädchen. Und wie niedlich und kuschelig sie waren! Und wie klein! Einer der Hasenjungen war besonders klein und zart, die Hasenmama nannte ihn Pico und passte immer besonders gut auf ihn auf. Sie gab acht, dass seine Geschwister Nina, Lisa, Pucki und Paul ihn nicht beiseite drängten, wenn es Essenszeit war, und dass sie ihm nicht weh taten, wenn sie herumtobten. Er war ja noch sooo klein!! Aber Pico tobte auch nicht gerne, am liebsten kuschelte er sich an seine Mama und sah den anderen beim Spielen zu. 
Am Anfang waren alle Hasenkinder damit zufrieden, bei ihrer Mama im Hasenbau zu spielen, aber je älter sie wurden, umso mehr drängte es sie, die Welt zu erkunden. Und endlich war es soweit! Sie durften das erste mal heraus, um ihre Umgebung kennen zu lernen. Die Hasenmama ermahnte sie noch einmal, nicht allzu weit weg zu laufen und nicht zu vergessen sich vor Hund und Fuchs in acht zu nehmen. Und los ging’s! Alle Hasenkinder stürmten der Mama hinterher auf die Wiese, die saftig grün unter strahlendem Himmel vor ihnen lag. 
Nur einer stürmte nicht hinterher. Pico traute sich nicht, er hatte Angst. Wer weiß, was ihn dort draußen erwartet? Vorsichtig steckte er sein kleines Köpfchen aus dem Hasenbau heraus und schaute seiner Mama und den Geschwistern hinterher. Eigentlich war er schon sehr neugierig auf die Welt, es sah ja auch alles so schön aus, der Himmel war strahlend blau, die Sonne lachte vom Himmel herunter, die Wiese sah saftig und lecker aus und überall blühten dort kleine Blümchen.

Pico war hin- und hergerissen. Ach, wenn er sich doch nur trauen würde!!
„Pico! Was ist denn? Warum kommst du denn nicht?“ Die Hasenmama hoppelte zurück zu Pico und sah ihn fragend an. „Ach Mama, ich trau mich nicht!“, gestand er ängstlich. „Mein kleiner Pico, du brauchst doch keine Angst zu haben, ich bin doch bei euch. Es gibt nichts Gefährliches auf dieser Wiese. Nun komm schon Pico! Nur Mut! Ich bleib auch dicht bei dir!“ Die Hasenmami stupste Pico zärtlich aus dem Hasenbau hinaus. Nach einiger Zeit auf der Wiese wurde er mutiger und er entfernte sich auch mal hin und wieder von seiner Mama, kostete das herrliche Grün und entdeckte seine Umgebung. 
Aber es war nicht das letzte Mal, dass Pico sich etwas nicht traute und ängstlich war. Er traute sich nie weit weg von seinem Bau, war sowieso am allerliebsten in der Nähe seiner Mama und begleitet seine Geschwister selten zu größeren Erkundungstouren. Schon bald nannten ihn seine Geschwister nicht mehr Pico, sondern nur noch „Angsthäschen“. Seine Mama versuchte immer ihn zu ermutigen: „Pico, warum gehst du nicht mit deinen Geschwistern hinunter zum Bach, dort gibt es herrlichen Löwenzahn und bestimmt viel zu entdecken für kleine Hasenkinder! Wovor hast du denn nur solche Angst?“ 
„Ach, Mama ich weiß das gar nicht so genau. Ich trau mich einfach nicht. Kannst du nicht mitkommen?“ 
„Tut mir Leid, Pico, ich kann jetzt nicht mitkommen, ich bekomme gleich Besuch von deiner Tante. Nun geh doch ruhig, lauf schnell deinen Geschwistern hinterher. Du brauchst wirklich keine Angst haben. Es gibt dort nichts, wovor du dich fürchten musst.“ Aber Pico fand den Mut nicht, er hatte Angst, schaute aber sehnsüchtig seinen Geschwistern hinterher, die lachend die Wiese hinunter hoppelten. Ach, wenn er sich doch nur trauen würde!!!
Obwohl seine Geschwister ihn „Angsthäschen“ nannten, bemühten auch sie sich, Pico die Angst zu nehmen und ermutigten ihn, sich bei ihren Streifzügen anzuschließen. „Pico, wir wollen hinüber zu Familie Mümmelmann, wir wollen mit den Hasenkindern eine Hasenolympiade machen, wer am schnellsten laufen oder springen kann. Kommst du mit?“ 
„Ach, ich bleib lieber hier. Ich bin ja eh der Kleinste und ihr könnt das sowieso alles viel besser als ich, und dann lachen mich die anderen nur aus.“ Und so gingen seine Geschwister alleine. Ach, wenn er sich doch nur getraut hätte!!

Aber eines Tages wurde alles anders. Es war ein herrlicher Sommertag, Pico saß zufrieden vor dem Hasenbau und genoss die warmen Sonnenstrahlen auf seinem Pelz. Plötzlich hörte er seine Schwester rufen: „So ein Mist, ich habe meine Pfote in diesem blöden Baumstamm eingeklemmt. Kann mir mal jemand helfen? Ich komm hier nicht raus!!!“ Pico sah sich um, außer ihm war niemand in der Nähe, also machte sich Pico auf, um Lisa zu helfen. Plötzlich blieb er wie erstarrt stehen. In einiger Entfernung sah er den Fuchs am Waldrand umherstreifen. Noch hatte der Fuchs weder ihn noch seine Schwester entdeckt, aber es würde nicht lange dauern, bis er auf sie aufmerksam würde. Pico hatte furchtbare Angst, am liebsten wäre er zurück in den sicheren Bau gelaufen. Aber was würde dann aus Lisa werden? Jetzt hatte auch seine Schwester den Fuchs entdeckt, duckte sich an den Baumstamm, war mucksmäuschen still und blickte flehend zu Pico hinüber. Pico saß noch immer wie angewurzelt auf der Wiese und blickte abwechselnd vom Fuchs zu Lisa. Er wusste, er musste ihr helfen, sonst würde der Fuchs sie holen, aber er hatte so furchtbare Angst, dass er sich nicht rühren konnte. Dann nahm er aber all seinen Mut zusammen und rannte los. Bei Lisa angekommen, blickte er noch einmal hinüber zum Fuchs. Gott sein Dank! Der hatte ihn und seine Schwester immer noch nicht entdeckt. 
„Pssst Lisa, sei ganz ruhig. Ich werde jetzt versuchen, deinen Fuß zu befreien.“ Lisa bibberte vor Angst, Picos Herz schlug ihm bis zum Halse und er mühte sich ab, Lisas Fuß zu befreien. Aber der saß ziemlich fest. Pico schaute wieder hinüber zum Fuchs und erstarrte für einen kleinen Moment vor Schreck. Der Fuchs hatte sie gesehen! Schon kam er zu ihnen herübergelaufen. Lisa fing vor Angst an zu weinen. Picos Instinkt sagte: „Weglaufen!“ Aber er lief nicht weg und zog noch einmal kräftig an Lisas Pfote. Der Fuchs hatte schon die Hälfte des Weges zurückgelegt. Pico zog noch einmal und schwupp, war die Pfote befreit. 
„Lauf! Lisa lauf!!“, schrie Pico und rannte selber los. Nun liefen beide dicht gefolgt von dem Fuchs um ihr Leben und erreichten in letzter Sekunde den sicheren Hasenbau. Der Fuchs blieb ärgerlich davor stehen und machte sich kurze Zeit später wieder aus dem Staub. 
„Oh, Pico! Das war aber knapp! Danke schön! Unser kleines Angsthäschen hat mich gerettet! Du bist ein wirklicher Held! Ab jetzt nenne ich dich nie wieder Angsthase, du bist nämlich ein richtiger Muthase!“ 
Als die Eltern und Geschwister zu Hause eintrafen, erzählte Lisa, was geschehen war und alle waren sehr stolz auf Pico und jubelten: „Unser kleiner Pico ist der Größte!“ Pico war ganz beschämt und ein wenig stolz, dass er seine Angst überwunden hatte. Auch später hatte er noch hin und wieder Angst, aber nun wusste er, wenn es wirklich nötig war, konnte er sie überwinden.

Die wahre Geschichte vom Osterei

An einem Frühlingstag zu einer Zeit, als das Ostereiersuchen noch nicht erfunden war, packte Hase Hoppel seine Kiepe voll mit Eiern und machte sich auf den Weg in die Stadt. Denn jedes Jahr zur Osterzeit mussten viele Eier zum Markt gebracht werden, damit die Menschen sie rechtzeitig zum Osterfest kaufen konnten. 
Die Kiepe war ein hoher, geflochtener Weidenkorb, den sich Hoppel wie einen Schulranzen auf den Rücken schnallte. In den Korb passten hunderte von Eiern. Jetzt denkt ihr sicherlich, dass diese Eier bunt gefärbt waren. Aber damals gab es tatsächlich noch keine bunten Ostereier.
Hase Hoppels Weg führte erst durch den dichten Hasenwald und dann über eine bunte Blumenwiese. Seit dem vergangenen Sommer war Hoppel nicht aus seinem Wald herausgekommen und so freute er sich besonders über die Blütenpracht, die im goldenen Sonnenschein strahlte. Bei jeder schönen Blume blieb er stehen, bückte sich und beschnupperte sie mit seinem Stupsnäschen. Bunte Schmetterlinge flatterten ihm um die Ohren und überall hörte er die Bienen summen und die Vögel zwitschern. 
Den ganzen Vormittag verbrachte unser Häschen auf der Wiese. Gerade rechtzeitig schaffte es Hoppel noch zum Markt. Dort setzte er seine Kiepe ab. Doch … oh Schreck! Der Weidenkorb war leer! Alle seine schönen Eier waren verschwunden! Sie mussten ihm auf der Frühlingswiese aus dem Korb gefallen sein, als er sich nach den Blumen bückte. Hoppel war verzweifelt. Wie sollte er auf die Schnelle all die Eier wiederfinden? Ostern ohne Eier – das durfte es einfach nicht geben!
Da zupfte ihn jemand von hinten an seinen enttäuscht herabhängenden Hasenohren. Ein kleines Mädchen und ein kleiner Junge standen da und jeder von ihnen hielt ein Ei in der Hand. „Du bist doch der Hase Hoppel. Hast du die Eier auf der Blumenwiese für uns versteckt?“ 
„Versteckt? Äh, ja, also …“ antwortete Hoppel zunächst verlegen. Doch dann kam ihm eine tolle Idee. „Ja, natürlich!“ rief Hoppel laut. „Ich habe für alle Kinder Eier in der Blumenwiese versteckt. Wer eines findet, darf es behalten!“
Die Eiersuche wurde ein Riesenerfolg. Alle Eier wurden gefunden. So viel Spaß wie in jenem Jahr hatten die Kinder zuvor noch nie an Ostern gehabt. Und weil das Suchen fast schöner als das Finden war, wurden ab dem darauf folgenden Jahr die Eier vom Osterhasen nicht nur in der Frühlingswiese versteckt, sondern vorher auch noch bunt angemalt. So waren sie nämlich noch ein bisschen schwieriger zwischen den bunten Blumen zu entdecken. 

Osterevangelium nach Johannes20,1 – 18

Maria von Magdala war eine Jüngerin von Jesus.
Maria von Magdala wollte das Grab von Jesus besuchen.
Maria von Magdala ging früh am Morgen los.
Draußen war noch alles dunkel.
Eigentlich war ein dicker Stein vor dem Grab von Jesus.
Aber als Maria von Magdala kam, war der Stein weg.
Maria von Magdala bekam einen Schreck.
Maria von Magdala dachte:
Andere Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen.
Maria rannte schnell zu Petrus.
Und zu einem anderen Jünger.
Das war der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte.
Maria von Magdala sagte zu Petrus und zu dem anderen Jünger:
Jesus ist weg.
Andere Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen.
Wir wissen nicht, wo Jesus ist.
Petrus und der andere Jünger rannten schnell zum Grab.
Der andere Jünger war zuerst da.
Der andere Jünger guckte in das Grab.
Im Grab lagen weiße Tücher.
Petrus ging in das Grab hinein.
Petrus sah auch die weißen Tücher.
Die weißen Tücher waren von der Beerdigung.
Jesus war bei der Beerdigung in die weißen Tücher eingewickelt.
Die Tücher waren jetzt ganz ordentlich zusammengefaltet.
Der andere Jünger ging auch in das Grab hinein.
Der andere Jünger sah sich alles an.
Der andere Jünger glaubte, dass Jesus auferstanden ist.
Petrus und der andere Jünger gingen wieder nach Hause.
Maria von Magdala stand immer noch vor dem Grab.
Maria von Magdala weinte.
Maria von Magdala sah in das Grab hinein.
Im Grab saßen 2 Engel.
Die Engel hatten ein weißes Gewand an.
Ein Engel saß am Kopfende.
Der andere Engel saß am Fußende vom Grab.
Ein Engel fragte Maria von Magdala:
Frau, warum weinst du?
Maria von Magdala sagte:
Einige Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen.
Ich weiß nicht, wo Jesus jetzt ist.
Maria drehte sich um.
Da stand ein Mann hinter Maria.
Der Mann war Jesus.
Aber Maria merkte nicht, dass es Jesus war.
Jesus fragte Maria von Magdala:
Frau, warum weinst du?
Wen suchst du?
Maria von Magdala dachte, der Mann ist ein Gärtner.
Maria sagte:
Herr, hast du Jesus weggebracht?
Sag mir, wohin du Jesus gebracht hast.
Ich will Jesus holen.
Jesus sagte:
Maria.
Da drehte sich Maria von Magdala zu Jesus um.
Maria von Magdala erkannte, dass der Mann Jesus ist.
Maria von Magdala sagte voller Freude:
Mein lieber Meister.
Jesus sagte zu Maria von Magdala:
Halte mich nicht fest.
Geh schnell zu meinen Jüngern.
Sag meinen Jüngern:
Ich gehe zu meinem Vater im Himmel.
Mein Vater ist auch euer Vater.
Ich gehe zu meinem Gott.
Mein Gott ist auch euer Gott.
Maria von Magdala rannte zu den anderen Jüngern.
Maria erzählte voller Freude:
Ich habe Jesus gesehen.
Jesus hat gesagt:
Ich soll euch Bescheid sagen.
Maria von Magdala erzählte alles, was Jesus gesagt hat.

Kleinöhrchen und die Ostereier

Auf einem Bauernhof, der ganz versteckt hinter einem großen Wald lag, wartete der schöne Hahn, Herr Gockel, auf seinen Freund den Osterhasen Hoppel. Jedes Jahr um die gleiche Zeit kam der Osterhase Hoppel zu Herrn Gockel, um alle seine Ostereier zu kaufen.

„Herr Gockel, Herr Gockel“, rief gackernd eine schnell herbei rennende Henne, „ein Auto mit Anhänger ist in unseren Hof gefahren und ein Mann mit ganz langen Ohren und einem ganz dicken Bauch ist ausgestiegen. Er hat gesagt ich soll eilig den Herrn des Hofes holen.“ „Ist schon gut, braune Henne“, erwiderte Herr Gockel, „das ist mein langjähriger Freund, der Osterhase, er will seine Eier bei uns kaufen.“ 
Schnell eilte Herr Gockel seinem Freund entgegen. Herzlich begrüßten und umarmten sich die Beiden. „Ich habe leider nicht viel Zeit. Es ist schon kurz vor Ostern und meine Hasenkinder müssen noch alle Eier bemalen“, sagte Herr Hoppel. „Ich brauche viele Eier“, stöhnte der Hase, „am besten ist es, wenn wir den ganzen Anhänger volladen.“ 

Herr Gockel rief seine Hennen zusammen – die Weißen, die Braunen und die Gelben. Sie alle mussten den Anhänger des Osterhasen mit Eiern beladen. Herr Hoppel bezahlte dem Hahn die Eier, bedankte sich bei seinem Freund, setzte sich in sein Auto und machte sich auf den Heimweg.

Als er auf die Waldstraße hinausfuhr wurde es schon dunkel. Plötzlich hörte er eine Stimme. „Was war das?“, dachte er. Und wieder hörte er das Rufen: „Hilfe, Hilfe! Vater, Vater!“ Herr Hoppel erschrak fürchterlich. „Das ist doch die Stimme von meinem Sohn, dem Kleinöhrchen“, dachte er. Schnell stieg er aus seinem Auto aus und eilte dem Hilferuf nach. Als er dachte schon ganz nah bei ihm zu sein, hörte er die Schreie seines Sohnes wieder aus einer ganz anderen Richtung. Müde und schwach von der Suche, setzte sich Herr Hoppel auf einen abgehackten Baum. „Kleinöhrchen, wo soll ich dich noch suchen?“, jammerte er. Da es aber schon so finster war und man nichts mehr sehen konnte ging er zurück zu seinem Auto. 

Doch, oh Schreck, das Auto war nicht mehr da. Herr Hoppel schaute nach rechts und links. Nichts! Das Auto war verschwunden. „Wo sind meine Eier?“, rief der Hase, „wer hat meine Eier gestohlen?“ 
Hilflos schaute er in die dunkle Nacht und machte sich traurig zu Fuß auf den Heimweg. Spät in der Nacht kam er müde zu Hause an. „Ist Kleinöhrchen da?“, rief er aufgeregt seiner Frau entgegen. „Nein“, sagte sie, „was ist mit ihm?“ Herr Hoppel erzählte die Geschichte seiner Frau und seinen zehn Hasenkindern und sofort machten sich alle auf die Suche nach Kleinöhrchen. Aber wo sollten sie suchen?

Sie wussten ja nicht, dass Kleinöhrchen gleich nach Vaters Abfahrt in großen Sprüngen hinter ihm her gerannt war und mitfahren wollte. Doch im tiefen Wald hatte er die Spur von Vaters Auto verloren und irrte kreuz und quer im Wald herum. 
Als er an einem Bach etwas trinken wollte, packte ihn plötzlich jemand von hinten am Rücken und trug ihn fort. „Lass mich los, lass mich los! Hilfe, Hilfe! Vater, Vater!“ rief der kleine Hase. 
Es war der alte Fuchs, der ihn gepackt hatte. Kleinöhrchen hatte fürchterliche Angst und zitterte und rief weiter nach seinem Vater. Diese Hilferufe hörte Herr Hoppel, als er mit seinem Auto nach Hause fuhr. Aber der Fuchs war schneller. Er schleppte Kleinöhrchen immer tiefer und tiefer in den Wald hinein. 
„Das wird ein Leckerbissen für meine Familie“, dachte der alte Fuchs. Als er in seiner Höhle ankam, gab er Kleinöhrchen seinen Fuchskindern. „Hier habt ihr einen Spielgefährten! Wir werden ihn füttern bis er dick und rund ist und ihn dann als Leckerbissen verzehren“, sagte der alte Fuchs lachend und voller Freude. Dann machte er sich erneut auf den Weg um das Auto mit den Eiern zu klauen, das er verlassen am Wegrand hatte stehen sehen. „Heute ist mein Glückstag“, dachte der Fuchs, „einen Hasen und ein Auto voller Eier habe ich nach Hause gebracht“.

Als die kleinen Füchse sahen, dass Kleinöhrchen ganz ängstlich war und ihnen nichts wegnahm, ärgerten sie ihn nicht und begannen sogar mit ihm zu spielen. 
Aber Kleinöhrchen hatte nur einen Gedanken. Er wollte wieder nach Hause. So überlegte er und überlegte und plötzlich hatte er einen Plan… 

„Schau mal Kleinöhrchen, wie hoch ich springen kann!“, rief ein kleines Füchslein und es sprang so hoch, dass es die Blätter vom Baum schnappen konnte. „Das kann ich auch“, sagte Kleinöhrchen, „aber ich kann etwas, was ihr alle nicht könnt. Ich kann ein Auto fahren! Seid ihr überhaupt schon mal in einem Auto gefahren?“ „Nein“, antworteten alle Fuchskinder neugierig. „Du musst uns zeigen wie das geht“, rief ein Fuchskind. „Ich würde es euch ja zeigen, aber woher sollen wir ein Auto nehmen?“ fragte Kleinöhrchen. Da riefen die Füchslein durcheinander: „Oh, wir haben ein Auto. 
Gestern Nacht hat unser Vater ein Auto mit nach Hause gebracht. Mit ganz vielen Eiern drauf.“ „Wo ist der Wagen?“, fragte der kleine Hase und dachte an seinen Plan. „Komm, komm, wir führen dich zu dem Auto“, sagten die Fuchskinder ganz aufgeregt. Kleinöhrchen rannte hinter den Füchslein her und tatsächlich stand hinter einem Baum ein Auto. Kleinöhrchen sah sofort, dass es das Auto seines Vaters war mit den Eiern darauf. Das muß der Fuchs auch geklaut haben, dachte Kleinöhrchen.  „Schnell, springt alle auf“, rief er „ich fahre euch spazieren“. 
Alle Füchse setzten sich in das Auto und los ging die Fahrt. Kleinöhrchen fuhr so schnell er konnte durch den Wald und kreuz und quer über die Felder bis er zu Hause bei Vater und Mutter ankam. „Aussteigen!“, rief er. Die Füchse wussten gar nicht warum sie aussteigen sollten und wo sie waren. „Nein“, riefen die Füchse, „fahr uns wieder nach Hause.“ Kleinöhrchen lachte und erklärte den Füchsen, dass er hier zu Hause sei, dass der Osterhase sein Vater wäre und dass das Auto mit den Eiern seinem Vater gehöre. 
Kleinöhrchen suchte sich den größten der Fuchskinder heraus und sagte mit lauter Stimme zu ihm: „Euer Vater hat das Auto von meinem Vater gestohlen und deshalb läufst du jetzt nach Hause und berichtest deinem Vater, dem Fuchs, dass deine Geschwister solange bei uns bleiben müssen, bis er uns einen Lastwagen voller großer Ostereier bringt. Er hat einen Tag Zeit und nicht länger. 
Beeile dich!“ Voller Angst rannte der Fuchs sofort los!Kleinöhrchen war zufrieden. Sein Plan hatte geklappt. 

Schnell rannte er zur Haustüre und holte Mutter und Vater und seine zehn Geschwister heraus. Welch eine Freude hatten sie alle, dass Kleinöhrchen wieder da war. Und wie stolz waren sie auf ihn, dass er sogar das Auto mit allen Eiern mitgebracht hatte. Die Füchse kamen in den Keller und die Hasenfamilie feierte ein großes Fest und freute sich über die Rückkehr des kleinen Hasen. 

Als der Tag zu Ende ging und die Hasenfamilie immer noch feierte und zusammen saß, hörten sie plötzlich ein lautes Rattern. Kleinöhrchen rannte zum Fenster, fing vor Freude an zu hüpfen und rief: „Er kommt! Der alte Fuchs kommt mit einem Lastwagen voller Eier. Schnell, kommt alle mit nach draußen und holt die kleinen Füchse aus dem Keller!“ Der Plan des kleinen Hasen ging auf. Der alte Fuchs brachte die gewünschten Eier und verschwand dann mit seinen Fuchskindern ganz schnell wieder im Wald und ließ sich nie mehr sehen.

Hase Hoppel und seine Kinder machten sich sofort an die Arbeit. Sie bemalten alle Eier und versteckten sie hinter Büschen und Bäumen. 

Als am Ostersonntag die Kinder auf Ostereiersuche gingen, war die Freude riesengroß. So viele schöne und große Eier hatten sie noch nie gefunden wie in diesem Jahr. 

„Überlieferte Erzählung einer Großmutter“

Der Osterhase und die Zwergenprinzessin

Es war kurz vor Ostern und Hasenvater Fritz rief alle seine Kinder zu sich. „Liebe Kinder“, sagte er, „ab morgen gibt es wieder viel Arbeit für euch. Ihr dürft zu den Hühnern gehen und euch wie jedes Jahr so viele Eier abholen, wie ihr tragen könnt. Zwei Tage habt ihr Zeit die Eier anzumalen. Wenn ihr alle fertig seid, dürft ihr sie am Ostermorgen hinter Büschen und Zäunen für die Menschenkinder verstecken“. Die Hasenkinder freuten sich über die schöne Osterzeit und hüpften im Kreis herum, denn sie hatten immer viel Spaß daran die Eier zu bemalen und zu verstecken.Der kleine Hase Hoppel, der das erste mal zu Ostern Eier verstecken durfte, lief gleich los zu seinen Freunden den Gackerhühnern. Diese warteten schon lange auf Hoppel und füllten einen ganz großen Sack mit Eiern. „Danke“, sagte Hoppel und ganz aufgeregt lief er mit dem Sack über der Schulter los. Er freute sich sehr, dass er das erste mal Eier anmalen durfte. 
Als er so darüber nachdachte, wie schön seine Eier aussehen sollten, kam plötzlich ein ganz kalter, rauer Wind. Der wurde immer stärker und stärker und auf einmal blies er so kräftig, dass der kleine Hase Hoppel umfiel. Vor Schreck ließ er seinen Sack fallen und hielt schützend seine Arme über den Kopf. Als sich langsam dieser böse und kalte Wind wieder beruhigte stand Hoppel auf und wollte seinen Sack nehmen. Aber was sieht er da! 
Er ist auf seinen Sack gefallen und alle Eier waren zerbrochen. Kein einziges ist ganz geblieben.
Hoppel fing fürchterlich an zu weinen. „Alle Eier sind kaputt und die Hühner haben keine mehr. Was soll ich nur jetzt machen?“ überlegte er. Sehr traurig saß er da, als er plötzlich eine Stimme hörte. „Hilfe, Hilfe!“ 
Wer ist das? Wer ruft hier so laut um Hilfe? dachte Hoppel. Er stand auf und schaute zu dem kleinen Bach hinüber, der neben ihm plätscherte. Oh je, was passiert da!
Er sah ein kleines Zwergenmädchen, das von einer großen, braunen Kröte in den Bach gezogen wurde. Schnell lief er hin, um dem Zwergenmädchen zu helfen. 
Er warf sich mit seinem ganzen Gewicht auf die Kröte. Vor lauter Schreck ließ die Kröte das Zwergenmädchen los und sprang schnell davon. Hoppel zog das Zwergenmädchen aus dem Wasser und trocknete es mit ein paar Blättern ab. „Wer bist du?“ fragte Hoppel. „Ich bin die Zwergenprinzessin und ich danke dir, lieber Hase. Du hast mein Leben gerettet. Ich werde es meinem Vater, dem Zwergenkönig erzählen, er wird dich dann zu uns einladen und dir danken. Wie heißt du denn?“ fragte die kleine Prinzessin. „Ich heiße Hoppel“, sagt der Hase ganz leise. „Aber warum bist du denn so traurig?“ fragte die Zwergenprinzessin. Hoppel erzählte ihr seine Geschichte mit dem Wind und den kaputten Eiern. Daraufhin lachte die Zwergenprinzessin und rief fröhlich:“ Du bist ja ein richtiger Osterhase. Noch nie habe ich einen richtigen Osterhasen gesehen. Geh schnell nach Hause und warte auf meinen Vater. Er wird dir neue Eier bringen.“ Und schon war die Zwergenprinzessin verschwunden.Hoppel saß noch eine Weile da und überlegte, ob der Zwergenkönig ihm wirklich helfen würde. Viel Zeit blieb nicht mehr, er musste ja die Eier noch alle anmalen. 
Zuhause angekommen wartete er auf den Zwergenkönig. Aber niemand kam. Es wurde Abend und die ganze Nacht verging und immer noch war kein Zwergenkönig in Sicht. „Ich glaube, die Zwergenprinzessin hat mich vergessen“, dachte Hoppel. 
Er hatte nur noch einen Tag Zeit die Eier anzumalen. 
Traurig setzte er sich vor seine Hütte und überlegte wie er die ganze Geschichte mit den verlorenen Eiern seinem Vater erzählen sollte, als er plötzlich ein Geräusch hörte.Schritte, es waren viele kleine Schritte und Hoppel stand auf und schaute auf die große Wiese. Was war das? 
Viele, viele kleine Zwergenkinder kamen hintereinander angelaufen und jedes hatte ein riesengroßes Ei in den Händen. Hoppel freute sich und jubelte. So große Eier hatte er noch nie gesehen und alle waren schon angemalt.
Der Zwergenkönig ging zu Hoppel, bedankte sich bei ihm, dass er seine Prinzessin gerettet hat und schenkte ihm dafür die schönsten und größten Enten- und Gänseeier, die er bekommen konnte. Die ganze Nacht haben die kleinen Zwergenkinder die Eier angemalt. 
Hoppel freute sich so sehr, dass er sich gleich auf den Weg machte, um die Eier alle zu verstecken. Als er fertig war, hüpfte er zufrieden nach Hause und dachte an die kleine Zwergenprinzessin, die ihr Wort gehalten hatte.

Am nächsten Tag war Ostersonntag. Hoppel und die kleine Zwergenprinzessin, die ganz gute Freunde geworden waren, versteckten sich hinter einem Busch und beobachteten die Kinder, wie sie sich freuten, als sie die großen und schönen Eier fanden.